Krisenstab verrät: Kreis plant Teil-Öffnung des Impfzentrums Nicole Bliesener Bad Oeynhausen/Kreis Minden-Lübbecke. In der Unterlübber Sporthalle könnte es bald wieder Corona-Schutz-Impfungen geben. "Wir sind zurzeit mit der Gemeinde Hille im Gespräch, dass wir dort zumindest eine Impfstraße wieder öffnen", sagte die Leiterin des Kreiskrisenstabs, Cornelia Schoeder, am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion. Eine komplette Wiedereröffnung des Impfzentrums in Unterlübbe läge aber nach wie vor in der Entscheidung des Landes. "Wie oft wir dort pro Woche ein Impfangebot machen können, ist allerdings noch unklar", so Schoeder. Geplant sei ein offenes Impfangebot an einem Nachmittag pro Woche. Also ähnlich der Impfangebote, die der Kreis in den beiden Kreissporthallen in Lübbecke (mittwochs 14 bis 18 Uhr) und in Minden (freitags, 14 bis 18 Uhr) sowie im Bad Oeynhausener Werre-Park (samstags, 14 bis 18 Uhr) anbietet. "Wir hatten uns im ersten Schritt dafür entschieden, an diesen drei Schwerpunktstandorten niederschwellige Angebote zu machen", fügt die Kreisdirektorin hinzu. Und an diesen Standorten sollen die Impfaktionen fortgesetzt werden. In der vergangenen Woche wurden an den drei Terminen 2.061 Personen geimpft – davon bekamen 301 die erste Impfung. Im Einzelnen sahen die Zahlen so aus: Impfaktion Lübbecke: 473 Impfungen/46 Erstimpfungen, Impfaktion Minden: 811 Impfungen/70 Erstimpfungen und Impfaktion Bad Oeynhausen: 777 Impfungen/185 Erstimpfungen. Online-Buchungen wird es bei den offenen Impfangeboten nicht geben Auch immer mehr Kommunen im Kreis machen eigene Angebote. Nach der Stadt Espelkamp startet auch die Gemeinde Hüllhorst am Freitag, 26. November, eine eigene Impfaktion. In Porta Westfalica verhandelt der Kreis gerade mit einem niedergelassenen Hausarzt über ein weiteres offenes Impfangebot. "Dezentrale Angebote wie diese sind logistisch eine größere Herausforderung als ein zentrales Angebot", so Schoeder. Mit dezentralen Angeboten erreiche man zwar pro Termin eine kleinere Personenzahl, als an einem Tag im Impfzentrum. "Aber wir sind der Auffassung, dass dieser Weg vernünftig ist." Denn dieser Weg sei niedrigschwelliger und "wir erreichen auch Personengruppen, die sich jetzt doch spontan für eine Impfung entscheiden." Die Möglichkeit von Online-Termin-Buchungen werde es bei diesen offenen Angeboten nicht geben, so Schoeder. "Ohne Buchung sind offenbar mehr Menschen zu erreichen." Verhandlungen mit pensionierten Ärzten Die Ausweitung der Maßnahmen solle nun Schritt für Schritt erfolgen. "Wir brauchen dafür Ärzte, die die Aufklärungsgespräche führen und impfen, medizinisches Personal und Mitarbeiter, die dokumentieren und registrieren", erläutert Cornelia Schoeder. So sei der Kreis in dieser Woche mit mehreren pensionierten Ärzten in Vertragsverhandlungen, damit diese das Team der niedergelassenen Vertragsärzte ergänzen. Denn die Hausärzte seien im Moment ohnehin schon sehr belastet. "Die Hausärzte versuchen, das zu machen, was sei leisten können", ist Schoeder überzeugt. Sie müssten neben den Corona-Schutz-Impfungen, die Grippeschutzimpfungen stemmen, dazu die zu dieser Jahreszeit typischen Infektionskrankheiten und ihren alltäglichen Praxisbetrieb. Spezialtage mit Moderna und Biontech Ganz pragmatisch verhält sich der Krisenstab zur aktuellen Diskussionen um die mRNA-Impfstoffe Moderna und Biontech. "Beide sind hervorragende Impfstoffe", ist Krisenstabsleiterin Cornelia Schoeder überzeugt. "Wir wollen bald auch Biontech- und Moderna-Tage anbieten, einfach aus dem Grund, weil es sich logistisch einfacher händeln lässt", fügt Schoeder hinzu. Für die Impfangebote in dieser Woche hat der Kreis 500 Vials des Impfstoffs Biontech/Pfizer bestellt - das entspricht etwa 3.000 Impfdosen. Und in der nächsten Woche sollen 600 Vials Biontech und 300 Vials Biontech aus der Notfallreserve des Landes kommen. Das entspricht etwa 5.400 Impfdosen. Dem Vorstoß, dass künftig auch Apotheker Impfungen vornehmen, kann Cornelia Schoeder Positives abgewinnen, hat aber auch eine Einschränkung parat. "Warum nicht", sagt Schoeder, "aber wenn wir in der Pandemie-Bekämpfung alles auf die Straße bringen wollen, dann müssen auch Land und Bund ihren Anteil dazu beitragen." Denn mit dem Piks sei es nicht getan. Impfangebote sind auch logistisch eine Herausforderung, allein die Impfstoffbestellung sei schon kompliziert. Der Kreis jedenfalls könne diese Organisation nicht zusätzlich stemmen.

Krisenstab verrät: Kreis plant Teil-Öffnung des Impfzentrums

Lange Schlangen bildeten sich am vergangen Samstag bei der offenen Impfaktion vor dem Werre-Park. Am kommenden Samstag wird von 14 bis 18 Uhr im leerstehenden Ladenlokal des ehemaligen Fashion Stores wieder geimpft. © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen/Kreis Minden-Lübbecke. In der Unterlübber Sporthalle könnte es bald wieder Corona-Schutz-Impfungen geben. "Wir sind zurzeit mit der Gemeinde Hille im Gespräch, dass wir dort zumindest eine Impfstraße wieder öffnen", sagte die Leiterin des Kreiskrisenstabs, Cornelia Schoeder, am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion. Eine komplette Wiedereröffnung des Impfzentrums in Unterlübbe läge aber nach wie vor in der Entscheidung des Landes. "Wie oft wir dort pro Woche ein Impfangebot machen können, ist allerdings noch unklar", so Schoeder. Geplant sei ein offenes Impfangebot an einem Nachmittag pro Woche.

Also ähnlich der Impfangebote, die der Kreis in den beiden Kreissporthallen in Lübbecke (mittwochs 14 bis 18 Uhr) und in Minden (freitags, 14 bis 18 Uhr) sowie im Bad Oeynhausener Werre-Park (samstags, 14 bis 18 Uhr) anbietet. "Wir hatten uns im ersten Schritt dafür entschieden, an diesen drei Schwerpunktstandorten niederschwellige Angebote zu machen", fügt die Kreisdirektorin hinzu. Und an diesen Standorten sollen die Impfaktionen fortgesetzt werden. In der vergangenen Woche wurden an den drei Terminen 2.061 Personen geimpft – davon bekamen 301 die erste Impfung. Im Einzelnen sahen die Zahlen so aus: Impfaktion Lübbecke: 473 Impfungen/46 Erstimpfungen, Impfaktion Minden: 811 Impfungen/70 Erstimpfungen und Impfaktion Bad Oeynhausen: 777 Impfungen/185 Erstimpfungen.

Online-Buchungen wird es bei den offenen Impfangeboten nicht geben

Malina Reckordt

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Auch immer mehr Kommunen im Kreis machen eigene Angebote. Nach der Stadt Espelkamp startet auch die Gemeinde Hüllhorst am Freitag, 26. November, eine eigene Impfaktion. In Porta Westfalica verhandelt der Kreis gerade mit einem niedergelassenen Hausarzt über ein weiteres offenes Impfangebot.

"Dezentrale Angebote wie diese sind logistisch eine größere Herausforderung als ein zentrales Angebot", so Schoeder. Mit dezentralen Angeboten erreiche man zwar pro Termin eine kleinere Personenzahl, als an einem Tag im Impfzentrum. "Aber wir sind der Auffassung, dass dieser Weg vernünftig ist." Denn dieser Weg sei niedrigschwelliger und "wir erreichen auch Personengruppen, die sich jetzt doch spontan für eine Impfung entscheiden." Die Möglichkeit von Online-Termin-Buchungen werde es bei diesen offenen Angeboten nicht geben, so Schoeder. "Ohne Buchung sind offenbar mehr Menschen zu erreichen."

Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung übernahmen am Samstag die Registrierung der Impfwilligen. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung übernahmen am Samstag die Registrierung der Impfwilligen. - © Elke Niedringhaus-Haasper

Verhandlungen mit pensionierten Ärzten

Die Ausweitung der Maßnahmen solle nun Schritt für Schritt erfolgen. "Wir brauchen dafür Ärzte, die die Aufklärungsgespräche führen und impfen, medizinisches Personal und Mitarbeiter, die dokumentieren und registrieren", erläutert Cornelia Schoeder. So sei der Kreis in dieser Woche mit mehreren pensionierten Ärzten in Vertragsverhandlungen, damit diese das Team der niedergelassenen Vertragsärzte ergänzen.

Denn die Hausärzte seien im Moment ohnehin schon sehr belastet. "Die Hausärzte versuchen, das zu machen, was sei leisten können", ist Schoeder überzeugt. Sie müssten neben den Corona-Schutz-Impfungen, die Grippeschutzimpfungen stemmen, dazu die zu dieser Jahreszeit typischen Infektionskrankheiten und ihren alltäglichen Praxisbetrieb.

Spezialtage mit Moderna und Biontech

Ganz pragmatisch verhält sich der Krisenstab zur aktuellen Diskussionen um die mRNA-Impfstoffe Moderna und Biontech. "Beide sind hervorragende Impfstoffe", ist Krisenstabsleiterin Cornelia Schoeder überzeugt. "Wir wollen bald auch Biontech- und Moderna-Tage anbieten, einfach aus dem Grund, weil es sich logistisch einfacher händeln lässt", fügt Schoeder hinzu. Für die Impfangebote in dieser Woche hat der Kreis 500 Vials des Impfstoffs Biontech/Pfizer bestellt - das entspricht etwa 3.000 Impfdosen. Und in der nächsten Woche sollen 600 Vials Biontech und 300 Vials Biontech aus der Notfallreserve des Landes kommen. Das entspricht etwa 5.400 Impfdosen.

Dem Vorstoß, dass künftig auch Apotheker Impfungen vornehmen, kann Cornelia Schoeder Positives abgewinnen, hat aber auch eine Einschränkung parat. "Warum nicht", sagt Schoeder, "aber wenn wir in der Pandemie-Bekämpfung alles auf die Straße bringen wollen, dann müssen auch Land und Bund ihren Anteil dazu beitragen." Denn mit dem Piks sei es nicht getan. Impfangebote sind auch logistisch eine Herausforderung, allein die Impfstoffbestellung sei schon kompliziert. Der Kreis jedenfalls könne diese Organisation nicht zusätzlich stemmen.

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