Kreisel am Bahnhof: Bauarbeiten an der Viktoriastraße starten erst in zwei bis drei Jahren Monika Jäger Minden. So, wie sie ist, kann die Viktoriastraße nicht bleiben: Weder kann sie den Verkehr, wie er zurzeit ist, aufnehmen, noch bietet sie dem Innenstadtverkehr der Zukunft Raum. Wie der aussehen soll, hat der Mindener Rat schon 2016 in groben Zügen definiert: Stets sollen bei den Planungen Fußgänger und Radfahrer gestärkt werden. Umbauideen für diesen sensiblen Bereich rund um den Bahnhof gibt es schon lange. Jetzt schob der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr die Umgestaltung konkret an. Die Verwaltung soll nun die Entwurfsplanung für den ersten Bauabschnitt zwischen Hafenstraße und Bahnstraße vergeben. Später werden dann auch die Kreuzungen bis einschließlich Bachstraße/Dankerser Straße umgestaltet. Am Ende sollen ein großer Kreisverkehr an der Ecke Viktoriastraße/Bahnstraße und ein kleiner an der Bachstraße/Dankerser Straße für gutes und sicheres Durchkommen zu jeder Tageszeit sorgen – so sieht es die „Variante 7“ vor, für die sich der Ausschuss einstimmig aussprach. Die Lösung bietet viele Vorteile für Fußgänger und Radfahrer – unter anderem auf beiden Seiten Wege. Autofahrer hingegen, die aus Richtung Wesertor kommen, können künftig dann nicht mehr links auf den Bahnhofvorplatz abbiegen, denn diese Fahrspur fällt weg. Sie müssen entweder einmal durch den Kreisel und zurück – oder sie nutzen gleich den hinteren Bahnhofsbereich, um hier jemanden abzusetzen oder aufzusammeln („Kiss and Ride“). So könnte dieser Umbau auch die aktuell oft beengte Situation am Bahnhofsvorplatz bereinigen. Vorteile hat die gewählte Variante auch für Fahrer breiterer Fahrzeuge. Denn die einzelnen Spuren werden mit 3,25 Metern Breite ausreichend Raum lassen. Die Alternative wäre gewesen, doch zwei Linksabbiegerspuren zu bauen, dafür nur einen Fußweg zu haben, und die Fahrspuren wären nur drei Meter breit gewesen. Verkehrszählungen, Busfahrpläne, Rad fahrende Schüler: Vieles ist in die Planung eingeflossen. Auch die großen Bundeswehrfahrzeuge, die zur Verladerampe müssen? – fragte im Ausschuss Ulrich Stadtmann (CDU). Der Kreisverkehr könne überfahrbar gestaltet werden, so Bau-Beigeordneter Lars Bursian dazu; die Pläne seien mit der Bundeswehr abgestimmt. Weitere Frage: Funktioniert die neue Lösung auch, wenn einmal Multihalle und Rail Campus am Netz sind? Nach den Erkenntnissen des Planungsbüros Bramey Bünermann Ingenieure kann es auch ohne diese in den verkehrsstärksten Stunden – nachmittags gegen 17 Uhr – zwar zu kurzen Staus aus Richtung Hafenstraße kommen, mit dem neuen Kreisverkehr an der Bahnstraße würden sich diese aber schneller auflösen als mit einer Ampel, so deren Berechnungen. Bursian sagte im Ausschuss auch, dass die Multihalle ja zu anderen Tageszeiten angefahren werde als während des Berufsverkehrs. Zudem würden Verbindungen nicht gekappt, sondern verbessert, Nicht alles kann aktuell im Sinn der Stadt Minden endgültig geplant werden. So wird zwar die Straße umgestaltet, das Umfeld nicht unbedingt. Beispielsweise wäre die Bahn dafür zuständig, dass die Wände der Unterführungen freundlicher und heller werden – und es hängt auch von ihr ab, ob sie das Gelände im Osten des Bahnhofs verkauft. Nur dann könnte die Stadt hier einen neuen Empfangsbereich mit Parkschleife für „Kiss and Ride“ bauen. Die Stadt ist in Gesprächen dazu – ebenso zu noch ungeklärten Themen wie der Kanalisation. Die Diskussion im Ausschuss machte deutlich: Alle warten darauf, dass die Verkehrssituation verbessert wird. Ein großer Kreisverkehr müsste auf jeden Fall auch so gestaltet werden, dass Menschen mit Handycaps hier die Straße gut überqueren können – darauf war schon bei den ersten Beratungen hingewiesen worden. Für die Planungen bis zur Pionierstraße ist schon Geld im Haushalt veranschlagt, so Bursian. Da noch Förderanträge zu stellen sind, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis über diese entschieden ist. Also rechnet er mit dem Baubeginn frühestens für 2023/2024. Für die östlich angrenzenden Arbeiten ist noch kein Geld veranschlagt. Dort sei auch noch Bürgerbeteiligung für die Anwohner und die Geschäftsleute geplant. Baubeginn wird hier nicht vor 2024/2025 sein.

Kreisel am Bahnhof: Bauarbeiten an der Viktoriastraße starten erst in zwei bis drei Jahren

Vor allem für Fußgänger und Radfahrer ist die Verkehrsführung am Bahnhof alles andere als ideal. Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. So, wie sie ist, kann die Viktoriastraße nicht bleiben: Weder kann sie den Verkehr, wie er zurzeit ist, aufnehmen, noch bietet sie dem Innenstadtverkehr der Zukunft Raum. Wie der aussehen soll, hat der Mindener Rat schon 2016 in groben Zügen definiert: Stets sollen bei den Planungen Fußgänger und Radfahrer gestärkt werden.

Umbauideen für diesen sensiblen Bereich rund um den Bahnhof gibt es schon lange. Jetzt schob der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr die Umgestaltung konkret an. Die Verwaltung soll nun die Entwurfsplanung für den ersten Bauabschnitt zwischen Hafenstraße und Bahnstraße vergeben. Später werden dann auch die Kreuzungen bis einschließlich Bachstraße/Dankerser Straße umgestaltet. Am Ende sollen ein großer Kreisverkehr an der Ecke Viktoriastraße/Bahnstraße und ein kleiner an der Bachstraße/Dankerser Straße für gutes und sicheres Durchkommen zu jeder Tageszeit sorgen – so sieht es die „Variante 7“ vor, für die sich der Ausschuss einstimmig aussprach.

Die Lösung bietet viele Vorteile für Fußgänger und Radfahrer – unter anderem auf beiden Seiten Wege. Autofahrer hingegen, die aus Richtung Wesertor kommen, können künftig dann nicht mehr links auf den Bahnhofvorplatz abbiegen, denn diese Fahrspur fällt weg. Sie müssen entweder einmal durch den Kreisel und zurück – oder sie nutzen gleich den hinteren Bahnhofsbereich, um hier jemanden abzusetzen oder aufzusammeln („Kiss and Ride“). So könnte dieser Umbau auch die aktuell oft beengte Situation am Bahnhofsvorplatz bereinigen.


Vorteile hat die gewählte Variante auch für Fahrer breiterer Fahrzeuge. Denn die einzelnen Spuren werden mit 3,25 Metern Breite ausreichend Raum lassen. Die Alternative wäre gewesen, doch zwei Linksabbiegerspuren zu bauen, dafür nur einen Fußweg zu haben, und die Fahrspuren wären nur drei Meter breit gewesen.

Verkehrszählungen, Busfahrpläne, Rad fahrende Schüler: Vieles ist in die Planung eingeflossen. Auch die großen Bundeswehrfahrzeuge, die zur Verladerampe müssen? – fragte im Ausschuss Ulrich Stadtmann (CDU). Der Kreisverkehr könne überfahrbar gestaltet werden, so Bau-Beigeordneter Lars Bursian dazu; die Pläne seien mit der Bundeswehr abgestimmt.

Weitere Frage: Funktioniert die neue Lösung auch, wenn einmal Multihalle und Rail Campus am Netz sind? Nach den Erkenntnissen des Planungsbüros Bramey Bünermann Ingenieure kann es auch ohne diese in den verkehrsstärksten Stunden – nachmittags gegen 17 Uhr – zwar zu kurzen Staus aus Richtung Hafenstraße kommen, mit dem neuen Kreisverkehr an der Bahnstraße würden sich diese aber schneller auflösen als mit einer Ampel, so deren Berechnungen. Bursian sagte im Ausschuss auch, dass die Multihalle ja zu anderen Tageszeiten angefahren werde als während des Berufsverkehrs. Zudem würden Verbindungen nicht gekappt, sondern verbessert,

Nicht alles kann aktuell im Sinn der Stadt Minden endgültig geplant werden. So wird zwar die Straße umgestaltet, das Umfeld nicht unbedingt. Beispielsweise wäre die Bahn dafür zuständig, dass die Wände der Unterführungen freundlicher und heller werden – und es hängt auch von ihr ab, ob sie das Gelände im Osten des Bahnhofs verkauft. Nur dann könnte die Stadt hier einen neuen Empfangsbereich mit Parkschleife für „Kiss and Ride“ bauen. Die Stadt ist in Gesprächen dazu – ebenso zu noch ungeklärten Themen wie der Kanalisation.

Die Diskussion im Ausschuss machte deutlich: Alle warten darauf, dass die Verkehrssituation verbessert wird. Ein großer Kreisverkehr müsste auf jeden Fall auch so gestaltet werden, dass Menschen mit Handycaps hier die Straße gut überqueren können – darauf war schon bei den ersten Beratungen hingewiesen worden.

Für die Planungen bis zur Pionierstraße ist schon Geld im Haushalt veranschlagt, so Bursian. Da noch Förderanträge zu stellen sind, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis über diese entschieden ist. Also rechnet er mit dem Baubeginn frühestens für 2023/2024. Für die östlich angrenzenden Arbeiten ist noch kein Geld veranschlagt. Dort sei auch noch Bürgerbeteiligung für die Anwohner und die Geschäftsleute geplant. Baubeginn wird hier nicht vor 2024/2025 sein.

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