Konzert mit Live-Übertragung: Kameras und Monitore machen Orgelspiel im Dom erlebbar Wolfgang Krems Minden. Das Jubiläum des Dombauvereins Minden, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert, fällt zusammen mit dem 25-Jährigen der Domorgel, deren Finanzierung ihm zu einen Großteil zu danken ist. Aus diesem Anlass findet eine Reihe von Veranstaltungen statt, die die Orgel in den Mittelpunkt stellen. Das Eröffnungskonzert mit dem Kölner Domorganisten Prof. Dr. Winfried Bönig setzte in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Allein schon die Idee, über im Kirchenschiff aufgestellte Monitore Eindrücke seines Spiels aus verschiedenen Perspektiven sicht- und erlebbar zu machen, war grandios. Hinzu kamen die geschickt aufgestellten Kameras, die überlegten Schnitte von einer Sichtachse zu anderen sowie die Ruhe, mit der alles vollzogen wurde. Auch das Programmheft, das mit kurzen aber prägnanten Informationen Hörhilfen bot, unterstützte den hochwertigen Eindruck der Veranstaltung. Musikalisch hatte sich Prof. Bönig mit technischen Schwierigkeiten gespickte Werke herausgesucht – und sie überlegen musikalisch dargeboten. Virtuosität nicht als Selbstzweck – ein für ihn kein zu hohes Ziel. Sigfrid Karg-Elerts spätromantischer „Prologus tragicus“ wurde mit großer Ruhe und geschicktem Gebrauch des Schwellers interpretiert. Als einziger Nicht-Romantiker kam Bach zu Gehör, dessen Passacaglia c-Moll eindrucksvoll registriert war. Die technische nötige Gewandtheit ermöglichte eine Artikulation, die das Werk sehr gut durchhörbar machte. Karl Höllers „Ciacona op. 54“ ist durch das Bassthema bestimmt, das aber wegen der weichen tiefen Töne nicht immer gut hörbar war. Wunderbar hingegen, was sich in den Manualen abspielte: abwechslungsreich registrierte, chromatisch geschärfte Klänge, die in teils atemberaubendem Tempo gespielt wurden. Am Ende gab es stehende Ovationen und eine Zugabe.

Konzert mit Live-Übertragung: Kameras und Monitore machen Orgelspiel im Dom erlebbar

Der Kölner Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig.
Foto: Krems
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Minden. Das Jubiläum des Dombauvereins Minden, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert, fällt zusammen mit dem 25-Jährigen der Domorgel, deren Finanzierung ihm zu einen Großteil zu danken ist. Aus diesem Anlass findet eine Reihe von Veranstaltungen statt, die die Orgel in den Mittelpunkt stellen.

Das Eröffnungskonzert mit dem Kölner Domorganisten Prof. Dr. Winfried Bönig setzte in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Allein schon die Idee, über im Kirchenschiff aufgestellte Monitore Eindrücke seines Spiels aus verschiedenen Perspektiven sicht- und erlebbar zu machen, war grandios. Hinzu kamen die geschickt aufgestellten Kameras, die überlegten Schnitte von einer Sichtachse zu anderen sowie die Ruhe, mit der alles vollzogen wurde. Auch das Programmheft, das mit kurzen aber prägnanten Informationen Hörhilfen bot, unterstützte den hochwertigen Eindruck der Veranstaltung.

Musikalisch hatte sich Prof. Bönig mit technischen Schwierigkeiten gespickte Werke herausgesucht – und sie überlegen musikalisch dargeboten. Virtuosität nicht als Selbstzweck – ein für ihn kein zu hohes Ziel. Sigfrid Karg-Elerts spätromantischer „Prologus tragicus“ wurde mit großer Ruhe und geschicktem Gebrauch des Schwellers interpretiert. Als einziger Nicht-Romantiker kam Bach zu Gehör, dessen Passacaglia c-Moll eindrucksvoll registriert war. Die technische nötige Gewandtheit ermöglichte eine Artikulation, die das Werk sehr gut durchhörbar machte.

Malina Reckordt

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Karl Höllers „Ciacona op. 54“ ist durch das Bassthema bestimmt, das aber wegen der weichen tiefen Töne nicht immer gut hörbar war. Wunderbar hingegen, was sich in den Manualen abspielte: abwechslungsreich registrierte, chromatisch geschärfte Klänge, die in teils atemberaubendem Tempo gespielt wurden.

Am Ende gab es stehende Ovationen und eine Zugabe.

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