Kommunalwahl: Das sind die Mindener Einzelkämpfer Monika Jäger Minden. Michael Sting tut es, Astrid Engel auch. Und sie sind damit nicht allein: Bisher haben sich mit ihnen und Edgar Homeier drei Mindener Einzelbewerber als Direktkandidat für den Rat der Stadt gemeldet. Bis zum 27. Juli, 18 Uhr, ist noch Zeit für weitere Wahlvorschläge. Für Sting ist schon länger klar, dass er in den Rat einziehen möchte. Wahlplakate hängen bereits. Den 29-Jährigen stört die allgemeine Politikverdrossenheit, er will sich keiner Partei anpassen. „Ich werde versuchen, ein Bindeglied zu sein.“ Und so tritt er nun im Wahlbezirk 6 für Kutenhausen und Stemmer an, und auch Todtenhausen will er im Blick haben. Kommunalpolitische Erfahrung im klassischen Sinn: Null. Rats- und Ausschusssitzungen hat er sich bisher nicht angesehen, auch nicht als Zuschauer. Statt dessen habe er Erfahrung mit der Arbeit in einem und für ein Dorf: ehrenamtlich hat sich der selbstständige Unternehmer bei Projekten engagiert. Direktkandidat – das heißt: Er muss die Mehrheit der Stimmen aus dem Wahlbezirk holen. „50 Prozent plus eine Stimme reichen“, sagt Sting optimistisch. In Wahlbezirk 6 haben (ebenso wie im Bezirk 16 von Astrid Engel) CDU und SPD Stadtverordnete mit langer Rats-Erfahrung aufgestellt. Die SPD-Kandidaten haben hier 2014 die Direktmandate geholt – wie überall in Minden, außer in Haddenhausen. Wohl nicht von ungefähr hat sich Sting darum auch Rat vom Haddenhauser Thomas Jozefiak (CDU) geholt. „Ich bin offen gegenüber allen, auch allen Parteien“, sagt Sting. Wirklich allen? „Extremistischen nicht.“ Und, was ihm besonders wichtig ist: „Ich bin komplett unabhängig. Den Wahlkampf bezahle ich aus eigener Tasche.“ Und den hat er professionell aufgezogen. Eine eigene Homepage (buerger-fuer-minden.de), eine Werbeagentur. . . ein alter Bekannter aus seinem Studium in Köln hätte ihm da geholfen, sagt Sting. Dort hat er Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Regionalstudien China studiert. Seit 2017 lebt er in Minden – hierher kam er über die Bundeswehr. In Todtenhausen arbeitet er im Immobilienbereich. Und wie will er die Wähler überzeugen? Ein Nachteil könnte sein, dass ihn manche für zu jung halten, überlegt er. „Aber wenn man immer bei der gleichen Sache bleibt, kann man auch nichts Neues erreichen.“ Er wolle Verantwortung übernehmen – auch, wenn er Fehler mache. „Wenn man was vermasselt, muss man dazu stehen.“ In Wahlbezirk 16 – Innenstadt – tritt Astrid Engel an. Architektin, Mindenerin, 52 Jahre alt, zwei erwachsene Töchter. Wer sich für Stadtentwicklung interessiert, kennt sie als „Quartierplanerin“, die sich seit einigen Jahren für das Rampenloch einsetzt. „Man hat als Bürger nicht nur das Recht zu wählen, sondern auch die Pflicht, sich an der Zukunft der Stadt zu beteiligen“, sagt sie, und „es wäre doch wunderbar, wenn im Rat mehr junge Leute wären.“ Ihre Homepage: www.minden-waehlt.de. Weniger in eingefahrenen Bahnen denken, Ziele klarer formulieren, um sich dann tiefer und kenntnisreich diese politisch austauschen zu können: Das erhofft sie für ihre politische Arbeit als Stadtverordnete. Parteilosigkeit sei eine wichtige Voraussetzung dafür, ebenso Ratsmitglieder, die stets für ihre eigene Überzeugung sprechen. „Ich halte es für schade, wenn Menschen ihrer Haltung nicht folgen können.“ Ende vergangenen Jahres hat sie sich für die Bewerbung entschieden, und sie hatte zu der Zeit erwartet, dass es viele andere freie Kandidaten geben würde. Sie lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein, und viele kamen. Durchgezogen haben das am Ende wenige. „Ich kenne es durch meinen Beruf, zwischen den Vorschriften einerseits und den Interessen einer Person andererseits zu vermitteln. Mann muss die Menschen links und rechts dabei auch mitnehmen“, so ihre Überzeugung. All jene, die seit Jahren die etablierten Parteien wählen, werde sie wohl nicht erreichen können, überlegt sie dann noch.. „Aber auf alle anderen, auf die werde ich zugehen.“

Kommunalwahl: Das sind die Mindener Einzelkämpfer

Einzelbewerber: Michael Sting. © Foto: privat

Minden. Michael Sting tut es, Astrid Engel auch. Und sie sind damit nicht allein: Bisher haben sich mit ihnen und Edgar Homeier drei Mindener Einzelbewerber als Direktkandidat für den Rat der Stadt gemeldet. Bis zum 27. Juli, 18 Uhr, ist noch Zeit für weitere Wahlvorschläge.

Für Sting ist schon länger klar, dass er in den Rat einziehen möchte. Wahlplakate hängen bereits. Den 29-Jährigen stört die allgemeine Politikverdrossenheit, er will sich keiner Partei anpassen. „Ich werde versuchen, ein Bindeglied zu sein.“ Und so tritt er nun im Wahlbezirk 6 für Kutenhausen und Stemmer an, und auch Todtenhausen will er im Blick haben.

Einzelbewerberin: Astrid Engel. - © Foto: privat
Einzelbewerberin: Astrid Engel. - © Foto: privat

Kommunalpolitische Erfahrung im klassischen Sinn: Null. Rats- und Ausschusssitzungen hat er sich bisher nicht angesehen, auch nicht als Zuschauer. Statt dessen habe er Erfahrung mit der Arbeit in einem und für ein Dorf: ehrenamtlich hat sich der selbstständige Unternehmer bei Projekten engagiert.

Direktkandidat – das heißt: Er muss die Mehrheit der Stimmen aus dem Wahlbezirk holen. „50 Prozent plus eine Stimme reichen“, sagt Sting optimistisch. In Wahlbezirk 6 haben (ebenso wie im Bezirk 16 von Astrid Engel) CDU und SPD Stadtverordnete mit langer Rats-Erfahrung aufgestellt. Die SPD-Kandidaten haben hier 2014 die Direktmandate geholt – wie überall in Minden, außer in Haddenhausen. Wohl nicht von ungefähr hat sich Sting darum auch Rat vom Haddenhauser Thomas Jozefiak (CDU) geholt. „Ich bin offen gegenüber allen, auch allen Parteien“, sagt Sting. Wirklich allen? „Extremistischen nicht.“ Und, was ihm besonders wichtig ist: „Ich bin komplett unabhängig. Den Wahlkampf bezahle ich aus eigener Tasche.“

Und den hat er professionell aufgezogen. Eine eigene Homepage (buerger-fuer-minden.de), eine Werbeagentur. . . ein alter Bekannter aus seinem Studium in Köln hätte ihm da geholfen, sagt Sting. Dort hat er Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Regionalstudien China studiert. Seit 2017 lebt er in Minden – hierher kam er über die Bundeswehr. In Todtenhausen arbeitet er im Immobilienbereich.

Und wie will er die Wähler überzeugen? Ein Nachteil könnte sein, dass ihn manche für zu jung halten, überlegt er. „Aber wenn man immer bei der gleichen Sache bleibt, kann man auch nichts Neues erreichen.“ Er wolle Verantwortung übernehmen – auch, wenn er Fehler mache. „Wenn man was vermasselt, muss man dazu stehen.“

In Wahlbezirk 16 – Innenstadt – tritt Astrid Engel an. Architektin, Mindenerin, 52 Jahre alt, zwei erwachsene Töchter. Wer sich für Stadtentwicklung interessiert, kennt sie als „Quartierplanerin“, die sich seit einigen Jahren für das Rampenloch einsetzt. „Man hat als Bürger nicht nur das Recht zu wählen, sondern auch die Pflicht, sich an der Zukunft der Stadt zu beteiligen“, sagt sie, und „es wäre doch wunderbar, wenn im Rat mehr junge Leute wären.“ Ihre Homepage: www.minden-waehlt.de.

Weniger in eingefahrenen Bahnen denken, Ziele klarer formulieren, um sich dann tiefer und kenntnisreich diese politisch austauschen zu können: Das erhofft sie für ihre politische Arbeit als Stadtverordnete. Parteilosigkeit sei eine wichtige Voraussetzung dafür, ebenso Ratsmitglieder, die stets für ihre eigene Überzeugung sprechen. „Ich halte es für schade, wenn Menschen ihrer Haltung nicht folgen können.“

Ende vergangenen Jahres hat sie sich für die Bewerbung entschieden, und sie hatte zu der Zeit erwartet, dass es viele andere freie Kandidaten geben würde. Sie lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein, und viele kamen. Durchgezogen haben das am Ende wenige.

„Ich kenne es durch meinen Beruf, zwischen den Vorschriften einerseits und den Interessen einer Person andererseits zu vermitteln. Mann muss die Menschen links und rechts dabei auch mitnehmen“, so ihre Überzeugung. All jene, die seit Jahren die etablierten Parteien wählen, werde sie wohl nicht erreichen können, überlegt sie dann noch.. „Aber auf alle anderen, auf die werde ich zugehen.“

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