Kommentar zur geplatzten Einzelhandel-Öffnung : Ein beispielloses Wirrwarr Patrick Schwemling Nach knapp 14 Monaten Pandemie, unzähligen Verordnungen und stetig wechselnden Gesetzestexten war ich mir sicher, dass mich nichts mehr schocken könnte. Doch da hatte ich die Rechnung ohne das Robert-Koch-Institut gemacht. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte noch am Wochenende den logischen Schritt vorgenommen, die Datengrundlage der Allgemeinverfügung auf nachträglich korrigierte Inzidenzwerte umzustellen, um das Infektionsgeschehen besser abzubilden. So weit, so gut – wird auch der heimische Einzelhandel gedacht haben. Denn dieser hätte mit der Bewertungsgrundlage am Samstag wieder öffnen dürfen. Doch von Logik ist man in diesem Fall beim RKI wohl weit entfernt. Dort setzt man nämlich auf sogenannte „eingefrorene historische Werte". Das sind tagesaktuelle Zahlen, die keine Nachmeldungen oder Korrekturen beinhalten. Und genau diese Werte werden nun für die Regelungen im Zuge der Corona-Notbremse des Bundes genutzt. Warum? Das weiß anscheinend auch das Gesundheitsministerium nicht, denn es schreibt, dass das Infektionsgeschehen so nur unzureichend abgebildet werde. Dennoch werde man nun wieder auf diese Werte zurückgreifen. Somit bleibt der heimische Einzelhandel bis Montag zu – weil eine Person im Mühlenkreis falsch zugeordnet wurde. Und was bleibt noch? Fragen über Fragen über Sinn und Unsinn in diesen Zeiten

Kommentar zur geplatzten Einzelhandel-Öffnung : Ein beispielloses Wirrwarr

PS © Alex Lehn

Nach knapp 14 Monaten Pandemie, unzähligen Verordnungen und stetig wechselnden Gesetzestexten war ich mir sicher, dass mich nichts mehr schocken könnte. Doch da hatte ich die Rechnung ohne das Robert-Koch-Institut gemacht.

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte noch am Wochenende den logischen Schritt vorgenommen, die Datengrundlage der Allgemeinverfügung auf nachträglich korrigierte Inzidenzwerte umzustellen, um das Infektionsgeschehen besser abzubilden. So weit, so gut – wird auch der heimische Einzelhandel gedacht haben. Denn dieser hätte mit der Bewertungsgrundlage am Samstag wieder öffnen dürfen.

Doch von Logik ist man in diesem Fall beim RKI wohl weit entfernt. Dort setzt man nämlich auf sogenannte „eingefrorene historische Werte". Das sind tagesaktuelle Zahlen, die keine Nachmeldungen oder Korrekturen beinhalten. Und genau diese Werte werden nun für die Regelungen im Zuge der Corona-Notbremse des Bundes genutzt. Warum?


Das weiß anscheinend auch das Gesundheitsministerium nicht, denn es schreibt, dass das Infektionsgeschehen so nur unzureichend abgebildet werde. Dennoch werde man nun wieder auf diese Werte zurückgreifen. Somit bleibt der heimische Einzelhandel bis Montag zu – weil eine Person im Mühlenkreis falsch zugeordnet wurde. Und was bleibt noch? Fragen über Fragen über Sinn und Unsinn in diesen Zeiten

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