Kommentar zur Corona-Lage im Kreis Warendorf: Zwei Welten Malina Reckordt Was mich in den vergangenen Tagen wütend gemacht hat, war nicht die Tatsache, dass ich in einem der Landkreise lebe, für den erneut ein Lockdown galt, sondern das Verhalten der Menschen. In der Nachbarstadt Beckum hat man versucht, Autos mit rumänischen Kennzeichen anzuzünden. In meiner Heimatstadt Oelde gab es eine Schlägerei mit Eisenstangen vor einer Unterkunft, in der Tönnies-Mitarbeiter hausen. Mit welchen schlimmen Zuständen sich die Frauen und Männer hier zufriedengeben müssen, ist für mich nichts Neues. Aber dass nun mehrere junge Leute Randale vor einer solchen Unterkunft machen, erschreckt mich. Was fällt denen ein, sich so unmenschlich zu verhalten? Wut und Hass richten sich offenbar nicht nur gegen das Unternehmen Tönnies, sondern auch gegen all jene Menschen, die für ihre Situation gar nichts können. Diese Leute produzieren das Fleisch, auf das so viele Menschen heiß sind, wenn es im Supermarkt im Angebot ist. Sie machen die Arbeit, die sonst niemand machen möchte. Zwei Welten, die gegensätzlicher nicht sein könnten, leben hier Haus an Haus. Auf der anderen Seite sind da nämlich auch die Menschen, die stundenlang vor den Arztpraxen stehen, um einen Corona-Test zu machen und dann mit einem negativen Ergebnis endlich in den so lang ersehnten Urlaub fahren zu können. Hauptsache man selbst kann in den Sommerurlaub fahren und man selbst hat genug zu essen. Stichwort Hamstern. Ob wohl all die Tönnies-Mitarbeiter aus Osteuropa überhaupt schon mal im Urlaub waren? Das Corona-Virus hat in vielen Menschen das Gute gezeigt, aber leider auch das Schlechte.

Kommentar zur Corona-Lage im Kreis Warendorf: Zwei Welten

Was mich in den vergangenen Tagen wütend gemacht hat, war nicht die Tatsache, dass ich in einem der Landkreise lebe, für den erneut ein Lockdown galt, sondern das Verhalten der Menschen. In der Nachbarstadt Beckum hat man versucht, Autos mit rumänischen Kennzeichen anzuzünden. In meiner Heimatstadt Oelde gab es eine Schlägerei mit Eisenstangen vor einer Unterkunft, in der Tönnies-Mitarbeiter hausen.

Mit welchen schlimmen Zuständen sich die Frauen und Männer hier zufriedengeben müssen, ist für mich nichts Neues. Aber dass nun mehrere junge Leute Randale vor einer solchen Unterkunft machen, erschreckt mich. Was fällt denen ein, sich so unmenschlich zu verhalten?

Wut und Hass richten sich offenbar nicht nur gegen das Unternehmen Tönnies, sondern auch gegen all jene Menschen, die für ihre Situation gar nichts können. Diese Leute produzieren das Fleisch, auf das so viele Menschen heiß sind, wenn es im Supermarkt im Angebot ist. Sie machen die Arbeit, die sonst niemand machen möchte.

Zwei Welten, die gegensätzlicher nicht sein könnten, leben hier Haus an Haus. Auf der anderen Seite sind da nämlich auch die Menschen, die stundenlang vor den Arztpraxen stehen, um einen Corona-Test zu machen und dann mit einem negativen Ergebnis endlich in den so lang ersehnten Urlaub fahren zu können. Hauptsache man selbst kann in den Sommerurlaub fahren und man selbst hat genug zu essen. Stichwort Hamstern. Ob wohl all die Tönnies-Mitarbeiter aus Osteuropa überhaupt schon mal im Urlaub waren?

Das Corona-Virus hat in vielen Menschen das Gute gezeigt, aber leider auch das Schlechte.

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