Kommentar zum Thema steigendes Steueraufkommen: Vorsorge treffen Jürgen Langenkämper Dass Steuereinnahmen mal sinken, kommt selten vor – in den vergangenen zehn Jahren im Bereich des Finanzamtes Minden gerade dreimal: in den Krisenjahren 2009 und 2010 sowie 2014. Und dann auch nur um acht und sechs Millionen Euro bzw. auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 um 25 Millionen Euro. Der Fiskus gibt nicht so leicht her, was er erst einmal hat. Seither sind die Staatseinnahmen allein aus Minden und Umgebung um gut 400 Millionen Euro – satte 43 Prozent – gestiegen. Aber ist die Wirtschaft in gleichem Maße gewachsen? Mein persönliches Einkommen ist es jedenfalls nicht und das der meisten Menschen, die ich kenne, auch nicht. Die Umsatzsteuer hat zwar insgesamt zugenommen – Indiz für gewachsenen Konsum (und – Obacht – höhere Preise, an denen der Staat mitverdient!), aber ihr Anteil am Gesamtsteueraufkommen sinkt tendenziell. Mal ganz abgesehen davon, dass das Drehen an dieser Steuerschraube die kleinen Leute überproportional trifft, zeigt sich darin, dass der Binnenkonsum der deutschen Wirtschaft weiterhin zu gering ist – und was ist damit gemeint? Wir alle können zu wenig konsumieren, und manch einer – und das sind ganz schön viele in den unteren Einkommensgruppen – hat kaum mehr als das Nötigste. Andere – wenige – haben immer mehr, wie sich an der stark gestiegenen Einkommensteuer zeigt. Den Finanzämtern die Schuld zu geben, wäre falsch. Die Beamten dort sind nur Vollstrecker. Die Politik müsste was ändern – und Vorsorge treffen: für den Fall, wenn die Steuern eines Jahres nicht mehr einfach so sprudeln.

Kommentar zum Thema steigendes Steueraufkommen: Vorsorge treffen

Redakteur Jürgen Langenkämper © Lehn,Alexander

Dass Steuereinnahmen mal sinken, kommt selten vor – in den vergangenen zehn Jahren im Bereich des Finanzamtes Minden gerade dreimal: in den Krisenjahren 2009 und 2010 sowie 2014. Und dann auch nur um acht und sechs Millionen Euro bzw. auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 um 25 Millionen Euro. Der Fiskus gibt nicht so leicht her, was er erst einmal hat.

Seither sind die Staatseinnahmen allein aus Minden und Umgebung um gut 400 Millionen Euro – satte 43 Prozent – gestiegen. Aber ist die Wirtschaft in gleichem Maße gewachsen? Mein persönliches Einkommen ist es jedenfalls nicht und das der meisten Menschen, die ich kenne, auch nicht.

Die Umsatzsteuer hat zwar insgesamt zugenommen – Indiz für gewachsenen Konsum (und – Obacht – höhere Preise, an denen der Staat mitverdient!), aber ihr Anteil am Gesamtsteueraufkommen sinkt tendenziell. Mal ganz abgesehen davon, dass das Drehen an dieser Steuerschraube die kleinen Leute überproportional trifft, zeigt sich darin, dass der Binnenkonsum der deutschen Wirtschaft weiterhin zu gering ist – und was ist damit gemeint? Wir alle können zu wenig konsumieren, und manch einer – und das sind ganz schön viele in den unteren Einkommensgruppen – hat kaum mehr als das Nötigste. Andere – wenige – haben immer mehr, wie sich an der stark gestiegenen Einkommensteuer zeigt.

Den Finanzämtern die Schuld zu geben, wäre falsch. Die Beamten dort sind nur Vollstrecker. Die Politik müsste was ändern – und Vorsorge treffen: für den Fall, wenn die Steuern eines Jahres nicht mehr einfach so sprudeln.

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