Kommentar zum Thema Rathaussanierung: Was kostet die Zukunft? Monika Jäger Manches ist nur auf den ersten Blick einfach. Die steigenden Kosten für die Sanierung des Mindener Rathauses gehören dazu. So richtig überraschend ist die Steigerung erstmal ja nicht. War doch irgendwie klar, dass in der Bauboomzeit kaum kalkulierbar war, wie viel Geld die Firmen nach europäischer Ausschreibung tatsächlich für ihre Arbeiten verlangen würden. War doch irgendwie klar, dass in einem Haus, das aus mehreren Teilen mit ganz unterschiedlicher Geschichte besteht, Überraschungen warten. Und war auch irgendwie klar, dass Denkmalschutz und Statiker so ihre eigenen Vorstellungen haben würden. Doch die Summe stieg auch aus anderen Gründen. So hat auch die Mindener Politik draufgelegt. In der Sitzung Anfang 2018 zum Beispiel, wo eine Klimaanlage für den großen Rathaussaal beschlossen wurde, damit der auch im Hochsommer für Empfänge genutzt werden kann. Oder Anfang 2019, als ein neues Konzept für die Bürgerhalle auf den Tisch kam: Die gemeinsame Nutzung mit der Minden Marketing. Beides Entscheidungen, die auf die Zukunft gerichtet waren und nicht nur das Sparen um jeden Preis im Blick hatten. Entscheidungen, die jeweils die aktuelle und hochkomplexe Finanzierung mit in Betracht zogen, die sich ja nicht nur aus den Gesamt-Baukosten, sondern auch aus Zuschüssen, Krediten und Kreditzuschüssen zusammensetzt. Und die berücksichtigt, wie stark dann künftig – in den nächsten zehn, zwanzig Jahren – der Mindener Haushalt durch Kredite belastet wird. Es ist dieser Blick in die Zukunft, an dem sich die Politik in den kommenden Monaten messen lassen muss. Denn mit den 41,4 Millionen Euro fürs Rathaus ist es ja nicht getan. Viele dicke Brocken warten, etwa Schulentwicklung, Multifunktionshalle, Straßenbau, Kommunalarchiv. Die Gewerbesteuern werden nicht immer auf ihrem Allzeit-Hoch bleiben. Interessant wird es, wenn eine Eintrübung zeitgleich zu den Kommunalwahlen 2020 kommt. Dann wird die Politik entscheiden müssen, was ihr die Zukunft der Stadt wert ist.

Kommentar zum Thema Rathaussanierung: Was kostet die Zukunft?

MT- © Foto: Alex Lehn

Manches ist nur auf den ersten Blick einfach. Die steigenden Kosten für die Sanierung des Mindener Rathauses gehören dazu.

So richtig überraschend ist die Steigerung erstmal ja nicht. War doch irgendwie klar, dass in der Bauboomzeit kaum kalkulierbar war, wie viel Geld die Firmen nach europäischer Ausschreibung tatsächlich für ihre Arbeiten verlangen würden. War doch irgendwie klar, dass in einem Haus, das aus mehreren Teilen mit ganz unterschiedlicher Geschichte besteht, Überraschungen warten. Und war auch irgendwie klar, dass Denkmalschutz und Statiker so ihre eigenen Vorstellungen haben würden.

Doch die Summe stieg auch aus anderen Gründen. So hat auch die Mindener Politik draufgelegt. In der Sitzung Anfang 2018 zum Beispiel, wo eine Klimaanlage für den großen Rathaussaal beschlossen wurde, damit der auch im Hochsommer für Empfänge genutzt werden kann. Oder Anfang 2019, als ein neues Konzept für die Bürgerhalle auf den Tisch kam: Die gemeinsame Nutzung mit der Minden Marketing.

Beides Entscheidungen, die auf die Zukunft gerichtet waren und nicht nur das Sparen um jeden Preis im Blick hatten. Entscheidungen, die jeweils die aktuelle und hochkomplexe Finanzierung mit in Betracht zogen, die sich ja nicht nur aus den Gesamt-Baukosten, sondern auch aus Zuschüssen, Krediten und Kreditzuschüssen zusammensetzt. Und die berücksichtigt, wie stark dann künftig – in den nächsten zehn, zwanzig Jahren – der Mindener Haushalt durch Kredite belastet wird.

Es ist dieser Blick in die Zukunft, an dem sich die Politik in den kommenden Monaten messen lassen muss. Denn mit den 41,4 Millionen Euro fürs Rathaus ist es ja nicht getan. Viele dicke Brocken warten, etwa Schulentwicklung, Multifunktionshalle, Straßenbau, Kommunalarchiv. Die Gewerbesteuern werden nicht immer auf ihrem Allzeit-Hoch bleiben. Interessant wird es, wenn eine Eintrübung zeitgleich zu den Kommunalwahlen 2020 kommt. Dann wird die Politik entscheiden müssen, was ihr die Zukunft der Stadt wert ist.

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