Kommentar zum Thema Müllsammeln: Wirkungsvolle Geste Nadine Conti Zugegeben, es ist schon drollig, wenn etwas, was früher auf dem Schulhof als Strafarbeit galt, plötzlich zum Internet-Trend mutiert. Plötzlich posieren Leute mit aufgesammeltem Müll oder posten Vorher-Nachher-Bilder auf Instagram. Aber bitte, man hat schon wesentlich sinnlosere Trends kommen und gehen sehen. Natürlich könnte man an dieser Stelle auch sagen: Das nützt doch alles nichts. Wir müssen diesen Verpackungswahn viel grundsätzlicher angehen. Die Unmengen an Müll, die wir produzieren sind kaum noch auszuhalten. Das stimmt auch. Und trotzdem nutzen auch diese vielen kleinen Aktionen etwas. Weil sie ein Zeichen setzen, Bewusstsein schaffen. Und weil es sich dann doch der ein oder andere verkneift, seine leere Brötchentüte mal eben fallen zu lassen. Es ist ja ein alter Hut, dass Dreck und Chaos weiteren Schmutz und Verwahrlosung anziehen wie ein Magnet. Und statt immer nur rum zu meckern, zu zetern und auf die zuständigen Behörden zu warten, kann man ja auch einfach mal mit anfassen – wie Bürger das eben tun, die noch begreifen, dass öffentlicher Raum auch ihr Raum ist. In vielen Ortsteilen machen sie das seit Jahrzehnten – ganz ohne Fotobeweis in sozialen Netzwerken. Über die ganz große und grundsätzliche Lösung kann man dabei immer noch nachdenken – so intellektuell anspruchsvoll ist Müllaufheben schließlich auch nicht. Und vielleicht nimmt man sich bei der Gelegenheit gleich noch einmal vor, einen Gutteil des verdammten Plastikgedöns´ einfach im Laden zu lassen – damit auch Industrie und Handel endlich mal in die Hufe kommen.

Kommentar zum Thema Müllsammeln: Wirkungsvolle Geste

Zugegeben, es ist schon drollig, wenn etwas, was früher auf dem Schulhof als Strafarbeit galt, plötzlich zum Internet-Trend mutiert. Plötzlich posieren Leute mit aufgesammeltem Müll oder posten Vorher-Nachher-Bilder auf Instagram. Aber bitte, man hat schon wesentlich sinnlosere Trends kommen und gehen sehen.

Kommentar Nadine Conti - © Alex Lehn
Kommentar Nadine Conti - © Alex Lehn

Natürlich könnte man an dieser Stelle auch sagen: Das nützt doch alles nichts. Wir müssen diesen Verpackungswahn viel grundsätzlicher angehen. Die Unmengen an Müll, die wir produzieren sind kaum noch auszuhalten. Das stimmt auch.

Und trotzdem nutzen auch diese vielen kleinen Aktionen etwas. Weil sie ein Zeichen setzen, Bewusstsein schaffen. Und weil es sich dann doch der ein oder andere verkneift, seine leere Brötchentüte mal eben fallen zu lassen.

Es ist ja ein alter Hut, dass Dreck und Chaos weiteren Schmutz und Verwahrlosung anziehen wie ein Magnet. Und statt immer nur rum zu meckern, zu zetern und auf die zuständigen Behörden zu warten, kann man ja auch einfach mal mit anfassen – wie Bürger das eben tun, die noch begreifen, dass öffentlicher Raum auch ihr Raum ist. In vielen Ortsteilen machen sie das seit Jahrzehnten – ganz ohne Fotobeweis in sozialen Netzwerken.

Über die ganz große und grundsätzliche Lösung kann man dabei immer noch nachdenken – so intellektuell anspruchsvoll ist Müllaufheben schließlich auch nicht. Und vielleicht nimmt man sich bei der Gelegenheit gleich noch einmal vor, einen Gutteil des verdammten Plastikgedöns´ einfach im Laden zu lassen – damit auch Industrie und Handel endlich mal in die Hufe kommen.

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