Kommentar zum Kino Mindener "Die Birke": Nicht immer nur meckern Sebastian Radermacher Immer mehr Kinos schließen, vor allem die kleineren Häuser haben Probleme, wirtschaftlich zu arbeiten und sich langfristig über Wasser zu halten. In Minden ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen. Immerhin: Nach der Schließung von „Cinema“ und „Savoy“ im vergangenen Jahr hält die Betreiberfamilie Ruhs an der Birke fest. Ein gutes Signal. Dass sie nun an einem Konzept für die Zukunft arbeitet, zeigt aber auch, dass die Birke langfristig wohl nicht überleben kann, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Wie stark sich die Freizeitkultur, vor allem die Mediennutzung, in den vergangenen Jahren gewandelt hat, wird am Beispiel der Kinobranche besonders deutlich. Fernsehen auf Abruf, Serien immer dann ansehen, wenn man gerade Lust dazu hat, sämtliche Inhalte sind rund um die Uhr verfügbar – es ist bequem, sich alles zu Hause von der Couch aus anzusehen. Doch gut ist das nicht. Wer nicht ins Kino geht und immer nur meckert, wenn es schon zu spät ist, braucht sich am Ende nicht zu wundern, dass immer mehr Betreiber die Reißleine ziehen. Das Zukunftskonzept für die Birke macht Sinn. Sich von der Masse zu lösen und sich vor allem auf ältere Besucher und Familien mit Kindern zu fokussieren, für die ein Nachmittag oder Abend im Kino tatsächlich noch ein Erlebnis ist, kann funktionieren. Die Mindener müssen dieses Angebot aber auch annehmen. Sonst sind wir bald eine kinofreie Stadt.

Kommentar zum Kino Mindener "Die Birke": Nicht immer nur meckern

Immer mehr Kinos schließen, vor allem die kleineren Häuser haben Probleme, wirtschaftlich zu arbeiten und sich langfristig über Wasser zu halten. In Minden ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen. Immerhin: Nach der Schließung von „Cinema“ und „Savoy“ im vergangenen Jahr hält die Betreiberfamilie Ruhs an der Birke fest. Ein gutes Signal. Dass sie nun an einem Konzept für die Zukunft arbeitet, zeigt aber auch, dass die Birke langfristig wohl nicht überleben kann, wenn alles so weiterläuft wie bisher.

Wie stark sich die Freizeitkultur, vor allem die Mediennutzung, in den vergangenen Jahren gewandelt hat, wird am Beispiel der Kinobranche besonders deutlich. Fernsehen auf Abruf, Serien immer dann ansehen, wenn man gerade Lust dazu hat, sämtliche Inhalte sind rund um die Uhr verfügbar – es ist bequem, sich alles zu Hause von der Couch aus anzusehen. Doch gut ist das nicht.

Wer nicht ins Kino geht und immer nur meckert, wenn es schon zu spät ist, braucht sich am Ende nicht zu wundern, dass immer mehr Betreiber die Reißleine ziehen. Das Zukunftskonzept für die Birke macht Sinn. Sich von der Masse zu lösen und sich vor allem auf ältere Besucher und Familien mit Kindern zu fokussieren, für die ein Nachmittag oder Abend im Kino tatsächlich noch ein Erlebnis ist, kann funktionieren. Die Mindener müssen dieses Angebot aber auch annehmen. Sonst sind wir bald eine kinofreie Stadt.

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