Kokainhandel im Millionenbereich: Neue Infos nach spektakulärem Gefangenentransport durch Minden Patrick Schwemling Hamburg/Minden. Nach der Verhaftung eines 45-jähriges Mannes am Freitagabend in Minden-Lübbecke, der einen spektakulärenund öffentlichkeitswirksamen Einsatz im Rahmen der Gefangenenverlegung nach sich zog, sind am Montagvormittag neue Details ans Licht gekommen. Wie Mia-Christine Sperling-Karstens, erste Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Hamburg, auf MT-Anfrage mitteilt, wird dem 45-Jährigen vorgeworfen in nicht geringen Mengen mit Rauschgift gehandelt und nach Deutschland eingeführt zu haben. Dabei handele es sich um Kokainmengen im zweistelligen Kilogramm-Bereich. Eine genaue Angabe über die Menge machte die Staatsanwältin nicht. Der Straßenverkaufswert pro Kilogramm liegt in Deutschland bei rund 70.000 Euro, weshalb es in dem Fall um Kokainhandel bis in den Millionenbereich geht. Die Verhaftung durch Ermittler des Landeskriminalamts Hamburg erfolgte am Freitagabend, Grund dafür sei ein Haftbefehl des Amtsgerichts Hamburg gewesen. Dieser datiert nach Angaben von Sperling-Karstens aus dem Dezember 2020. Zu weiteren Details konnte die Staatsanwältin keine Aussagen machen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Das Landeskriminalamt Hamburg war für eine Stellungnahme bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erreichen. Am Samstag wurde der Mann in Begleitung von Spezialeinheiten in einem Gefangenentransporter in eine Bielefelder JVA gebracht. Dort sitzt er aktuell in Untersuchungshaft. Augenzeugen berichteten gegenüber dem MT von einer großflächigen Absperrung im Bereich der Ringstraße, Marienstraße bis hin zur Nordbrücke. Auch sollen am Portaner Berghotel Kräfte der Polizei stationiert gewesen sein, um die Verlegung abzusichern. Der Transport wurde auf der gesamten Strecke von drei Fahrzeugen des Sondereinsatzkommandos eskortiert, auch wurde die Mindener Wache von Polizisten mit Maschinenpistolen gesichert. Nach Informationen eines Polizei-Experten kommt es zu einem solch spektakulären und unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführten Einsatz dann, wenn die Polizei die Gefahr als möglich erachtet, dass der Gefangene durch Dritte gewaltsam befreit werden könnte. Dies würde vor allem im Bereich der islamistischen Gefährder, dem Bereich der organisierten Kriminalität oder der Rockerkriminalität vorkommen. Ob es in diesem Fall einen Zusammenhang zu einer speziellen Tatgruppe gebe, kommentierte Sperling-Karstens nicht. Bei dem Vorwurf des Kokainhandels in diesen Mengen liegt jedoch der Verdacht der organisierten Kriminalität nahe, außerdem dürfte es sich bei dem Festgenommen um eine wichtige Personalie handeln, die diese Sicherheitsvorkehrungen haben hervorrufen lassen. In der letzten Zeit hatte es im Mühlenkreis auffällig viele, größere Einsätze in Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und organisierter Kriminalität gegeben . So wurden im April Anwesen in Minden und Bad Oeynhausen durchsucht und dabei mehrere tatverdächtige Personen festgenommen. Ebenso wurden in Petershagen und dem niedersächsischen Sachsenhagen große Drogenplantagen entdeckt. Auch hatte die Polizei im Mai nach einem Drogendeal in der Mindener Innenstadt vier Männer festgenommen. Ob es bei all diesen Einsätzen eine Verbindung zu dem neuesten Fall gibt, ist weiterhin unklar.

Kokainhandel im Millionenbereich: Neue Infos nach spektakulärem Gefangenentransport durch Minden

Dem 45-jährigen Deutschen wird der Handel und die Einfuhr von Kokain im zweistelligen Kilogramm-Bereich vorgeworfen. Symbolfoto: © imago images/Pixsell

Hamburg/Minden. Nach der Verhaftung eines 45-jähriges Mannes am Freitagabend in Minden-Lübbecke, der einen spektakulärenund öffentlichkeitswirksamen Einsatz im Rahmen der Gefangenenverlegung nach sich zog, sind am Montagvormittag neue Details ans Licht gekommen. Wie Mia-Christine Sperling-Karstens, erste Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Hamburg, auf MT-Anfrage mitteilt, wird dem 45-Jährigen vorgeworfen in nicht geringen Mengen mit Rauschgift gehandelt und nach Deutschland eingeführt zu haben. Dabei handele es sich um Kokainmengen im zweistelligen Kilogramm-Bereich. Eine genaue Angabe über die Menge machte die Staatsanwältin nicht.

Der Straßenverkaufswert pro Kilogramm liegt in Deutschland bei rund 70.000 Euro, weshalb es in dem Fall um Kokainhandel bis in den Millionenbereich geht. Die Verhaftung durch Ermittler des Landeskriminalamts Hamburg erfolgte am Freitagabend, Grund dafür sei ein Haftbefehl des Amtsgerichts Hamburg gewesen. Dieser datiert nach Angaben von Sperling-Karstens aus dem Dezember 2020. Zu weiteren Details konnte die Staatsanwältin keine Aussagen machen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Das Landeskriminalamt Hamburg war für eine Stellungnahme bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erreichen.

Am Samstag wurde der Mann in Begleitung von Spezialeinheiten in einem Gefangenentransporter in eine Bielefelder JVA gebracht. Dort sitzt er aktuell in Untersuchungshaft. Augenzeugen berichteten gegenüber dem MT von einer großflächigen Absperrung im Bereich der Ringstraße, Marienstraße bis hin zur Nordbrücke. Auch sollen am Portaner Berghotel Kräfte der Polizei stationiert gewesen sein, um die Verlegung abzusichern. Der Transport wurde auf der gesamten Strecke von drei Fahrzeugen des Sondereinsatzkommandos eskortiert, auch wurde die Mindener Wache von Polizisten mit Maschinenpistolen gesichert.


Nach Informationen eines Polizei-Experten kommt es zu einem solch spektakulären und unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführten Einsatz dann, wenn die Polizei die Gefahr als möglich erachtet, dass der Gefangene durch Dritte gewaltsam befreit werden könnte. Dies würde vor allem im Bereich der islamistischen Gefährder, dem Bereich der organisierten Kriminalität oder der Rockerkriminalität vorkommen. Ob es in diesem Fall einen Zusammenhang zu einer speziellen Tatgruppe gebe, kommentierte Sperling-Karstens nicht. Bei dem Vorwurf des Kokainhandels in diesen Mengen liegt jedoch der Verdacht der organisierten Kriminalität nahe, außerdem dürfte es sich bei dem Festgenommen um eine wichtige Personalie handeln, die diese Sicherheitsvorkehrungen haben hervorrufen lassen.

In der letzten Zeit hatte es im Mühlenkreis auffällig viele, größere Einsätze in Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und organisierter Kriminalität gegeben . So wurden im April Anwesen in Minden und Bad Oeynhausen durchsucht und dabei mehrere tatverdächtige Personen festgenommen. Ebenso wurden in Petershagen und dem niedersächsischen Sachsenhagen große Drogenplantagen entdeckt. Auch hatte die Polizei im Mai nach einem Drogendeal in der Mindener Innenstadt vier Männer festgenommen. Ob es bei all diesen Einsätzen eine Verbindung zu dem neuesten Fall gibt, ist weiterhin unklar.

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