Kneipentour, Kino oder Club-Besuch? - Das sagen junge Leute über Mindens Nachtleben Amy Buse Minden (mt). Wer in Minden abends etwas unternehmen möchte muss sich zwei Fragen stellen: Was hat noch offen? Und wo lohnt es sich hinzugehen? Seit dem vergangenen Sommer ist das Bowling-Center an der Hellingstraße geschlossen, dafür hat jetzt ein Billard-Cafe im seit 2017 geschlossenen Restaurant Jadegarten an der Lindenstraße (das MT berichtete) aufgemacht, in dem man täglich von 16 Uhr bis Mitternacht spielen kann. Auch ist das Angebot von Bars, Restaurants und Cafes groß: Enchilada, Soho, Outback und Extrablatt haben immer Open-End-Öffnungszeiten. Bei einer Umfrage in der Innenstadt erzählten einige Passanten, was sie abends unternehmen oder was sie sich an Möglichkeiten in der Stadt wüschen. Dass die einzige Disco in Minden, die Musikbox, nur am Wochenende ab 22.30 Uhr Programm anbietet, finden alle schade. Henrik Rösener (18) hat vor allem Probleme, die Disco zu erreichen. Er kommt aus Petershagen und hat somit selten die Möglichkeit, überhaupt zu dem Club an der Portastraße zu kommen. „Eine Alternative wäre cool, dann auch an einem anderen Standort.“ Wenn er und seine Freunde doch etwas in der Stadt unternehmen und gerade keine Veranstaltungen stattfinden, gehen sie gerne ins Enchilada, das ein Favorit bei den Befragten zu sein scheint. Eryka Stepien (16) und Mara Klocke (16) gehen gern vor dem Discobesuch einen Cocktail trinken, finden aber dass ein Laden mit einmaligem Erkennungswert fehlt. Eryka hätte da eine Idee: „Man sieht in den großen Städten immer diese modernen Läden, mit denen man auch etwas verbindet. Man könnte ein Café voller Bücher im alten „H&M“ aufmachen, ein Laden, der sich durch etwas Besonderes von allen anderen abhebt.“ Ihre Freundin ist anderer Meinung. Die Atmosphäre der Mindener Bars sei sehr schön, auch wenn es nicht ganz so viele sind. Pascal Mautner (23) macht aus diesem Grund Kneipentouren mit seinen Freunden, sollten die mal aus dem Probenraum in Minderheide heraus kommen. Er schätzt es, in den Kneipen einfach mal ruhig zu sitzen und sich unterhalten zu können. „Der Bunker war bisher eigentlich eher enttäuschend, ich hätte gerne etwas Rockiges“, erzählt er und fügt gleich den Vorschlag hinzu, etwas mehr aus der Altstadt herauszuholen. „Eine mittelalterliche Schänke würde vielleicht gut ankommen.“ Das würde großartig in das historische Minden passen. Die gut besuchte Mittelalter-Taverne, die monatlich im Fort A statt fand, gibt es seit dem vergangenen Jahr allerdings nicht mehr. Das neue Billard-Café Royal hat Birgit Wesemann (45) bereits ausprobiert und es hat ihr sehr gut gefallen, auch wenn ihr und Lena Eickhoff (21) das Club-Flair fehlt, das noch mehr als nur Billard zu bieten hätte. Die beiden gehen auch gerne ins Kino – aber nicht nach Minden. Sie fahren extra in das Kinocenter nach Bad Oyenhausen. „Das Kino in Oeynhausen ist einfach moderner“, erklärt Birgit Wesemann. „Hier in Minden sind die so altbacken. Klar sind die Filme die selben, aber ich denke das Ambiente macht einfach viel aus.“ Gerade das Kleinstadt-Kino-Ambiente wissen viele Mindener dennoch so zu schätzen, wie den Preis der Birke oder des Savoys. In Minden kostet eine Karte zwischen vier und sieben, im UCI hingegen zwischen fünf und zwölf Euro. Für den Preis einer kleinen Tüte Popcorn kann man sich in Bad Oeynhausen fast ein Kinoticket kaufen. Henrik Rösener geht ebenfalls ungern in die Kinos in Minden. „Ich finde in der Stadt ist generell nicht viel los, wir sitzen öfter bei jemandem zu Hause rum.“ Das Billard Café wolle er aber in Zukunft auch noch ausprobieren. Den weit verbreiteten Shisha-Bars, die man erst ab 18 betreten darf, begegnen die Befragten skeptisch. In den Bars kann man orientalische Dampfpfeifen rauchen, zusammen sitzen und Cocktails trinken. Mara sind die Shisha-Bars egal: „Das bringt doch gar nichts, ich denke das finden eher Jungs cool.“

Kneipentour, Kino oder Club-Besuch? - Das sagen junge Leute über Mindens Nachtleben

Viele Mindener schätzen das Ambiente von Savoy, Cinema am Schwan und Birke. © Foto: Kerstin Rickert (Archiv)

Minden (mt). Wer in Minden abends etwas unternehmen möchte muss sich zwei Fragen stellen: Was hat noch offen? Und wo lohnt es sich hinzugehen? Seit dem vergangenen Sommer ist das Bowling-Center an der Hellingstraße geschlossen, dafür hat jetzt ein Billard-Cafe im seit 2017 geschlossenen Restaurant Jadegarten an der Lindenstraße (das MT berichtete) aufgemacht, in dem man täglich von 16 Uhr bis Mitternacht spielen kann. Auch ist das Angebot von Bars, Restaurants und Cafes groß: Enchilada, Soho, Outback und Extrablatt haben immer Open-End-Öffnungszeiten. Bei einer Umfrage in der Innenstadt erzählten einige Passanten, was sie abends unternehmen oder was sie sich an Möglichkeiten in der Stadt wüschen. Dass die einzige Disco in Minden, die Musikbox, nur am Wochenende ab 22.30 Uhr Programm anbietet, finden alle schade.

Henrik Rösener (18) hat vor allem Probleme, die Disco zu erreichen. Er kommt aus Petershagen und hat somit selten die Möglichkeit, überhaupt zu dem Club an der Portastraße zu kommen. „Eine Alternative wäre cool, dann auch an einem anderen Standort.“

Wenn er und seine Freunde doch etwas in der Stadt unternehmen und gerade keine Veranstaltungen stattfinden, gehen sie gerne ins Enchilada, das ein Favorit bei den Befragten zu sein scheint.

Birgit Wesemann (45) und Lena ?Eickhoff (21): „Ich denke, das Ambiente macht einfach viel aus." - © Amy Buse
Birgit Wesemann (45) und Lena ?Eickhoff (21): „Ich denke, das Ambiente macht einfach viel aus." - © Amy Buse

Eryka Stepien (16) und Mara Klocke (16) gehen gern vor dem Discobesuch einen Cocktail trinken, finden aber dass ein Laden mit einmaligem Erkennungswert fehlt. Eryka hätte da eine Idee: „Man sieht in den großen Städten immer diese modernen Läden, mit denen man auch etwas verbindet. Man könnte ein Café voller Bücher im alten „H&M“ aufmachen, ein Laden, der sich durch etwas Besonderes von allen anderen abhebt.“ Ihre Freundin ist anderer Meinung. Die Atmosphäre der Mindener Bars sei sehr schön, auch wenn es nicht ganz so viele sind.

Henrik Rösener (18): „Eine Alternative zur Box wäre cool." - © Amy Buse
Henrik Rösener (18): „Eine Alternative zur Box wäre cool." - © Amy Buse

Pascal Mautner (23) macht aus diesem Grund Kneipentouren mit seinen Freunden, sollten die mal aus dem Probenraum in Minderheide heraus kommen. Er schätzt es, in den Kneipen einfach mal ruhig zu sitzen und sich unterhalten zu können. „Der Bunker war bisher eigentlich eher enttäuschend, ich hätte gerne etwas Rockiges“, erzählt er und fügt gleich den Vorschlag hinzu, etwas mehr aus der Altstadt herauszuholen. „Eine mittelalterliche Schänke würde vielleicht gut ankommen.“ Das würde großartig in das historische Minden passen. Die gut besuchte Mittelalter-Taverne, die monatlich im Fort A statt fand, gibt es seit dem vergangenen Jahr allerdings nicht mehr.

Pascal Mautner (23): „In der Innenstadt gibt es zu wenig Tourismus." - © Amy Buse
Pascal Mautner (23): „In der Innenstadt gibt es zu wenig Tourismus." - © Amy Buse

Das neue Billard-Café Royal hat Birgit Wesemann (45) bereits ausprobiert und es hat ihr sehr gut gefallen, auch wenn ihr und Lena Eickhoff (21) das Club-Flair fehlt, das noch mehr als nur Billard zu bieten hätte.

Die beiden gehen auch gerne ins Kino – aber nicht nach Minden. Sie fahren extra in das Kinocenter nach Bad Oyenhausen. „Das Kino in Oeynhausen ist einfach moderner“, erklärt Birgit Wesemann. „Hier in Minden sind die so altbacken. Klar sind die Filme die selben, aber ich denke das Ambiente macht einfach viel aus.“ Gerade das Kleinstadt-Kino-Ambiente wissen viele Mindener dennoch so zu schätzen, wie den Preis der Birke oder des Savoys. In Minden kostet eine Karte zwischen vier und sieben, im UCI hingegen zwischen fünf und zwölf Euro. Für den Preis einer kleinen Tüte Popcorn kann man sich in Bad Oeynhausen fast ein Kinoticket kaufen.

Mara Klocke (16) und Eryka Stepien (16): „Die Atmosphäre der Läden in Minden ist schön." - © Amy Buse
Mara Klocke (16) und Eryka Stepien (16): „Die Atmosphäre der Läden in Minden ist schön." - © Amy Buse

Henrik Rösener geht ebenfalls ungern in die Kinos in Minden. „Ich finde in der Stadt ist generell nicht viel los, wir sitzen öfter bei jemandem zu Hause rum.“ Das Billard Café wolle er aber in Zukunft auch noch ausprobieren.

Den weit verbreiteten Shisha-Bars, die man erst ab 18 betreten darf, begegnen die Befragten skeptisch. In den Bars kann man orientalische Dampfpfeifen rauchen, zusammen sitzen und Cocktails trinken. Mara sind die Shisha-Bars egal: „Das bringt doch gar nichts, ich denke das finden eher Jungs cool.“

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