Kleine Konzerte mit Riesenaufwand: Maximal 199 Besucher bei "Kultur im Hof" Anja Peper Minden. Großveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie bis Ende Oktober verboten. Dies gilt für alle Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung nicht möglich ist – wie zum Beispiel Straßenfeste. Anders ist es bei der neuen Mindener Reihe „Kultur im Hof“. Weil es ohnehin nur 199 Tickets gibt, verteilen sich die Besucher mit ausreichend Abstand über die Fläche. Zudem sind die Eintrittskarten personalisiert. Das heißt: Sollte nach einer Veranstaltung eine Infektion ausbrechen, sind die Ansteckungsketten gut nachzuverfolgen. Heute Abend ist der Auftakt mit dem Sänger und Songschreiber Purple Schulz, der 1985 mit „Verliebte Jungs“ einen Hit landete und seit Jahrzehnten im Geschäft ist. Vieles spricht in der Pandemie für die Neue Regierung (auch bekannt als BZA-Innenhof) als Veranstaltungsort. Erstens ist der Zugang zum lauschigen Innenhof – vom Klausenwall aus – einfach im Blick zu halten. Das ist wichtig für die maximale Anzahl an Besuchern und damit für die Kontaktverfolgung. Zweitens: Die Konzerte finden unter freiem Himmel statt. Im Freien ist die Ansteckungsgefahr durch feinste Mikrotröpfchen (Aerosole), die beim Sprechen oder Atmen ausgestoßen werden, deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Wegen der laufenden Rathaus-Sanierung hat die Stadt Minden Teile des Gebäudes seit April 2017 als Übergangslösung angemietet. 199 Besucher: Das ist aus Sicht von Jörg-Friedrich Sander (Minden Marketing) eine kleine, um nicht zu sagen winzige Veranstaltung. Normalerweise organisiert er mit seinem Team die großen Mindener Events wie Kultursommerbühne, die Mindener Messe oder den Weihnachtsmarkt. Jetzt muss er improvisieren, weil es für die Situation im Sommer 2020 keine Beispiele, keine Routinen gibt. Die Stadtmarketing-Gesellschaften beraten sich gerade gegenseitig. „Dennoch ist das eine Übung für Fortgeschrittene“, sagt er. Grundlage ist ein ausgetüfteltes Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept von 20 Seiten. Grüne Markierungsstreifen vor dem (Neben-)Eingang am Wall sorgen dafür, dass die Leute auch beim Anstehen Abstand halten. Eine Hinweistafel weist den Weg zu den nummerierten Sitzplätzen. Jeweils sechs Stühle bilden eine Reihe. Wichtig: Auch für Gratis-Veranstaltungen wie „Martini um 12“, die ebenfalls hierher verlagert wurden, brauchen die Besucher bis auf Weiteres ein personalisiertes Ticket. Der Sitzplan gilt für die sechs Wochen bis zur Abschlussveranstaltung mit der Nordwestdeutschen Philharmonie am 30. August. Die Akustik ist übrigens ganz hervorragend im BZA-Innenhof. „Das wird ein ausgewogenes Klangerlebnis – auch ohne die Anlage voll aufzudrehen“, sagt Oliver Roth, Fachmann für Licht und Ton. Er hat ebenfalls viel telefoniert und organisiert, um das Programm für „Kultur im Hof“ in kürzester Zeit auf die Beine zu stellen. Als Kulturfan ist er motiviert bis in die Haarspitzen. Das gilt auch für die Künstler, die nach der langen Corona-Zwangspause endlich wieder auf die Bühne wollen. Ihre Einnahmen sind auf ein Minimum geschrumpft. Daher hat der Start der Reihe auch Signalwirkung: Unterstützung für die Kampagne #kulturerhalten. Noch ein praktischer Hinweis: Der Innenhof in dem Baudenkmal (1902) ist gepflastert und eignet sich eher für flache Schuhe. Getränke gibt es nach Ende der Veranstaltung nicht mehr. Wer die heimische Gastronomie unterstützen möchte, kann das gut mit einem Absacker in der Innenstadt tun.

Kleine Konzerte mit Riesenaufwand: Maximal 199 Besucher bei "Kultur im Hof"

Aufbau in der Neuen Regierung (BZA-Innenhof): Hier startet heute Abend die neue Reihe „Kultur im Hof“ mit dem Kölner Sänger und Songschreiber Purple Schulz („Verliebte Jungs“). MT- © Foto: Alex Lehn

Minden. Großveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie bis Ende Oktober verboten. Dies gilt für alle Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung nicht möglich ist – wie zum Beispiel Straßenfeste. Anders ist es bei der neuen Mindener Reihe „Kultur im Hof“. Weil es ohnehin nur 199 Tickets gibt, verteilen sich die Besucher mit ausreichend Abstand über die Fläche. Zudem sind die Eintrittskarten personalisiert. Das heißt: Sollte nach einer Veranstaltung eine Infektion ausbrechen, sind die Ansteckungsketten gut nachzuverfolgen. Heute Abend ist der Auftakt mit dem Sänger und Songschreiber Purple Schulz, der 1985 mit „Verliebte Jungs“ einen Hit landete und seit Jahrzehnten im Geschäft ist.

Vieles spricht in der Pandemie für die Neue Regierung (auch bekannt als BZA-Innenhof) als Veranstaltungsort. Erstens ist der Zugang zum lauschigen Innenhof – vom Klausenwall aus – einfach im Blick zu halten. Das ist wichtig für die maximale Anzahl an Besuchern und damit für die Kontaktverfolgung. Zweitens: Die Konzerte finden unter freiem Himmel statt. Im Freien ist die Ansteckungsgefahr durch feinste Mikrotröpfchen (Aerosole), die beim Sprechen oder Atmen ausgestoßen werden, deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Wegen der laufenden Rathaus-Sanierung hat die Stadt Minden Teile des Gebäudes seit April 2017 als Übergangslösung angemietet.

199 Besucher: Das ist aus Sicht von Jörg-Friedrich Sander (Minden Marketing) eine kleine, um nicht zu sagen winzige Veranstaltung. Normalerweise organisiert er mit seinem Team die großen Mindener Events wie Kultursommerbühne, die Mindener Messe oder den Weihnachtsmarkt. Jetzt muss er improvisieren, weil es für die Situation im Sommer 2020 keine Beispiele, keine Routinen gibt. Die Stadtmarketing-Gesellschaften beraten sich gerade gegenseitig. „Dennoch ist das eine Übung für Fortgeschrittene“, sagt er. Grundlage ist ein ausgetüfteltes Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept von 20 Seiten. Grüne Markierungsstreifen vor dem (Neben-)Eingang am Wall sorgen dafür, dass die Leute auch beim Anstehen Abstand halten. Eine Hinweistafel weist den Weg zu den nummerierten Sitzplätzen. Jeweils sechs Stühle bilden eine Reihe. Wichtig: Auch für Gratis-Veranstaltungen wie „Martini um 12“, die ebenfalls hierher verlagert wurden, brauchen die Besucher bis auf Weiteres ein personalisiertes Ticket.

Der Sitzplan gilt für die sechs Wochen bis zur Abschlussveranstaltung mit der Nordwestdeutschen Philharmonie am 30. August. Die Akustik ist übrigens ganz hervorragend im BZA-Innenhof. „Das wird ein ausgewogenes Klangerlebnis – auch ohne die Anlage voll aufzudrehen“, sagt Oliver Roth, Fachmann für Licht und Ton. Er hat ebenfalls viel telefoniert und organisiert, um das Programm für „Kultur im Hof“ in kürzester Zeit auf die Beine zu stellen. Als Kulturfan ist er motiviert bis in die Haarspitzen. Das gilt auch für die Künstler, die nach der langen Corona-Zwangspause endlich wieder auf die Bühne wollen. Ihre Einnahmen sind auf ein Minimum geschrumpft. Daher hat der Start der Reihe auch Signalwirkung: Unterstützung für die Kampagne #kulturerhalten.

Noch ein praktischer Hinweis: Der Innenhof in dem Baudenkmal (1902) ist gepflastert und eignet sich eher für flache Schuhe. Getränke gibt es nach Ende der Veranstaltung nicht mehr. Wer die heimische Gastronomie unterstützen möchte, kann das gut mit einem Absacker in der Innenstadt tun.

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