Kinoplex und Stadthotel: Robert Maier hat mit der Obermarktpassage viel vor Monika Jäger Minden. Ein Feuerwerk an Ideen zündeten Robert Maier und Rupert Atzberger von der AIM Center GmbH aus Passau am Mittwoch im Städtebauausschuss. Dort gaben sie Antwort auf die Frage, was aus der Obermarktpassage werden soll. An vielen Punkten zeigte sich dabei, wie intensiv die Planer sich über die Geschichte der Immobilie informiert haben, wie genau sie über die Wünsche und Erwartungen der Mindener Bescheid wissen, aber auch, wie zielgerichtet sie vorgehen. Erste Reaktionen aus der Politik waren positiv und ermutigend; jetzt steht kurzfristig die Entscheidung an, ob Minden die Stadthalle (die ebenfalls in dem Gesamtobjekt ist) an die Investoren verkauft. Das, so hieß es bei der Verwaltung immer, werde sie nur dann tun, wenn realistisch erwartbar ist, dass ein Käufer die Passage wirklich belebt. Die Passauer jedenfalls denken in dem Konzept groß und ganzheitlich. Sie berichteten von vielen ermutigenden Gesprächen mit Mietinteressenten und von dem Bemühen, möglichst viele der Wohnungen und Geschäfte im Teileigentum zu erwerben. Da sind sie offenbar schon weit voran gekommen, ebenso wie bei Gesprächen mit interessierten Mietern im Gewerbebereich. Gleichzeitig machten sie auch deutlich, dass sie sich nicht an einmal gefassten Projektideen festklammern und dass sie versuchen wollen, so manches Grundproblem der Immobilie bei der Vollsanierung zu heilen. Beispiele dafür: Die Idee einer Stadt-Kita mit vier Gruppen, die dann den Innenhof mit nutzen sollen, lasse sich möglicherweise mit anderen Nutzerinteressen nicht gut vereinbaren. Daher müsse das noch einmal überdacht werden, sagte Atzberger. Und da der Lärm des Anlieferverkehrs viele Bewohner gestört hätte, soll der künftig an versetzter Stelle und „eingehaust“ sein. Auch die jetzt kurvige und dunkle Verbindung von der Obermarktstraße nach unten zum ZOB soll deutlich verbessert werden., indem eine direkte Achse mit weiteren Rolltreppen und Aufzügen geschaffen wird. Die Entwickler wollen keine Zeit verschwenden, und so sind die Tage, die sie gerade in Minden verbringen, vollgepackt mit Gesprächen und Terminen, unter anderem mit den verbleibenden Teileigentümern. Ein Problem bei allen Plänen für die Passage war ja immer, dass sehr viele Einzelpersonen mitreden können. Alle neun Gewerbeeinheiten sind jedoch bereits gekauft, 39 der 68 Eigentumswohnungen hat die AIM Center ebenfalls erworben. Damit gehören ihr bereits knapp 89 Prozent. Wer nicht verkauft, wird sich als Eigentümer an den Sanierungskosten beteiligen müssen, machte Maier klar. Und der Sanierungsstau sei hoch, nachdem jahrzehntelang nichts gemacht worden sei. Maier beziffert die nötigen Aufwendungen allein für die Sanierung des Allgemeineigentums auf deutlich über fünf Millionen Euro. Auch in neue Energietechnik wird die AIM Center investieren. Da sie in Verhandlungen mit Interessenten sind, müssten sie auch recht bald wissen, ob sie mit der Stadthalle rechnen könnten, so Atzberger später. „Wenn es zu lange dauert, würde es uns aufhalten.“ Dieser Verkauf des Teileigentums ist nicht der einzige Punkt, wo sich die Passauer mit Minden einigen müssen: Die Baubehörde ist auch beispielsweise für Genehmigungen und Brandschutz zuständig. Auch hierzu wurde deutlich, dass die Investoren auf schnelle Abwicklung zählen. Wie wichtig ihnen ist, die Gestaltungsmacht über das Objekt zu haben, zeigt sich auch daran, dass sie das auf der Obermarktstraße angrenzende Gewerbehaus mit erworben haben und in das Gesamtkonzept einbinden wollen. Drei Themenbereiche sieht die AIM Center für die Obermarktpassage der Zukunft: Freizeit, Wohnen, (im Vergleich zu früher reduzierter) Einzelhandel. „Im Gebäude sollen alle Altersgruppen einen Platz finden“, so Maier. Geplant sind eine Mehrgenerationen-Wohnanlage, Seniorenwohnen, Tagespflege, 15 bis 16 Appartements für Studentenwohnen. Unter anderem seien sie bereits mit einem deutschlandweit agierenden Anbieter für Servicewohnen im Gespräch, der die Lage ideal finde und sehr interessiert sei. Ein Kinocenter mit sieben Sälen soll künftig dort sein,wo jetzt die Stadthalle ist. Betreiber stünden bereit, und sie seien in der Branche erfahren. So hätten sie in Deutschland bereits 17 Kinocenter. „Das sind zwei Manager, die wissen, was sie tun.“ Dieser Bereich kann für besseren Zugang vom Rest der Passage getrennt werden. Vor allem die Parkplätze im Haus machten die Lage attraktiv für die Interessenten. Geplant sind ferner ein Bowlingcenter mit neun Bahnen – falls das irgendwann nicht mehr laufe, könne der Bereich auch gut anders genutzt werden, so Atzberger („das kann gut gehen, muss aber nicht“), ein Freizeitbereich mit Billard und Darts zum Beispiel und einer Sportsbar. Diese Elemente wären möglicherweise nicht einkömmlich, aber sie seien wichtig, um Leben in die Passage zu bringen. Viele Serviceangebote sollen ebenfalls in die Passage, von einer Paketstation über einen Waschsalon, Reha, Apotheke bis hin zu Geschäften wie einem Bioladen, einem Discounter – hier sei man mit Aldi Nord im Gespräch – und einem weiteren Lebensmittler. Bäckerei und Café, zwei Restaurants und eine Eisdiele vervollständigen das Angebot. Das Hotel soll 104 Zimmer enthalten, und damit die Kultur nicht zu kurz kommt, wird es im oberen Bereich auch die Möglichkeit für Ausstellungen geben. „Es ist davon auszugehen, dass wir noch vor Bauabschnitt zwei alle Flächen vermietet haben, so dass sie Passage komplett restrukturiert werden kann.“ Zum Ablauf der Arbeiten gibt es schon klare Pläne. Die Tiefgaragen könnten früh geöffnet, müssen aber erst saniert werden. Hier soll auch ein hochmodernes kontaktloses Bezahlsystem eingeführt werden. Wie viele der Plätze für Dauerparker oder als Radstation abgegeben werden können, mochte Atzberger nicht sagen – erst müsse berechnet sein, wie viele Stellplätze für das Haus nach aktueller Rechtslage frei bleiben müssen. Ab April 2021 konnte das Parkhaus aber wieder ans Netz gehen. Überhaupt seien die Bauabschnitte so gewählt, dass schnelle Fortschritte sicht bar werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll Ende 2022 alles fertig sein.

Kinoplex und Stadthotel: Robert Maier hat mit der Obermarktpassage viel vor

Große Pläne: Die Obermarktpassage soll mit Angeboten für Freizeit, Wohnen und Einzelhandel nicht nur im Inneren neu belebt, sondern auch von außen deutlich aufgewertet werden. Illustration: AIM Center GmbH © x

Minden. Ein Feuerwerk an Ideen zündeten Robert Maier und Rupert Atzberger von der AIM Center GmbH aus Passau am Mittwoch im Städtebauausschuss. Dort gaben sie Antwort auf die Frage, was aus der Obermarktpassage werden soll. An vielen Punkten zeigte sich dabei, wie intensiv die Planer sich über die Geschichte der Immobilie informiert haben, wie genau sie über die Wünsche und Erwartungen der Mindener Bescheid wissen, aber auch, wie zielgerichtet sie vorgehen.

Erste Reaktionen aus der Politik waren positiv und ermutigend; jetzt steht kurzfristig die Entscheidung an, ob Minden die Stadthalle (die ebenfalls in dem Gesamtobjekt ist) an die Investoren verkauft. Das, so hieß es bei der Verwaltung immer, werde sie nur dann tun, wenn realistisch erwartbar ist, dass ein Käufer die Passage wirklich belebt.

Die Passauer jedenfalls denken in dem Konzept groß und ganzheitlich. Sie berichteten von vielen ermutigenden Gesprächen mit Mietinteressenten und von dem Bemühen, möglichst viele der Wohnungen und Geschäfte im Teileigentum zu erwerben. Da sind sie offenbar schon weit voran gekommen, ebenso wie bei Gesprächen mit interessierten Mietern im Gewerbebereich.

Gleichzeitig machten sie auch deutlich, dass sie sich nicht an einmal gefassten Projektideen festklammern und dass sie versuchen wollen, so manches Grundproblem der Immobilie bei der Vollsanierung zu heilen. Beispiele dafür: Die Idee einer Stadt-Kita mit vier Gruppen, die dann den Innenhof mit nutzen sollen, lasse sich möglicherweise mit anderen Nutzerinteressen nicht gut vereinbaren. Daher müsse das noch einmal überdacht werden, sagte Atzberger. Und da der Lärm des Anlieferverkehrs viele Bewohner gestört hätte, soll der künftig an versetzter Stelle und „eingehaust“ sein. Auch die jetzt kurvige und dunkle Verbindung von der Obermarktstraße nach unten zum ZOB soll deutlich verbessert werden., indem eine direkte Achse mit weiteren Rolltreppen und Aufzügen geschaffen wird.

Die Entwickler wollen keine Zeit verschwenden, und so sind die Tage, die sie gerade in Minden verbringen, vollgepackt mit Gesprächen und Terminen, unter anderem mit den verbleibenden Teileigentümern. Ein Problem bei allen Plänen für die Passage war ja immer, dass sehr viele Einzelpersonen mitreden können. Alle neun Gewerbeeinheiten sind jedoch bereits gekauft, 39 der 68 Eigentumswohnungen hat die AIM Center ebenfalls erworben. Damit gehören ihr bereits knapp 89 Prozent. Wer nicht verkauft, wird sich als Eigentümer an den Sanierungskosten beteiligen müssen, machte Maier klar. Und der Sanierungsstau sei hoch, nachdem jahrzehntelang nichts gemacht worden sei. Maier beziffert die nötigen Aufwendungen allein für die Sanierung des Allgemeineigentums auf deutlich über fünf Millionen Euro. Auch in neue Energietechnik wird die AIM Center investieren.

Da sie in Verhandlungen mit Interessenten sind, müssten sie auch recht bald wissen, ob sie mit der Stadthalle rechnen könnten, so Atzberger später. „Wenn es zu lange dauert, würde es uns aufhalten.“ Dieser Verkauf des Teileigentums ist nicht der einzige Punkt, wo sich die Passauer mit Minden einigen müssen: Die Baubehörde ist auch beispielsweise für Genehmigungen und Brandschutz zuständig. Auch hierzu wurde deutlich, dass die Investoren auf schnelle Abwicklung zählen.

Wie wichtig ihnen ist, die Gestaltungsmacht über das Objekt zu haben, zeigt sich auch daran, dass sie das auf der Obermarktstraße angrenzende Gewerbehaus mit erworben haben und in das Gesamtkonzept einbinden wollen.

Drei Themenbereiche sieht die AIM Center für die Obermarktpassage der Zukunft: Freizeit, Wohnen, (im Vergleich zu früher reduzierter) Einzelhandel. „Im Gebäude sollen alle Altersgruppen einen Platz finden“, so Maier.

Geplant sind eine Mehrgenerationen-Wohnanlage, Seniorenwohnen, Tagespflege, 15 bis 16 Appartements für Studentenwohnen. Unter anderem seien sie bereits mit einem deutschlandweit agierenden Anbieter für Servicewohnen im Gespräch, der die Lage ideal finde und sehr interessiert sei.

Ein Kinocenter mit sieben Sälen soll künftig dort sein,wo jetzt die Stadthalle ist. Betreiber stünden bereit, und sie seien in der Branche erfahren. So hätten sie in Deutschland bereits 17 Kinocenter. „Das sind zwei Manager, die wissen, was sie tun.“ Dieser Bereich kann für besseren Zugang vom Rest der Passage getrennt werden. Vor allem die Parkplätze im Haus machten die Lage attraktiv für die Interessenten.

Geplant sind ferner ein Bowlingcenter mit neun Bahnen – falls das irgendwann nicht mehr laufe, könne der Bereich auch gut anders genutzt werden, so Atzberger („das kann gut gehen, muss aber nicht“), ein Freizeitbereich mit Billard und Darts zum Beispiel und einer Sportsbar. Diese Elemente wären möglicherweise nicht einkömmlich, aber sie seien wichtig, um Leben in die Passage zu bringen.

Viele Serviceangebote sollen ebenfalls in die Passage, von einer Paketstation über einen Waschsalon, Reha, Apotheke bis hin zu Geschäften wie einem Bioladen, einem Discounter – hier sei man mit Aldi Nord im Gespräch – und einem weiteren Lebensmittler. Bäckerei und Café, zwei Restaurants und eine Eisdiele vervollständigen das Angebot. Das Hotel soll 104 Zimmer enthalten, und damit die Kultur nicht zu kurz kommt, wird es im oberen Bereich auch die Möglichkeit für Ausstellungen geben. „Es ist davon auszugehen, dass wir noch vor Bauabschnitt zwei alle Flächen vermietet haben, so dass sie Passage komplett restrukturiert werden kann.“

Zum Ablauf der Arbeiten gibt es schon klare Pläne. Die Tiefgaragen könnten früh geöffnet, müssen aber erst saniert werden. Hier soll auch ein hochmodernes kontaktloses Bezahlsystem eingeführt werden. Wie viele der Plätze für Dauerparker oder als Radstation abgegeben werden können, mochte Atzberger nicht sagen – erst müsse berechnet sein, wie viele Stellplätze für das Haus nach aktueller Rechtslage frei bleiben müssen. Ab April 2021 konnte das Parkhaus aber wieder ans Netz gehen.

Überhaupt seien die Bauabschnitte so gewählt, dass schnelle Fortschritte sicht bar werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll Ende 2022 alles fertig sein.

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