Keine Zustände wie in Sachsen: Bis zu fünf Corona-Tote pro Tag im Mindener Krematorium Claudia Hyna Minden-Päpinghausen.In Sachsen gelangen einige Krematorien im Zuge der Corona-Pandemie an ihre Belastungsgrenze. Zum Teil müssen die Toten daher in andere Einrichtungen gebracht werden. Auch die Feuerbestattung Minden hat aktuell vermehrt Anlieferungen, wie Geschäftsführer Ulrich Pumpe auf Anfrage mitteilt. Probleme mit der Kapazität gebe es aber nicht. Im Schnitt seien es vier bis fünf Corona-Tote, die täglich zu den normalen Transporten dazu kämen, sagt Pumpe. Ohnehin sei die Sterblichkeit in den Monaten von Dezember bis April zehn bis 20 Prozent höher als im Jahresmittel. Die Feuerbestattung Minden sei aber gut gerüstet. „Wir haben sogar noch Reserven.“ Die Logistik des Betriebes im Industriegebiet in Päpinghausen sei auf solche Spitzen eingestellt. Nach wie vor vergingen von der Anlieferung des Toten bis zur Einäscherung maximal drei Tage, so der Geschäftsführer. „Genau wie sonst auch.“ Die Mitarbeiter sind in zwei Schichten an zwei Öfen, die komplett auf den neuesten Stand gebracht wurden, beschäftigt. Die Kollegen seien gut ausgelastet. Selbst ein Drei-Schicht-Betrieb wäre möglich, also Tag und Nacht. „Das brauchen wir zur Zeit aber nicht.“ Die Covid-19-Toten müssen besonders behandelt werden, das sei aufwendiger als bei anderen Leichen. Es beginne bereits bei der Anlieferung, bei der besondere hygienische Voraussetzungen gewahrt werden müssten. Diese seien mit dem Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke abgestimmt. Ohnehin seien täglich Mitarbeiter des Amtes im Hause. Denn bevor die Kremation ansteht, ist eine zweite Identitätsprüfung notwendig, die nach der Einäscherung nicht mehr möglich ist. Bei einer Feuerbestattung ist aus dem Grund eine zweite Leichenschau üblich, diese nimmt ein Amtsarzt des Gesundheitsamtes vor. Wenn alle Punkte ordnungsgemäß erfüllt sind, darf eine Einäscherung vorgenommen werden. Das Krematorium in Päpinghausen entstand als eine der ersten privat betriebenen Feuerbestattungsanlagen in Nordrhein-Westfalen. Die Probleme bei den Krematorien in Sachsen führt Ulrich Pumpe darauf zurück, dass die dortigen Einrichtungen häufig nur über einen Ofen verfügten. Und wenn dieser ausfalle, komme es zu Engpässen. „Wir haben noch 30 bis 40 Prozent Reserve.“

Keine Zustände wie in Sachsen: Bis zu fünf Corona-Tote pro Tag im Mindener Krematorium

Krematorien in Sachsen gelangen wegen der vielen Coronatoten an die Kapazitätsgrenze. In Minden gibt es aktuell noch keine Probleme. MT-Archivfoto: Alex Lehn © Lehn

Minden-Päpinghausen.In Sachsen gelangen einige Krematorien im Zuge der Corona-Pandemie an ihre Belastungsgrenze. Zum Teil müssen die Toten daher in andere Einrichtungen gebracht werden. Auch die Feuerbestattung Minden hat aktuell vermehrt Anlieferungen, wie Geschäftsführer Ulrich Pumpe auf Anfrage mitteilt. Probleme mit der Kapazität gebe es aber nicht.

Im Schnitt seien es vier bis fünf Corona-Tote, die täglich zu den normalen Transporten dazu kämen, sagt Pumpe. Ohnehin sei die Sterblichkeit in den Monaten von Dezember bis April zehn bis 20 Prozent höher als im Jahresmittel. Die Feuerbestattung Minden sei aber gut gerüstet. „Wir haben sogar noch Reserven.“ Die Logistik des Betriebes im Industriegebiet in Päpinghausen sei auf solche Spitzen eingestellt. Nach wie vor vergingen von der Anlieferung des Toten bis zur Einäscherung maximal drei Tage, so der Geschäftsführer. „Genau wie sonst auch.“

Die Mitarbeiter sind in zwei Schichten an zwei Öfen, die komplett auf den neuesten Stand gebracht wurden, beschäftigt. Die Kollegen seien gut ausgelastet. Selbst ein Drei-Schicht-Betrieb wäre möglich, also Tag und Nacht. „Das brauchen wir zur Zeit aber nicht.“

Die Covid-19-Toten müssen besonders behandelt werden, das sei aufwendiger als bei anderen Leichen. Es beginne bereits bei der Anlieferung, bei der besondere hygienische Voraussetzungen gewahrt werden müssten. Diese seien mit dem Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke abgestimmt. Ohnehin seien täglich Mitarbeiter des Amtes im Hause. Denn bevor die Kremation ansteht, ist eine zweite Identitätsprüfung notwendig, die nach der Einäscherung nicht mehr möglich ist. Bei einer Feuerbestattung ist aus dem Grund eine zweite Leichenschau üblich, diese nimmt ein Amtsarzt des Gesundheitsamtes vor. Wenn alle Punkte ordnungsgemäß erfüllt sind, darf eine Einäscherung vorgenommen werden.

Das Krematorium in Päpinghausen entstand als eine der ersten privat betriebenen Feuerbestattungsanlagen in Nordrhein-Westfalen. Die Probleme bei den Krematorien in Sachsen führt Ulrich Pumpe darauf zurück, dass die dortigen Einrichtungen häufig nur über einen Ofen verfügten. Und wenn dieser ausfalle, komme es zu Engpässen. „Wir haben noch 30 bis 40 Prozent Reserve.“

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