Keine 15-Kilometer-Regel in NRW - wie verfährt der Kreis Minden-Lübbecke? Malina Reckordt Minden. Bund und Länder haben nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen, sondern auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft. Diese gelten ab Montag, 11. Januar. Die neuen Corona-Regeln im Überblick. 15-Kilometer-Regel fehlt in der neuen Schutzverordnung Die 15-Kilometer-Regel für Einwohner in extremen Corona-Hotspots ist nicht in der neuen Verordnung zu finden. Nach Angaben eines Sprechers des NRW-Gesundheitsministeriums müssen die betroffenen Kreise dies in eigenen Verfügungen regeln. In der neuen Corona-Schutzverordnung heißt es: "Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) [..] über einem Wert von 200 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen." Die 15-Kilometer-Regel gilt also nicht automatisch, sondern muss vom Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke angeordnet werden. Wie der Kreis verfährt, ist aktuell noch nicht bekannt. Am heutigen Freitag wird jedoch eine neue Allgemeinverfügung erwartet, da die aktuell gültige am Montag ausläuft. Bereits seit heute gilt die Ausgangssperre nicht mehr. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Minden-Lübbecke laut Landeszentrum Gesundheit NRW bei 167 und damit noch nicht über dem Grenzwert von 200. Wie schnell die Inzidenz auf über 200 steigen kann, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Lag der Inzidenz-Wert am 2. November noch bei 156, so stieg er innerhalb von drei Tagen auf 206 an. Aktuell fließen in die Berechnung der Inzidenz noch Tage mit ein, an denen es verhältnismäßig wenig Neuinfektionen gab (2. Januar: 29 Neuinfektionen, 3. Januar: 18 Neuinfektionen), sodass sich beim Verlauf der Inzidenz-Werte ein Abwärtstrend abzeichnete. Wenn es nun sieben Tage lang in Folge im Schnitt 90 Neuinfektionen gibt, übersteigt der Inzidenz-Wert im Mühlenkreis die kritische Grenze von 200. Alleine an den vergangenen drei Tagen wurden jeweils über 100 Neuinfektionen gemeldet. Hier gibt es eine Übersicht über die Situation in Ostwestfalen-Lippe.  Private Treffen nur noch mit einer Person Private Treffen sind nur noch mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren Person, die nicht im Haushalt lebt, gestattet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums sind zu betreuende Kinder davon ausgenommen. Konkret bedeutet das, dass sich zum Beispiel zwei Ehepaare nicht treffen dürfen und auch, dass man mehrere Angehörige, die in einem Haushalt leben, nicht zu zweit besuchen darf. Schulen und Kitas bleiben noch geschlossen Schulen und Kindertagesstätten sollen möglichst bis mindestens Ende Januar weitgehend geschlossen bleiben oder nur eingeschränkten Betrieb anbieten. Alle Schülerinnen und Schüler gehen ab Montag in den Distanzunterricht, der Präsenzunterricht in den Klassenräumen wird bis zum 31. Januar ausgesetzt - auch für Abschlussklassen. Schüler der Klassen 1 bis 6 sollen nur zur Schule kommen, wenn sie zu Hause nicht betreut werden können. In den Kindertagesstätten wird der maximale Betreuungsumfang für jedes Kind um 10 Stunden pro Woche reduziert. Gruppen sollen strikt voneinander getrennt werden. Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) und Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) wollen die Kita-Beiträge für den Monat Januar erstatten. Der Beschluss dazu steht aber noch aus. Um Eltern im Fall geschlossener Schulen und Kitas zu helfen, wird das Kinderkrankengeld ausgeweitet. Nach einem Vorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) soll in diesem Jahr jedes Elternteil zehn zusätzliche Tage Kinderkrankengeld erhalten können, Alleinerziehende 20 Tage. Bis Samstag 140.000 Menschen in NRW geimpft Es bleibt dabei, dass im ersten Quartal von 2021 nur Risikogruppen geimpft werden können. Im restlichen Jahr soll dann nach menschlichem Ermessen die Corona-Impfung ausgeweitet werden. Bis zum Samstag werden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann rund 140.000 Menschen in NRW-Altenheimen gegen das Coronavirus geimpft sein. In den kommenden acht Wochen würden wöchentlich 85 000 Menschen im Land geimpft. Die Dosen pro Ampulle könnten zudem von fünf auf sechs erhöht werden. In den Altenheimen in NRW leben rund 175 000 Menschen. Hinzu kommt aber noch eine etwa gleich hohe Zahl an Pflegepersonal, denen ebenfalls ein Impfangebot gemacht wird. Wie viele Menschen aus dem Kreis Minden-Lübbecke geimpft worden sind, war zunächst unklar. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe konnte das auf MT-Anfrage nicht beantworten. Am Donnerstagabend wurde die Zahl dann jedoch veröffentlicht - 979 Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter haben die erste von zwei Corona-Impfungen erhalten. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"])for(var e in a.data["datawrapper-height"]){var t=document.getElementById("datawrapper-chart-"+e)||document.querySelector("iframe[src*='"+e+"']");t&&(t.style.height=a.data["datawrapper-height"][e]+"px")}}))}(); Diese Maßnahmen gelten weiterhin Der Einzelhandel - mit Außnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf - bleibt geschlossen. Folgende Geschäfte gehören laut dem Bund-Länder-Beschluss dazu: Einzelhandel für Lebensmittel Wochenmärkte für Lebensmittel Direktvermarkter von Lebensmitteln Abhol- und Lieferdienste Getränkemärkte Reformhäuser Babyfachmärkte Apotheken Sanitätshäuser Drogerien Optiker und Hörgeräteakustiker Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Fahrradwerkstätten Banken, Sparkassen und Poststellen Reinigungen und Waschsalons Zeitungsverkauf Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte Großhandel Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons und Kosmetikstudios müssen geschlossen bleiben. Medizinisch notwendige Behandlungen wie zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sind weiter möglich. Gottesdienstein Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden kann. Es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt. Arbeitgeber werden dazu aufgerufen, Möglichkeiten zum Homeoffice weiter auszubauen. Außerdem bleiben Betriebskantinen und Mensen überwiegend geschlossen.

Keine 15-Kilometer-Regel in NRW - wie verfährt der Kreis Minden-Lübbecke?

Der Lockdown wurde bis Ende Januar verlängert. © Pixabay

Minden. Bund und Länder haben nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen, sondern auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft. Diese gelten ab Montag, 11. Januar. Die neuen Corona-Regeln im Überblick.

15-Kilometer-Regel fehlt in der neuen Schutzverordnung

Die 15-Kilometer-Regel für Einwohner in extremen Corona-Hotspots ist nicht in der neuen Verordnung zu finden. Nach Angaben eines Sprechers des NRW-Gesundheitsministeriums müssen die betroffenen Kreise dies in eigenen Verfügungen regeln.

In der neuen Corona-Schutzverordnung heißt es: "Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) [..] über einem Wert von 200 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen." Die 15-Kilometer-Regel gilt also nicht automatisch, sondern muss vom Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke angeordnet werden. Wie der Kreis verfährt, ist aktuell noch nicht bekannt. Am heutigen Freitag wird jedoch eine neue Allgemeinverfügung erwartet, da die aktuell gültige am Montag ausläuft. Bereits seit heute gilt die Ausgangssperre nicht mehr.

Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Minden-Lübbecke laut Landeszentrum Gesundheit NRW bei 167 und damit noch nicht über dem Grenzwert von 200. Wie schnell die Inzidenz auf über 200 steigen kann, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Lag der Inzidenz-Wert am 2. November noch bei 156, so stieg er innerhalb von drei Tagen auf 206 an. Aktuell fließen in die Berechnung der Inzidenz noch Tage mit ein, an denen es verhältnismäßig wenig Neuinfektionen gab (2. Januar: 29 Neuinfektionen, 3. Januar: 18 Neuinfektionen), sodass sich beim Verlauf der Inzidenz-Werte ein Abwärtstrend abzeichnete. Wenn es nun sieben Tage lang in Folge im Schnitt 90 Neuinfektionen gibt, übersteigt der Inzidenz-Wert im Mühlenkreis die kritische Grenze von 200. Alleine an den vergangenen drei Tagen wurden jeweils über 100 Neuinfektionen gemeldet. Hier gibt es eine Übersicht über die Situation in Ostwestfalen-Lippe. 

So berechnet sich die Sieben-Tage-Inzidenz. - © MT
So berechnet sich die Sieben-Tage-Inzidenz. - © MT

Private Treffen nur noch mit einer Person

Private Treffen sind nur noch mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren Person, die nicht im Haushalt lebt, gestattet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums sind zu betreuende Kinder davon ausgenommen. Konkret bedeutet das, dass sich zum Beispiel zwei Ehepaare nicht treffen dürfen und auch, dass man mehrere Angehörige, die in einem Haushalt leben, nicht zu zweit besuchen darf.

Schulen und Kitas bleiben noch geschlossen

Schulen und Kindertagesstätten sollen möglichst bis mindestens Ende Januar weitgehend geschlossen bleiben oder nur eingeschränkten Betrieb anbieten. Alle Schülerinnen und Schüler gehen ab Montag in den Distanzunterricht, der Präsenzunterricht in den Klassenräumen wird bis zum 31. Januar ausgesetzt - auch für Abschlussklassen. Schüler der Klassen 1 bis 6 sollen nur zur Schule kommen, wenn sie zu Hause nicht betreut werden können. In den Kindertagesstätten wird der maximale Betreuungsumfang für jedes Kind um 10 Stunden pro Woche reduziert. Gruppen sollen strikt voneinander getrennt werden. Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) und Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) wollen die Kita-Beiträge für den Monat Januar erstatten. Der Beschluss dazu steht aber noch aus.

Um Eltern im Fall geschlossener Schulen und Kitas zu helfen, wird das Kinderkrankengeld ausgeweitet. Nach einem Vorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) soll in diesem Jahr jedes Elternteil zehn zusätzliche Tage Kinderkrankengeld erhalten können, Alleinerziehende 20 Tage.

Bis Samstag 140.000 Menschen in NRW geimpft

Es bleibt dabei, dass im ersten Quartal von 2021 nur Risikogruppen geimpft werden können. Im restlichen Jahr soll dann nach menschlichem Ermessen die Corona-Impfung ausgeweitet werden. Bis zum Samstag werden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann rund 140.000 Menschen in NRW-Altenheimen gegen das Coronavirus geimpft sein. In den kommenden acht Wochen würden wöchentlich 85 000 Menschen im Land geimpft. Die Dosen pro Ampulle könnten zudem von fünf auf sechs erhöht werden. In den Altenheimen in NRW leben rund 175 000 Menschen. Hinzu kommt aber noch eine etwa gleich hohe Zahl an Pflegepersonal, denen ebenfalls ein Impfangebot gemacht wird. Wie viele Menschen aus dem Kreis Minden-Lübbecke geimpft worden sind, war zunächst unklar. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe konnte das auf MT-Anfrage nicht beantworten. Am Donnerstagabend wurde die Zahl dann jedoch veröffentlicht - 979 Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter haben die erste von zwei Corona-Impfungen erhalten.


Diese Maßnahmen gelten weiterhin

Der Einzelhandel - mit Außnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf - bleibt geschlossen. Folgende Geschäfte gehören laut dem Bund-Länder-Beschluss dazu:

  • Einzelhandel für Lebensmittel
  • Wochenmärkte für Lebensmittel
  • Direktvermarkter von Lebensmitteln
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Optiker und Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Fahrradwerkstätten
  • Banken, Sparkassen und Poststellen
  • Reinigungen und Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte
  • Großhandel

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons und Kosmetikstudios müssen geschlossen bleiben. Medizinisch notwendige Behandlungen wie zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sind weiter möglich.

Gottesdienstein Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden kann. Es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt.

Arbeitgeber werden dazu aufgerufen, Möglichkeiten zum Homeoffice weiter auszubauen. Außerdem bleiben Betriebskantinen und Mensen überwiegend geschlossen.

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