Kaum Termine, viele Beschwerden: Deswegen bleibt die Situation im Bürgerbüro angespannt Anja Peper Minden. Die Zeit drängt: In sieben Wochen beginnen die Sommerferien in NRW, letzter Schultag ist der 2. Juli. Viele Familien loten jetzt aus, ob und wie ein Urlaub trotz Corona möglich ist. Wer jedoch Ausweis oder Pass erneuern muss, sollte zwei Monate Zeit einplanen. Die Bundestagswahl ist am 26. September: Wer im Wahllokal wählen möchte, braucht neben der Benachrichtigung ebenfalls einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, um die Stimme abgeben zu können. Doch die Termine sind nach wie vor knapp im Bürgerbüro Minden. Dem MT liegen aktuell mehrere Beschwerden vor. „Es gibt in der BRD ja eine Ausweispflicht. Aber wer versucht, einen Termin für einen neuen Personalausweis zu bekommen, wird im Mindener Bürgerbüro sein blaues Wunder erleben", schreibt zum Beispiel Lothar Lietz aus Minden. Die Dienststellen der Stadtverwaltung sind persönlich nur nach Terminvereinbarung erreichbar. Theoretisch ist es sowohl telefonisch und seit Mai 2020 auch online möglich, einen Termin zu ergattern. In der Praxis gelingt es aber oft nicht, der Bildschirm bleibt schwarz. „Wenn Ihnen keine Termine angezeigt werden, haben wir derzeit leider keine freien Termine. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut", lautet demnach die Anzeige. Diese Auskunft hat Lothar Lietz auch bei seinen telefonischen Anfragen bekommen. Sein Fazit: „Gemeint ist damit der Sankt-Nimmerleinstag, denn an den nächsten Tagen wiederholt sich das Spielchen." Ohne gültige Dokumente dazustehen, macht die Menschen kurz vorm Sommer nervös. Kurzfristig lässt sich die Situation laut Verwaltung nicht lösen. Denn noch sind nicht alle Beschäftigten gegen Corona geimpft. „Entspannung bei der Terminlage ist in Sicht, wenn alle Mitarbeiter vollständigen Impfschutz haben", schreibt die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz. Das sei jedoch erst Anfang/Mitte Juli der Fall. Momentan sei noch keine „Welle" in Bezug auf Anträge für Ausweisdokumente zu sehen. „Es kann aber noch kommen." Deshalb empfiehlt sie allen, die im Sommer verreisen wollen, schon jetzt einmal auf ihre Ausweise (Personalausweis/Reisepass) schauen, wie lange diese noch gültig sind. Und: „Manche EU-Länder akzeptieren beispielsweise auch, dass der Pass/Ausweis bis zu einem Jahr abgelaufen sein darf. Unser Tipp: Auf der Seite des Auswärtiges Amtes nachsehen, bei Flugreisen vor der Buchung bei der Fluggesellschaft nachfragen, ob auch die Reise mit vorläufigen oder abgelaufenen Dokumenten möglich ist." Wer Ausweis oder Pass erneuern muss, sollte zwei Monate Zeit einplanen. „Denn momentan gibt es – das ist auch der Stand von März – rund drei Wochen Wartezeit auf einen Termin sowie weitere vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit bei der Bundesdruckerei." Termine können täglich online gebucht werden. Es ist aber auch möglich, sich bei Fragen/Terminwünschen per E-Mail ans Bürgerbüro zu wenden: buergerbuero@minden.de oder auch notfalls telefonisch (0571) 89 888. Warum drei Wochen Wartezeit? „Das hängt damit zusammen, dass im Bürgerbüro aus Infektionsschutzgründen weiterhin in wöchentlich wechselnden Schichten gearbeitet wird, um den Dienstbetrieb sicher zu stellen", so Bereichsleiter Daniel Schollmeyer. Daher sind immer nur rund die Hälfte der Schalter im Bürgerbüro besetzt. „Würde es bei Vollbetrieb nur einen positiven Corona-Fall im Bürgerbüro geben, müsste nach derzeitigen Stand der Dienstbetrieb dort komplett für 14 Tage eingestellt werden", erläutert Daniel Schollmeyer weiter. „Dann würde auch keine Beglaubigungen von Urkunden, Führungszeugnisse und Melderegisterauskünfte geben, was für viele Bürger wohl eine mittlere Katastrophe darstellen würde." Der Schutz der bislang nur einmal geimpften Kollegen stehe an oberster Stelle. Für kleinere Anliegen – wie die drei genannten – kann auch kurzfristig mit zwei bis vier Tagen Wartezeit ein Termin gebucht werden. Im Durchschnitt gibt es bei eingeschränktem Betrieb rund 650 Vorsprachen pro Woche. Die Stadtverwaltung bittet: Wer einen Termin gebucht hat, aber verhindert ist, sollte diesen absagen. „Dann haben andere die Chance, einen früheren Termin zu bekommen."

Kaum Termine, viele Beschwerden: Deswegen bleibt die Situation im Bürgerbüro angespannt

Wer Ausweis oder Pass erneuern muss, sollte aktuell zwei Monate Zeit einplanen. Vor Beginn der Urlaubssaison wird das knapp. MT-Archivfoto: Alex Lehn © Lehn,Alexander

Minden. Die Zeit drängt: In sieben Wochen beginnen die Sommerferien in NRW, letzter Schultag ist der 2. Juli. Viele Familien loten jetzt aus, ob und wie ein Urlaub trotz Corona möglich ist. Wer jedoch Ausweis oder Pass erneuern muss, sollte zwei Monate Zeit einplanen. Die Bundestagswahl ist am 26. September: Wer im Wahllokal wählen möchte, braucht neben der Benachrichtigung ebenfalls einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, um die Stimme abgeben zu können. Doch die Termine sind nach wie vor knapp im Bürgerbüro Minden. Dem MT liegen aktuell mehrere Beschwerden vor.

„Es gibt in der BRD ja eine Ausweispflicht. Aber wer versucht, einen Termin für einen neuen Personalausweis zu bekommen, wird im Mindener Bürgerbüro sein blaues Wunder erleben", schreibt zum Beispiel Lothar Lietz aus Minden. Die Dienststellen der Stadtverwaltung sind persönlich nur nach Terminvereinbarung erreichbar. Theoretisch ist es sowohl telefonisch und seit Mai 2020 auch online möglich, einen Termin zu ergattern. In der Praxis gelingt es aber oft nicht, der Bildschirm bleibt schwarz. „Wenn Ihnen keine Termine angezeigt werden, haben wir derzeit leider keine freien Termine. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut", lautet demnach die Anzeige. Diese Auskunft hat Lothar Lietz auch bei seinen telefonischen Anfragen bekommen. Sein Fazit: „Gemeint ist damit der Sankt-Nimmerleinstag, denn an den nächsten Tagen wiederholt sich das Spielchen."

Ohne gültige Dokumente dazustehen, macht die Menschen kurz vorm Sommer nervös. Kurzfristig lässt sich die Situation laut Verwaltung nicht lösen. Denn noch sind nicht alle Beschäftigten gegen Corona geimpft. „Entspannung bei der Terminlage ist in Sicht, wenn alle Mitarbeiter vollständigen Impfschutz haben", schreibt die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz. Das sei jedoch erst Anfang/Mitte Juli der Fall.


Momentan sei noch keine „Welle" in Bezug auf Anträge für Ausweisdokumente zu sehen. „Es kann aber noch kommen." Deshalb empfiehlt sie allen, die im Sommer verreisen wollen, schon jetzt einmal auf ihre Ausweise (Personalausweis/Reisepass) schauen, wie lange diese noch gültig sind. Und: „Manche EU-Länder akzeptieren beispielsweise auch, dass der Pass/Ausweis bis zu einem Jahr abgelaufen sein darf. Unser Tipp: Auf der Seite des Auswärtiges Amtes nachsehen, bei Flugreisen vor der Buchung bei der Fluggesellschaft nachfragen, ob auch die Reise mit vorläufigen oder abgelaufenen Dokumenten möglich ist."

Wer Ausweis oder Pass erneuern muss, sollte zwei Monate Zeit einplanen. „Denn momentan gibt es – das ist auch der Stand von März – rund drei Wochen Wartezeit auf einen Termin sowie weitere vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit bei der Bundesdruckerei." Termine können täglich online gebucht werden. Es ist aber auch möglich, sich bei Fragen/Terminwünschen per E-Mail ans Bürgerbüro zu wenden: buergerbuero@minden.de oder auch notfalls telefonisch (0571) 89 888.

Warum drei Wochen Wartezeit?

„Das hängt damit zusammen, dass im Bürgerbüro aus Infektionsschutzgründen weiterhin in wöchentlich wechselnden Schichten gearbeitet wird, um den Dienstbetrieb sicher zu stellen", so Bereichsleiter Daniel Schollmeyer. Daher sind immer nur rund die Hälfte der Schalter im Bürgerbüro besetzt.

„Würde es bei Vollbetrieb nur einen positiven Corona-Fall im Bürgerbüro geben, müsste nach derzeitigen Stand der Dienstbetrieb dort komplett für 14 Tage eingestellt werden", erläutert Daniel Schollmeyer weiter. „Dann würde auch keine Beglaubigungen von Urkunden, Führungszeugnisse und Melderegisterauskünfte geben, was für viele Bürger wohl eine mittlere Katastrophe darstellen würde." Der Schutz der bislang nur einmal geimpften Kollegen stehe an oberster Stelle.

Für kleinere Anliegen – wie die drei genannten – kann auch kurzfristig mit zwei bis vier Tagen Wartezeit ein Termin gebucht werden. Im Durchschnitt gibt es bei eingeschränktem Betrieb rund 650 Vorsprachen pro Woche. Die Stadtverwaltung bittet: Wer einen Termin gebucht hat, aber verhindert ist, sollte diesen absagen. „Dann haben andere die Chance, einen früheren Termin zu bekommen."

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