Katzenjammer: Aufnahmestopp und finanzielle Sorgen beim Mindener Tierheim Doris Christoph Minden. Die Katzen sind in Hundezimmern untergebracht oder in der Dusche: Aus allen Ecken des Tierheims scheint es zurzeit zu miauen und zu maunzen. Um 127 Katzen kümmern sich die Mitarbeitenden der Einrichtung in Päpinghausen, 30 weitere leben bei Pflegestellen. „Wir haben sonst die Hälfte der Tiere", sagt Petra Yarwood, Sprecherin des Tierschutzvereins Minden. Er ist Betreiber der Einrichtung. Auch fast alle Plätze für Hunde sind belegt: Von den 18 Hundezimmern ist nur noch eines für Notfälle frei – sonst seien es vier bis fünf. 16 Hunde betreut das Tierheim im Moment, vier weitere sind bei Pflegepaten. Die Folge: Es gibt einen Aufnahmestopp. Pro Katze acht Junge „So können wir weder den Tieren gerecht werden, noch die Hygiene einhalten", sagt Petra Yarwood über die derzeitigen Zustände. „Wir haben zudem eine Fürsorgepflicht für unsere acht Mitarbeiter." Sie würden oft auch abends oder nachts nach den Tieren schauen, weil es eben so viel Nachwuchs gebe oder noch Medikamente verabreicht werden müssten. Für die Überbelegung gibt es mehrere Gründe. Zum Beispiel landeten vor etwa vier Wochen auf einen Schlag 30 Katzen, 18 Kaninchen, 26 Ratten, zwei Rennmäuse sowie eine Farbmaus aus einer Beschlagnahmung in der Einrichtung. Vier der Hunde seien Langzeitbewohner, für die es kein passendes Zuhause gebe, berichtet Yarwood. Einen Zwinger doppelt zu belegen, sei zudem nicht immer möglich. Aber vor allem die Katzen sorgen für einen Engpass – und das hat auch mit Corona zu tun. „Die Kätzchen, die sonst im Frühjahr hergebracht wurden, haben die Leute erstmal selber behalten." Und dann den richtigen Zeitpunkt für die Kastration verpasst. Und so landen auf einmal sehr viele tragende Katzen oder Mütter mit Kitten im Tierheim. Sie wurden in Kartons neben Altglascontainern oder auf Schulhöfen ausgesetzt. Es gab sogar Fälle, dass Besitzer sie direkt beim Tierheim abgeben wollten: Die Kinder hätten eine Allergie entwickelt. Als die Annahme wegen des Aufnahmestopps verweigert wurde, hätten die Besitzer die Transportboxen einfach auf dem Hof abgestellt und seien davon gefahren – oder sie setzten die Tiere nachts auf dem Gelände aus, so Yarwood. „Es wurden Tiere ohne Verantwortung angeschafft, jetzt werden sie ohne Verantwortung abgeschafft." Eine Katze bringt im Schnitt acht Junge zur Welt. Weil aber gleichzeitig wegen Corona der Publikumsverkehr weiter eingeschränkt ist, gibt es laut Yarwood weniger Vermittlungen als früher. Mehrere Generationen von Katzen werden also gerade parallel versorgt. „Der Nachwuchs versechsfacht auch unsere Tierarztkosten", sagt Yarwood. Die Erstversorgung pro Kitte koste mindestens 100 Euro. Dazu zählten das Chippen, Impfen, die Kuren. Irgendwann steht die Kastration an. Kein Auskommen mehr Laut Petra Yarwood hat sich die finanzielle Situation des Tierheims verschlechtert. „Durch immer mehr Tiere und höhere Tierarzt- sowie Betriebskosten gibt es kein Auskommen mehr", sagt sie. Die Zahl der Tiere habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Laut Verein wurden 2017 genau 539 aufgenommen – in dem Jahr war das Tierheim von der Werftstraße auf den größeren Hof in Päpinghausen umgezogen, auf dem Tierschutzstandards besser erfüllt werden konnten. 2018 waren es 692 Tiere. Vergangenes Jahr fanden hier 820 Hunde, Katzen und Co. ein vorübergehendes Zuhause. „2021 liegen wir schon drüber", so Yarwood. Schon einmal war es finanziell eng geworden: 2017 berichtete der damalige Vereinsvorstand, dass die mit den Städten Minden, Porta Westfalica, Petershagen und der Gemeinde Hille vereinbarte Fundtierpauschale nicht mehr ausreiche. Damals zahlten die Kommunen zum Beispiel für einen Hund eine Tagespauschale von 13 Euro, die Tierarztkosten wurden mit 30 Euro bezuschusst, die Verwaltungskosten mit zehn Euro. Gezahlt wurde für 14 Tage (das MT berichtete). Rund 120.000 Euro an Einnahmen konnte der Verein nach eigenen Angaben 2016 verbuchen, dem standen Ausgaben von rund 168.000 Euro für Personal, Gebäudeunterhaltung, Futter- und Tierarztrechnungen am Standort Werftstraße gegenüber. Die Differenz beglich der Trägerverein, musste aber zeitgleich den Umbau der neuen Einrichtungen finanzieren. Seit 2018 gibt es neue Verträge mit den Kommunen: Die zahlen seitdem jährlich 1,10 Euro pro Einwohner. So bekommt der Tierschutzverein für die Aufnahme von Fundtieren aus Minden rund 90.000 Euro, aus Petershagen rund 27.900 Euro. Porta Westfalica zahlt etwa 30.000 Euro jährlich an Minden und 10.000 Euro ans Tierheim Bückeburg. Von der Gemeinde Hille kommen rund 17.000 Euro. Der Kreis Minden-Lübbecke beteiligte sich vergangenes Jahr mit 2.475 Euro an den Tierheim-Kosten. Angenommen der gleiche Betrag wird auch in 2021 gezahlt, erhält das Tierheim so rund 167.375 Euro. Die Zahlen teilten die jeweiligen Pressestellen auf Nachfrage mit. Der Verein selber hält sich trotz seines Hilferufs bedeckt, so bleibt etwa unklar, wie sich die Betriebskosten nach dem Umzug verändert haben. „Konkrete Zahlen zu Ausgaben und Einnahmen möchte der Vorstand nicht weitergeben", teilt Yarwood mit. Und wie soll es weitergehen? „Wir gehen auf die Kommunen zu und wollen so eine langfristige Lösung für den Erhalt des Tierheimes sichern", so der Vorstand. Spenden und Helfer fehlen Yarwood betont: „Es muss immer ein Unterschied gemacht werden zwischen Tierschutzverein und Tierheim." Allerdings springt der Verein finanziell ein, wenn im Tierheim Geld fehlt. Seine Rücklagen sind laut Yarwood nahezu aufgebraucht – und dass, wo er offiziell auch zur Instandhaltung der Gebäude verpflichtet ist. Demnächst sei die Sanierung des Dachs notwendig. Geschätzte Kosten: rund 100.000 Euro. Der Verein finanziert sich und seine Arbeit über Beiträge der rund 450 Mitglieder und aus Spenden. Seit März 2020 ist aber das Tierheim für Außenstehende wegen Corona geschlossen. Veranstaltungen wie das Sommer- oder Herbstfest konnten nicht stattfinden – dabei handele es sich aber um große Einnahmequellen, so die Tierschützerin. Rund 20.000 Euro fehlten so jährlich. „Zudem sind die Einnahmen aus der Spielwiese und der Cafeteria weggefallen." Und es gebe auch weniger Veranstaltungen, bei denen der Tierschutzverein sich und seine Arbeit vorstellen und um Spenden werben könne. Vor der Pandemie ließen auch Besucher, die sich nach einem Haustier umsahen, meist etwas Geld da. Noch vergangenes Jahr im Sommer hieß es zum Spendenaufkommen: „Wir haben da eine gute Fan-Base." Das sieht mittlerweile anders aus. Yarwood spricht vom „Gewöhnungseffekt": „Erst wollen alle helfen, dann kommt die nächste Katastrophe." Die Corona-Schutzverordnungen lassen zwar wieder größere Veranstaltungen zu. Aber der Verein traue sich nicht. Man habe über ein kleines Weihnachtsfest nachgedacht. „Aber das muss jemand planen und durchführen." Dafür fehlten ehrenamtliche Helfer, die sonst auch mal im Tierheim mit anpackten, die Mitarbeitenden entlasteten oder auf dem Gelände halfen. Aber: „Wo sollen neue Ehrenamtliche herkommen?" fragt Yarwood. Trotz der finanziellen Situation: Das Dach muss gemacht werden, so Yarwood. Vergangenen Winter kamen schon Ziegel runter, es ist undicht. Sobald Handwerker frei seien, gehe es los. „Es wird immer dann was gemacht, wenn Geld zur Verfügung steht." Es gehe stückchenweise voran. Transparenz hilft Ein Kommentar von Doris Christoph Es ist ein Elend: Erst schaffen sich die Leute während der Corona-Einschränkungen zum Zeitvertreib und als soziale Lückenbüßer Tiere an, um sie jetzt unter fadenscheinigen Ausreden wieder loszuwerden. Zum Glück gibt es Einrichtungen wie das Tierheim, in dem sich Mitarbeitende und Ehrenamtliche um die Bewohner kümmern. Aber weder ein verantwortungsloser Kurzzeitbesitzer noch die Allgemeinheit können sich darauf ausruhen, dass es dort schon irgendwie läuft: Die finanziellen Folgen für Tierheim und Trägerverein dürfen nicht aus dem Blick geraten. Der Vereinsvorstand tut sich allerdings keinen Gefallen damit, einerseits um Hilfe zu rufen, andererseits keine konkreten Angaben zu Einnahmen und Ausgaben zu machen. Immerhin verwendet er öffentliche Gelder und Transparenz sorgt immer auch für Nachvollziehbarkeit und letztlich Vertrauen. Vor vier Jahren ging es dem Verein schon einmal finanziell schlecht. Damals spielte der damalige Vorstand mit offenen Karten, gewährte Einblicke in die Finanzen. Am Ende kam eine neue Vereinbarung mit den Kommunen heraus. Auch der Rückhalt in der Öffentlichkeit war groß. Offenheit wäre auch jetzt sicherlich wieder hilfreich.

Katzenjammer: Aufnahmestopp und finanzielle Sorgen beim Mindener Tierheim

Katzen über Katzen: Rund 130 werden derzeit im Tierheim Minden versorgt, 30 weitere in Pflegestellen. Oft kommen trächtige Tiere in der Einrichtung an. Symbolfoto: imago-images © imago images/Tobias Wölki

Minden. Die Katzen sind in Hundezimmern untergebracht oder in der Dusche: Aus allen Ecken des Tierheims scheint es zurzeit zu miauen und zu maunzen. Um 127 Katzen kümmern sich die Mitarbeitenden der Einrichtung in Päpinghausen, 30 weitere leben bei Pflegestellen. „Wir haben sonst die Hälfte der Tiere", sagt Petra Yarwood, Sprecherin des Tierschutzvereins Minden. Er ist Betreiber der Einrichtung. Auch fast alle Plätze für Hunde sind belegt: Von den 18 Hundezimmern ist nur noch eines für Notfälle frei – sonst seien es vier bis fünf. 16 Hunde betreut das Tierheim im Moment, vier weitere sind bei Pflegepaten. Die Folge: Es gibt einen Aufnahmestopp.

Pro Katze acht Junge

„So können wir weder den Tieren gerecht werden, noch die Hygiene einhalten", sagt Petra Yarwood über die derzeitigen Zustände. „Wir haben zudem eine Fürsorgepflicht für unsere acht Mitarbeiter." Sie würden oft auch abends oder nachts nach den Tieren schauen, weil es eben so viel Nachwuchs gebe oder noch Medikamente verabreicht werden müssten.

Malina Reckordt

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Für die Überbelegung gibt es mehrere Gründe. Zum Beispiel landeten vor etwa vier Wochen auf einen Schlag 30 Katzen, 18 Kaninchen, 26 Ratten, zwei Rennmäuse sowie eine Farbmaus aus einer Beschlagnahmung in der Einrichtung. Vier der Hunde seien Langzeitbewohner, für die es kein passendes Zuhause gebe, berichtet Yarwood. Einen Zwinger doppelt zu belegen, sei zudem nicht immer möglich.

Aber vor allem die Katzen sorgen für einen Engpass – und das hat auch mit Corona zu tun. „Die Kätzchen, die sonst im Frühjahr hergebracht wurden, haben die Leute erstmal selber behalten." Und dann den richtigen Zeitpunkt für die Kastration verpasst. Und so landen auf einmal sehr viele tragende Katzen oder Mütter mit Kitten im Tierheim.

Sie wurden in Kartons neben Altglascontainern oder auf Schulhöfen ausgesetzt. Es gab sogar Fälle, dass Besitzer sie direkt beim Tierheim abgeben wollten: Die Kinder hätten eine Allergie entwickelt. Als die Annahme wegen des Aufnahmestopps verweigert wurde, hätten die Besitzer die Transportboxen einfach auf dem Hof abgestellt und seien davon gefahren – oder sie setzten die Tiere nachts auf dem Gelände aus, so Yarwood. „Es wurden Tiere ohne Verantwortung angeschafft, jetzt werden sie ohne Verantwortung abgeschafft."

Eine Katze bringt im Schnitt acht Junge zur Welt. Weil aber gleichzeitig wegen Corona der Publikumsverkehr weiter eingeschränkt ist, gibt es laut Yarwood weniger Vermittlungen als früher. Mehrere Generationen von Katzen werden also gerade parallel versorgt. „Der Nachwuchs versechsfacht auch unsere Tierarztkosten", sagt Yarwood. Die Erstversorgung pro Kitte koste mindestens 100 Euro. Dazu zählten das Chippen, Impfen, die Kuren. Irgendwann steht die Kastration an.

Kein Auskommen mehr

Laut Petra Yarwood hat sich die finanzielle Situation des Tierheims verschlechtert. „Durch immer mehr Tiere und höhere Tierarzt- sowie Betriebskosten gibt es kein Auskommen mehr", sagt sie. Die Zahl der Tiere habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Laut Verein wurden 2017 genau 539 aufgenommen – in dem Jahr war das Tierheim von der Werftstraße auf den größeren Hof in Päpinghausen umgezogen, auf dem Tierschutzstandards besser erfüllt werden konnten. 2018 waren es 692 Tiere. Vergangenes Jahr fanden hier 820 Hunde, Katzen und Co. ein vorübergehendes Zuhause. „2021 liegen wir schon drüber", so Yarwood.

Schon einmal war es finanziell eng geworden: 2017 berichtete der damalige Vereinsvorstand, dass die mit den Städten Minden, Porta Westfalica, Petershagen und der Gemeinde Hille vereinbarte Fundtierpauschale nicht mehr ausreiche. Damals zahlten die Kommunen zum Beispiel für einen Hund eine Tagespauschale von 13 Euro, die Tierarztkosten wurden mit 30 Euro bezuschusst, die Verwaltungskosten mit zehn Euro. Gezahlt wurde für 14 Tage (das MT berichtete).

Rund 120.000 Euro an Einnahmen konnte der Verein nach eigenen Angaben 2016 verbuchen, dem standen Ausgaben von rund 168.000 Euro für Personal, Gebäudeunterhaltung, Futter- und Tierarztrechnungen am Standort Werftstraße gegenüber. Die Differenz beglich der Trägerverein, musste aber zeitgleich den Umbau der neuen Einrichtungen finanzieren.

Seit 2018 gibt es neue Verträge mit den Kommunen: Die zahlen seitdem jährlich 1,10 Euro pro Einwohner. So bekommt der Tierschutzverein für die Aufnahme von Fundtieren aus Minden rund 90.000 Euro, aus Petershagen rund 27.900 Euro. Porta Westfalica zahlt etwa 30.000 Euro jährlich an Minden und 10.000 Euro ans Tierheim Bückeburg. Von der Gemeinde Hille kommen rund 17.000 Euro. Der Kreis Minden-Lübbecke beteiligte sich vergangenes Jahr mit 2.475 Euro an den Tierheim-Kosten. Angenommen der gleiche Betrag wird auch in 2021 gezahlt, erhält das Tierheim so rund 167.375 Euro. Die Zahlen teilten die jeweiligen Pressestellen auf Nachfrage mit. Der Verein selber hält sich trotz seines Hilferufs bedeckt, so bleibt etwa unklar, wie sich die Betriebskosten nach dem Umzug verändert haben.

„Konkrete Zahlen zu Ausgaben und Einnahmen möchte der Vorstand nicht weitergeben", teilt Yarwood mit. Und wie soll es weitergehen? „Wir gehen auf die Kommunen zu und wollen so eine langfristige Lösung für den Erhalt des Tierheimes sichern", so der Vorstand.

Spenden und Helfer fehlen

Yarwood betont: „Es muss immer ein Unterschied gemacht werden zwischen Tierschutzverein und Tierheim." Allerdings springt der Verein finanziell ein, wenn im Tierheim Geld fehlt. Seine Rücklagen sind laut Yarwood nahezu aufgebraucht – und dass, wo er offiziell auch zur Instandhaltung der Gebäude verpflichtet ist. Demnächst sei die Sanierung des Dachs notwendig. Geschätzte Kosten: rund 100.000 Euro.

Der Verein finanziert sich und seine Arbeit über Beiträge der rund 450 Mitglieder und aus Spenden. Seit März 2020 ist aber das Tierheim für Außenstehende wegen Corona geschlossen. Veranstaltungen wie das Sommer- oder Herbstfest konnten nicht stattfinden – dabei handele es sich aber um große Einnahmequellen, so die Tierschützerin. Rund 20.000 Euro fehlten so jährlich. „Zudem sind die Einnahmen aus der Spielwiese und der Cafeteria weggefallen." Und es gebe auch weniger Veranstaltungen, bei denen der Tierschutzverein sich und seine Arbeit vorstellen und um Spenden werben könne.

Vor der Pandemie ließen auch Besucher, die sich nach einem Haustier umsahen, meist etwas Geld da. Noch vergangenes Jahr im Sommer hieß es zum Spendenaufkommen: „Wir haben da eine gute Fan-Base." Das sieht mittlerweile anders aus. Yarwood spricht vom „Gewöhnungseffekt": „Erst wollen alle helfen, dann kommt die nächste Katastrophe."

Die Corona-Schutzverordnungen lassen zwar wieder größere Veranstaltungen zu. Aber der Verein traue sich nicht. Man habe über ein kleines Weihnachtsfest nachgedacht. „Aber das muss jemand planen und durchführen." Dafür fehlten ehrenamtliche Helfer, die sonst auch mal im Tierheim mit anpackten, die Mitarbeitenden entlasteten oder auf dem Gelände halfen. Aber: „Wo sollen neue Ehrenamtliche herkommen?" fragt Yarwood.

Trotz der finanziellen Situation: Das Dach muss gemacht werden, so Yarwood. Vergangenen Winter kamen schon Ziegel runter, es ist undicht. Sobald Handwerker frei seien, gehe es los. „Es wird immer dann was gemacht, wenn Geld zur Verfügung steht." Es gehe stückchenweise voran.

Transparenz hilft

Ein Kommentar von Doris Christoph

Es ist ein Elend: Erst schaffen sich die Leute während der Corona-Einschränkungen zum Zeitvertreib und als soziale Lückenbüßer Tiere an, um sie jetzt unter fadenscheinigen Ausreden wieder loszuwerden. Zum Glück gibt es Einrichtungen wie das Tierheim, in dem sich Mitarbeitende und Ehrenamtliche um die Bewohner kümmern.

Aber weder ein verantwortungsloser Kurzzeitbesitzer noch die Allgemeinheit können sich darauf ausruhen, dass es dort schon irgendwie läuft: Die finanziellen Folgen für Tierheim und Trägerverein dürfen nicht aus dem Blick geraten. Der Vereinsvorstand tut sich allerdings keinen Gefallen damit, einerseits um Hilfe zu rufen, andererseits keine konkreten Angaben zu Einnahmen und Ausgaben zu machen. Immerhin verwendet er öffentliche Gelder und Transparenz sorgt immer auch für Nachvollziehbarkeit und letztlich Vertrauen.

Vor vier Jahren ging es dem Verein schon einmal finanziell schlecht. Damals spielte der damalige Vorstand mit offenen Karten, gewährte Einblicke in die Finanzen. Am Ende kam eine neue Vereinbarung mit den Kommunen heraus. Auch der Rückhalt in der Öffentlichkeit war groß. Offenheit wäre auch jetzt sicherlich wieder hilfreich.

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