Kandidat X Monika Jäger Minden (mt). „Eigentlich“, sagt Dr. Alf Domeier von der AfD, „müssten wir den nächsten Mindener Bürgermeister genau so wie die Beigeordneten per Ausschreibung suchen. Dann können wir wenigstens sicher sein, dass wir eine kompetente Person bekommen.“Allerdings wird der Bürgermeister in NRW vom Volk in geheimer Wahl und nicht vom Rat per Ausschreibung bestimmt - in Minden nächstes Mal am 13. September 2015. Einen parteiübergreifend gemeinsamen Kandidaten könnte man allerdings durchaus per Anzeige suchen - Havixbeck macht das vor. „Unser Ziel ist es, fraktionsübergreifend eine überzeugende Persönlichkeit anzubieten, mit der wir gemeinsam für die Zukunft bestmögliche Qualität sicherstellen können“, formuliert ein Bündnis aus allen vier im Gemeinderat vertretenen Havixbecker Parteien in ihrer Anzeige.So viel Gemeinsamkeit ist in Minden nicht abzusehen. Hier zeichnet sich ab, dass mindestens drei Personen gegeneinander antreten werden. Während der SPD-Kandidat (Michael Jäcke) und ein Bürger, der die Absicht bekundet, als Kandidat ins Rennen zu gehen (Jürgen Schnake), offenbar nicht auf Unterstützung anderer Fraktionen rechnen können, sind CDU und Grüne zur Zeit gemeinsam auf der Suche nach dem oder der perfekten Person, die die - bisher nur durch CDU-Mann Reinhard Korte unterbrochene - lange Reihe von SPD-Bürgermeistern beenden könnte.Finden CDU / Grüne einen aus ihrer Sicht guter Kandidaten, könnte auch die FDP mit einsteigen: „Wir werden uns Anfang Februar in der Frage positionieren“, sagt Hartmut Freise. Im Vorstand gebe es „eine klare Meinung für ein bürgerliches Bündnis jenseits der SPD“, doch zunächst sollten die Mitglieder gehört werden. Einen eigenen Kandidaten einzubringen sei „nicht vorgesehen, doch nicht ausgeschlossen“.Auch das Bürger-Bündnis Minden - gemeinsam mit Piraten und FDP in der Liberalen Fraktion vertreten - möchte mit Worten von Claudia Herziger-Möhlmann einen Bürgermeisterkandidaten, der „die bürgerliche Mitte“ vertritt. Hier soll im Februar ebenfalls bei einer Vorstandssitzung mehr entschieden werden. „Es wäre wünschenswert, wenn wir uns dem Kanidatenvorschlag der CDU/Grünen anschließen könnten“, sagt sie zudem. Jemand mit Industrieerfahrung und dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung sollte es auf jeden Fall sein. Sven Brandhorst für die Piraten („Wir haben eventuell auch eine Person im Blick“) hofft auf einen Bewerber, der überparteilich akzeptabel ist.Die SPD hat schon vor Jahresfrist erklärt, mit wem sie ins Rennen geht. Ihr Kandidat Michael Jäcke (53) Diplom-Ingenieur aus dem Ortsverein Nordstadt, kommt aus der freien Wirtschaft. Früh hat ihn die Partei benannt, seither haben alle Fraktionen schon die Gelegenheit genutzt, sich an ihm abzuarbeiten. Er gilt als sympathisch, man zollt ihm Respekt für seine politische Arbeit, man schätze ihn als Menschen sehr. Doch oft kommt dann ein „aber“: „Ist er wirklich in der Lage, die Politik parteiübergreifend voranzutreiben?“ sagt zum Beispiel das BBM. „Kann er Verwaltung?“, fragt die MI.Beide Gründe - fehlende Erfahrung in der Verwaltung und wenig Zutrauen in die Fähigkeiten, den komplizierten Rat zu moderieren, führen Parteivertreter auch gegen den Mindener Jürgen Schnake an. Er erklärt seit langem, er wolle Bürgermeisterkandidat werden, und gehört dem Stadtrat nicht an. Daher muss er bis zum 27. Juli 300 Unterstützungsunterschriften aufbringen und kann dann ins Rennen gehen.CDU und Bündnisgrünen wollen einen Gegenentwurf zu Michael Jäcke präsentieren. Doch ein eigener Kandidat ist - jedenfalls offiziell - noch nicht gefunden. Zur Zeit stünden vier Personen auf der Auswahlliste, sagt Lutz Abruszat, Männer und Frauen, drei davon aus der näheren Umgebung, einer von außerhalb. Gespräche laufen noch. Die Kooperation mit den Grünen habe sich als positiv erwiesen. „Je größer das Bündnis ist, desto mehr Leute sind bereit zu kandidieren.“ Und man stehe nicht unter Zeitdruck: Vor Ostern soll nun der Kandidat oder die Kandidatin benannt sein.Für die MI ist die Sache noch völlig offen. Sicher aber: „Wir werden uns nicht an der Suche von CDU und Grünen beteiligen“, so Jürgen Gebauer. Doch: „Wenn interessante Namen auftauchen, kann es sein, dass wir die unterstützen.“ Die Linke schließlich ist neutral in allen Dingen, denn in der Partei gehen die Ansichten noch weit auseinander, erklärt Stefan Schröder. Auch hier soll im Februar erneut beraten werden.Die SPD steht unterdessen fest zu Jäcke. „Wir haben einen guten Kandidaten“, sagt Bernd Müller. Jäckes Vorteil sei, dass er schon jetzt mit Aktivitäten vor Ort beginnen könne. „Ob uns am Ende wirklich keine andere Partei unterstützt, bleibt abzuwarten.“Der Neue soll am 13. September gewählt werden und beginnt seine Amtszeit am 21. Oktober. Die Frist, um Vorschläge einzureichen, endet am 27. Juli um 18 Uhr. Spätestens dann ist klar, wer auf dem Stimmzettel stehen wird.

Kandidat X

So lang wie bei der Kommunalwahl im Mai 2014 wird der Stimmzettel für den Bürgermeisterposten nicht sein. MT-Foto: Lehn (Archiv)

Minden (mt). „Eigentlich“, sagt Dr. Alf Domeier von der AfD, „müssten wir den nächsten Mindener Bürgermeister genau so wie die Beigeordneten per Ausschreibung suchen. Dann können wir wenigstens sicher sein, dass wir eine kompetente Person bekommen.“

Allerdings wird der Bürgermeister in NRW vom Volk in geheimer Wahl und nicht vom Rat per Ausschreibung bestimmt - in Minden nächstes Mal am 13. September 2015. Einen parteiübergreifend gemeinsamen Kandidaten könnte man allerdings durchaus per Anzeige suchen - Havixbeck macht das vor. „Unser Ziel ist es, fraktionsübergreifend eine überzeugende Persönlichkeit anzubieten, mit der wir gemeinsam für die Zukunft bestmögliche Qualität sicherstellen können“, formuliert ein Bündnis aus allen vier im Gemeinderat vertretenen Havixbecker Parteien in ihrer Anzeige.

So viel Gemeinsamkeit ist in Minden nicht abzusehen. Hier zeichnet sich ab, dass mindestens drei Personen gegeneinander antreten werden. Während der SPD-Kandidat (Michael Jäcke) und ein Bürger, der die Absicht bekundet, als Kandidat ins Rennen zu gehen (Jürgen Schnake), offenbar nicht auf Unterstützung anderer Fraktionen rechnen können, sind CDU und Grüne zur Zeit gemeinsam auf der Suche nach dem oder der perfekten Person, die die - bisher nur durch CDU-Mann Reinhard Korte unterbrochene - lange Reihe von SPD-Bürgermeistern beenden könnte.

Finden CDU / Grüne einen aus ihrer Sicht guter Kandidaten, könnte auch die FDP mit einsteigen: „Wir werden uns Anfang Februar in der Frage positionieren“, sagt Hartmut Freise. Im Vorstand gebe es „eine klare Meinung für ein bürgerliches Bündnis jenseits der SPD“, doch zunächst sollten die Mitglieder gehört werden. Einen eigenen Kandidaten einzubringen sei „nicht vorgesehen, doch nicht ausgeschlossen“.

Auch das Bürger-Bündnis Minden - gemeinsam mit Piraten und FDP in der Liberalen Fraktion vertreten - möchte mit Worten von Claudia Herziger-Möhlmann einen Bürgermeisterkandidaten, der „die bürgerliche Mitte“ vertritt. Hier soll im Februar ebenfalls bei einer Vorstandssitzung mehr entschieden werden. „Es wäre wünschenswert, wenn wir uns dem Kanidatenvorschlag der CDU/Grünen anschließen könnten“, sagt sie zudem. Jemand mit Industrieerfahrung und dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung sollte es auf jeden Fall sein. Sven Brandhorst für die Piraten („Wir haben eventuell auch eine Person im Blick“) hofft auf einen Bewerber, der überparteilich akzeptabel ist.

Die SPD hat schon vor Jahresfrist erklärt, mit wem sie ins Rennen geht. Ihr Kandidat Michael Jäcke (53) Diplom-Ingenieur aus dem Ortsverein Nordstadt, kommt aus der freien Wirtschaft. Früh hat ihn die Partei benannt, seither haben alle Fraktionen schon die Gelegenheit genutzt, sich an ihm abzuarbeiten. Er gilt als sympathisch, man zollt ihm Respekt für seine politische Arbeit, man schätze ihn als Menschen sehr. Doch oft kommt dann ein „aber“: „Ist er wirklich in der Lage, die Politik parteiübergreifend voranzutreiben?“ sagt zum Beispiel das BBM. „Kann er Verwaltung?“, fragt die MI.

Beide Gründe - fehlende Erfahrung in der Verwaltung und wenig Zutrauen in die Fähigkeiten, den komplizierten Rat zu moderieren, führen Parteivertreter auch gegen den Mindener Jürgen Schnake an. Er erklärt seit langem, er wolle Bürgermeisterkandidat werden, und gehört dem Stadtrat nicht an. Daher muss er bis zum 27. Juli 300 Unterstützungsunterschriften aufbringen und kann dann ins Rennen gehen.

CDU und Bündnisgrünen wollen einen Gegenentwurf zu Michael Jäcke präsentieren. Doch ein eigener Kandidat ist - jedenfalls offiziell - noch nicht gefunden. Zur Zeit stünden vier Personen auf der Auswahlliste, sagt Lutz Abruszat, Männer und Frauen, drei davon aus der näheren Umgebung, einer von außerhalb. Gespräche laufen noch. Die Kooperation mit den Grünen habe sich als positiv erwiesen. „Je größer das Bündnis ist, desto mehr Leute sind bereit zu kandidieren.“ Und man stehe nicht unter Zeitdruck: Vor Ostern soll nun der Kandidat oder die Kandidatin benannt sein.

Für die MI ist die Sache noch völlig offen. Sicher aber: „Wir werden uns nicht an der Suche von CDU und Grünen beteiligen“, so Jürgen Gebauer. Doch: „Wenn interessante Namen auftauchen, kann es sein, dass wir die unterstützen.“ Die Linke schließlich ist neutral in allen Dingen, denn in der Partei gehen die Ansichten noch weit auseinander, erklärt Stefan Schröder. Auch hier soll im Februar erneut beraten werden.

Die SPD steht unterdessen fest zu Jäcke. „Wir haben einen guten Kandidaten“, sagt Bernd Müller. Jäckes Vorteil sei, dass er schon jetzt mit Aktivitäten vor Ort beginnen könne. „Ob uns am Ende wirklich keine andere Partei unterstützt, bleibt abzuwarten.“

Der Neue soll am 13. September gewählt werden und beginnt seine Amtszeit am 21. Oktober. Die Frist, um Vorschläge einzureichen, endet am 27. Juli um 18 Uhr. Spätestens dann ist klar, wer auf dem Stimmzettel stehen wird.

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