Kampa-Halle: Die Stadt Minden hat nicht auf Schließung gedrängt Monika Jäger Minden (mt). Wieder steht die Kampa-Halle auf der Tagesordnung eines politischen Fachausschusses: Am kommenden Montag, 28. Oktober, soll das aktuelle Gutachten vorgestellt und erläutert werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion FWG Mühlenkreis/Piraten zum Kreisausschuss (15 Uhr im Kreishaus) für Bau, Energie, Umwelt und Verkehr gestellt. Denn dieses Gutachten ist eine der Grundlagen für die Entscheidung des Landrats Dr. Ralf Niermann, den Sport- und Veranstaltungsort spätestens zum Jahresende zu schließen. Interessant dürfte in dem Zusammenhang die Frage nach dem weiteren Vorgehen werden. Denn da werden die Stadt Minden – bei der Brandschutz- und Bauaufsicht liegen – und der Kreis Minden-Lübbecke als Betreiber oft zusammen genannt. Wie Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian jetzt gegenüber dem MT erklärte, muss die Kreisverwaltung aktiv werden, die Stadt sehe keine Veranlassung dazu. „Manches liest sich so, als ob die Bauaufsicht bei uns gerade etwas tun würde", sagte er. Das sei aber nicht der Fall. Obendrein liege das komplette Gutachten der Firma Kempen Krause Ingenieure der Stadt bisher gar nicht vor. Als Versammlungsstätte ist die Kampa-Halle kein normales Gebäude. Die technischen Einrichtungen zum Beispiel sind so komplex, dass diese nicht die Bauordnung der Stadt, sondern der TÜV prüft. Auch die Bauordnung ist aktiv: Alle drei Jahre gibt es Begehungen und eine Sonderbaukontrolle. Deren Ziel ist es zu prüfen, ob das Genehmigte noch mit der aktuellen Nutzung übereinstimmt. Das war zuletzt 2017 der Fall, damals war auch ein externer Sachverständiger dabei, wie Bursian unlängst im Rat der Stadt Minden erläuterte. Die nächste Kontrolle dieser Art hätte 2020 angestanden. Für die Sicherheit solch eines Sonderbauwerks sei aber immer der Betreiber verantwortlich – das ist im Fall der Kampa-Halle der Kreis Minden-Lübbecke. „Wir haben nicht zu Kompensationsmaßnahmen aufgefordert", sagt Bursian. Natürlich könne der Betreiber entscheiden zuzumachen, wenn ihm das – wie jetzt ja offenbar geschehen – externe Prüfer nach Sicht auf die technischen Anlagen empfehlen würden. Um Brandschutzmängel ging es bereits 2015. Das, was damals festgestellt wurde, hätten die Experten der städtischen Bauordnung in der Folge mit denen des Kreises Minden-Lübbecke durchgesprochen. Auch darauf war in der Begehung 2017 geachtet worden. Ergebnis: Die Mängel waren da „weitestgehend abgestellt". Und: Als der Kreis in 2019 die Bauordnung fragte, ob die Halle weiter betrieben werden könnte, gab diese grünes Licht. „Eine Anfrage des Kreises aus diesem Jahr nach dem Weiterbetrieb der Halle wurde von der Bauordnung positiv beantwortet." Es sei also nicht die Stadt Minden und auch nicht deren Bauordnung, die jetzt die weitere Nutzung der Halle untersagt habe. Und es sei auch ein Missverständnis, dass zurzeit eine Entscheidung der Stadt über den Weiter- oder Längerbetrieb der Halle anstehe. Das sei eine Entscheidung des Betreibers – des Kreises –, die dieser offenbar aufgrund des Fachgutachtens getroffen habe. Der Stadt liege das Gesamtgutachten der vom Kreis beauftragten Firma Kempen Krause Ingenieure bisher nicht in Gänze vor. „Wir sind bereit, mit dem Kreis als Betreiber zu reden." Wenn Kompensationsmaßnahmen vorgeschlagen werden sollen, damit die Halle noch nach dem 31. Oktober genutzt werden kann, „würden wir gerne mit an den Tisch." Dafür sei in der kommenden Woche ein Termin angesetzt. Aber, wiederholt Bursian, es sei eben nicht die Stadt Minden, die auf die Schließung der Halle gedrängt habe.

Kampa-Halle: Die Stadt Minden hat nicht auf Schließung gedrängt

Weil die Kabelkanäle zum Teil durch die gesamte Halle laufen, ließen sich keine einzelnen Brandabschnitte einrichten. MT- © Foto: Alex Lehn/Archiv

Minden (mt). Wieder steht die Kampa-Halle auf der Tagesordnung eines politischen Fachausschusses: Am kommenden Montag, 28. Oktober, soll das aktuelle Gutachten vorgestellt und erläutert werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion FWG Mühlenkreis/Piraten zum Kreisausschuss (15 Uhr im Kreishaus) für Bau, Energie, Umwelt und Verkehr gestellt. Denn dieses Gutachten ist eine der Grundlagen für die Entscheidung des Landrats Dr. Ralf Niermann, den Sport- und Veranstaltungsort spätestens zum Jahresende zu schließen.

Interessant dürfte in dem Zusammenhang die Frage nach dem weiteren Vorgehen werden. Denn da werden die Stadt Minden – bei der Brandschutz- und Bauaufsicht liegen – und der Kreis Minden-Lübbecke als Betreiber oft zusammen genannt. Wie Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian jetzt gegenüber dem MT erklärte, muss die Kreisverwaltung aktiv werden, die Stadt sehe keine Veranlassung dazu. „Manches liest sich so, als ob die Bauaufsicht bei uns gerade etwas tun würde", sagte er. Das sei aber nicht der Fall. Obendrein liege das komplette Gutachten der Firma Kempen Krause Ingenieure der Stadt bisher gar nicht vor.

Als Versammlungsstätte ist die Kampa-Halle kein normales Gebäude. Die technischen Einrichtungen zum Beispiel sind so komplex, dass diese nicht die Bauordnung der Stadt, sondern der TÜV prüft. Auch die Bauordnung ist aktiv: Alle drei Jahre gibt es Begehungen und eine Sonderbaukontrolle. Deren Ziel ist es zu prüfen, ob das Genehmigte noch mit der aktuellen Nutzung übereinstimmt. Das war zuletzt 2017 der Fall, damals war auch ein externer Sachverständiger dabei, wie Bursian unlängst im Rat der Stadt Minden erläuterte. Die nächste Kontrolle dieser Art hätte 2020 angestanden.

Für die Sicherheit solch eines Sonderbauwerks sei aber immer der Betreiber verantwortlich – das ist im Fall der Kampa-Halle der Kreis Minden-Lübbecke. „Wir haben nicht zu Kompensationsmaßnahmen aufgefordert", sagt Bursian. Natürlich könne der Betreiber entscheiden zuzumachen, wenn ihm das – wie jetzt ja offenbar geschehen – externe Prüfer nach Sicht auf die technischen Anlagen empfehlen würden.

Um Brandschutzmängel ging es bereits 2015. Das, was damals festgestellt wurde, hätten die Experten der städtischen Bauordnung in der Folge mit denen des Kreises Minden-Lübbecke durchgesprochen. Auch darauf war in der Begehung 2017 geachtet worden. Ergebnis: Die Mängel waren da „weitestgehend abgestellt". Und: Als der Kreis in 2019 die Bauordnung fragte, ob die Halle weiter betrieben werden könnte, gab diese grünes Licht. „Eine Anfrage des Kreises aus diesem Jahr nach dem Weiterbetrieb der Halle wurde von der Bauordnung positiv beantwortet."

Es sei also nicht die Stadt Minden und auch nicht deren Bauordnung, die jetzt die weitere Nutzung der Halle untersagt habe. Und es sei auch ein Missverständnis, dass zurzeit eine Entscheidung der Stadt über den Weiter- oder Längerbetrieb der Halle anstehe. Das sei eine Entscheidung des Betreibers – des Kreises –, die dieser offenbar aufgrund des Fachgutachtens getroffen habe.

Der Stadt liege das Gesamtgutachten der vom Kreis beauftragten Firma Kempen Krause Ingenieure bisher nicht in Gänze vor. „Wir sind bereit, mit dem Kreis als Betreiber zu reden." Wenn Kompensationsmaßnahmen vorgeschlagen werden sollen, damit die Halle noch nach dem 31. Oktober genutzt werden kann, „würden wir gerne mit an den Tisch." Dafür sei in der kommenden Woche ein Termin angesetzt. Aber, wiederholt Bursian, es sei eben nicht die Stadt Minden, die auf die Schließung der Halle gedrängt habe.

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