Kampa-Gutachten: Ist die Halle tatsächlich ein Schwarzbau? Henning Wandel Minden. Für die Kampa-Halle gibt es eine Zukunft. Und auch wenn die in der vergangenen Woche vom Kreistag beschlossene Sanierung voraussichtlich drei Jahre dauern wird, sind die Mängel im Brandschutz weniger gravierend als angenommen. Zu diesem Schluss zumindest kam der Mönchengladbacher Sachverständige Michael Hamacher in seinem gemeinsam von Politik und Verwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten. Doch bei der Präsentation seiner Ergebnisse entstand auch ein anderes Bild von der Halle: das eines seit längerer Zeit ungenehmigten Bauwerks. Ist die Halle also ein Schwarzbau, wie in einigen Online-Kommentaren bereits vermutet wurde? Michael Hamacher verneint das gegenüber dem MT. Es habe verschiedene geduldete Adhoc-Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gegeben, sagt er und betont: „Immer in Abstimmung mit der Bauaufsicht.“ Dennoch sei es Ende des vergangenen Jahres richtig gewesen, die Halle zu schließen. Nicht etwa, weil in der Halle plötzlich eine Gefahr für Leib und Leben der Nutzer und Besucher bestanden hätte: „Die Prüfer wussten schlicht nicht mehr, auf welcher Grundlage sie prüfen sollten“, sagt Hamacher. Das habe zwangsläufig zu wesentlichen Mängeln geführt. Wie er schon vor dem Kreistag gesagt hatte, sei mal das für die Halle gültige Baurecht von 1998 angewandt worden, mal die inzwischen veränderte aktuelle Rechtslage. Als dann von einem Brandschutz-Sachverständigen die Schließung der Halle empfohlen worden sei, habe die Kreisverwaltung gar nicht anders gekonnt, als dem nachzukommen – auch wenn bei einer Nutzung keine konkrete Gefahr bestanden habe. „Wenn aber etwas passiert, guckt der Richter zuerst auf den Satz, in dem die Schließung empfohlen wird“, sagt Hamacher. Zu den möglichen Kosten der Sanierung äußert sich Hamacher nicht, auch zur Dauer der Sanierung hält er sich zurück. Nur so viel: „Sie wird nicht morgen wieder öffnen – und auch nicht für ein bisschen Geld.“ Diese Hoffnung sei in der Zwischenzeit unter anderem durch das von Melitta beauftragte Gutachten geweckt worden. Und auch der Mindener Martin Möller hatte diese Möglichkeit in der Vergangenheit immer wieder ins Spiel gebracht. Zunächst stünden jetzt Gespräche mit der Bauaufsicht an, sagt Hamacher, der den weiteren Prozess im Auftrag des Kreises begleitet. Laut Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg hat es bereits erste Gespräche mit der Mindener Behörde gegeben. Wann die Sanierung starten könne, sei aber noch offen. Das liege auch daran, dass keine Arbeiten ausgeschrieben werden dürfen, bevor der Förderantrag bewillig ist. Der Kreis erhofft sich vom Bund bis zu vier Millionen Euro für die Sanierung der Halle. Doch bis zu einem möglichen Baubeginn sei auch so noch eine Menge zu erledigen. So müsse für die bereits in der Vergangenheit durchgeführten Arbeiten ein Genehmigungsverfahren angestoßen werden, erklärt Freiberg: „Für eine Legalisierung des bestehenden Zustands.“ Dass die Fördermittel aus Berlin tatsächlich fließen, sei so gut wie sicher. „Zu 99,9 Prozent“, hatte Freiberg im Kreistag gesagt. Der Antrag sei auf jeden Fall am Freitag fristgerecht auf den Weg gebracht worden. Im weiteren Prozess werde auch geprüft, ob die Halle schon in der Zwischenzeit wieder geöffnet werden könne, konkret sei dazu aber noch nichts zu sagen. „Ohne Veränderung an der Lüftungsanlage werden wir nicht aufmachen können.“ Für den Gutachter war die erneute Prüfung, ob eine Sanierung der 50 Jahre alten Halle möglich ist, auf jeden Fall der richtige Weg: „Es wäre sehr ärgerlich gewesen, wenn die Halle allein auf der Grundlage des letzten Gutachtens abgerissen worden wäre“, sagt Hamacher.

Kampa-Gutachten: Ist die Halle tatsächlich ein Schwarzbau?

© Foto: Alex Lehn

Minden. Für die Kampa-Halle gibt es eine Zukunft. Und auch wenn die in der vergangenen Woche vom Kreistag beschlossene Sanierung voraussichtlich drei Jahre dauern wird, sind die Mängel im Brandschutz weniger gravierend als angenommen. Zu diesem Schluss zumindest kam der Mönchengladbacher Sachverständige Michael Hamacher in seinem gemeinsam von Politik und Verwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten. Doch bei der Präsentation seiner Ergebnisse entstand auch ein anderes Bild von der Halle: das eines seit längerer Zeit ungenehmigten Bauwerks.

Ist die Halle also ein Schwarzbau, wie in einigen Online-Kommentaren bereits vermutet wurde? Michael Hamacher verneint das gegenüber dem MT. Es habe verschiedene geduldete Adhoc-Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gegeben, sagt er und betont: „Immer in Abstimmung mit der Bauaufsicht.“ Dennoch sei es Ende des vergangenen Jahres richtig gewesen, die Halle zu schließen. Nicht etwa, weil in der Halle plötzlich eine Gefahr für Leib und Leben der Nutzer und Besucher bestanden hätte: „Die Prüfer wussten schlicht nicht mehr, auf welcher Grundlage sie prüfen sollten“, sagt Hamacher. Das habe zwangsläufig zu wesentlichen Mängeln geführt.

Wie er schon vor dem Kreistag gesagt hatte, sei mal das für die Halle gültige Baurecht von 1998 angewandt worden, mal die inzwischen veränderte aktuelle Rechtslage. Als dann von einem Brandschutz-Sachverständigen die Schließung der Halle empfohlen worden sei, habe die Kreisverwaltung gar nicht anders gekonnt, als dem nachzukommen – auch wenn bei einer Nutzung keine konkrete Gefahr bestanden habe. „Wenn aber etwas passiert, guckt der Richter zuerst auf den Satz, in dem die Schließung empfohlen wird“, sagt Hamacher.

Zu den möglichen Kosten der Sanierung äußert sich Hamacher nicht, auch zur Dauer der Sanierung hält er sich zurück. Nur so viel: „Sie wird nicht morgen wieder öffnen – und auch nicht für ein bisschen Geld.“ Diese Hoffnung sei in der Zwischenzeit unter anderem durch das von Melitta beauftragte Gutachten geweckt worden. Und auch der Mindener Martin Möller hatte diese Möglichkeit in der Vergangenheit immer wieder ins Spiel gebracht.

Zunächst stünden jetzt Gespräche mit der Bauaufsicht an, sagt Hamacher, der den weiteren Prozess im Auftrag des Kreises begleitet. Laut Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg hat es bereits erste Gespräche mit der Mindener Behörde gegeben. Wann die Sanierung starten könne, sei aber noch offen. Das liege auch daran, dass keine Arbeiten ausgeschrieben werden dürfen, bevor der Förderantrag bewillig ist. Der Kreis erhofft sich vom Bund bis zu vier Millionen Euro für die Sanierung der Halle. Doch bis zu einem möglichen Baubeginn sei auch so noch eine Menge zu erledigen. So müsse für die bereits in der Vergangenheit durchgeführten Arbeiten ein Genehmigungsverfahren angestoßen werden, erklärt Freiberg: „Für eine Legalisierung des bestehenden Zustands.“ Dass die Fördermittel aus Berlin tatsächlich fließen, sei so gut wie sicher. „Zu 99,9 Prozent“, hatte Freiberg im Kreistag gesagt. Der Antrag sei auf jeden Fall am Freitag fristgerecht auf den Weg gebracht worden. Im weiteren Prozess werde auch geprüft, ob die Halle schon in der Zwischenzeit wieder geöffnet werden könne, konkret sei dazu aber noch nichts zu sagen. „Ohne Veränderung an der Lüftungsanlage werden wir nicht aufmachen können.“

Für den Gutachter war die erneute Prüfung, ob eine Sanierung der 50 Jahre alten Halle möglich ist, auf jeden Fall der richtige Weg: „Es wäre sehr ärgerlich gewesen, wenn die Halle allein auf der Grundlage des letzten Gutachtens abgerissen worden wäre“, sagt Hamacher.

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