Jugendclub T3 bringt das Theaterstück „Ehre genommen“ auf die Bühne Ursula Koch Minden. Wie lange braucht der Eiserne Vorhang, um hochzufahren, fragen sich Theaterpädagogin Viola Schneider, Intendantin Andrea Krauledat und Tänzer Nino van Damme. Der Versuch zeigt: Nach dem Intro ist der Eiserne zur Hälfte hochgefahren. Alle Darsteller sind zu sehen, wenn der Tanz beginnt. Dann folgt eine Passage, in der vier Tänzer nacheinander posieren, während ihre Charaktere mit Einblendungen auf der Leinwand vorgestellt werden. Dann tanzt wieder die Gruppe, bevor die nächsten vier vorgestellt werden. In der letzten Runde werden drei Rollen vorgestellt, dann posen alle zusammen noch einmal. Zur Überraschung für Nino van Damme und Viola Schneider geht das genau mit der ausgewählten Musik auf. „Perfekt“, urteilt Andrea Krauledat. Damit ist wieder ein wichtiger Baustein für die Produktion „Ehre genommen“ geklärt. Das Theaterstück haben Schneider und Krauledat zusammen mit den elf Jugendlichen des Jugendclubs T3 vorbereitet. Am Anfang stand ein Bootcamp mit dem Medienpädagogen Lukas Opheiden und Gametestern in der Stadtbibliothek. Das war im Oktober 2019. Dass sich alles so lange hinzieht, ist der Corona-Pandemie anzulasten. Eigentlich sollte „Ehre genommen“ im Mai gespielt werden. „Als wir mit den Proben richtig loslegen wollten, kam Corona“, berichtet Krauledat. In Videokonferenzen haben Schneider und Krauledat mit den Jugendlichen besprochen, wie es weitergehen soll. „Alle wollten weitermachen, auch wenn in den Ferien geprobt wird“, sagt die Theaterpädagogin. Inzwischen ist das Stück komplett den neuen Bedingungen angepasst worden, berichten die Theaterfrauen. Statt Studiobühne und Interaktion mit dem Publikum wird nun auf der großen Bühne gespielt, das Publikum sitzt wie gewohnt im Zuschauerraum. Interaktion findet nicht statt. „Wir erzählen das jetzt als Geschichte“, sagt Schneider. Und das Technik-Team des Theaters hat ein Bühnenbild entwickelt, das den geltenden Abstandsregeln entspricht. „Ehre genommen“ ist ein geflügeltes Wort aus Computerspielen. Aber was ist eigentlich Ehre? Was bedeutet sie den Jugendlichen? Lennart Ferling, Niels „Kurti“ Hering, Leonard Olfens, Jakob Lewin, Jean-Michel Reupsch, Viviane Krüger, Niobe Eckert, Melia Keil, Moritz Glöckner, Lukas Lade und Alexandra Bühne erzählen von einer Gruppe Menschen, die sich gut leiden können. Durch unbedachtes Handeln geraten sie jedoch in eine Abwärtsspirale. Mobbing, Liebesgeschichten, Druck von Eltern sind Themen, die ebenfalls behandelt werden. „Das ist eine spannende Reise, die wir gemeinsam machen, weil die Jugendlichen auch so unterschiedlich sind und ganz verschiedene Charaktere darstellen“, findet Andrea Krauledat. Nach der langen Zwangspause sind die Jugendlichen nach einer intensiven Probenwoche wieder ganz drin. „Wir haben versucht, uns digital zu treffen. Aber das Wahre ist nur analog in einem Raum“, findet Lennart Ferling. Die Jugendlichen schätzen ihr Mitspracherecht bei allen Entscheidungen sehr. „Es ist eine riesengroße Chance, aber auch eine Herausforderung, den Text selber zu schreiben“, sagt Leonard Olfens. Melia Keil gesteht aber auch, dass noch immer nach jeder Probe diskutiert werde. „Es ist schwierig zu erreichen, dass am Ende alle mit dem Text zufrieden sind“, findet Niels Hering. Mit der Tanzszene tun sich einige der jungen Darsteller noch schwer. Wenn Nino van Damme nicht vor der Gruppe tanzt, wandern die Blicke immer wieder hilfesuchend auf die Füße des Nachbarn. „Es ist nicht schlimm, wenn ihr rauskommt. Bewegt euch einfach weiter und guckt so, als ob ihr der coolste Tänzer seid“, ermutigt Andrea Krauledat zu kleinen Fehlern. „Ehre genommen“ feiert am Freitag, 21. August, um 19 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen im Stadttheater Minden folgen am Samstag, 22. August, um 19 Uhr, Sonntag, 23. August um 18 Uhr sowie am Montag, 24. August um 19 Uhr. Karten sind erhältlich bei Express-Ticketservice und über www.stadttheater-minden.de. Lesen Sie auch Vortänzer aus Freiburg kommt zum Hip-Hop-Training nach Minden

Jugendclub T3 bringt das Theaterstück „Ehre genommen“ auf die Bühne

Joe (Lennart Ferling) ist begeistert, wie schnell sich Majas Video in den sozialen Netzwerken verbreitet.

Minden. Wie lange braucht der Eiserne Vorhang, um hochzufahren, fragen sich Theaterpädagogin Viola Schneider, Intendantin Andrea Krauledat und Tänzer Nino van Damme. Der Versuch zeigt: Nach dem Intro ist der Eiserne zur Hälfte hochgefahren. Alle Darsteller sind zu sehen, wenn der Tanz beginnt. Dann folgt eine Passage, in der vier Tänzer nacheinander posieren, während ihre Charaktere mit Einblendungen auf der Leinwand vorgestellt werden. Dann tanzt wieder die Gruppe, bevor die nächsten vier vorgestellt werden. In der letzten Runde werden drei Rollen vorgestellt, dann posen alle zusammen noch einmal. Zur Überraschung für Nino van Damme und Viola Schneider geht das genau mit der ausgewählten Musik auf. „Perfekt“, urteilt Andrea Krauledat.

Damit ist wieder ein wichtiger Baustein für die Produktion „Ehre genommen“ geklärt. Das Theaterstück haben Schneider und Krauledat zusammen mit den elf Jugendlichen des Jugendclubs T3 vorbereitet. Am Anfang stand ein Bootcamp mit dem Medienpädagogen Lukas Opheiden und Gametestern in der Stadtbibliothek. Das war im Oktober 2019. Dass sich alles so lange hinzieht, ist der Corona-Pandemie anzulasten. Eigentlich sollte „Ehre genommen“ im Mai gespielt werden. „Als wir mit den Proben richtig loslegen wollten, kam Corona“, berichtet Krauledat.

Die Abstandsregeln werden auch beim Tanz auf der Bühne in dem Theaterstück „Ehre genommen“ eingehalten. MT-Fotos: Alex Lehn
Die Abstandsregeln werden auch beim Tanz auf der Bühne in dem Theaterstück „Ehre genommen“ eingehalten. MT-Fotos: Alex Lehn

In Videokonferenzen haben Schneider und Krauledat mit den Jugendlichen besprochen, wie es weitergehen soll. „Alle wollten weitermachen, auch wenn in den Ferien geprobt wird“, sagt die Theaterpädagogin.

Inzwischen ist das Stück komplett den neuen Bedingungen angepasst worden, berichten die Theaterfrauen. Statt Studiobühne und Interaktion mit dem Publikum wird nun auf der großen Bühne gespielt, das Publikum sitzt wie gewohnt im Zuschauerraum. Interaktion findet nicht statt. „Wir erzählen das jetzt als Geschichte“, sagt Schneider. Und das Technik-Team des Theaters hat ein Bühnenbild entwickelt, das den geltenden Abstandsregeln entspricht.

„Ehre genommen“ ist ein geflügeltes Wort aus Computerspielen. Aber was ist eigentlich Ehre? Was bedeutet sie den Jugendlichen? Lennart Ferling, Niels „Kurti“ Hering, Leonard Olfens, Jakob Lewin, Jean-Michel Reupsch, Viviane Krüger, Niobe Eckert, Melia Keil, Moritz Glöckner, Lukas Lade und Alexandra Bühne erzählen von einer Gruppe Menschen, die sich gut leiden können. Durch unbedachtes Handeln geraten sie jedoch in eine Abwärtsspirale. Mobbing, Liebesgeschichten, Druck von Eltern sind Themen, die ebenfalls behandelt werden. „Das ist eine spannende Reise, die wir gemeinsam machen, weil die Jugendlichen auch so unterschiedlich sind und ganz verschiedene Charaktere darstellen“, findet Andrea Krauledat.

Nach der langen Zwangspause sind die Jugendlichen nach einer intensiven Probenwoche wieder ganz drin. „Wir haben versucht, uns digital zu treffen. Aber das Wahre ist nur analog in einem Raum“, findet Lennart Ferling. Die Jugendlichen schätzen ihr Mitspracherecht bei allen Entscheidungen sehr. „Es ist eine riesengroße Chance, aber auch eine Herausforderung, den Text selber zu schreiben“, sagt Leonard Olfens. Melia Keil gesteht aber auch, dass noch immer nach jeder Probe diskutiert werde. „Es ist schwierig zu erreichen, dass am Ende alle mit dem Text zufrieden sind“, findet Niels Hering.

Mit der Tanzszene tun sich einige der jungen Darsteller noch schwer. Wenn Nino van Damme nicht vor der Gruppe tanzt, wandern die Blicke immer wieder hilfesuchend auf die Füße des Nachbarn. „Es ist nicht schlimm, wenn ihr rauskommt. Bewegt euch einfach weiter und guckt so, als ob ihr der coolste Tänzer seid“, ermutigt Andrea Krauledat zu kleinen Fehlern.

„Ehre genommen“ feiert am Freitag, 21. August, um 19 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen im Stadttheater Minden folgen am Samstag, 22. August, um 19 Uhr, Sonntag, 23. August um 18 Uhr sowie am Montag, 24. August um 19 Uhr. Karten sind erhältlich bei Express-Ticketservice und über www.stadttheater-minden.de.

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