Jon Flemming Olsen macht im Fort A Musik Rolf Graff Minden (rgr.) Als die deutschen Kandidaten beim Eurovision Song Contest noch ordentlich Punkte bekamen, war auch Jon Flemming Olsen mit seiner Band Texas Lightning dabei. Das Geheimnis ihres Erfolges war wohl, dass hier echte Musiker mit Erfahrung eigene Titel spielten wie ihren Song „No no never“. Das Country-Gewand ist Olsen aber längst zu eng geworden und solistisch zeigt er am Samstag im Fort A deutlich mehr stilistische Bandbreite. An Dittsches Dialogpartner den Imbiss-Inhaber Ingo erinnert er – als er die Bühne betritt – erst auf den zweiten Blick, denn auch sein Zottel-Toupet hat er abgelegt und trägt dafür Gesichtsbehaarung. Im Fort A war er nun zum zweiten Mal zu Gast bei der Tucholsky-Bühne und bewies erneut, dass ein Mann mit Gesang und Gitarre reicht, um ein Publikum für zwei Stunden bestens zu unterhalten. Seine ausgefeilten und bildreichen Texte verfasst er seit Beginn seiner Solo-Karriere auf Deutsch. Er beschränkt sich dabei nicht auf die obligatorischen Liebeslieder oder die momentan beliebte Befindlichkeitslyrik, sondern beschäftigt sich auch mit dem Zeitgeschehen. In „Eine Tafel von hier bis ans Ende der Welt“ entwickelt er eine schöne Vision für gemeinsames Leben, Essen und Feiern, die niemanden ausschließt. Die Geschichte von dem Seiltänzer zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers wird bei ihm zur Metapher für seine innere Haltung als Künstler. Als morgens unerwartet das eigene Leben vor der Tür steht, wird es Zeit, selbiges zu überdenken. Seine Motivation für den Ausstieg aus seiner Band Texas Lightning beschreibt er mit „Lieber König in meiner Baracke als Diener in deinem Palast“. Genaues Hinhören ist unbedingt angesagt und fällt bei den oft entschleunigten Songs nicht schwer. Zu ruhig wird es aber nicht, da auch genug Songs zum Repertoire gehören, die gleich zum Mitklatschen und Mitsingen reizen. Seine Begleitung auf einer Mandoline, einer irischen Bouzouki und verschieden gestimmten Gitarren, darunter auch eine 90 Jahre alte viersaitige Tenorgitarre, ist routiniert und klug und den Rhythmus spielt er manchmal über Fußpedale auf einer Snare und einer Bassdrum. Seine angenehm samtige Stimme trägt die eingängigen, aber nie simplen Melodien in die Gehörgänge des Publikums. Viele der gespielten Titel stammen von seinem aktuellen Album, das er live, begleitet von einem Streichquartett, eingespielt hat. Auch seine humorvollen Ansagen und kleinen Geschichten halfen dabei, die Songs dem Publikum näher zu bringen, Das zeigte großes Gefallen an dem Konzert.

Jon Flemming Olsen macht im Fort A Musik

Ein Mann und eine Gitarre reichen: Jon Flemming Olsen gelingt es, das Publikum im Fort A mit seinen Liedern zu berühren. Foto: Rolf Graff

Minden (rgr.) Als die deutschen Kandidaten beim Eurovision Song Contest noch ordentlich Punkte bekamen, war auch Jon Flemming Olsen mit seiner Band Texas Lightning dabei. Das Geheimnis ihres Erfolges war wohl, dass hier echte Musiker mit Erfahrung eigene Titel spielten wie ihren Song „No no never“. Das Country-Gewand ist Olsen aber längst zu eng geworden und solistisch zeigt er am Samstag im Fort A deutlich mehr stilistische Bandbreite.

An Dittsches Dialogpartner den Imbiss-Inhaber Ingo erinnert er – als er die Bühne betritt – erst auf den zweiten Blick, denn auch sein Zottel-Toupet hat er abgelegt und trägt dafür Gesichtsbehaarung. Im Fort A war er nun zum zweiten Mal zu Gast bei der Tucholsky-Bühne und bewies erneut, dass ein Mann mit Gesang und Gitarre reicht, um ein Publikum für zwei Stunden bestens zu unterhalten.

Seine ausgefeilten und bildreichen Texte verfasst er seit Beginn seiner Solo-Karriere auf Deutsch. Er beschränkt sich dabei nicht auf die obligatorischen Liebeslieder oder die momentan beliebte Befindlichkeitslyrik, sondern beschäftigt sich auch mit dem Zeitgeschehen. In „Eine Tafel von hier bis ans Ende der Welt“ entwickelt er eine schöne Vision für gemeinsames Leben, Essen und Feiern, die niemanden ausschließt. Die Geschichte von dem Seiltänzer zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers wird bei ihm zur Metapher für seine innere Haltung als Künstler. Als morgens unerwartet das eigene Leben vor der Tür steht, wird es Zeit, selbiges zu überdenken.


Seine Motivation für den Ausstieg aus seiner Band Texas Lightning beschreibt er mit „Lieber König in meiner Baracke als Diener in deinem Palast“. Genaues Hinhören ist unbedingt angesagt und fällt bei den oft entschleunigten Songs nicht schwer. Zu ruhig wird es aber nicht, da auch genug Songs zum Repertoire gehören, die gleich zum Mitklatschen und Mitsingen reizen.

Seine Begleitung auf einer Mandoline, einer irischen Bouzouki und verschieden gestimmten Gitarren, darunter auch eine 90 Jahre alte viersaitige Tenorgitarre, ist routiniert und klug und den Rhythmus spielt er manchmal über Fußpedale auf einer Snare und einer Bassdrum. Seine angenehm samtige Stimme trägt die eingängigen, aber nie simplen Melodien in die Gehörgänge des Publikums. Viele der gespielten Titel stammen von seinem aktuellen Album, das er live, begleitet von einem Streichquartett, eingespielt hat.

Auch seine humorvollen Ansagen und kleinen Geschichten halfen dabei, die Songs dem Publikum näher zu bringen, Das zeigte großes Gefallen an dem Konzert.

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