Jemen-Retrospektive des Fotografen-Ehepaars Pfleiderer eröffnet Veranstaltungsreihe im Haus Obermarktstraße 19 Kerstin Rickert Minden. Sanitätshaus, Shisha-Treff, Leerstand und nun ein Ort der Kultur und Kommunikation – zumindest vorübergehend. Astrid Engel und Edgar Wilkening haben das denkmalgeschützte Haus Obermarktstraße 19 gekauft. Das Ladengeschäft im Erdgeschoss wollen sie an „solvente Gewerbetreibende“ vermieten. Bis ein geeigneter Interessent gefunden ist, soll es Menschen, die sich in Kultur und Gesellschaft engagieren, eine Bühne bieten. Vorerst bis Ende des Jahres sind Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte geplant. Den Anfang macht die Mindener Künstlerin Heidi Pfleiderer mit einer fotografischen Reise in den Jemen. 1989 besuchten Heidi Pfleiderer und ihr inzwischen verstorbener Ehemann Dieter das Land im Süden der Arabischen Halbinsel. „Wir interessierten uns damals schon sehr für Lehmarchitektur“, nennt Heidi Pfleiderer einen Grund ihrer Reise, die das Ehepaar nachhaltig beeindruckte. Die Eindrücke, die die beiden Fotografen mit eigenem Fotoatelier mit der Kamera festhielten und mit zurück nach Deutschland brachten, schlummerten lange Zeit im Verborgenen. Für eine Ausstellung des Vereins für aktuelle Kunst 2012 holte Dieter Pfleiderer sie hervor und fertigte in seinem Labor handvergrößerte Abzüge an. Danach verschwanden die großformatigen Fotos in einer Mappe, nie aber aus Heidi Pfleiderers Kopf. Als Edgar Wilkening sie vor drei Wochen ansprach, ob sie sich eine Ausstellung in seinem Ladenlokal vorstellen könnte, waren die Bilder vom Jemen bei ihr schnell wieder präsent. Die Fotos öffentlich zu zeigen, reizte sie, auch wenn sie heute in anderen Bereichen künstlerisch aktiv ist. „Mit der Fotografie habe ich abgeschlossen“, sagt Heidi Pfleiderer. Während sie anlässlich der Ausstellungseröffnung mit den Besuchern die 32 Jahre alten Aufnahmen betrachtet, huscht ihr immer wieder ein Lächeln über das Gesicht. „Der Jemen hat uns sehr beeindruckt“, sagt sie. Die Fotos transportieren dieses Gefühl unmittelbar. Sie erzeugen beim Betrachter gleichzeitig Gefühle von Nähe und respektvoller Distanz. Licht und Schatten in den Bildern, die gewählten Ausschnitte und die Motive vermitteln den Eindruck, ein Stück weit mitgenommen zu werden in das arabische Land von 1989. Mit zu den Menschen, in ihren Alltag und zu Orten von atemberaubender Schönheit. Es sind Bilder aus einer Zeit, als Touristen in das Land kamen, um die reichen Kulturschätze dort zu bewundern. Viele hat der seit Jahren anhaltende Bürgerkrieg inzwischen längst zerstört. „Der Gedanke daran macht mich sehr traurig“, sagt Pfleiderer. Bis einschließlich Dienstag, 21. September ist die Retrospektive von Heidi und Dieter Pfleiderer auf ihre Reise in den Jemen in der Obermarktstraße 19 zu sehen. Im Anschluss ziehen mit „Maren Amini und der Hamburger Strich“ die Werke namhafter Cartoonisten aus Hamburg dort ein (zu sehen ab Donnerstag, 23. September). „O19 – die Pop-up-Event- und Aktionsfläche“ nennen Astrid Engel und Edgar Wilkening ihren temporären Veranstaltungsort. Alle zwei Wochen donnerstags wechseln die Ausstellungen. Ab 7. Oktober wird Benjamin Kersting von der Facebook-Gruppe „Minden – meine Heimat“ seine fotografische Sicht auf seine Heimat zeigen. Der Mindener Illustrator und Cartoonist Joachim Guhde präsentiert sich ab 21. Oktober unter der Überschrift „Ich sehe was, was du nicht siehst“ mit abstrakten Fotoarbeiten. Daneben gibt es kleine Konzertveranstaltungen, so etwa am Samstag, 20. November, klassische Kammermusik mit der Altistin Ursula Daues und Sebastian Grünberg an Viola und Klavier. Ab 15. September bietet Kirsten Grotemeyer mittwochs ein „schnelles Mittagspausen-Workout zur Rückenstärkung“ an. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Es gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet).

Jemen-Retrospektive des Fotografen-Ehepaars Pfleiderer eröffnet Veranstaltungsreihe im Haus Obermarktstraße 19

Bilder aus einer anderen Welt und Zeit: Heidi Pfleiderer stellte die Retrospektive mit mehr als 30 Jahre alten Fotos aus dem Jemen zusammen, die sie 1989 mit ihrem Mann Dieter Pfleiderer aufnahm. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden. Sanitätshaus, Shisha-Treff, Leerstand und nun ein Ort der Kultur und Kommunikation – zumindest vorübergehend. Astrid Engel und Edgar Wilkening haben das denkmalgeschützte Haus Obermarktstraße 19 gekauft. Das Ladengeschäft im Erdgeschoss wollen sie an „solvente Gewerbetreibende“ vermieten. Bis ein geeigneter Interessent gefunden ist, soll es Menschen, die sich in Kultur und Gesellschaft engagieren, eine Bühne bieten. Vorerst bis Ende des Jahres sind Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte geplant. Den Anfang macht die Mindener Künstlerin Heidi Pfleiderer mit einer fotografischen Reise in den Jemen.

1989 besuchten Heidi Pfleiderer und ihr inzwischen verstorbener Ehemann Dieter das Land im Süden der Arabischen Halbinsel. „Wir interessierten uns damals schon sehr für Lehmarchitektur“, nennt Heidi Pfleiderer einen Grund ihrer Reise, die das Ehepaar nachhaltig beeindruckte. Die Eindrücke, die die beiden Fotografen mit eigenem Fotoatelier mit der Kamera festhielten und mit zurück nach Deutschland brachten, schlummerten lange Zeit im Verborgenen. Für eine Ausstellung des Vereins für aktuelle Kunst 2012 holte Dieter Pfleiderer sie hervor und fertigte in seinem Labor handvergrößerte Abzüge an. Danach verschwanden die großformatigen Fotos in einer Mappe, nie aber aus Heidi Pfleiderers Kopf. Als Edgar Wilkening sie vor drei Wochen ansprach, ob sie sich eine Ausstellung in seinem Ladenlokal vorstellen könnte, waren die Bilder vom Jemen bei ihr schnell wieder präsent. Die Fotos öffentlich zu zeigen, reizte sie, auch wenn sie heute in anderen Bereichen künstlerisch aktiv ist. „Mit der Fotografie habe ich abgeschlossen“, sagt Heidi Pfleiderer.

Während sie anlässlich der Ausstellungseröffnung mit den Besuchern die 32 Jahre alten Aufnahmen betrachtet, huscht ihr immer wieder ein Lächeln über das Gesicht. „Der Jemen hat uns sehr beeindruckt“, sagt sie. Die Fotos transportieren dieses Gefühl unmittelbar. Sie erzeugen beim Betrachter gleichzeitig Gefühle von Nähe und respektvoller Distanz. Licht und Schatten in den Bildern, die gewählten Ausschnitte und die Motive vermitteln den Eindruck, ein Stück weit mitgenommen zu werden in das arabische Land von 1989. Mit zu den Menschen, in ihren Alltag und zu Orten von atemberaubender Schönheit. Es sind Bilder aus einer Zeit, als Touristen in das Land kamen, um die reichen Kulturschätze dort zu bewundern. Viele hat der seit Jahren anhaltende Bürgerkrieg inzwischen längst zerstört. „Der Gedanke daran macht mich sehr traurig“, sagt Pfleiderer.


Bis einschließlich Dienstag, 21. September ist die Retrospektive von Heidi und Dieter Pfleiderer auf ihre Reise in den Jemen in der Obermarktstraße 19 zu sehen. Im Anschluss ziehen mit „Maren Amini und der Hamburger Strich“ die Werke namhafter Cartoonisten aus Hamburg dort ein (zu sehen ab Donnerstag, 23. September). „O19 – die Pop-up-Event- und Aktionsfläche“ nennen Astrid Engel und Edgar Wilkening ihren temporären Veranstaltungsort. Alle zwei Wochen donnerstags wechseln die Ausstellungen. Ab 7. Oktober wird Benjamin Kersting von der Facebook-Gruppe „Minden – meine Heimat“ seine fotografische Sicht auf seine Heimat zeigen. Der Mindener Illustrator und Cartoonist Joachim Guhde präsentiert sich ab 21. Oktober unter der Überschrift „Ich sehe was, was du nicht siehst“ mit abstrakten Fotoarbeiten. Daneben gibt es kleine Konzertveranstaltungen, so etwa am Samstag, 20. November, klassische Kammermusik mit der Altistin Ursula Daues und Sebastian Grünberg an Viola und Klavier. Ab 15. September bietet Kirsten Grotemeyer mittwochs ein „schnelles Mittagspausen-Workout zur Rückenstärkung“ an. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Es gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet).

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden