Irische Landfahrer haben Minden verlassen Stadt setzt Campingverbot erfolgreich durch / Aufräumen dauert drei Stunden Stefan Koch Minden (mt). Die Halter von Wohnmobilien und Caravans sind von der Stellfläche auf Kanzlers Weide verschwunden. Die Stadt Minden hatte zuvor eine entsprechende Verfügung veröffentlicht. Anlass der Maßnahme war der vermehrte Zustrom von irischen Landfahrern. Nach Auskunft von Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei in Minden, hatte bereits nach Bekanntmachung der Verfügung am Mittwochabend ein Großteil der Besucher den Platz verlassen. Am Donnerstagmorgen wurden nur noch 20 der insgesamt 80 Gespanne gezählt. Bis zum Ablauf der Frist um 14 Uhr war dann der Platz leer.Teile einer Einsatzhundertschaft aus Wuppertal verstärkten die Kräfte der Mindener Polizei in den vergangenen Tagen. Laut Steinmeyer hatte es am Mittwoch noch weitere kleinere Vorkommnisse gegeben. Unter anderem wurde gegen 20.45 Uhr ein irischer Autofahrer unter Drogeneinfluss auf dem Klausenwall in seinem BMW gestoppt. An der Viktoriastraße wurde gegen eine Gruppe aus Kindern und Jugendlichen irischer Herkunft ermittelt, die in einem Grillimbiss durch Beleidigung und Zechprellerei aufgefallen war. Einen irischen Staatsbürger nahm die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Regensburg zu einer Vernehmung im Zusammenhang mit einem Betrugsdelikt mit. Mehrere Kinder wurden dem Ordnungsamt in Bezug auf einen Ladendiebstahl übergeben – der Verdacht gegen sie wurde aber nicht erhärtet.„Wir waren im Stadtgebiet präsent – das hat Wirkung gezeigt“, so Ralf Steinmeyer. Auch in den kommenden Tagen werde die Polizei verstärkt in Minden unterwegs sein. Dennoch gehen die Beamten davon aus, dass die irischen Landfahrer ein neues Ziel gefunden haben. Nach bisherigen Ermittlungen soll es sich um eine Stadt im Westen Nordrhein-Westfalens handeln.Campen bleibt weiterhin verbotenGrundsätzlich ist auf Kanzlers Weide das Campen verboten. Ausnahmen für Wohnmobile und Caravans gibt es aus touristischen Gründen allerdings für eine Dauer von bis zu drei Tagen. Davon konnten die seit Montag in Minden registrierten Landfahrer aus Irland Gebrauch machen, bis die Duldungsregelung durch die Verfügung der Stadt ausgesetzt wurde. Auch Wohnmobilisten anderer Herkunft mussten den Platz verlassen. Das Abstellen von Personenwagen ist auf Kanzlers Weide nach wie vor erlaubt.„Wir müssen, auch nach der Abreise der irischen Landfahrer, nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz verfahren und dürfen hier keine Ausnahmen machen“, erläuterte Mindens Bürgermeister Michael Buhre die Tragweite der Verfügung. Die am Mittwoch ausgesetzte Duldung bleibe bis auf Weiteres bestehen. Grund für die Ordnungsverfügung samt Platzverweis war die intensive Nutzung der öffentlichen Fläche an der Weser.Müll und Scherben bleiben zurückAuf die Städtischen Betriebe Minden (SBM) kam nach der Abreise der Landfahrer am Donnerstag ein Sondereinsatz zu. Rund drei Stunden waren sieben Mitarbeiter mit vier Fahrzeugen auf Kanzlers Weide im Reinigungsdienst. Die Iren hatten über die gesamte belegte Fläche verstreut Müll und Scherben hinterlassen. Am Montag hatten die SBM allerdings fünf 1000-Liter-Container aufgestellt, deren Gebühren die Ankömmlinge auch bezahlten.

Irische Landfahrer haben Minden verlassen

Die Städtischen Betriebe waren am Vormittag mit Aufräumarbeiten beschäftigt. © Foto: Alex Lehn

Minden (mt). Die Halter von Wohnmobilien und Caravans sind von der Stellfläche auf Kanzlers Weide verschwunden. Die Stadt Minden hatte zuvor eine entsprechende Verfügung veröffentlicht. Anlass der Maßnahme war der vermehrte Zustrom von irischen Landfahrern.

Nach Auskunft von Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei in Minden, hatte bereits nach Bekanntmachung der Verfügung am Mittwochabend ein Großteil der Besucher den Platz verlassen. Am Donnerstagmorgen wurden nur noch 20 der insgesamt 80 Gespanne gezählt. Bis zum Ablauf der Frist um 14 Uhr war dann der Platz leer.

Teile einer Einsatzhundertschaft aus Wuppertal verstärkten die Kräfte der Mindener Polizei in den vergangenen Tagen. Laut Steinmeyer hatte es am Mittwoch noch weitere kleinere Vorkommnisse gegeben. Unter anderem wurde gegen 20.45 Uhr ein irischer Autofahrer unter Drogeneinfluss auf dem Klausenwall in seinem BMW gestoppt. An der Viktoriastraße wurde gegen eine Gruppe aus Kindern und Jugendlichen irischer Herkunft ermittelt, die in einem Grillimbiss durch Beleidigung und Zechprellerei aufgefallen war. Einen irischen Staatsbürger nahm die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Regensburg zu einer Vernehmung im Zusammenhang mit einem Betrugsdelikt mit. Mehrere Kinder wurden dem Ordnungsamt in Bezug auf einen Ladendiebstahl übergeben – der Verdacht gegen sie wurde aber nicht erhärtet.

„Wir waren im Stadtgebiet präsent – das hat Wirkung gezeigt“, so Ralf Steinmeyer. Auch in den kommenden Tagen werde die Polizei verstärkt in Minden unterwegs sein. Dennoch gehen die Beamten davon aus, dass die irischen Landfahrer ein neues Ziel gefunden haben. Nach bisherigen Ermittlungen soll es sich um eine Stadt im Westen Nordrhein-Westfalens handeln.

Campen bleibt weiterhin verboten

Grundsätzlich ist auf Kanzlers Weide das Campen verboten. Ausnahmen für Wohnmobile und Caravans gibt es aus touristischen Gründen allerdings für eine Dauer von bis zu drei Tagen. Davon konnten die seit Montag in Minden registrierten Landfahrer aus Irland Gebrauch machen, bis die Duldungsregelung durch die Verfügung der Stadt ausgesetzt wurde. Auch Wohnmobilisten anderer Herkunft mussten den Platz verlassen. Das Abstellen von Personenwagen ist auf Kanzlers Weide nach wie vor erlaubt.

„Wir müssen, auch nach der Abreise der irischen Landfahrer, nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz verfahren und dürfen hier keine Ausnahmen machen“, erläuterte Mindens Bürgermeister Michael Buhre die Tragweite der Verfügung. Die am Mittwoch ausgesetzte Duldung bleibe bis auf Weiteres bestehen. Grund für die Ordnungsverfügung samt Platzverweis war die intensive Nutzung der öffentlichen Fläche an der Weser.

Müll und Scherben bleiben zurück

Auf die Städtischen Betriebe Minden (SBM) kam nach der Abreise der Landfahrer am Donnerstag ein Sondereinsatz zu. Rund drei Stunden waren sieben Mitarbeiter mit vier Fahrzeugen auf Kanzlers Weide im Reinigungsdienst. Die Iren hatten über die gesamte belegte Fläche verstreut Müll und Scherben hinterlassen. Am Montag hatten die SBM allerdings fünf 1000-Liter-Container aufgestellt, deren Gebühren die Ankömmlinge auch bezahlten.

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