Interview: Stark in der Gesundheitsregion OWL Landrat Niermann setzt auf weiteren Ausbau der Ausbildung Das Wort Gesundheitsregion ist im Mühlenkreis in vieler Munde. Wie der Chef des Kreises Minden-Lübbecke die Situation einschätzt, darüber sprach MT-Redakteur Hans-Jürgen Amtage mit Landrat Dr. Ralf Niermann. Herr Dr. Niermann, wie definieren Sie die Gesundheitsregion Minden-Lübbecke?Der Kreis Minden-Lübbecke ist ein starker Teil der Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe. In OWL insgesamt stellen wir schon allein 40 Prozent der Reha-Betten in ganz Nordrhein-Westfalen. Bad Oeynhausen ist ein Schwerpunkt, aber auch Heilbäder wie Bad Oexen, Rothenuffeln, Bad Hopfenberg und das neu hinzugekommene Bad Holzhausen gehören dazu.Es gibt 30 anerkannte Krankenhäuser und Kliniken im Kreisgebiet, davon ist das größte und sicher auch das modernste das Johannes-Wesling- Klinikum der Mühlenkreiskliniken. Die Mühlenkreiskliniken sind mit 4200 Mitarbeitern und rund 200 000 Patienten im Jahr einer der größten Gesundheitsdienstleister in öffentlicher Trägerschaft. Jährlich finden hier außerdem 400 junge Menschen einen Ausbildungsplatz, damit sind die Kliniken auch größter Ausbildungsbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke - und sie gehören zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Medizinischen Hochschule Hannover.Die MKK haben zusammen 1903 Betten an allen Standorten - Minden, Bad Oeynhausen, Lübbecke und Rahden - und umfassen alle Versorgungsstufen, außerdem sichern sie mit vier Notarztstandorten auch die ortsnahe und flächendeckende Versorgung im Mühlenkreis - und sogar für die angrenzenden Regionen Niedersachsens.Welche besonderen Stärken sehen Sie in Sachen Gesundheit im Mühlenkreis?Neben den Mühlenkreiskliniken denke ich da natürlich sofort an das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen. Es ist nicht nur das größte seiner Art in Deutschland sondern es hat weltweit einen hervorragenden Ruf. Außerdem haben wir ein weitverzweigtes Netz aus niedergelassenen Ärzten, das eine gute und kompetente hausärztliche Versorgung bietet. Dazu kommen zahlreiche weitere Heilberufe. Als öffentlicher Gesundheitsdienst spielt auch unser Gesundheitsamt eine zentrale Rolle. Es ist auf breiter Basis vernetzt mit den anderen Akteuren des Gesundheitswesens, was sicher eine weitere Stärke hier im Mühlenkreis ist. Viele der Handelnden kennen sich persönlich, sodass Entscheidungen und Behandlungswege kurz gehalten werden können. Übrigens ist unser Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Witte Mitglied im Vorstand desÄrztekammerbezirks Minden-Lübbecke/Herford.Welche Bedeutung hat die Gesundheit als Wirtschaftsfaktor für den Kreis Minden-Lübbecke?Viele Menschen im Mühlenkreis arbeiten im Bereich der Gesundheitsversorgung. Also fließt ein großer Teil der Gehälter zurück in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Und die Mühlenkreiskliniken investieren zum Beispiel durch regionale Kooperationen mit Wirtschaftspartnern in Millionenhöhe in diesen Kreislauf. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt gibt es auf diesem Weg auch einen innovativen Wissens- und Techniktransfer.In welchen Bereichen ist die Gesundheitsregion Minden-Lübbecke noch weiter ausbaufähig?Fest steht, im Gesundheitsbereich ist der Kreis Minden-Lübbecke bereits sehr gut aufgestellt. Sicher ist gerade im medizinischen Bereich der Fortschritt oft rasant. Also ist es sinnvoll, hier zum Wohl der Patienten Weiterentwicklungen voranzutreiben und zum Beispiel die einzelnen Leistungsträger und Versorger noch besser zu vernetzen. Weiter ausbauen werden wir in Zukunft ganz sicher noch den Bereich Ausbildung: Kürzlich wurde die Akademie für Gesundheitsberufe eröffnet, außerdem ist eine Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld im Bereich der Pflegeausbildung geplant.

Interview: Stark in der Gesundheitsregion OWL

Das Wort Gesundheitsregion ist im Mühlenkreis in vieler Munde. Wie der Chef des Kreises Minden-Lübbecke die Situation einschätzt, darüber sprach MT-Redakteur Hans-Jürgen Amtage mit Landrat Dr. Ralf Niermann.

Landrat Dr. Ralf Niermann. - © Foto: Oliver Roth (pr)
Landrat Dr. Ralf Niermann. - © Foto: Oliver Roth (pr)

Herr Dr. Niermann, wie definieren Sie die Gesundheitsregion Minden-Lübbecke?

Der Kreis Minden-Lübbecke ist ein starker Teil der Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe. In OWL insgesamt stellen wir schon allein 40 Prozent der Reha-Betten in ganz Nordrhein-Westfalen. Bad Oeynhausen ist ein Schwerpunkt, aber auch Heilbäder wie Bad Oexen, Rothenuffeln, Bad Hopfenberg und das neu hinzugekommene Bad Holzhausen gehören dazu.

In der Gesundheitsregion Minden-Lübbecke können die Bürgerinnen und Bürger entspannt leben. - © MT-Foto: Manfred Otto
In der Gesundheitsregion Minden-Lübbecke können die Bürgerinnen und Bürger entspannt leben. - © MT-Foto: Manfred Otto

Es gibt 30 anerkannte Krankenhäuser und Kliniken im Kreisgebiet, davon ist das größte und sicher auch das modernste das Johannes-Wesling- Klinikum der Mühlenkreiskliniken. Die Mühlenkreiskliniken sind mit 4200 Mitarbeitern und rund 200 000 Patienten im Jahr einer der größten Gesundheitsdienstleister in öffentlicher Trägerschaft. Jährlich finden hier außerdem 400 junge Menschen einen Ausbildungsplatz, damit sind die Kliniken auch größter Ausbildungsbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke - und sie gehören zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die MKK haben zusammen 1903 Betten an allen Standorten - Minden, Bad Oeynhausen, Lübbecke und Rahden - und umfassen alle Versorgungsstufen, außerdem sichern sie mit vier Notarztstandorten auch die ortsnahe und flächendeckende Versorgung im Mühlenkreis - und sogar für die angrenzenden Regionen Niedersachsens.

Welche besonderen Stärken sehen Sie in Sachen Gesundheit im Mühlenkreis?

Neben den Mühlenkreiskliniken denke ich da natürlich sofort an das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen. Es ist nicht nur das größte seiner Art in Deutschland sondern es hat weltweit einen hervorragenden Ruf. Außerdem haben wir ein weitverzweigtes Netz aus niedergelassenen Ärzten, das eine gute und kompetente hausärztliche Versorgung bietet. Dazu kommen zahlreiche weitere Heilberufe. Als öffentlicher Gesundheitsdienst spielt auch unser Gesundheitsamt eine zentrale Rolle. Es ist auf breiter Basis vernetzt mit den anderen Akteuren des Gesundheitswesens, was sicher eine weitere Stärke hier im Mühlenkreis ist. Viele der Handelnden kennen sich persönlich, sodass Entscheidungen und Behandlungswege kurz gehalten werden können. Übrigens ist unser Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Witte Mitglied im Vorstand desÄrztekammerbezirks Minden-Lübbecke/Herford.

Welche Bedeutung hat die Gesundheit als Wirtschaftsfaktor für den Kreis Minden-Lübbecke?

Viele Menschen im Mühlenkreis arbeiten im Bereich der Gesundheitsversorgung. Also fließt ein großer Teil der Gehälter zurück in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Und die Mühlenkreiskliniken investieren zum Beispiel durch regionale Kooperationen mit Wirtschaftspartnern in Millionenhöhe in diesen Kreislauf. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt gibt es auf diesem Weg auch einen innovativen Wissens- und Techniktransfer.

In welchen Bereichen ist die Gesundheitsregion Minden-Lübbecke noch weiter ausbaufähig?

Fest steht, im Gesundheitsbereich ist der Kreis Minden-Lübbecke bereits sehr gut aufgestellt. Sicher ist gerade im medizinischen Bereich der Fortschritt oft rasant. Also ist es sinnvoll, hier zum Wohl der Patienten Weiterentwicklungen voranzutreiben und zum Beispiel die einzelnen Leistungsträger und Versorger noch besser zu vernetzen. Weiter ausbauen werden wir in Zukunft ganz sicher noch den Bereich Ausbildung: Kürzlich wurde die Akademie für Gesundheitsberufe eröffnet, außerdem ist eine Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld im Bereich der Pflegeausbildung geplant.

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