In der Stadt Minden entstehen neue Speiseräume "Essbare Stadt" eröffnet zum Frühlingsanfang zweite Saison mit Ausblick auf Projekte Von Jürgen Langenkämper Minden (mt). Mit den ersten Strahlen der Frühjahrssonne keimt auch ein zartes Pflänzchen wieder auf, dem mancher Miesepeter kein allzu langes Leben prophezeit hatte: Die "Essbare Stadt" geht in die zweite Saison. Rechtzeitig zum offiziellen Ende der Winterpause haben die Stadtgärtner bei einem "Frühlingsempfang" im Café Klee neue Pläne geschmiedet und vorgestellt. Zu den drei "Speiseraum" genannten Beeten und Pflanzkästen an der St. Simeoniskirche, an der Martinitreppe und in der Fröbelstraße (hinter dem Café Klee) sollen nämlich fünf neue Projekte hinzukommen. Erstmals werden zwei davon außerhalb der Innenstadt liegen, je eines im westlichen und eines im nördlichen Stadtbereich.Ganz neu entsteht in zentraler Lage ein Speiseraum am Kaak in Abstimmung mit den Städtischen Betrieben Minden (SBM) und der Immobilien- und Standortgemeinschaft ISG Obermarkt. Zunächst müsse noch das vorhandene Beet ausgekoffert werden, erklärte Bettina Fuhg als eine der Sprecherinnen der Initiative. Im Sommer sollen dort Felsenbirnen, Scheinquitten, Glockenblumen und Waldmeister gedeihen und essbare Früchte oder Blüten tragen.Auch die Verkehrsinsel der Kampstraße soll, sobald die Narzissen verblüht sind, neu eingesät werden, und zwar zur Hälfte mit Blumensamen und zur Hälfte mit Gräser. Für den menschlichen Genuss ist der Standort schon wegen der Verkehrsbelastung nicht geeignet. "Aber Insekten und Kleintiere finden dort Nahrung", sagt der Gartenfachmann Burkhard Kayser.Der dritte neue Speiseraum entstehe am 1. Mai nahe der Weser am KSG-Vereinsheim, sagt Detlef Müller. In Rondells zu Füßen der Bäume sollen Grillkräuter wie Majoran, Thymian und Schokominze wachsen - und möglicherweise in einem ausrangierten Kajak.Im Herbst will die Initiative im Goethepark in Königstor auf einer Streuobstwiese mit Unterstützung durch den BUND fünf Hochstämme und weitere Beerensträucher pflanzen. Ebenfalls außerhalb der Innenstadt will die Essbare Stadt auf dem Nordfriedhof die Brunnenkresse pflegen, deren Bestand stets gefährdet ist.Ein Höhepunkt soll ein öffentliches Kochen - entweder auf dem Wochenmarkt oder bei der Gourmet-Meile - werden. Ein langfristiges Projekt ist die Zucht von Shiitake-Pilzen, die sich über ein Jahr erstreckt und demnächst mit dem Einsatz von Impfdübeln in Hainbuchenstämmen beginnt. Für viele Bürger sichtbarster Auftakt der Neuauflage der Essbaren Stadt dürfte Mitte Mai die Rückkehr der sechs Pflanzkästen an der Martinitreppe sein.Inzwischen erregt das Projekt auch außerhalb Aufsehen. Es gebe Einladungen nach Bielefeld und Bischofswerda in Sachsen, sagt Müller, sowie Anfragen aus Borken und Osnabrück, wie Fuhg ergänzt.

In der Stadt Minden entstehen neue Speiseräume

Minden (mt). Mit den ersten Strahlen der Frühjahrssonne keimt auch ein zartes Pflänzchen wieder auf, dem mancher Miesepeter kein allzu langes Leben prophezeit hatte: Die "Essbare Stadt" geht in die zweite Saison.

Künftiger Speiseraum: Das Beet am Kaak wird ausgekoffert und mit Gemüse bepflanzt. - © MT-Foto: Langenkämper
Künftiger Speiseraum: Das Beet am Kaak wird ausgekoffert und mit Gemüse bepflanzt. - © MT-Foto: Langenkämper

Rechtzeitig zum offiziellen Ende der Winterpause haben die Stadtgärtner bei einem "Frühlingsempfang" im Café Klee neue Pläne geschmiedet und vorgestellt. Zu den drei "Speiseraum" genannten Beeten und Pflanzkästen an der St. Simeoniskirche, an der Martinitreppe und in der Fröbelstraße (hinter dem Café Klee) sollen nämlich fünf neue Projekte hinzukommen. Erstmals werden zwei davon außerhalb der Innenstadt liegen, je eines im westlichen und eines im nördlichen Stadtbereich.

Neue Speiseräume 

in der Stadt - © MINDEN
Neue Speiseräume
in der Stadt - © MINDEN

Ganz neu entsteht in zentraler Lage ein Speiseraum am Kaak in Abstimmung mit den Städtischen Betrieben Minden (SBM) und der Immobilien- und Standortgemeinschaft ISG Obermarkt. Zunächst müsse noch das vorhandene Beet ausgekoffert werden, erklärte Bettina Fuhg als eine der Sprecherinnen der Initiative. Im Sommer sollen dort Felsenbirnen, Scheinquitten, Glockenblumen und Waldmeister gedeihen und essbare Früchte oder Blüten tragen.

Auch die Verkehrsinsel der Kampstraße soll, sobald die Narzissen verblüht sind, neu eingesät werden, und zwar zur Hälfte mit Blumensamen und zur Hälfte mit Gräser. Für den menschlichen Genuss ist der Standort schon wegen der Verkehrsbelastung nicht geeignet. "Aber Insekten und Kleintiere finden dort Nahrung", sagt der Gartenfachmann Burkhard Kayser.

Der dritte neue Speiseraum entstehe am 1. Mai nahe der Weser am KSG-Vereinsheim, sagt Detlef Müller. In Rondells zu Füßen der Bäume sollen Grillkräuter wie Majoran, Thymian und Schokominze wachsen - und möglicherweise in einem ausrangierten Kajak.

Im Herbst will die Initiative im Goethepark in Königstor auf einer Streuobstwiese mit Unterstützung durch den BUND fünf Hochstämme und weitere Beerensträucher pflanzen. Ebenfalls außerhalb der Innenstadt will die Essbare Stadt auf dem Nordfriedhof die Brunnenkresse pflegen, deren Bestand stets gefährdet ist.

Ein Höhepunkt soll ein öffentliches Kochen - entweder auf dem Wochenmarkt oder bei der Gourmet-Meile - werden. Ein langfristiges Projekt ist die Zucht von Shiitake-Pilzen, die sich über ein Jahr erstreckt und demnächst mit dem Einsatz von Impfdübeln in Hainbuchenstämmen beginnt. Für viele Bürger sichtbarster Auftakt der Neuauflage der Essbaren Stadt dürfte Mitte Mai die Rückkehr der sechs Pflanzkästen an der Martinitreppe sein.

Inzwischen erregt das Projekt auch außerhalb Aufsehen. Es gebe Einladungen nach Bielefeld und Bischofswerda in Sachsen, sagt Müller, sowie Anfragen aus Borken und Osnabrück, wie Fuhg ergänzt.

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