Impfzentren im Kreis Minden-Lübbecke? Behörden warten auf Infos Monika Jäger Minden. Konkrete Pläne für Ort, Zuständigkeit und Ablauf von Impfungen gegen Covid-19 gibt es im Kreis Minden–Lübbecke bisher noch nicht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach am Dienstag davon, dass in den nächsten sechs bis zehn Wochen Impfzentren und mobile Impftrupps aufgebaut werden sollen – auch wenn bislang nicht klar ist, ab wann genau wirksame und getestete Impfdosen zur Verfügung stehen werden. Die heimischen Behörden erwarten von den zuständigen Ministerien hier klare Angaben, wie sie vorgehen sollen. Zu klären wäre beispielsweise der Ort für die Impfzentren, sagte Kreisdirektorin Cornelia Schöder, die auch Chefin des Krisenstabes ist, am Dienstag gegenüber dem Mindener Tageblatt. „Wir haben ja den Vorteil, dass es hier die Mühlenkreiskliniken gibt, und wir dadurch im Vergleich zu anderen Kreisen sehr gut aufgestellt sind.“ Gibt es schon eine Liste, welche Mitarbeitenden oder Bereiche zuerst an der Reihe wären? Nein, sagt Schöder, und entsprechende Empfehlungen würden sicherlich auch Teil der Informationen und Vorgaben aus dem Ministerium sein. Sie weist in diesem Zusammenhang auch auf das gemeinsame Positionspapier der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrates und der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hin – Titel: „Wie soll der Zugang zum Covid-19-Impfstoff geregelt werden?“. Diese Experten hatten Anfang der Woche unter anderem deutlich gemacht, dass eine Priorisierung – also die Festlegung einer Reihenfolge – medizinischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien folgen muss, Diese müssten verständlich und nachvollziehbar sein, so dass die die Bevölkerung sie als gerechtfertigt ansehen kann. Eine selbstbestimmte Impfentscheidung erfordere zudem eine kontinuierliche, transparente Information und Aufklärung der Bevölkerung, und zwar sowohl über die Wirksamkeit der Impfung als auch über mögliche Risiken. Vollkommen klar ist darin auch gemacht, dass jede Impfung freiwillig sein muss. Hat sich der Krisenstab des Kreises auch schon mit der Frage befasst, was getan werden soll, wenn Mitarbeitende nicht geimpft werden möchten, obwohl sie eigentlich wegen ihrer Tätigkeit dafür vorgesehen wären? Nein, aber: „Es gibt keine Zwangsimpfung und es wird keine geben“, so Schöder. Und wieso hat der Kreis noch keine Pläne gemacht? „Wir haben eines gemerkt in dieser Pandemie: Situationen müssen immer wieder neu bewertet werden. Lange vorausplanen ist einfach deswegen nicht möglich, weil sich immer so vieles ändert und ändern kann“, sagt die Kreisdirektorin. Die guten Kontakte und die enge Verbindung zu den Mühlenkreiskliniken und auch auch zu den niedergelassenen Ärzten hätten bisher immer geholfen, schnelle und pragmatische Wege zu finden und Probleme zu lösen. So werde das auch weiter sein. Der Krisenstab der Stadt Minden hat sich am Mittwochvormittag mit der Fragestellung nur am Rande befasst. „Wir haben als kreisangehörige Stadt hier nichts zu entscheiden“, so Pressesprecherin Susann Lewerenz im Anschluss. Das geschehe in der Linie Europäische Union, Bund, Land und Kreise/kreisfreie Städte. „Wir gehen davon aus, dass – wenn es soweit ist – rechtzeitig Unterstützung vom Kreis-Krisenstab und vom Gesundheitsamt an uns als Stadt und den städtischen Stab herangetragen werden.“ Dann würde selbstverständlich sofort gehandelt. Auch bei den Mühlenkreiskliniken wird zurzeit erst einmal auf weitere offizielle Informationen rund um das Thema Covid-19-Impfung gewartet, sagt Pressesprecher Christian Busse. „Sobald ein zugelassener Impfstoff gegen das Sars CoV2-Virus vorliegt, gehen die Mühlenkreiskliniken davon aus, dass die Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als eine der ersten Personengruppen die Möglichkeit haben, sich freiwillig impfen zu lassen“, erklärt er. „Sollten wir eine entsprechende Dosenanzahl zur Verfügung gestellt bekommen, wären wir in kürzester Zeit in der Lage, alle 5.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken auf Wunsch gegen das neue Virus impfen zu lassen.“

Impfzentren im Kreis Minden-Lübbecke? Behörden warten auf Infos

Wie soll der Zugang zum Covid-19-Impfstoff geregelt werden? Experten hatten Anfang der Woche unter anderem deutlich gemacht, dass eine Priorisierung medizinischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien folgen muss. Symbolfoto: Hildenbrand/dpa © Karl-Josef Hildenbrand

Minden. Konkrete Pläne für Ort, Zuständigkeit und Ablauf von Impfungen gegen Covid-19 gibt es im Kreis Minden–Lübbecke bisher noch nicht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach am Dienstag davon, dass in den nächsten sechs bis zehn Wochen Impfzentren und mobile Impftrupps aufgebaut werden sollen – auch wenn bislang nicht klar ist, ab wann genau wirksame und getestete Impfdosen zur Verfügung stehen werden.

Die heimischen Behörden erwarten von den zuständigen Ministerien hier klare Angaben, wie sie vorgehen sollen. Zu klären wäre beispielsweise der Ort für die Impfzentren, sagte Kreisdirektorin Cornelia Schöder, die auch Chefin des Krisenstabes ist, am Dienstag gegenüber dem Mindener Tageblatt. „Wir haben ja den Vorteil, dass es hier die Mühlenkreiskliniken gibt, und wir dadurch im Vergleich zu anderen Kreisen sehr gut aufgestellt sind.“

Gibt es schon eine Liste, welche Mitarbeitenden oder Bereiche zuerst an der Reihe wären? Nein, sagt Schöder, und entsprechende Empfehlungen würden sicherlich auch Teil der Informationen und Vorgaben aus dem Ministerium sein. Sie weist in diesem Zusammenhang auch auf das gemeinsame Positionspapier der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrates und der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hin – Titel: „Wie soll der Zugang zum Covid-19-Impfstoff geregelt werden?“. Diese Experten hatten Anfang der Woche unter anderem deutlich gemacht, dass eine Priorisierung – also die Festlegung einer Reihenfolge – medizinischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien folgen muss, Diese müssten verständlich und nachvollziehbar sein, so dass die die Bevölkerung sie als gerechtfertigt ansehen kann. Eine selbstbestimmte Impfentscheidung erfordere zudem eine kontinuierliche, transparente Information und Aufklärung der Bevölkerung, und zwar sowohl über die Wirksamkeit der Impfung als auch über mögliche Risiken. Vollkommen klar ist darin auch gemacht, dass jede Impfung freiwillig sein muss.

Hat sich der Krisenstab des Kreises auch schon mit der Frage befasst, was getan werden soll, wenn Mitarbeitende nicht geimpft werden möchten, obwohl sie eigentlich wegen ihrer Tätigkeit dafür vorgesehen wären? Nein, aber: „Es gibt keine Zwangsimpfung und es wird keine geben“, so Schöder.

Und wieso hat der Kreis noch keine Pläne gemacht? „Wir haben eines gemerkt in dieser Pandemie: Situationen müssen immer wieder neu bewertet werden. Lange vorausplanen ist einfach deswegen nicht möglich, weil sich immer so vieles ändert und ändern kann“, sagt die Kreisdirektorin. Die guten Kontakte und die enge Verbindung zu den Mühlenkreiskliniken und auch auch zu den niedergelassenen Ärzten hätten bisher immer geholfen, schnelle und pragmatische Wege zu finden und Probleme zu lösen. So werde das auch weiter sein.

Der Krisenstab der Stadt Minden hat sich am Mittwochvormittag mit der Fragestellung nur am Rande befasst. „Wir haben als kreisangehörige Stadt hier nichts zu entscheiden“, so Pressesprecherin Susann Lewerenz im Anschluss. Das geschehe in der Linie Europäische Union, Bund, Land und Kreise/kreisfreie Städte. „Wir gehen davon aus, dass – wenn es soweit ist – rechtzeitig Unterstützung vom Kreis-Krisenstab und vom Gesundheitsamt an uns als Stadt und den städtischen Stab herangetragen werden.“ Dann würde selbstverständlich sofort gehandelt.

Auch bei den Mühlenkreiskliniken wird zurzeit erst einmal auf weitere offizielle Informationen rund um das Thema Covid-19-Impfung gewartet, sagt Pressesprecher Christian Busse. „Sobald ein zugelassener Impfstoff gegen das Sars CoV2-Virus vorliegt, gehen die Mühlenkreiskliniken davon aus, dass die Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als eine der ersten Personengruppen die Möglichkeit haben, sich freiwillig impfen zu lassen“, erklärt er. „Sollten wir eine entsprechende Dosenanzahl zur Verfügung gestellt bekommen, wären wir in kürzester Zeit in der Lage, alle 5.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken auf Wunsch gegen das neue Virus impfen zu lassen.“

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