Impfpass statt Schnelltest: Vollständig Geimpfte und Genesene profitieren von neuer Regelung in NRW Patrick Schwemling Minden. Seit Montag gelten auch im Kreis Minden-Lübbecke neue Regeln für Menschen, die bereits vollständig geimpft sind oder von einer Corona-Infektion genesen sind. Sie müssen etwa im Einzelhandel oder beim Friseur keinen negativen Schnelltest mehr vorlegen. Im Mühlenkreis ist diese Regelung aktuell für mindestens 30.000 Menschen interessant – doch dabei sind einige Dinge zu beachten. Das Mindener Tageblatt hat einen Blick in die verschiedenen Verordnungen geworfen, mit Verantwortlichen gesprochen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen. Wer profitiert bereits? Das NRW-Gesundheitsministerium hat sich dafür ausgesprochen, dass Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt werden. Wer also bereits beide Corona-Schutzimpfungen erhalten hat und die zweite Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt, braucht künftig überall dort, wo bislang ein tagesaktueller negativer Schnelltest verlangt wurde, nur noch den Nachweis über die Impfungen vorzeigen. Im Mühlenkreis haben bis einschließlich dem 2. Mai nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) 21.234 Menschen beide Corona-Impfungen erhalten, wobei die zweite Impfung nicht bei allen Personen bereits 14 Tage zurückliegt. Darüber hinaus gelten alle Personen, die in den letzten sechs Monaten (also bis einschließlich dem 4. November) positiv auf das Corona-Virus getestet wurden als Genesene. Dieser positive Test muss allerdings mindestens 28 Tage alt sein (heutiger Stichtag 6. April). Für alle Personen, auf die das zutrifft – und die dies mittels des positiven PCR-Tests nachweisen können, gelten dieselben Regelungen wie für Geimpfte und Personen mit einem tagesaktuellen Schnelltest. Nach den offiziellen Angaben des Kreises wurden zwischen dem 4. November und 6. April knapp 10.300 Menschen positiv auf Corona getestet. Die dritte Möglichkeit betrifft alle Menschen, bei denen mittels PCR-Test bereits eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde – egal zu welchem Zeitpunkt – und zusätzlich die erste Corona-Schutzimpfung durchgeführt wurde. Diese muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Dies erklärte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums auf MT-Anfrage. Als Beispiel gilt dafür eine Person, die im März 2020, also vor mehr als einem Jahr positiv getestet wurde, und Anfang April geimpft wurde. Auf wie viele Menschen im Mühlenkreis dieser Fall zutrifft, kann nicht genau beziffert werden. Jedoch gab es vor sechs Monaten erst rund 2.000 nachgewiesene Corona-Infektionen in Minden-Lübbecke – mehr als diese Personenanzahl kann Stand jetzt nicht von der dritten Möglichkeit profitieren. Wie wird es überprüft? Für die Überprüfung genüge jedes Dokument oder jeder eindeutige digitale Nachweis, der die Personenzuordnung ermöglicht und den Zeitpunkt der Impfung oder des PCR-Tests sowie die ausstellende Stelle erkennen lässt, heißt es laut der Deutschen Presse-Agentur aus dem NRW-Ministerium. Bei Zweifeln sei dadurch eine Überprüfungsmöglichkeit gegeben. Ganz praktisch bedeutet dies, dass vollständig Geimpfte anstatt eines negativen Schnelltestergebnisses von nun an lediglich ihren Impfpass oder die Impf-Bescheinigung vorlegen müssen. Genesene können sich anhand des Dokuments des positiven PCR-Tests für Klarheit sorgen. Liegt dieser mehr als sechs Monate zurück, muss zusätzlich der Impfpass oder eine Impf-Bescheinigung vorgelegt werden, in der eine mindestens 14 Tage alte Erstimpfung gegen das Virus vermerkt ist. Nicht gelten soll hingegen der Nachweis vorhandener Coronavirus-Antikörper durch einen Antikörpertest. „Ein Antikörpertest entspricht nicht den Vorgaben zur Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis und gilt daher nicht als ausreichender Nachweis“, so das Ministerium. Wo gilt die Gleichstellung? Die Gleichstellung von vollständig Geimpften und Genesenen gilt laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aktuell überall dort, wie ein negatives Testergebnis verlangt wird. „Von geimpften und genesenen Menschen geht keine größere Gefahr aus als von negativ getesteten Personen“, sagt der Kanzlerkandidat der CDU. Allen voran sind dabei die „Click and Meet“-Regelungen im erweiterten Einzelhandel, der Besuch der Außenbereiche von Zoos und Botanischen Gärten oder bei den zulässigen sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie zum Beispiel beim Friseur zu nennen. Eigentlich besteht dort durch die Notbremse aktuell nur Zutritt mit einem höchstens 24 Stunden alten negativen Testergebnis. Auch die Quarantäne für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten nach NRW kommen, entfällt für Geimpfte und bereits Infizierte nach der neuen Regelung.. „Click and Meet“ ist im Kreis Minden-Lübbecke aktuell nicht möglich. Das liegt daran, dass der Inzidenzwert laut Angaben des Robert-Koch-Instituts noch keine fünf Werktage unter einem Wert von 150 liegt. Eine Rückkehr zu dem Prinzip könnte es – wenn die Zahlen in den nächsten Tagen nicht steigen – frühestens am Samstag möglich sein.

Impfpass statt Schnelltest: Vollständig Geimpfte und Genesene profitieren von neuer Regelung in NRW

Vollständig Geimpfte können ab sofort ihren Impfpass vorzeigen und auf einen Antigen-Schnelltest verzichten. Foto: Schmitt/Imago Images © imago images/Fotostand

Minden. Seit Montag gelten auch im Kreis Minden-Lübbecke neue Regeln für Menschen, die bereits vollständig geimpft sind oder von einer Corona-Infektion genesen sind. Sie müssen etwa im Einzelhandel oder beim Friseur keinen negativen Schnelltest mehr vorlegen. Im Mühlenkreis ist diese Regelung aktuell für mindestens 30.000 Menschen interessant – doch dabei sind einige Dinge zu beachten. Das Mindener Tageblatt hat einen Blick in die verschiedenen Verordnungen geworfen, mit Verantwortlichen gesprochen und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer profitiert bereits?

Das NRW-Gesundheitsministerium hat sich dafür ausgesprochen, dass Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt werden. Wer also bereits beide Corona-Schutzimpfungen erhalten hat und die zweite Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt, braucht künftig überall dort, wo bislang ein tagesaktueller negativer Schnelltest verlangt wurde, nur noch den Nachweis über die Impfungen vorzeigen. Im Mühlenkreis haben bis einschließlich dem 2. Mai nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) 21.234 Menschen beide Corona-Impfungen erhalten, wobei die zweite Impfung nicht bei allen Personen bereits 14 Tage zurückliegt.

Darüber hinaus gelten alle Personen, die in den letzten sechs Monaten (also bis einschließlich dem 4. November) positiv auf das Corona-Virus getestet wurden als Genesene. Dieser positive Test muss allerdings mindestens 28 Tage alt sein (heutiger Stichtag 6. April). Für alle Personen, auf die das zutrifft – und die dies mittels des positiven PCR-Tests nachweisen können, gelten dieselben Regelungen wie für Geimpfte und Personen mit einem tagesaktuellen Schnelltest. Nach den offiziellen Angaben des Kreises wurden zwischen dem 4. November und 6. April knapp 10.300 Menschen positiv auf Corona getestet.

Die dritte Möglichkeit betrifft alle Menschen, bei denen mittels PCR-Test bereits eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde – egal zu welchem Zeitpunkt – und zusätzlich die erste Corona-Schutzimpfung durchgeführt wurde. Diese muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Dies erklärte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums auf MT-Anfrage. Als Beispiel gilt dafür eine Person, die im März 2020, also vor mehr als einem Jahr positiv getestet wurde, und Anfang April geimpft wurde. Auf wie viele Menschen im Mühlenkreis dieser Fall zutrifft, kann nicht genau beziffert werden. Jedoch gab es vor sechs Monaten erst rund 2.000 nachgewiesene Corona-Infektionen in Minden-Lübbecke – mehr als diese Personenanzahl kann Stand jetzt nicht von der dritten Möglichkeit profitieren.

Wie wird es überprüft?

Für die Überprüfung genüge jedes Dokument oder jeder eindeutige digitale Nachweis, der die Personenzuordnung ermöglicht und den Zeitpunkt der Impfung oder des PCR-Tests sowie die ausstellende Stelle erkennen lässt, heißt es laut der Deutschen Presse-Agentur aus dem NRW-Ministerium. Bei Zweifeln sei dadurch eine Überprüfungsmöglichkeit gegeben.

Ganz praktisch bedeutet dies, dass vollständig Geimpfte anstatt eines negativen Schnelltestergebnisses von nun an lediglich ihren Impfpass oder die Impf-Bescheinigung vorlegen müssen. Genesene können sich anhand des Dokuments des positiven PCR-Tests für Klarheit sorgen. Liegt dieser mehr als sechs Monate zurück, muss zusätzlich der Impfpass oder eine Impf-Bescheinigung vorgelegt werden, in der eine mindestens 14 Tage alte Erstimpfung gegen das Virus vermerkt ist.

Nicht gelten soll hingegen der Nachweis vorhandener Coronavirus-Antikörper durch einen Antikörpertest. „Ein Antikörpertest entspricht nicht den Vorgaben zur Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis und gilt daher nicht als ausreichender Nachweis“, so das Ministerium.

Wo gilt die Gleichstellung?

Die Gleichstellung von vollständig Geimpften und Genesenen gilt laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aktuell überall dort, wie ein negatives Testergebnis verlangt wird. „Von geimpften und genesenen Menschen geht keine größere Gefahr aus als von negativ getesteten Personen“, sagt der Kanzlerkandidat der CDU.

Allen voran sind dabei die „Click and Meet“-Regelungen im erweiterten Einzelhandel, der Besuch der Außenbereiche von Zoos und Botanischen Gärten oder bei den zulässigen sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie zum Beispiel beim Friseur zu nennen. Eigentlich besteht dort durch die Notbremse aktuell nur Zutritt mit einem höchstens 24 Stunden alten negativen Testergebnis. Auch die Quarantäne für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten nach NRW kommen, entfällt für Geimpfte und bereits Infizierte nach der neuen Regelung..

„Click and Meet“ ist im Kreis Minden-Lübbecke aktuell nicht möglich. Das liegt daran, dass der Inzidenzwert laut Angaben des Robert-Koch-Instituts noch keine fünf Werktage unter einem Wert von 150 liegt. Eine Rückkehr zu dem Prinzip könnte es – wenn die Zahlen in den nächsten Tagen nicht steigen – frühestens am Samstag möglich sein.

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