Im selben Zug zur Kirche: Ruth und Helmut Teschner feiern Eiserne Hochzeit Minden. Es scheint, als hätte das Schicksal das Ehepaar zusammengeführt. Ruth Teschner stammt aus Rosenberg in Westpreußen, Helmut Teschner aus Osterode in Ostpreußen – beide Gebiete gehören seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Polen. Per Zufall lernten sie sich 1952 im Zug kennen und fanden nach einem kurzen Gespräch direkt Gefallen aneinander. Dass beide zu derselben Kirche fuhren, ahnten sie anfangs nicht. In dem neuapostolischen Gottesdienst trafen sie sich wieder. Bereits kurz danach verließ er für zwei Jahre wegen des Militärdiensts seine Heimat und die beiden verloren sich aus den Augen. „Während der Zeit konnte man sich nicht sehen, aber ich habe immer von ihr geträumt“, blickt Helmut Teschner lächelnd zurück. Nach seiner Rückkehr trafen sich die beiden wieder. Seitdem verbrachten sie gemeinsam ihr Leben. Sie heirateten am 17. September 1955 – heute feiern sie Eiserne Hochzeit. Sie gab ihre Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und zog nach Osterode, wo er als Kraftfahrer beschäftigt war. Er war die Zeit des Kalten Krieges, als der Eiserne Vorhang Europa teilte. Ruth und Helmut Teschner durften Polen nicht verlassen. Ihr gelang ihr die Flucht am 8. August 1957. Als Begleitperson einer Besuchsreise erreichte sie mit ihrer Mutter Köln und blieb dort. Später zog Ruth Teschner zu Verwandten nach Minden, weil sie die Großstadt zu unruhig fand. Helmut Teschner wollte ein Jahr später folgen, wurde aber an zunächst an der Grenze zwischen Polen und der DDR verhaftet. Vier Monate bis zur Verhandlung verbrachte er im Gefängnis. Nach dem Freispruch reiste er am 11. September 1958 nach Minden. „Aus der Gefangenschaft direkt in die Freiheit zu meiner Frau nach Deutschland“, erinnert sich der Jubilar. Nach seiner Ankunft arbeitete er bis zu seiner Rente als Kraftfahrer für das Unternehmen Ahnefeld. Obwohl sie wegen seines Berufes oft getrennt waren, habe das ihrem Glück nicht geschadet. „Wir haben jedes Mal aufeinander gewartet und uns auf das Wiedersehen gefreut. Dadurch bleibt die Liebe jung“, berichten sie. Ihr Geheimnis für eine glückliche und lange Ehe: Respekt, Verbundenheit und Offenheit. Ihre frühere Heimat haben sie öfter besucht. Die Eiserne Hochzeit feiern sie im engsten Kreis der Familie. Zu den Gästen zählen ihre zwei Töchter und vier Enkel. Am 27. September folgt der Segen in der neuapostolischen Kirche in Minden. (li)

Im selben Zug zur Kirche: Ruth und Helmut Teschner feiern Eiserne Hochzeit

Minden. Es scheint, als hätte das Schicksal das Ehepaar zusammengeführt. Ruth Teschner stammt aus Rosenberg in Westpreußen, Helmut Teschner aus Osterode in Ostpreußen – beide Gebiete gehören seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Polen. Per Zufall lernten sie sich 1952 im Zug kennen und fanden nach einem kurzen Gespräch direkt Gefallen aneinander. Dass beide zu derselben Kirche fuhren, ahnten sie anfangs nicht. In dem neuapostolischen Gottesdienst trafen sie sich wieder.

Eiserne Hochzeit: Ruth und Helmut Teschner sind seit 65 Jahren verheiratet. - © Foto: privat
Eiserne Hochzeit: Ruth und Helmut Teschner sind seit 65 Jahren verheiratet. - © Foto: privat

Bereits kurz danach verließ er für zwei Jahre wegen des Militärdiensts seine Heimat und die beiden verloren sich aus den Augen. „Während der Zeit konnte man sich nicht sehen, aber ich habe immer von ihr geträumt“, blickt Helmut Teschner lächelnd zurück. Nach seiner Rückkehr trafen sich die beiden wieder. Seitdem verbrachten sie gemeinsam ihr Leben. Sie heirateten am 17. September 1955 – heute feiern sie Eiserne Hochzeit.

Sie gab ihre Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und zog nach Osterode, wo er als Kraftfahrer beschäftigt war. Er war die Zeit des Kalten Krieges, als der Eiserne Vorhang Europa teilte. Ruth und Helmut Teschner durften Polen nicht verlassen. Ihr gelang ihr die Flucht am 8. August 1957. Als Begleitperson einer Besuchsreise erreichte sie mit ihrer Mutter Köln und blieb dort. Später zog Ruth Teschner zu Verwandten nach Minden, weil sie die Großstadt zu unruhig fand.

Helmut Teschner wollte ein Jahr später folgen, wurde aber an zunächst an der Grenze zwischen Polen und der DDR verhaftet. Vier Monate bis zur Verhandlung verbrachte er im Gefängnis. Nach dem Freispruch reiste er am 11. September 1958 nach Minden. „Aus der Gefangenschaft direkt in die Freiheit zu meiner Frau nach Deutschland“, erinnert sich der Jubilar.

Nach seiner Ankunft arbeitete er bis zu seiner Rente als Kraftfahrer für das Unternehmen Ahnefeld. Obwohl sie wegen seines Berufes oft getrennt waren, habe das ihrem Glück nicht geschadet. „Wir haben jedes Mal aufeinander gewartet und uns auf das Wiedersehen gefreut. Dadurch bleibt die Liebe jung“, berichten sie. Ihr Geheimnis für eine glückliche und lange Ehe: Respekt, Verbundenheit und Offenheit. Ihre frühere Heimat haben sie öfter besucht.

Die Eiserne Hochzeit feiern sie im engsten Kreis der Familie. Zu den Gästen zählen ihre zwei Töchter und vier Enkel. Am 27. September folgt der Segen in der neuapostolischen Kirche in Minden. (li)

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