Im Dauereinsatz gegen das Hochwasser Bundeswehr, Feuerwehr und THW aus Minden sichern Deiche ab / Sandau evakuiert / "Alle sind hoch motiviert" Aus Sandau berichten Nina Könemann und Stefanie Dullweber Sandau (mt). Während das Hochwasser an der Elbe in Sachsen-Anhalt weiter steigt, versuchen die Rettungskräfte aus Minden ein Brechen der Deiche zu verhindern. Die Hauptaufgabe bei THW, Bundeswehr und Feuerwehr sieht ähnlich aus: Deiche absichern. Rund 300 Soldaten des schweren Pionierbataillons 130 sind seit Donnerstag in den Katastrophengebieten im Einsatz und sichern die Deiche. Die 4. Kompanie war am Sonntag mit rund 100 Einsatzkräften und schwerem Gerät in Sandau (Kreis Stendal) im Einsatz.Dort stand das Wasser am Sonntagmittag bereits auf rund 8.15 Metern und damit nur knapp unterhalb der Deichlinie. Gegen 17 Uhr wurde Sandau dann evakuiert. "Einmal Sirene bedeutet, es wird evakuiert, zwei Mal, dass das Wasser kommt", heißt es. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass der Pegel noch bis in die Nacht ansteigen wird.Zwar scheint der Deich, der die Stadt vor dem Elbwasser sichert, derzeit noch zu halten, der Deich am anderen Ufer macht den Katastrophenschützern jedoch Sorgen. Um den Deich zu verstärken, wurden sowohl an der Landseite als auch auf dem Schutzwall selbst Sandsäcke verbaut.Die Mindener Einsatzkräfte kümmerten sich am Sonntag besonders um den Transport dieser Sandsäcke. Weil eine Deichseite nur noch teilweise oder gar nicht mehr befahren werden konnte, mussten die Säcke über das Wasser angeliefert werden. Dafür baute die 4. Kompanie mit Hilfe von drei Motorbooten und einer Faltschwimmbrücke eine Art Fähre. Je 60 Tonnen Gewicht konnten pro Fahrt aufgenommen werden. Die Säcke wurden auf Europaletten und mit Radladern auf die Fähre gebracht, mussten von den Helfern jedoch per Hand auf den Deich gelegt werden.Die Helfer arbeiten im Schichtsystem auch die Nacht durch und schliefen bisher in ihren Fahrzeugen. Ab Sonntagabend stand ihnen eine Turnhalle zur Verfügung. Die anderen Einheiten der Mindener Pioniere sind derzeit in Elbenau bei Schönebeck und in Hagenow (Mecklenburgische Seenplatte) im Einsatz. Für den Transport der Sandsäcke sind auch mehrere Amphibienfahrzeuge M3 vor Ort.Die Mindener Ortsgruppe des THW wurde von Schönebeck in das zehn Kilometer entfernte Pretzien versetzt. "Wir haben dort den Auftrag für eine Deichsicherung bekommen, da dieser zu brechen droht", sagt Horst Zumpe, Ortsbeauftragter des THW Minden. Mittlerweile sind alle Einheiten aus Minden angefordert, sodass vor Ort noch mehr Verstärkung vorhanden sein wird. In Tangermünde, wo die Feuerwehr Minden hilft, hat das Wasser bereits am Sonntag den für heute erwarteten Höchststand von 8,20 Meter überschritten. "Wir waren am Sonntag schon bei 8,29 Meter und das Wasser steigt weiter", erklärt Martin Ruhe, Einsatzleiter vor Ort. Das Personal wurde getauscht und bis Sonntagabend wurden noch 32 frische Kräfte erwartet. "Im benachbarten Fischbeck ist die Kläranlage bedroht. Dort erhöhen wir jetzt die Deiche."Die Stimmung sei überall hoch motiviert. "Alle hatten wenig Schlaf und jeder stößt an seine körperlichen Grenzen, aber es wird weitergemacht", sagt Presseoffizier Rafael Schiwitza.

Im Dauereinsatz gegen das Hochwasser

Sandau (mt). Während das Hochwasser an der Elbe in Sachsen-Anhalt weiter steigt, versuchen die Rettungskräfte aus Minden ein Brechen der Deiche zu verhindern.

Sandsäcke von A nach zu B fahren gehört zu den Hauptaufgaben der heimischen Helfer. - © Foto: pr/Bundeswehr
Sandsäcke von A nach zu B fahren gehört zu den Hauptaufgaben der heimischen Helfer. - © Foto: pr/Bundeswehr

Die Hauptaufgabe bei THW, Bundeswehr und Feuerwehr sieht ähnlich aus: Deiche absichern. Rund 300 Soldaten des schweren Pionierbataillons 130 sind seit Donnerstag in den Katastrophengebieten im Einsatz und sichern die Deiche. Die 4. Kompanie war am Sonntag mit rund 100 Einsatzkräften und schwerem Gerät in Sandau (Kreis Stendal) im Einsatz.

Dort stand das Wasser am Sonntagmittag bereits auf rund 8.15 Metern und damit nur knapp unterhalb der Deichlinie. Gegen 17 Uhr wurde Sandau dann evakuiert. "Einmal Sirene bedeutet, es wird evakuiert, zwei Mal, dass das Wasser kommt", heißt es. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass der Pegel noch bis in die Nacht ansteigen wird.

Zwar scheint der Deich, der die Stadt vor dem Elbwasser sichert, derzeit noch zu halten, der Deich am anderen Ufer macht den Katastrophenschützern jedoch Sorgen. Um den Deich zu verstärken, wurden sowohl an der Landseite als auch auf dem Schutzwall selbst Sandsäcke verbaut.

Alle Helfer stoßen an
Alle Helfer stoßen an

Die Mindener Einsatzkräfte kümmerten sich am Sonntag besonders um den Transport dieser Sandsäcke. Weil eine Deichseite nur noch teilweise oder gar nicht mehr befahren werden konnte, mussten die Säcke über das Wasser angeliefert werden. Dafür baute die 4. Kompanie mit Hilfe von drei Motorbooten und einer Faltschwimmbrücke eine Art Fähre. Je 60 Tonnen Gewicht konnten pro Fahrt aufgenommen werden. Die Säcke wurden auf Europaletten und mit Radladern auf die Fähre gebracht, mussten von den Helfern jedoch per Hand auf den Deich gelegt werden.

Die Helfer arbeiten im Schichtsystem auch die Nacht durch und schliefen bisher in ihren Fahrzeugen. Ab Sonntagabend stand ihnen eine Turnhalle zur Verfügung. Die anderen Einheiten der Mindener Pioniere sind derzeit in Elbenau bei Schönebeck und in Hagenow (Mecklenburgische Seenplatte) im Einsatz. Für den Transport der Sandsäcke sind auch mehrere Amphibienfahrzeuge M3 vor Ort.

Die Mindener Ortsgruppe des THW wurde von Schönebeck in das zehn Kilometer entfernte Pretzien versetzt. "Wir haben dort den Auftrag für eine Deichsicherung bekommen, da dieser zu brechen droht", sagt Horst Zumpe, Ortsbeauftragter des THW Minden. Mittlerweile sind alle Einheiten aus Minden angefordert, sodass vor Ort noch mehr Verstärkung vorhanden sein wird. In Tangermünde, wo die Feuerwehr Minden hilft, hat das Wasser bereits am Sonntag den für heute erwarteten Höchststand von 8,20 Meter überschritten. "Wir waren am Sonntag schon bei 8,29 Meter und das Wasser steigt weiter", erklärt Martin Ruhe, Einsatzleiter vor Ort. Das Personal wurde getauscht und bis Sonntagabend wurden noch 32 frische Kräfte erwartet. "Im benachbarten Fischbeck ist die Kläranlage bedroht. Dort erhöhen wir jetzt die Deiche."

Die Stimmung sei überall hoch motiviert. "Alle hatten wenig Schlaf und jeder stößt an seine körperlichen Grenzen, aber es wird weitergemacht", sagt Presseoffizier Rafael Schiwitza.

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