„Ich habe gedacht, ich sterbe...“ - Frauenhaus veröffentlicht Zitate von Opfern Doris Christoph Minden (dc). Es sind Sätze, die Schlimmes erahnen lassen. Die von Verletzungen mit Taten und Worten, von der Flucht vorm Partner und Todesangst handeln – und schließlich von Zuversicht. Das Awo-Frauenschutzzentrum Minden hat Zitate seiner Bewohnerinnen aus den vergangenen zwei Jahren gesammelt und sie in der Stadtbibliothek, dem Bürgerbüro und den Begegnungszentren in Bärenkämpen und Rodenbeck aufgehängt. Zusammen mit Hilfsangeboten für Betroffene. „Die Aussagen kommen in dieser Form immer wieder vor“, sagt Mitarbeiterin Anastasia Apostolidou-Westermann. Zum Beispiel: „Ich habe gedacht, ich sterbe...“ oder „Er hat immer gesagt, ohne mich bist du nichts.“ Mit der Aktion beteiligt sich das Frauenhaus an der landesweiten Woche gegen Gewalt an Frauen, die am Montag, 22. November, beginnt. Es gibt noch weitere Aktionen anderer Vereine im Kreisgebiet, etwa Lichtprojekte oder Theaterstücke.Die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen sind spät dran beim Termin in der Stadtbibliothek: Am Abend haben sie eine Frau und ihre Kinder in der Einrichtung aufgenommen. Am Morgen gab es erste Gespräche. Acht Plätze für Frauen und Kinder hält das Schutzzentrum parat. Eine weitere Anfrage mussten die Mitarbeiterinnen danach ablehnen: Das Jugendamt suchte eine Unterbringungsmöglichkeit für eine Mutter und ihre acht Kinder. „Wir richten auch mal ein Matratzenlage im Wohnzimmer ein“, sagt Apostolidou-Westermann. In diesem Fall ging das aber einfach nicht. Sie verwies das Jugendamt an das bundesweite Infotelefon, über das andere freie Plätze in Frauenhäusern gesucht werden können.Dass Frauen abgelehnt werden müssen, kommt immer wieder vor. Die Mindener Einrichtung ist relativ klein. Die Mitarbeiterinnen versuchen dann, etwas anderes zu organisieren. „Wir lassen keine Frau auf der Straße stehen“, betont Apostolidou-Westermann.Allein im September mussten 40 Anfragen abgelehnt werden. „Da hatten wir Massen an Frauen, die wir nicht aufnehmen konnten.“ Wie die hohe Zahl zustande kommt, kann die Mitarbeiterin sich nicht erklären. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 62 Ablehnungen bei 95 Anfragen. Die Gesamtzahl für dieses Jahr wurde noch nicht erhoben, die Mitarbeiterin geht aber von weniger Bewohnerinnen als 2020 aus. Ein Grund: Die Frauen – meistens junge Mütter zwischen Mitte 20 und Ende 30 – sind wegen der schwierigen Wohnungssuche in Corona-Zeiten länger geblieben als sonst.Nicht nur mit Plakaten will das Frauenschutzzentrum auf sich aufmerksam machen. Es plant auch Sprechstunden etwa im Familienzentrum Dützen. Wegen Corona wurde das bislang aber verschoben.

„Ich habe gedacht, ich sterbe...“ - Frauenhaus veröffentlicht Zitate von Opfern

Frauenhaus-Mitarbeiterinnen hängen Zitate von Bewohnerinnen in der Stadtbücherei auf. MT-Foto: Doris Christoph © Doris CHristoph

Minden (dc). Es sind Sätze, die Schlimmes erahnen lassen. Die von Verletzungen mit Taten und Worten, von der Flucht vorm Partner und Todesangst handeln – und schließlich von Zuversicht. Das Awo-Frauenschutzzentrum Minden hat Zitate seiner Bewohnerinnen aus den vergangenen zwei Jahren gesammelt und sie in der Stadtbibliothek, dem Bürgerbüro und den Begegnungszentren in Bärenkämpen und Rodenbeck aufgehängt. Zusammen mit Hilfsangeboten für Betroffene.

„Die Aussagen kommen in dieser Form immer wieder vor“, sagt Mitarbeiterin Anastasia Apostolidou-Westermann. Zum Beispiel: „Ich habe gedacht, ich sterbe...“ oder „Er hat immer gesagt, ohne mich bist du nichts.“ Mit der Aktion beteiligt sich das Frauenhaus an der landesweiten Woche gegen Gewalt an Frauen, die am Montag, 22. November, beginnt. Es gibt noch weitere Aktionen anderer Vereine im Kreisgebiet, etwa Lichtprojekte oder Theaterstücke.

Die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen sind spät dran beim Termin in der Stadtbibliothek: Am Abend haben sie eine Frau und ihre Kinder in der Einrichtung aufgenommen. Am Morgen gab es erste Gespräche. Acht Plätze für Frauen und Kinder hält das Schutzzentrum parat. Eine weitere Anfrage mussten die Mitarbeiterinnen danach ablehnen: Das Jugendamt suchte eine Unterbringungsmöglichkeit für eine Mutter und ihre acht Kinder. „Wir richten auch mal ein Matratzenlage im Wohnzimmer ein“, sagt Apostolidou-Westermann. In diesem Fall ging das aber einfach nicht. Sie verwies das Jugendamt an das bundesweite Infotelefon, über das andere freie Plätze in Frauenhäusern gesucht werden können.

Dass Frauen abgelehnt werden müssen, kommt immer wieder vor. Die Mindener Einrichtung ist relativ klein. Die Mitarbeiterinnen versuchen dann, etwas anderes zu organisieren. „Wir lassen keine Frau auf der Straße stehen“, betont Apostolidou-Westermann.

Allein im September mussten 40 Anfragen abgelehnt werden. „Da hatten wir Massen an Frauen, die wir nicht aufnehmen konnten.“ Wie die hohe Zahl zustande kommt, kann die Mitarbeiterin sich nicht erklären. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 62 Ablehnungen bei 95 Anfragen.

Die Gesamtzahl für dieses Jahr wurde noch nicht erhoben, die Mitarbeiterin geht aber von weniger Bewohnerinnen als 2020 aus. Ein Grund: Die Frauen – meistens junge Mütter zwischen Mitte 20 und Ende 30 – sind wegen der schwierigen Wohnungssuche in Corona-Zeiten länger geblieben als sonst.

Nicht nur mit Plakaten will das Frauenschutzzentrum auf sich aufmerksam machen. Es plant auch Sprechstunden etwa im Familienzentrum Dützen. Wegen Corona wurde das bislang aber verschoben.

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Patrick Schwemmling

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