Hotdogs vor der Ruine: Hinter dem Foodtruck an der B61 in Todtenhausen steckt eine ungewöhnliche Geschichte Marie Meier Minden. Früher war seine Aussicht eine andere. Wahrscheinlich sogar eine schönere. Statt wie aktuell direkt an der B 61 im Bereich Todtenhausen hatte Andreas Helmke vor gar nicht allzu langer Zeit noch die Chance, regelmäßig an den schönsten Plätzen des Landes zu arbeiten. In purer Idylle. Doch die Corona-Pandemie hat seinen Arbeitsalltag komplett verändert. Und so parkt Andreas Helmke seinen schwarzen Food-Truck nun schon seit Monaten an der Bremer Straße, direkt auf dem Parkplatz des ehemaligen Hotels Grashoff. Zugegeben: Die mobile Hotdog-Manufaktur fällt nicht gleich auf den ersten Blick auf. Vielmehr sind es die grell-orangefarbigen Partyzelte, die die Aufmerksamkeit der vorbeifahrenden Autofahrer wecken dürften. Sie überdachen die vielen Sitz- und Stehplätze, die Helmke um seinen modernen Imbisswagen geschaffen hat. Ein Angebot, das immer mal wieder von Kundinnen und Kunden genutzt wird. Der Großteil jedoch bestelle zum Mitnehmen. Die Idee für seine Hotdog-Manufaktur kam Andreas Helmke vor ein paar Jahren ganz spontan, „quasi aus dem Effekt heraus", wie er es beschreibt, ehe er weiter erzählt: ,,Ich saß mit meinen Freunden zusammen in einer Kartenspielrunde. Wir alle hatten Hunger. Irgendetwas Einfaches musste her. Und dann habe ich einfach am Anfang fix Currywurst und Pommes gemacht." Seinen Freunden scheint es geschmeckt zu haben. Denn im Anschluss an den Spieleabend sei er immer öfter gebeten worden, bei gemeinsamen Treffen für alle zu kochen. Irgendwann servierte der Mindener dann verschiedene Hotdog-Variationen. Damit kam er auf den Geschmack. Im buchstäblichen Sinne. Ihm kam die Idee, seine Kreationen langfristig auch verkaufen zu können. So investierte der Mindener spontan in einen Bauwagen, stattete diesen mit einem Kühlschrank sowie verschiedenen Küchenutensilien aus und bastelte letztlich noch ein paar Räder drunter. Und so erfüllte sich Andreas Helmke mit sehr viel Einsatz seinen spontanen Traum von einem eigenen Foodtruck. Nachdem alle Auflagen erfüllt waren, verkaufte er 2016 dann das erste Mal auf einem sogenannten Street-Food-Festival. Das ist in etwa so etwas wie eine moderne Schlemmermeile, auf der verschiedene Gastronomen ihr Essen aus unterschiedlichen Teilen der Welt servieren. „Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass die Hotdogs wirklich gut ankommen", erzählt Andreas Helmke. So tourte er mit seinem Food-Truck durch ganz Deutschland, ehe ihn die Corona-Pandemie zum Parken an der Bundesstraße zwang. Doch nicht nur das ist im Vergleich zu den Vorjahren anders. Denn: Mittlerweile steht der Chef nur noch selten selbst hinter der Theke, zu groß sei die Arbeit drum herum. Sechs Mitarbeiter sind inzwischen fürs tägliche Geschäft zuständig, das ungebrochen gut laufe.  Und das, obwohl Hotdogs noch immer nicht ganz im Trend angekommen sind. Versuche verschiedener Fast-Food-Ketten, die Wurst im Brötchen fest im Sortiment zu integrieren, blieben bislang erfolglos. Genau auf diesen Umbruch in der Essenswelt wartet nun auch Andreas Helmke gespannt. Seine Manufaktur bietet auch durchaus mehr als den klassischen Hotdog an. Der Besitzer probiert gerne Neues aus – wie etwa neue Variationen mit Chili con Carne. Dazu kann aus drei verschiedenen Arten von Brötchen – zwischen Weizen, Sesam und Mohn – gewählt werden. Deren Rezeptur wurde mit einem Bäcker aus der Region nach Helmkes Vorstellungen verfeinert. Darüber hinaus stehen noch unterschiedliche Fleischsorten zur Auswahl. Die Manufaktur-Kunden können sich zwischen einer veganen Wurst und einer aus Schweine- und Hühnerfleisch entscheiden. Seine Variationen denkt sich Andreas Helmke zum Großteil selbst aus. Ab und an lässt er sich aber auch von bereits bestehenden Angeboten aus aller Welt inspirieren. Er geht fest davon aus, dass seine Kunden ,,ein altes Produkt für die moderne Welt" wollen. Und der Plan scheint aufzugehen. Denn: Laut Helmke probieren viele die eher untypischen Variationen aus. Und auch wenn nicht, „dann dürfen die Soßen gerne so probiert werden", erklärt er. Dem Mindener ist es allerdings ein Anliegen, dass nicht einfach nur sein Essen gut ankommt. So achte er viel auf Nachhaltigkeit – wie in der ganzen modernen Gastrobranche auch üblich. So serviert Andreas Helmke seine Hotdogs etwa in kleinen Körbchen, die nach einer gründlichen Wäsche wieder neu verwendet werden können. Eine konkrete Zielgruppe hat der mittlerweile erfahrene Gastronom übrigens nicht. „Man sollte einfach machen, was einem Spaß macht", fordert Andreas Helmke und erzählt, dass sowohl junge als auch ältere Menschen zu seinen Kunden gehören würden. Mit einem Lachen auf dem Lippen fügt er dann auch an: „So kann man auch in jedem Alter einen Foodtruck führen." Nächstes Jahr soll die Hotdog Manufaktur übrigens auch wieder auf Tour gehen. Der Plan ist laut Andreas Helmke, wie vor der Pandemie verschiedene Food-Festivals zu besuchen – „wenn es denn die Corona-Lage bis dahin wieder zulässt", sagt der Mindener. Es dauert also vermutlich nicht mehr allzu lang, bis er statt vorbeifahrenden Autos wieder idyllische Seen und andere schöne Orte auf der Arbeit beobachten kann.

Hotdogs vor der Ruine: Hinter dem Foodtruck an der B61 in Todtenhausen steckt eine ungewöhnliche Geschichte

Der schwarze Foodtruck steht auf dem Parkplatz des ehemaligen Hotel Grashoff. Für Inhaber Andreas Helmke ist die Lösung aber nicht dauerhaft, vielmehr eine Reaktion auf die Corona-Pandemie. Sobald Normalität eingekehrt ist, soll die mobile Hotdog-Manufaktur wieder auf Tour gehen. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Früher war seine Aussicht eine andere. Wahrscheinlich sogar eine schönere. Statt wie aktuell direkt an der B 61 im Bereich Todtenhausen hatte Andreas Helmke vor gar nicht allzu langer Zeit noch die Chance, regelmäßig an den schönsten Plätzen des Landes zu arbeiten. In purer Idylle. Doch die Corona-Pandemie hat seinen Arbeitsalltag komplett verändert. Und so parkt Andreas Helmke seinen schwarzen Food-Truck nun schon seit Monaten an der Bremer Straße, direkt auf dem Parkplatz des ehemaligen Hotels Grashoff.

Zugegeben: Die mobile Hotdog-Manufaktur fällt nicht gleich auf den ersten Blick auf. Vielmehr sind es die grell-orangefarbigen Partyzelte, die die Aufmerksamkeit der vorbeifahrenden Autofahrer wecken dürften. Sie überdachen die vielen Sitz- und Stehplätze, die Helmke um seinen modernen Imbisswagen geschaffen hat. Ein Angebot, das immer mal wieder von Kundinnen und Kunden genutzt wird. Der Großteil jedoch bestelle zum Mitnehmen.

Die Idee für seine Hotdog-Manufaktur kam Andreas Helmke vor ein paar Jahren ganz spontan, „quasi aus dem Effekt heraus", wie er es beschreibt, ehe er weiter erzählt: ,,Ich saß mit meinen Freunden zusammen in einer Kartenspielrunde. Wir alle hatten Hunger. Irgendetwas Einfaches musste her. Und dann habe ich einfach am Anfang fix Currywurst und Pommes gemacht." Seinen Freunden scheint es geschmeckt zu haben. Denn im Anschluss an den Spieleabend sei er immer öfter gebeten worden, bei gemeinsamen Treffen für alle zu kochen. Irgendwann servierte der Mindener dann verschiedene Hotdog-Variationen.

Malina Reckordt

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Damit kam er auf den Geschmack. Im buchstäblichen Sinne. Ihm kam die Idee, seine Kreationen langfristig auch verkaufen zu können. So investierte der Mindener spontan in einen Bauwagen, stattete diesen mit einem Kühlschrank sowie verschiedenen Küchenutensilien aus und bastelte letztlich noch ein paar Räder drunter. Und so erfüllte sich Andreas Helmke mit sehr viel Einsatz seinen spontanen Traum von einem eigenen Foodtruck.

Nachdem alle Auflagen erfüllt waren, verkaufte er 2016 dann das erste Mal auf einem sogenannten Street-Food-Festival. Das ist in etwa so etwas wie eine moderne Schlemmermeile, auf der verschiedene Gastronomen ihr Essen aus unterschiedlichen Teilen der Welt servieren. „Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass die Hotdogs wirklich gut ankommen", erzählt Andreas Helmke. So tourte er mit seinem Food-Truck durch ganz Deutschland, ehe ihn die Corona-Pandemie zum Parken an der Bundesstraße zwang. Doch nicht nur das ist im Vergleich zu den Vorjahren anders. Denn: Mittlerweile steht der Chef nur noch selten selbst hinter der Theke, zu groß sei die Arbeit drum herum. Sechs Mitarbeiter sind inzwischen fürs tägliche Geschäft zuständig, das ungebrochen gut laufe. 

Und das, obwohl Hotdogs noch immer nicht ganz im Trend angekommen sind. Versuche verschiedener Fast-Food-Ketten, die Wurst im Brötchen fest im Sortiment zu integrieren, blieben bislang erfolglos. Genau auf diesen Umbruch in der Essenswelt wartet nun auch Andreas Helmke gespannt.

Seine Manufaktur bietet auch durchaus mehr als den klassischen Hotdog an. Der Besitzer probiert gerne Neues aus – wie etwa neue Variationen mit Chili con Carne. Dazu kann aus drei verschiedenen Arten von Brötchen – zwischen Weizen, Sesam und Mohn – gewählt werden. Deren Rezeptur wurde mit einem Bäcker aus der Region nach Helmkes Vorstellungen verfeinert. Darüber hinaus stehen noch unterschiedliche Fleischsorten zur Auswahl. Die Manufaktur-Kunden können sich zwischen einer veganen Wurst und einer aus Schweine- und Hühnerfleisch entscheiden.

Seine Variationen denkt sich Andreas Helmke zum Großteil selbst aus. Ab und an lässt er sich aber auch von bereits bestehenden Angeboten aus aller Welt inspirieren. Er geht fest davon aus, dass seine Kunden ,,ein altes Produkt für die moderne Welt" wollen. Und der Plan scheint aufzugehen. Denn: Laut Helmke probieren viele die eher untypischen Variationen aus. Und auch wenn nicht, „dann dürfen die Soßen gerne so probiert werden", erklärt er.

Dem Mindener ist es allerdings ein Anliegen, dass nicht einfach nur sein Essen gut ankommt. So achte er viel auf Nachhaltigkeit – wie in der ganzen modernen Gastrobranche auch üblich. So serviert Andreas Helmke seine Hotdogs etwa in kleinen Körbchen, die nach einer gründlichen Wäsche wieder neu verwendet werden können.

Eine konkrete Zielgruppe hat der mittlerweile erfahrene Gastronom übrigens nicht. „Man sollte einfach machen, was einem Spaß macht", fordert Andreas Helmke und erzählt, dass sowohl junge als auch ältere Menschen zu seinen Kunden gehören würden. Mit einem Lachen auf dem Lippen fügt er dann auch an: „So kann man auch in jedem Alter einen Foodtruck führen."

Nächstes Jahr soll die Hotdog Manufaktur übrigens auch wieder auf Tour gehen. Der Plan ist laut Andreas Helmke, wie vor der Pandemie verschiedene Food-Festivals zu besuchen – „wenn es denn die Corona-Lage bis dahin wieder zulässt", sagt der Mindener. Es dauert also vermutlich nicht mehr allzu lang, bis er statt vorbeifahrenden Autos wieder idyllische Seen und andere schöne Orte auf der Arbeit beobachten kann.

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