Hohe Nachfrage: Impftermin verzweifelt gesucht Jan Henning Rogge Minden. Die Musik in der Warteschleife des Hausarztes können viele Impfwillige schon im Schlaf pfeifen – wer derzeit eine Impfung gegen das Corona-Virus haben möchte, braucht vor allem eines: viel Geduld. Ob bei den Impfangeboten des Kreises, die derzeit mittwochs, freitags und samstags in Lübbecke, Minden und Bad Oeynhausen durchgeführt werden, oder bei Hausärztinnen und Hausärzten – offenbar kommen Impfwillige und Impfende nur schwerlich zusammen. Eine Erfahrung, die so auch Mediziner machen, die impfen wollen. Die Belastung sei groß, teilt die Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit. Allein in der vergangenen Woche wurden in Westfalen-Lippe demnach mehr als 230.000 Corona-Impfungen verabreicht. In der Vorwoche waren es knapp 150.000. Doch es könnten mehr sein, stellt der Arzt Boris-Alexander Heger von der Gemeinschaftspraxis Porta fest. „Es weiß keiner, wo er hin kann – da geht gewaltig was schief." Er meldete sich in der Redaktion, nachdem er den Bericht über den großen Andrang bei der Impfaktion an der Kampahalle gelesen hatte. Mehrere Stunden Wartezeit hatten am Freitag Hunderte impfwillige Menschen auf sich genommen. Ein großes Problem: In vielen Hausarztpraxen wird geimpft – laut Statistik der KVWL sind es 92 Prozent – die Terminvergabe scheitert aber meist an überlasteten Praxis-Teams und Telefonanlagen. Viele Praxen setzen nun auf Anmeldungen per Mail, um der Flut Herr zu werden – trotzdem ist der Aufwand gerade für kleinere Praxen immens. „Wir müssen das mit den Impfungen jetzt anschieben", sagt Mediziner Heger – und meint damit die Booster-Impfungen. „Die paar, die sich jetzt noch erst-impfen lassen wollen, spielen ja kaum eine Rolle." Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen der lokalen Kassenärztlichen Vereinigung will er nun überlegen, wie die Impftermin-Vergabe verbessert werden kann. Das der Biontech-Impfstoff derzeit nur begrenzt geliefert werden kann, dafür aber ausreichend Moderna zur Verfügung steht, sieht er gelassen, kann aber die Sorgen seiner Patienten verstehen. Ein kleiner Trost: Der Impfstoff wird zwar erst ab 30 Jahren empfohlen – „dafür ist er aber ein bisschen effektiver." Der Kreis Minden-Lübbecke plant zukünftig weitere Impfangebote, aufgrund der hohen Nachfrage. Wie in der Vorwoche soll auch in dieser Woche am Mittwoch an der Kreissporthalle Lübbecke, am Freitag in Minden in der Kampa-Halle und am Samstag im Werre-Park in Bad Oeynhausen geimpft werden, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Mit großem Andrang ist zu rechnen. "Wann zusätzliche  Termine stattfinden sollen, wird dementsprechend rechtzeitig mitgeteilt", sagt Kreis-Sprecherin Sabine Ohnesorge. Immerhin – und das dürfte vor allem doch an den Impf-Fortschritten liegen – blieb die Zahl der Erkrankten in den Kliniken im Kreis einigermaßen konstant: Im Klinikum Minden werden 43 Corona-Patientinnen und -Patienten behandelt, zwölf davon müssen intensivmedizinisch betreut werden, drei werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen werden weitere neun Menschen versorgt – davon sieben auf der Intensivstation.

Hohe Nachfrage: Impftermin verzweifelt gesucht

Impftermine sind stark nachgefragt. Symbolfoto: © Pixabay

Minden. Die Musik in der Warteschleife des Hausarztes können viele Impfwillige schon im Schlaf pfeifen – wer derzeit eine Impfung gegen das Corona-Virus haben möchte, braucht vor allem eines: viel Geduld. Ob bei den Impfangeboten des Kreises, die derzeit mittwochs, freitags und samstags in Lübbecke, Minden und Bad Oeynhausen durchgeführt werden, oder bei Hausärztinnen und Hausärzten – offenbar kommen Impfwillige und Impfende nur schwerlich zusammen. Eine Erfahrung, die so auch Mediziner machen, die impfen wollen. Die Belastung sei groß, teilt die Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit. Allein in der vergangenen Woche wurden in Westfalen-Lippe demnach mehr als 230.000 Corona-Impfungen verabreicht. In der Vorwoche waren es knapp 150.000.

Doch es könnten mehr sein, stellt der Arzt Boris-Alexander Heger von der Gemeinschaftspraxis Porta fest. „Es weiß keiner, wo er hin kann – da geht gewaltig was schief." Er meldete sich in der Redaktion, nachdem er den Bericht über den großen Andrang bei der Impfaktion an der Kampahalle gelesen hatte. Mehrere Stunden Wartezeit hatten am Freitag Hunderte impfwillige Menschen auf sich genommen. Ein großes Problem: In vielen Hausarztpraxen wird geimpft – laut Statistik der KVWL sind es 92 Prozent – die Terminvergabe scheitert aber meist an überlasteten Praxis-Teams und Telefonanlagen. Viele Praxen setzen nun auf Anmeldungen per Mail, um der Flut Herr zu werden – trotzdem ist der Aufwand gerade für kleinere Praxen immens.

„Wir müssen das mit den Impfungen jetzt anschieben", sagt Mediziner Heger – und meint damit die Booster-Impfungen. „Die paar, die sich jetzt noch erst-impfen lassen wollen, spielen ja kaum eine Rolle." Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen der lokalen Kassenärztlichen Vereinigung will er nun überlegen, wie die Impftermin-Vergabe verbessert werden kann.


Das der Biontech-Impfstoff derzeit nur begrenzt geliefert werden kann, dafür aber ausreichend Moderna zur Verfügung steht, sieht er gelassen, kann aber die Sorgen seiner Patienten verstehen. Ein kleiner Trost: Der Impfstoff wird zwar erst ab 30 Jahren empfohlen – „dafür ist er aber ein bisschen effektiver."

Der Kreis Minden-Lübbecke plant zukünftig weitere Impfangebote, aufgrund der hohen Nachfrage. Wie in der Vorwoche soll auch in dieser Woche am Mittwoch an der Kreissporthalle Lübbecke, am Freitag in Minden in der Kampa-Halle und am Samstag im Werre-Park in Bad Oeynhausen geimpft werden, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Mit großem Andrang ist zu rechnen. "Wann zusätzliche  Termine stattfinden sollen, wird dementsprechend rechtzeitig mitgeteilt", sagt Kreis-Sprecherin Sabine Ohnesorge.

Immerhin – und das dürfte vor allem doch an den Impf-Fortschritten liegen – blieb die Zahl der Erkrankten in den Kliniken im Kreis einigermaßen konstant: Im Klinikum Minden werden 43 Corona-Patientinnen und -Patienten behandelt, zwölf davon müssen intensivmedizinisch betreut werden, drei werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen werden weitere neun Menschen versorgt – davon sieben auf der Intensivstation.

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