Hat Plattdeutsch eine Zukunft? Gerd Rohlfing befasst sich in seinem Buch mit dem Thema Minden (mt/GB). Hat die plattdeutsche Sprache eine Zukunft? Mit diesem Thema befasst sich Gerd Rohlfing in seinem Buch. "Die verlorene Umgangssprache. Vom Niedergang des Niederdeutschen" heißt die Untersuchung, in der sich Gerd Rohlfing aus Wulferdingsen im Ergebnis pessimistisch zur Zukunft des Plattdeutschen in der hiesigen Region äußert.In wissenschaftlicher Weise beschreibt er Ursprung, Werden und Wesen von Sprache, Sprachwandel und Entstehung von Sprachfamilien. Ausführlich behandelt er den Aufstieg der niederdeutschen Sprache von ihrer Entstehung aus dem Indogermanischen bis zu ihren Hochzeiten in der Hansezeit (15./16. Jahrhundert).Parallel dazu untersucht er den Aufstieg des Hochdeutschen und dessen Verbreitung, insbesondere durch den Buchdruck, auch im niederdeutschen Sprachraum. Ein weiteres Kapitel seiner Arbeit behandelt die Verdrängung des Niederdeutschen aus dem öffentlichen Leben und die vielfältigen Bemühungen um seine Wiederbelebung in Wort und Schrift seit dem 19. Jahrhundert.Nüchtern stellt der Autor fest, dass das Niederdeutsche sich nicht zur Standardsprache mit verbindlichen Regeln für seine Verschriftung entwickelt habe. Diesem Mangel könnten auch noch so viele Plattdeutsch-Wörterbücher nicht abhelfen. Über das Weiterleben einer Sprache entscheide ihr alltäglicher Gebrauch.Ganz so pessimistisch sieht es der Hahler Ortsheimatpfleger Eberhard Brandhorst, ausgewiesener Kenner der plattdeutschen Sprache, nicht. "Der Einsatz, Plattdeutsch zu pflegen, lohnt sich. Die Plattdeutsche Laienbühne Hahlen braucht sich über Nachwuchsmangel nicht zu beklagen, und auch unsere Arbeit im Hahler Kindergarten zeigt Erfolge." Förderlich wäre es, so Brandhorst, wenn auch in der Grundschule Hahlen eine Plattdeutsch-AG angeboten würde.Gerd Rohlfing, Die verlorene Umgangssprache. Vom Niedergang des Niederdeutschen, Verlag Tredition (Hamburg), 16.90 Euro

Hat Plattdeutsch eine Zukunft?

Minden (mt/GB). Hat die plattdeutsche Sprache eine Zukunft? Mit diesem Thema befasst sich Gerd Rohlfing in seinem Buch.

"Die verlorene Umgangssprache. Vom Niedergang des Niederdeutschen" heißt die Untersuchung, in der sich Gerd Rohlfing aus Wulferdingsen im Ergebnis pessimistisch zur Zukunft des Plattdeutschen in der hiesigen Region äußert.

In wissenschaftlicher Weise beschreibt er Ursprung, Werden und Wesen von Sprache, Sprachwandel und Entstehung von Sprachfamilien. Ausführlich behandelt er den Aufstieg der niederdeutschen Sprache von ihrer Entstehung aus dem Indogermanischen bis zu ihren Hochzeiten in der Hansezeit (15./16. Jahrhundert).

Parallel dazu untersucht er den Aufstieg des Hochdeutschen und dessen Verbreitung, insbesondere durch den Buchdruck, auch im niederdeutschen Sprachraum. Ein weiteres Kapitel seiner Arbeit behandelt die Verdrängung des Niederdeutschen aus dem öffentlichen Leben und die vielfältigen Bemühungen um seine Wiederbelebung in Wort und Schrift seit dem 19. Jahrhundert.

Nüchtern stellt der Autor fest, dass das Niederdeutsche sich nicht zur Standardsprache mit verbindlichen Regeln für seine Verschriftung entwickelt habe. Diesem Mangel könnten auch noch so viele Plattdeutsch-Wörterbücher nicht abhelfen. Über das Weiterleben einer Sprache entscheide ihr alltäglicher Gebrauch.

Ganz so pessimistisch sieht es der Hahler Ortsheimatpfleger Eberhard Brandhorst, ausgewiesener Kenner der plattdeutschen Sprache, nicht. "Der Einsatz, Plattdeutsch zu pflegen, lohnt sich. Die Plattdeutsche Laienbühne Hahlen braucht sich über Nachwuchsmangel nicht zu beklagen, und auch unsere Arbeit im Hahler Kindergarten zeigt Erfolge." Förderlich wäre es, so Brandhorst, wenn auch in der Grundschule Hahlen eine Plattdeutsch-AG angeboten würde.

Gerd Rohlfing, Die verlorene Umgangssprache. Vom Niedergang des Niederdeutschen, Verlag Tredition (Hamburg), 16.90 Euro

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden