Hat Dieter Pelick "Harmonische Gespräche" mit Pro-NRW-Leuten geführt? Rechtsextreme Partei verwundert über Austrittserklärung des Ex-Republikaners und Mindener Stadtrats Von Hartmut Nolte Minden (mt). "Politischen Gedächtnisverlust" attestiert die Pro-NRW-Partei, dem Mindener Stadtverordneten Dieter Pelick. Die Presseerklärung des Pro-Generalsekretärs Markus Wiener bezieht sich dabei auf eine Äußerung des Mindener Kommunalpolitikers, er habe die Republikaner verlassen, weil er in der Zusammenarbeit der Landesführung der Republikaner einen "Rechtsruck" gesehen habe (das MT berichtete). Die Partei Pro NRW, die auch im Kreis Minden-Lübbecke - allerdings erfolglos - zur Kommunalwahl angetreten ist, ist aus der politischen Gruppierung Pro Köln entstanden, die sich in der Hauptsache gegen die Integrationspolitik der demokratischen Parteien wendet. Im Landesverfassungsschutzbericht 2010 werden ihr "tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen" bescheinigt. Die Pro-Partei scheiterte gegen diese Einstufung vor mehreren Gerichten.Ob Pelick sich mit seiner Äußerung darauf bezog, ist unbekannt, öffentlich hat er sich nicht näher dazu geäußert. Versuche des MT, ihn zu befragen, schlugen bisher fehl. Die Nummer, unter der ein Dieter Pelick im elektronischen Telefonbuch steht, weist auf einen angeblichen Wohnsitz in Neesen hin. Der Anschluss ist aber offenbar abgemeldet. In Minden ist seine Telefonnummer nicht öffentlich zugänglich."In seiner Not hat der umstrittene Stadtrat nun offenbar Teile seines politischen Gedächtnisses verloren", schreibt Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener in einer Presseerklärung vom Montag zum "Fall Pelick". Dass "ausgerechnet politische Gespräche zwischen Pelicks früherer Partei und der Bürgerbewegung Pro NRW nun als Grund dafür herhalten, warum Pelick sich der ,bürgerlichen Mitte zugewandt" habe, überrascht Wiener offenbar. "Diese Aussage grenzt schon an gezielte Täuschung der Öffentlichkeit", kommentiert er den "politischen Gedächtnisverlust" des Mindener Stadtrates."Denn schließlich haben unser Vorsitzender Markus Beisicht, unser jetziger Bezirksvorsitzender Ulrich Manes und ich noch Anfang 2010 in vertraulicher Runde mit Dietmar Pelick auf einer Pro-NRW-Veranstaltung in Minden konferiert", heißt es in Wieners Erklärung, wobei ihm Pelicks Vorname nicht ganz geläufig zu sein scheint.Als "überaus harmonisch und freundlich" hat Wiener die Gesprächsatmosphäre in Erinnerung. "Von politischen Differenzen keine Spur, im Gegenteil. Es war klar, dass wir inhaltlich gut zusammenpassen würden. Und auch gegenüber Ulrich Manes hat sich Pelick deutlich für eine Zusammenarbeit mit Pro NRW ausgesprochen", sieht Wiener in Pelicks Erklärungsversuch eine "derartige Verdrehung der Tatsachen", die durch nichts zu rechtfertigen sei.Der erwähnte Ulrich Manes ist wie Pelick für ein kommunalpolitisches Mandat 2009 gewählt worden. Er sitzt weiter im Kreistag, dem der Stemweder bereits 2004 angehörte. Manes war vor Pelick Kreisvorsitzender der Republikaner, hat die Partei aber noch vor Pelick verlassen und sich der Pro-Gruppierung angeschlossen. Dem Vernehmen nach sollen damals Probleme mit dem Rep-Landesvorstand der Grund gewesen sein. Kurz nach seinem Übertritt wurde Manes im April Kreisvorsitzender der Pro-Partei. Sein Mandat hat Manes ebenso wie Pelick behalten.

Hat Dieter Pelick "Harmonische Gespräche" mit Pro-NRW-Leuten geführt?

Minden (mt). "Politischen Gedächtnisverlust" attestiert die Pro-NRW-Partei, dem Mindener Stadtverordneten Dieter Pelick.

Dieter Pelick: Wie glaubwürdig ist seine Austrittsbegründung bei den Republikanern? - © Foto: MT-Archiv
Dieter Pelick: Wie glaubwürdig ist seine Austrittsbegründung bei den Republikanern? - © Foto: MT-Archiv

Die Presseerklärung des Pro-Generalsekretärs Markus Wiener bezieht sich dabei auf eine Äußerung des Mindener Kommunalpolitikers, er habe die Republikaner verlassen, weil er in der Zusammenarbeit der Landesführung der Republikaner einen "Rechtsruck" gesehen habe (das MT berichtete). Die Partei Pro NRW, die auch im Kreis Minden-Lübbecke - allerdings erfolglos - zur Kommunalwahl angetreten ist, ist aus der politischen Gruppierung Pro Köln entstanden, die sich in der Hauptsache gegen die Integrationspolitik der demokratischen Parteien wendet. Im Landesverfassungsschutzbericht 2010 werden ihr "tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen" bescheinigt. Die Pro-Partei scheiterte gegen diese Einstufung vor mehreren Gerichten.

Ob Pelick sich mit seiner Äußerung darauf bezog, ist unbekannt, öffentlich hat er sich nicht näher dazu geäußert. Versuche des MT, ihn zu befragen, schlugen bisher fehl. Die Nummer, unter der ein Dieter Pelick im elektronischen Telefonbuch steht, weist auf einen angeblichen Wohnsitz in Neesen hin. Der Anschluss ist aber offenbar abgemeldet. In Minden ist seine Telefonnummer nicht öffentlich zugänglich.

"In seiner Not hat der umstrittene Stadtrat nun offenbar Teile seines politischen Gedächtnisses verloren", schreibt Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener in einer Presseerklärung vom Montag zum "Fall Pelick". Dass "ausgerechnet politische Gespräche zwischen Pelicks früherer Partei und der Bürgerbewegung Pro NRW nun als Grund dafür herhalten, warum Pelick sich der ,bürgerlichen Mitte zugewandt" habe, überrascht Wiener offenbar. "Diese Aussage grenzt schon an gezielte Täuschung der Öffentlichkeit", kommentiert er den "politischen Gedächtnisverlust" des Mindener Stadtrates.

"Denn schließlich haben unser Vorsitzender Markus Beisicht, unser jetziger Bezirksvorsitzender Ulrich Manes und ich noch Anfang 2010 in vertraulicher Runde mit Dietmar Pelick auf einer Pro-NRW-Veranstaltung in Minden konferiert", heißt es in Wieners Erklärung, wobei ihm Pelicks Vorname nicht ganz geläufig zu sein scheint.

Als "überaus harmonisch und freundlich" hat Wiener die Gesprächsatmosphäre in Erinnerung. "Von politischen Differenzen keine Spur, im Gegenteil. Es war klar, dass wir inhaltlich gut zusammenpassen würden. Und auch gegenüber Ulrich Manes hat sich Pelick deutlich für eine Zusammenarbeit mit Pro NRW ausgesprochen", sieht Wiener in Pelicks Erklärungsversuch eine "derartige Verdrehung der Tatsachen", die durch nichts zu rechtfertigen sei.

Der erwähnte Ulrich Manes ist wie Pelick für ein kommunalpolitisches Mandat 2009 gewählt worden. Er sitzt weiter im Kreistag, dem der Stemweder bereits 2004 angehörte. Manes war vor Pelick Kreisvorsitzender der Republikaner, hat die Partei aber noch vor Pelick verlassen und sich der Pro-Gruppierung angeschlossen. Dem Vernehmen nach sollen damals Probleme mit dem Rep-Landesvorstand der Grund gewesen sein. Kurz nach seinem Übertritt wurde Manes im April Kreisvorsitzender der Pro-Partei. Sein Mandat hat Manes ebenso wie Pelick behalten.

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