Hackerangriff auf Onlineplattform für kommunale Bauprojekte gefährdet Fördergelder Anja Peper,Thomas Lieske Minden. Unbekannte Täter haben einen Hackerangriff auf die Plattform des Anbieters Deutsche E-Vergabe für digitale Bauvergaben von Kommunen verübt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke. Wie Sabine Ohnesorge, Sprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, auf Anfrage mitteilt, war die Plattform von vergangenem Donnerstag bis diesen Mittwoch dadurch nicht nutzbar. Auf der Plattform werden kommunale Bauvorhaben wie etwa der Bau eines Feuerwehrgerätehauses oder einer Straße veröffentlicht. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe können sich dann dort alle Unterlagen durchlesen und ein Angebot abgeben – alles digital. Der Mühlenkreis, der diese Vergaben für die umliegenden Kommunen wie Hille, Petershagen, Porta Westfalica oder Minden mit der eigenen sogenannten Submissionsstelle anbietet, ist von der Cyberattacke direkt betroffen. „Betroffen war allerdings nicht die IT des Kreises“, stellt Ohnesorge klar. Durch die Attacke auf den Server der Deutschen E-Vergabe komme es zu Verzögerungen in der Vergabe an Unternehmen, heißt es aus dem Kreishaus. „Aktuell verlängert die Submissionsstelle die entsprechenden Fristen“, erklärt die Kreissprecherin. Derzeit sei nicht bekannt, dass irgendwelche Daten gestohlen worden seien. Das Unternehmen selbst hat sich auf eine MT-Anfrage bisher nicht gemeldet. Betroffen davon ist derzeit unter anderem die Stadt Porta Westfalica. „In der Zwischenzeit konnten aktuell laufende Verfahren nicht betreut werden“, erklärt Portas Technischer Beigeordneter Stefan Mohme. Die Stadt konnte in diesem Zeitraum keine weiteren Ausschreibungen ihrer Baumaßnahmen veröffentlichen. Und sollte es in dieser Zeit Anfragen von Unternehmen gegeben haben, sind diese vermutlich ins Leere gelaufen. Problematisch werde es dann, wenn Projekte betroffen sind, die an einer öffentlichen Förderung hängen. Das müsse die Stadt Porta aktuell bei der Ausschreibung des Feuerwehrgerätehausneubaus für Hausberge-Lohfeld prüfen. Denn durch die Verzögerung auf der Plattform müsse die Stadt die Fristen für die Bieter entsprechend verlängern, damit später nicht jemand klagt. Beim Neubau des Feuerwehrhauses ist die Stadt allerdings an einen knappen Zeitplan gebunden. Bis Oktober müssen die ersten Bauleistungen vergeben sein. Ansonsten verfällt die Förderung. „Wenn das zutrifft, werden wir die Bezirksregierung um eine Fristverlängerung bitten“, sagt Mohme. Neben dem Gerätehaus sind auch die Medienverkabelung in den Schulen, eine Ausschreibung für Brandschutzarbeiten am Gymnasium Porta sowie die Vergabe an einen Fachplaner für eine neue Lüftung in der Sporthalle Süd betroffen. Auch die Stadt Minden wurde am vergangenen Montag vom Kreis Minden-Lübbecke darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein „Ransomware-Angriff“ erkannt wurde und die Behebung aktuell läuft. Diese Information wurde an alle Bereiche der Stadtverwaltung und der Städtischen Betriebe weitergeleitet, die gebeten worden sind, sich umgehend – wenn sie von laufenden oder anstehenden Vergabeverfahren betroffen sind – bei der Kreis-Submissionsstelle zu melden. „Ob aktuell auch vom Bund/Land geförderte Maßnahmen betroffen sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht überblicken“, so Pressesprecherin Susann Lewerenz. Zusammengefasst kann man sagen, dass es überall in den Bereichen, wo derzeit Ausschreibungen laufen oder anstehen, zu Verzögerungen kommen kann. „Als ein Beispiel könnten wir den Fall des Außenwerbungvertrages (Fachbereich 5) nennen. Die weiteren Fälle, die von Verzögerungen betroffen sein können, werden derzeit zusammengetragen.“ Eine zentrale Vergabestelle gibt es bei der Stadt Minden nicht. „Die Ausschreibungen laufen dezentral in den einzelnen Dienststellen, deshalb müssen wir uns hier erst eine Übersicht verschaffen.“ Grundsätzlich ist es so: Die öffentlichen Ausschreibungen der Stadt Minden werden auf dem OWL-Vergabeportal bekannt gegeben. Das Vergabeportal wird von einer Vielzahl der Kommunen in Ostwestfalen-Lippe genutzt. Die Stadt Minden hat die Aufgaben der Submissionsstelle seit dem 1. Januar 2014 auf die Zentrale Submissionsstelle des Kreises Minden-Lübbecke übertragen. Auch die Gemeinde Hille und die Stadt Petershagen nutzen über die Zentrale Submissionsstelle des Kreises Minden-Lübbecke das Vergabeportal der Deutschen E-Vergabe. Allerdings sei der Gemeinde Hille kein Schaden entstanden, berichtet Bernd Küchhold (Sachbereich Innere Dienste, Schule und Sport) auf MT-Anfrage: „Aktuell haben wir haben keine aktiven Vergabeverfahren, so dass aus unserer Sicht nichts weiter zu veranlassen ist.“ Auch die Stadt Petershagen hat das Verfahren schon seit Januar 2019 an den Kreis abgegeben.

Hackerangriff auf Onlineplattform für kommunale Bauprojekte gefährdet Fördergelder

Die Kommunen im Mühlenkreis haben derzeit mit den Nachwirkungen einer Cyber-Attacke auf ein Vergabeportal zu kämpfen. Dadurch verzögern sich womöglich sogar Baumaßnahmen. Symbolfoto: pixabay © pixabay

Minden. Unbekannte Täter haben einen Hackerangriff auf die Plattform des Anbieters Deutsche E-Vergabe für digitale Bauvergaben von Kommunen verübt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke.

Wie Sabine Ohnesorge, Sprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, auf Anfrage mitteilt, war die Plattform von vergangenem Donnerstag bis diesen Mittwoch dadurch nicht nutzbar. Auf der Plattform werden kommunale Bauvorhaben wie etwa der Bau eines Feuerwehrgerätehauses oder einer Straße veröffentlicht. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe können sich dann dort alle Unterlagen durchlesen und ein Angebot abgeben – alles digital. Der Mühlenkreis, der diese Vergaben für die umliegenden Kommunen wie Hille, Petershagen, Porta Westfalica oder Minden mit der eigenen sogenannten Submissionsstelle anbietet, ist von der Cyberattacke direkt betroffen. „Betroffen war allerdings nicht die IT des Kreises“, stellt Ohnesorge klar.

Durch die Attacke auf den Server der Deutschen E-Vergabe komme es zu Verzögerungen in der Vergabe an Unternehmen, heißt es aus dem Kreishaus. „Aktuell verlängert die Submissionsstelle die entsprechenden Fristen“, erklärt die Kreissprecherin. Derzeit sei nicht bekannt, dass irgendwelche Daten gestohlen worden seien. Das Unternehmen selbst hat sich auf eine MT-Anfrage bisher nicht gemeldet.


Betroffen davon ist derzeit unter anderem die Stadt Porta Westfalica. „In der Zwischenzeit konnten aktuell laufende Verfahren nicht betreut werden“, erklärt Portas Technischer Beigeordneter Stefan Mohme. Die Stadt konnte in diesem Zeitraum keine weiteren Ausschreibungen ihrer Baumaßnahmen veröffentlichen. Und sollte es in dieser Zeit Anfragen von Unternehmen gegeben haben, sind diese vermutlich ins Leere gelaufen.

Problematisch werde es dann, wenn Projekte betroffen sind, die an einer öffentlichen Förderung hängen. Das müsse die Stadt Porta aktuell bei der Ausschreibung des Feuerwehrgerätehausneubaus für Hausberge-Lohfeld prüfen. Denn durch die Verzögerung auf der Plattform müsse die Stadt die Fristen für die Bieter entsprechend verlängern, damit später nicht jemand klagt. Beim Neubau des Feuerwehrhauses ist die Stadt allerdings an einen knappen Zeitplan gebunden. Bis Oktober müssen die ersten Bauleistungen vergeben sein. Ansonsten verfällt die Förderung. „Wenn das zutrifft, werden wir die Bezirksregierung um eine Fristverlängerung bitten“, sagt Mohme. Neben dem Gerätehaus sind auch die Medienverkabelung in den Schulen, eine Ausschreibung für Brandschutzarbeiten am Gymnasium Porta sowie die Vergabe an einen Fachplaner für eine neue Lüftung in der Sporthalle Süd betroffen.

Auch die Stadt Minden wurde am vergangenen Montag vom Kreis Minden-Lübbecke darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein „Ransomware-Angriff“ erkannt wurde und die Behebung aktuell läuft. Diese Information wurde an alle Bereiche der Stadtverwaltung und der Städtischen Betriebe weitergeleitet, die gebeten worden sind, sich umgehend – wenn sie von laufenden oder anstehenden Vergabeverfahren betroffen sind – bei der Kreis-Submissionsstelle zu melden. „Ob aktuell auch vom Bund/Land geförderte Maßnahmen betroffen sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht überblicken“, so Pressesprecherin Susann Lewerenz.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es überall in den Bereichen, wo derzeit Ausschreibungen laufen oder anstehen, zu Verzögerungen kommen kann. „Als ein Beispiel könnten wir den Fall des Außenwerbungvertrages (Fachbereich 5) nennen. Die weiteren Fälle, die von Verzögerungen betroffen sein können, werden derzeit zusammengetragen.“

Eine zentrale Vergabestelle gibt es bei der Stadt Minden nicht. „Die Ausschreibungen laufen dezentral in den einzelnen Dienststellen, deshalb müssen wir uns hier erst eine Übersicht verschaffen.“

Grundsätzlich ist es so: Die öffentlichen Ausschreibungen der Stadt Minden werden auf dem OWL-Vergabeportal bekannt gegeben. Das Vergabeportal wird von einer Vielzahl der Kommunen in Ostwestfalen-Lippe genutzt. Die Stadt Minden hat die Aufgaben der Submissionsstelle seit dem 1. Januar 2014 auf die Zentrale Submissionsstelle des Kreises Minden-Lübbecke übertragen.

Auch die Gemeinde Hille und die Stadt Petershagen nutzen über die Zentrale Submissionsstelle des Kreises Minden-Lübbecke das Vergabeportal der Deutschen E-Vergabe. Allerdings sei der Gemeinde Hille kein Schaden entstanden, berichtet Bernd Küchhold (Sachbereich Innere Dienste, Schule und Sport) auf MT-Anfrage: „Aktuell haben wir haben keine aktiven Vergabeverfahren, so dass aus unserer Sicht nichts weiter zu veranlassen ist.“ Auch die Stadt Petershagen hat das Verfahren schon seit Januar 2019 an den Kreis abgegeben.

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