Nur 728.000 Euro Kosten? Das sagt das neue Gutachten zur Kampa-Halle Henning Wandel Minden. Eine Wiedereröffnung der Kampa-Halle ist offenbar auch ohne eine millionenschwere Sanierung denkbar. Das geht aus einem Gutachten hervor, das von Melitta in Auftrag gegeben wurde und dessen Ergebnis jetzt vorliegt. Das Wuppertaler Büro IfBW kommt auf Grundlage aller vorliegenden Dokumente und Gutachten sowie nach einer eigenen Ortsbegehung zu dem Schluss, dass „eine Wiederinbetriebnahme der Kampa-Halle aus brandschutzrechtlicher Sicht (...) grundsätzlich möglich“ sei. Voraussetzung dafür seien unter anderem Veränderungen bei der Notbeleuchtung und der Alarmierung sowie bei den Steigleitungen. Der IfBW-Sachverständige schätzt die Kosten dafür auf 355.000 bis 520.000 Euro. Inklusive jeweils 20 Prozent Aufschlag für Unwägbarkeiten und Baunebenkosten liegt diese erste Kostenschätzung damit bei maximal 728.000 Euro netto. Zuletzt wurde eine für eine Wiedereröffnung der seit dem Jahreswechsel geschlossenen Kampa-Halle nötige Sanierung mit mindestens zwölf Millionen Euro beziffert. Seit der Schließung der Halle fehlt den benachbarten Berufskollegs und zahlreichen Mindener Vereinen eine wichtige Trainingsstätte, die Bundesliga-Handballer von GWD Minden haben zudem keine Halle mehr für ihre Heimspiele und müssen nach Lübbecke ausweichen. Melitta-Gesellschafter Jero Bentz hatte sich zu dem Auftrag entschlossen, um ein neutrales Gutachten vorlegen zu können: „Es soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage sein, der man Vertrauen kann“, sagt Jero Bentz gegenüber dem MT. Mit dem Papier, das auch für eine Veröffentlichung freigegeben und vollständig auf MT.de zu finden ist, gebe es jetzt eine neue, unabhängige Perspektive, so Bentz. Mit einer inhaltlichen Einschätzung hält sich der Mindener Unternehmer jedoch zurück. Eine Bewertung der Ergebnisse müsse stattdessen die Politik vornehmen. Nach MT-Informationen soll ein gemeinsam von Kreispolitik und Verwaltung parallel in Auftrag gegebenes Gutachten heute im Ältestenrat vorgestellt werden, der nicht öffentlich tagt. Hinweise, zu welchem Ergebnis der Gutachter dort kommt, gibt es bisher nicht. Es soll sich aber wie auch bei IfBW um ein in Fachkreisen hochanerkanntes Büro handeln. Der Kreistag wird sich am 5. Oktober in der letzten Sitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode noch einmal mit dem Thema Kampa-Halle beschäftigen. Jero Bentz betont ausdrücklich, dass die Kreispolitik und die Kreisverwaltung das private Melitta-Gutachten positiv begleitet hätten. Neben dem Bauamtsleiter seien auch Techniker und Ingenieure des Kreises bei der Begehung dabei gewesen. Die zu dem Themenkomplex vorliegenden Dokumente seien allesamt zugänglich gemacht worden und hätten so in die Bewertung einfließen können. Wichtig sei vor allem die Fragestellung gewesen: IfBW sollte demnach prüfen, ob ein schneller und günstiger übergangsmäßiger Weiterbetrieb der Kampa-Halle möglich sei, daneben war auch eine erste grobe Kostenschätzung gefordert. Die bisherigen Gutachten haben sich stattdessen mit einer grundlegenden Sanierung auseinandergesetzt, wie sie in einem Masterplan des Kreises vorgesehen war. Wichtig für das Ergebnis des privaten Gutachtens war demnach vor allem, dass es für die Kampa-Halle keine zwischenzeitliche Nutzungsänderung gegeben hat, für die erteilten Genehmigungen gilt damit wahrscheinlich noch ein Bestandsschutz. Darüber hinaus kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass einige in früheren Stellungnahmen festgestellten Mängel inzwischen behoben seien. So dürften die Genehmigungen für die Brandschutzordnung und die Bestuhlungspläne fortbestehen. Auch die Mängel an der Entrauchungsanlage seien nach den vorliegenden Informationen beseitigt, schreibt der Gutachter. Spannend wird jetzt, wie im Vergleich zu dem IfBW-Papier das Kreis-Gutachten ausfällt. Im günstigsten Fall könnte der Kreistag schon in einer Woche die Weichen für eine Wiederinbetriebnahme stellen.

Nur 728.000 Euro Kosten? Das sagt das neue Gutachten zur Kampa-Halle

Mit einer veränderten Fragestellung ergibt sich die Chance auf eine günstige Lösung: Der Kreistag beschäftigt sich am 5. Oktober noch einmal mit dem Thema Kampa-Halle. MT-Archivfoto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Eine Wiedereröffnung der Kampa-Halle ist offenbar auch ohne eine millionenschwere Sanierung denkbar. Das geht aus einem Gutachten hervor, das von Melitta in Auftrag gegeben wurde und dessen Ergebnis jetzt vorliegt. Das Wuppertaler Büro IfBW kommt auf Grundlage aller vorliegenden Dokumente und Gutachten sowie nach einer eigenen Ortsbegehung zu dem Schluss, dass „eine Wiederinbetriebnahme der Kampa-Halle aus brandschutzrechtlicher Sicht (...) grundsätzlich möglich“ sei.

Voraussetzung dafür seien unter anderem Veränderungen bei der Notbeleuchtung und der Alarmierung sowie bei den Steigleitungen. Der IfBW-Sachverständige schätzt die Kosten dafür auf 355.000 bis 520.000 Euro. Inklusive jeweils 20 Prozent Aufschlag für Unwägbarkeiten und Baunebenkosten liegt diese erste Kostenschätzung damit bei maximal 728.000 Euro netto. Zuletzt wurde eine für eine Wiedereröffnung der seit dem Jahreswechsel geschlossenen Kampa-Halle nötige Sanierung mit mindestens zwölf Millionen Euro beziffert.

Seit der Schließung der Halle fehlt den benachbarten Berufskollegs und zahlreichen Mindener Vereinen eine wichtige Trainingsstätte, die Bundesliga-Handballer von GWD Minden haben zudem keine Halle mehr für ihre Heimspiele und müssen nach Lübbecke ausweichen.

Melitta-Gesellschafter Jero Bentz hatte sich zu dem Auftrag entschlossen, um ein neutrales Gutachten vorlegen zu können: „Es soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage sein, der man Vertrauen kann“, sagt Jero Bentz gegenüber dem MT. Mit dem Papier, das auch für eine Veröffentlichung freigegeben und vollständig auf MT.de zu finden ist, gebe es jetzt eine neue, unabhängige Perspektive, so Bentz. Mit einer inhaltlichen Einschätzung hält sich der Mindener Unternehmer jedoch zurück. Eine Bewertung der Ergebnisse müsse stattdessen die Politik vornehmen.

Nach MT-Informationen soll ein gemeinsam von Kreispolitik und Verwaltung parallel in Auftrag gegebenes Gutachten heute im Ältestenrat vorgestellt werden, der nicht öffentlich tagt. Hinweise, zu welchem Ergebnis der Gutachter dort kommt, gibt es bisher nicht. Es soll sich aber wie auch bei IfBW um ein in Fachkreisen hochanerkanntes Büro handeln. Der Kreistag wird sich am 5. Oktober in der letzten Sitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode noch einmal mit dem Thema Kampa-Halle beschäftigen.

Jero Bentz betont ausdrücklich, dass die Kreispolitik und die Kreisverwaltung das private Melitta-Gutachten positiv begleitet hätten. Neben dem Bauamtsleiter seien auch Techniker und Ingenieure des Kreises bei der Begehung dabei gewesen. Die zu dem Themenkomplex vorliegenden Dokumente seien allesamt zugänglich gemacht worden und hätten so in die Bewertung einfließen können. Wichtig sei vor allem die Fragestellung gewesen: IfBW sollte demnach prüfen, ob ein schneller und günstiger übergangsmäßiger Weiterbetrieb der Kampa-Halle möglich sei, daneben war auch eine erste grobe Kostenschätzung gefordert. Die bisherigen Gutachten haben sich stattdessen mit einer grundlegenden Sanierung auseinandergesetzt, wie sie in einem Masterplan des Kreises vorgesehen war.

Wichtig für das Ergebnis des privaten Gutachtens war demnach vor allem, dass es für die Kampa-Halle keine zwischenzeitliche Nutzungsänderung gegeben hat, für die erteilten Genehmigungen gilt damit wahrscheinlich noch ein Bestandsschutz. Darüber hinaus kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass einige in früheren Stellungnahmen festgestellten Mängel inzwischen behoben seien. So dürften die Genehmigungen für die Brandschutzordnung und die Bestuhlungspläne fortbestehen. Auch die Mängel an der Entrauchungsanlage seien nach den vorliegenden Informationen beseitigt, schreibt der Gutachter.

Spannend wird jetzt, wie im Vergleich zu dem IfBW-Papier das Kreis-Gutachten ausfällt. Im günstigsten Fall könnte der Kreistag schon in einer Woche die Weichen für eine Wiederinbetriebnahme stellen.

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