Grundwasser-Check am Alten Güterbahnhof Monika Jäger Minden. Akribisch muss geplant werden, wie die Altlasten auf und unter dem Gelände am Alten Güterbahnhof erfasst werden können. Damit geht es nun weiter, wie Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian jetzt im Fachausschuss berichtete. Im März soll die Grundwasseruntersuchung ausgeschrieben werden. Aber weil auch noch Verdachtspunkte für Kampfmittel auf dem Gelände sind, muss die Firma, die am Ende den Auftrag bekommt, sich mit beiden auskennen. Die Stadt hatte Ende 2016 das 43.000 Quadratmeter große Grundstück auf dem rechten Weserufer gekauft, um es zu entwickeln. Unter anderem ist hier der Bau der Multifunktionshalle geplant. Das Areal ist inzwischen gerodet, und auch ein altes Haus an der Friedrich-Wilhelm-Straße wurde abgerissen, so dass die Arbeiten ungehindert laufen können, so Bursian. Bäume seien allerdings erhalten worden, betonte er. Bereits im vergangenen Sommer hatte Ekkehard Jansa, Fachmann für Altlasten im Bereich Stadtplanung, die Ergebnisse der historischen Erkundung vorgestellt. Denn die Stadt hatte ein Problem: Es gibt keine alten Karten. Wo Rohre – also Ver- und Entsorgungsleitungen-, Tanks, Lager unter der Erde sind, wusste niemand. Über 150 Jahre wurde das Gelände für ganz unterschiedliche Gewerbe genutzt. Vor allem ein ehemaliges Gaswerk und Verunreinigungen durch die Nutzung als Güterbahnhof waren uneinschätzbar. So bestand beispielsweise das Gaswerk in der Zeit von 1868 bis 1933 aus einem Komplex von 32 Gebäudeteilen. Jansa wälzte viele Bauakten und konsultierte das Kommunalarchiv, das Landesarchiv NRW Ostwestfalen-Lippe und das Westfälische Amt für Denkmalpflege. Aus den früheren Nutzungen und Proben wurde eine Karte mit Kontaminationsrisiken erstellt, wie Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz bereits im Sommer zusammenfasste. 145 Kleinrammbohrungen, Bodenluft- und Grundwassermessstellen sollen das Gebiet auf 39 chemische Parameter überprüfen. Wichtig war immer auch die Frage, ob hier noch Kampfmittel liegen: Das Gebiet wurde im Zweiten Weltkrieg mehrfach bombardiert. Zwar gibt es nach der Auswertung der Luftbilder keine konkreten Hinweise auf Blindgänger, aber es blieben zwei Verdachtspunkte. Erst, wenn die Ergebnisse der Probeuntersuchungen vorliegen, wird der Sanierungsplan erstellt – gemeinsam mit dem AAV, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, der per öffentlich-rechtlichem Vertrag die Sanierungsuntersuchung, die Sanierungsplanung und die anschließende Altlastensanierung in Minden übernimmt. 80 Prozent der anfallenden Kosten werden vom AAV getragen. Für die restlichen 20 Prozent hat die Stadt Rücklagen gebildet. Der AAV finanziert sich im Schwerpunkt aus Landesmitteln. Rund sieben Millionen Euro kommen jährlich aus Düsseldorf, eine Million von den Kommunen (Kreise und kreisfreie Städte) sowie 500.000 Euro aus der Industrie. Somit stehen pro Jahr mindestens 8,5 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung. Was das in Minden kosten wird, ist zurzeit noch nicht absehbar. Klar ist aber, dass die Arbeiten 2023/224 abgeschlossen sein sollen. Die Stadt habe das Bauleitplanungsverfahren wieder aufgenommen und begonnen, sich mit dem Aspekt Lärmschutz zu befassen, so Bursian im Ausschuss.

Grundwasser-Check am Alten Güterbahnhof

Erst wurde das Gelände gerodet, inzwischen ist auch ein weiteres Haus abgerissen worden. Foto: Stadt Minden © Stadt Minden

Minden. Akribisch muss geplant werden, wie die Altlasten auf und unter dem Gelände am Alten Güterbahnhof erfasst werden können. Damit geht es nun weiter, wie Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian jetzt im Fachausschuss berichtete. Im März soll die Grundwasseruntersuchung ausgeschrieben werden. Aber weil auch noch Verdachtspunkte für Kampfmittel auf dem Gelände sind, muss die Firma, die am Ende den Auftrag bekommt, sich mit beiden auskennen.

Die Stadt hatte Ende 2016 das 43.000 Quadratmeter große Grundstück auf dem rechten Weserufer gekauft, um es zu entwickeln. Unter anderem ist hier der Bau der Multifunktionshalle geplant. Das Areal ist inzwischen gerodet, und auch ein altes Haus an der Friedrich-Wilhelm-Straße wurde abgerissen, so dass die Arbeiten ungehindert laufen können, so Bursian. Bäume seien allerdings erhalten worden, betonte er.

Bereits im vergangenen Sommer hatte Ekkehard Jansa, Fachmann für Altlasten im Bereich Stadtplanung, die Ergebnisse der historischen Erkundung vorgestellt. Denn die Stadt hatte ein Problem: Es gibt keine alten Karten. Wo Rohre – also Ver- und Entsorgungsleitungen-, Tanks, Lager unter der Erde sind, wusste niemand. Über 150 Jahre wurde das Gelände für ganz unterschiedliche Gewerbe genutzt. Vor allem ein ehemaliges Gaswerk und Verunreinigungen durch die Nutzung als Güterbahnhof waren uneinschätzbar.

So bestand beispielsweise das Gaswerk in der Zeit von 1868 bis 1933 aus einem Komplex von 32 Gebäudeteilen. Jansa wälzte viele Bauakten und konsultierte das Kommunalarchiv, das Landesarchiv NRW Ostwestfalen-Lippe und das Westfälische Amt für Denkmalpflege. Aus den früheren Nutzungen und Proben wurde eine Karte mit Kontaminationsrisiken erstellt, wie Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz bereits im Sommer zusammenfasste. 145 Kleinrammbohrungen, Bodenluft- und Grundwassermessstellen sollen das Gebiet auf 39 chemische Parameter überprüfen.

Wichtig war immer auch die Frage, ob hier noch Kampfmittel liegen: Das Gebiet wurde im Zweiten Weltkrieg mehrfach bombardiert. Zwar gibt es nach der Auswertung der Luftbilder keine konkreten Hinweise auf Blindgänger, aber es blieben zwei Verdachtspunkte.

Erst, wenn die Ergebnisse der Probeuntersuchungen vorliegen, wird der Sanierungsplan erstellt – gemeinsam mit dem AAV, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, der per öffentlich-rechtlichem Vertrag die Sanierungsuntersuchung, die Sanierungsplanung und die anschließende Altlastensanierung in Minden übernimmt. 80 Prozent der anfallenden Kosten werden vom AAV getragen. Für die restlichen 20 Prozent hat die Stadt Rücklagen gebildet.

Der AAV finanziert sich im Schwerpunkt aus Landesmitteln. Rund sieben Millionen Euro kommen jährlich aus Düsseldorf, eine Million von den Kommunen (Kreise und kreisfreie Städte) sowie 500.000 Euro aus der Industrie. Somit stehen pro Jahr mindestens 8,5 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung.

Was das in Minden kosten wird, ist zurzeit noch nicht absehbar. Klar ist aber, dass die Arbeiten 2023/224 abgeschlossen sein sollen. Die Stadt habe das Bauleitplanungsverfahren wieder aufgenommen und begonnen, sich mit dem Aspekt Lärmschutz zu befassen, so Bursian im Ausschuss.

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