Grüne und CDU reichen Antrag auf Katzen-Kastrationspflicht beim Kreis ein Doris Christoph Minden. Es kommt Bewegung in die Diskussion um eine Kastrationspflicht für Katzen: Die Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen und CDU haben bei Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU) einen gemeinsamen Antrag zur Einführung einer entsprechenden Schutzverordnung eingereicht. Das teilen die beiden Kooperationspartner im Kreistag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Zum einen solle so das Leid freilebender Katzen in Minden-Lübbecke gemindert und das Anwachsen der freilebenden Population verhindert werden. Zum anderen ließen sich die Kosten für die Versorgung von Fundkatzen für die Tierheime reduzieren, nennen sie die Vorteile, die eine Einführung bringen würde.Viele Einrichtungen in der Region hatten wegen der großen Zahl an Fundkatzen vor ein paar Wochen Aufnahmestopps ausgesprochen. Im Mindener Tierheim gab es Anfang November um die 130 vor allem junge Tiere, viele Katzen kamen trächtig in die Einrichtung. Noch immer leben 112 Katzen dort und 20 bei Pflegestellen, wie Petra Yarwood vom Tierschutzerverein Minden mitteilt. Er ist Träger der Einrichtung. Viele der Kitten sind in einem gesundheitlich schlechten Zustand, weil sie etwa gegen bestimmte Krankheiten nicht geimpft sind. Tierschützer forderten deshalb von Politikern, sich für eine Kastrationspflicht einzusetzen. Dass jetzt Bewegung in die Sache kommt, begrüßt Yarwood. Mit einer Verpflichtung könnten etwa Tierärzte Besitzer auf eine entsprechende Operation hinweisen, sagt sie. Mit einer Verordnung müssten Halter ihre Freigänger-Katzen ab sechs Monaten chippen, registrieren und kastrieren lassen. Als Katzenhalter gelten auch Personen, die freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellen. Um diese Tiere für den routinemäßigen Eingriff einzufangen, gebe es Hilfe von örtlichen Tierheimen und Tierschutzvereinen, heißt es in der Mitteilung der beiden Parteien weiter. Ausgenommen von der Verordnung seien Züchter, die die Nachsorge der Jungkatzen glaubhaft machen könnten. „Die Erfahrungen aus anderen Gemeinden haben gezeigt, dass eine Katzenschutzverordnung zu einem bewussteren Handeln der Katzenhalter führt. Damit stärken wir den Menschen im Tierschutz den Rücken und lindern das Leid durch weniger Wildkatzen“, erklärt Nils Beinke-Schulte (Grüne). Der Antrag sei schon länger in Vorbereitung gewesen. Die Grünen hatten 2015 schon einmal eine Katzenschutzverordnung gefordert – ohne Erfolg. Eine Kastrationspflicht gilt bereits in den Städten Petershagen, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen. Kommunen wie Minden, die sich bisher dagegen aussprechen, sehen den Kreis in der Pflicht bei einer Einführung. Ihr Argument: In der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung der Städte würden nur Regelungen zum Schutz vor einer von den Katzen ausgehenden Gefahr aufgenommen. Aber bei der Diskussion gehe es vielmehr um die Abwehr einer Gefahr für Katzen. Dann seien laut Tierschutzgesetz die Kreisordnungsbehörden zuständig. Der Kreis hatte auf MT-Nachfrage im November wiederum auf die Kommunen verwiesen: Eine Regelung auf ordnungsrechtlicher Basis sei eine schnelle und konkrete Lösung für sie. Vor ein paar Wochen war seitens der Politik auch noch kein Antrag eingegangen.„Bei der Umsetzung soll der Austausch mit den Hauptverwaltungsbeamten der kreisangehörigen Kommunen gesucht werden. Es soll ein Stellenaufwuchs auf Seiten des Kreises verhindert werden“, erklärt Florian Staab, Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion. Die Katzenschutzverordnung diene in erster Linie dazu, dass die Forderung nach Kastration durch Tierschützer untermauert werde. „Erst als letztes Mittel soll eine Behörde korrigierend tätig werden.“ „Uns geht es ja nicht darum, den Behörden mehr Arbeit zu machen“, betont Tanja Berger, Vorsitzende des Vereins „Menschen für Tierrechte Minden und Umgebung.“ Seine Mitglieder fangen verwilderte Katzen ein und lassen sie auf Vereinskosten kastrieren. Dabei stoßen sie oft auf Gegenwehr und werden angepöbelt. Eine Verordnung könne ihnen die Arbeit einfacher machen, es sei für Besitzer eine „Entscheidungshilfe“, so Berger. „Zu wissen, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, treibt die Halter schon an“, ist sie sicher.In Porta Westfalica beispielsweise gebe es einen Flyer zur Kastrationspflicht, den Halter ausgehändigt bekämen. „Dort werden Tiere auch unter ganz anderen Aspekten angeschafft und die Kosten für die Operation eingeplant. In Minden ist das total anders“, sagt Tanja Berger. Hier gebe es keine weiteren Verpflichtungen, wer sein Tier loswerden wolle, setze es aus. Der Bestand an freilebenden Katzen sei sehr hoch.Die Pressestelle des Kreises hat den Eingang des Antrags bestätigt. Der Kreistag berät darüber in seiner Sitzung am Montag, 20. Dezember.

Grüne und CDU reichen Antrag auf Katzen-Kastrationspflicht beim Kreis ein

Mit einer Katzenschutzverordnung müssten Tiere ab dem sechsten Monat kastrier werden. Foto: Pixabay

Minden. Es kommt Bewegung in die Diskussion um eine Kastrationspflicht für Katzen: Die Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen und CDU haben bei Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU) einen gemeinsamen Antrag zur Einführung einer entsprechenden Schutzverordnung eingereicht. Das teilen die beiden Kooperationspartner im Kreistag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Zum einen solle so das Leid freilebender Katzen in Minden-Lübbecke gemindert und das Anwachsen der freilebenden Population verhindert werden. Zum anderen ließen sich die Kosten für die Versorgung von Fundkatzen für die Tierheime reduzieren, nennen sie die Vorteile, die eine Einführung bringen würde.

Viele Einrichtungen in der Region hatten wegen der großen Zahl an Fundkatzen vor ein paar Wochen Aufnahmestopps ausgesprochen. Im Mindener Tierheim gab es Anfang November um die 130 vor allem junge Tiere, viele Katzen kamen trächtig in die Einrichtung. Noch immer leben 112 Katzen dort und 20 bei Pflegestellen, wie Petra Yarwood vom Tierschutzerverein Minden mitteilt. Er ist Träger der Einrichtung. Viele der Kitten sind in einem gesundheitlich schlechten Zustand, weil sie etwa gegen bestimmte Krankheiten nicht geimpft sind. Tierschützer forderten deshalb von Politikern, sich für eine Kastrationspflicht einzusetzen. Dass jetzt Bewegung in die Sache kommt, begrüßt Yarwood. Mit einer Verpflichtung könnten etwa Tierärzte Besitzer auf eine entsprechende Operation hinweisen, sagt sie.

Mit einer Verordnung müssten Halter ihre Freigänger-Katzen ab sechs Monaten chippen, registrieren und kastrieren lassen. Als Katzenhalter gelten auch Personen, die freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellen. Um diese Tiere für den routinemäßigen Eingriff einzufangen, gebe es Hilfe von örtlichen Tierheimen und Tierschutzvereinen, heißt es in der Mitteilung der beiden Parteien weiter. Ausgenommen von der Verordnung seien Züchter, die die Nachsorge der Jungkatzen glaubhaft machen könnten.

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Patrick Schwemmling

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„Die Erfahrungen aus anderen Gemeinden haben gezeigt, dass eine Katzenschutzverordnung zu einem bewussteren Handeln der Katzenhalter führt. Damit stärken wir den Menschen im Tierschutz den Rücken und lindern das Leid durch weniger Wildkatzen“, erklärt Nils Beinke-Schulte (Grüne). Der Antrag sei schon länger in Vorbereitung gewesen. Die Grünen hatten 2015 schon einmal eine Katzenschutzverordnung gefordert – ohne Erfolg.

Eine Kastrationspflicht gilt bereits in den Städten Petershagen, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen. Kommunen wie Minden, die sich bisher dagegen aussprechen, sehen den Kreis in der Pflicht bei einer Einführung. Ihr Argument: In der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung der Städte würden nur Regelungen zum Schutz vor einer von den Katzen ausgehenden Gefahr aufgenommen. Aber bei der Diskussion gehe es vielmehr um die Abwehr einer Gefahr für Katzen. Dann seien laut Tierschutzgesetz die Kreisordnungsbehörden zuständig. Der Kreis hatte auf MT-Nachfrage im November wiederum auf die Kommunen verwiesen: Eine Regelung auf ordnungsrechtlicher Basis sei eine schnelle und konkrete Lösung für sie. Vor ein paar Wochen war seitens der Politik auch noch kein Antrag eingegangen.

„Bei der Umsetzung soll der Austausch mit den Hauptverwaltungsbeamten der kreisangehörigen Kommunen gesucht werden. Es soll ein Stellenaufwuchs auf Seiten des Kreises verhindert werden“, erklärt Florian Staab, Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion. Die Katzenschutzverordnung diene in erster Linie dazu, dass die Forderung nach Kastration durch Tierschützer untermauert werde. „Erst als letztes Mittel soll eine Behörde korrigierend tätig werden.“

„Uns geht es ja nicht darum, den Behörden mehr Arbeit zu machen“, betont Tanja Berger, Vorsitzende des Vereins „Menschen für Tierrechte Minden und Umgebung.“ Seine Mitglieder fangen verwilderte Katzen ein und lassen sie auf Vereinskosten kastrieren. Dabei stoßen sie oft auf Gegenwehr und werden angepöbelt. Eine Verordnung könne ihnen die Arbeit einfacher machen, es sei für Besitzer eine „Entscheidungshilfe“, so Berger. „Zu wissen, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, treibt die Halter schon an“, ist sie sicher.

In Porta Westfalica beispielsweise gebe es einen Flyer zur Kastrationspflicht, den Halter ausgehändigt bekämen. „Dort werden Tiere auch unter ganz anderen Aspekten angeschafft und die Kosten für die Operation eingeplant. In Minden ist das total anders“, sagt Tanja Berger. Hier gebe es keine weiteren Verpflichtungen, wer sein Tier loswerden wolle, setze es aus. Der Bestand an freilebenden Katzen sei sehr hoch.

Die Pressestelle des Kreises hat den Eingang des Antrags bestätigt. Der Kreistag berät darüber in seiner Sitzung am Montag, 20. Dezember.

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