Gründerzentrum folgt auf Gewerkschaftsdomizil Monika Jäger Minden (mt). Wenn es um das geplante Gründer- und Innovationszentrum in Minden geht, hört es sich ein bisschen so an, als ob über Google oder Facebook geredet wird, die bekanntlich in den USA das Zusammenarbeiten in der digitalisierten Welt neu definiert haben. „Co-Working Areas“ wird es dort geben, schallisolierte „Think-Tanks“ und natürlich „Meeting-Points“ und eine Kaffeebar. Erste Raumskizzen zeigen helle Arbeitsbereiche und ein abgespactes Mobiliar, das ganz und gar nicht so aussieht, als wenn es in einer umgebauten ehemaligen Kaserne in Minden steht. Durchdacht sind Aufbewahrungsmöglichkeiten und gemeinsamer Empfang ebenso wie Buchungsmöglichkeiten für Büroraum bis hin zu digitalen Türschildern.Ein bisschen Campus, ein bisschen Silicon Valley: Wenn es nach den Plänen der Stadt Minden geht, ist das Ganze schon Ende nächsten Jahres am Start. Ein Ort ist gefunden: In den Räumen am Simeonscarrè. wo zurzeit gerade alle Gewerkschaften ausziehen. Ob das Gründerzentrum dann tatsächlich M.I.T heißt, oder ob sich da noch „was Fetzigeres“ (Grünen-Politikerin Bettina Fuhg) finden lässt als die Verbeugung vor der berühmten Technischen Hochschule in Massachusetts und dem ihr angeschlossenen Hochtechnologie-Zentrum - mal sehen. Darum wird sich sicherlich auch der geplante „Förderverein Mindener Innovations- und Technologieinitiative“ kümmern, der am 12. Oktober durch Ratsbeschluss angeschoben und am 20. November gegründet werden soll. Der Förderverein soll Geld beschaffen und weitere Unterstützer gewinnen.Unterstützer hat das Gründerzentrum auch schon jetzt: Neben der Stadt Minden mit Bürgermeister und Wirtschaftsförderung sowie der Stadt-Tochter MEW (Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft) sind auch die Sparkasse Minden-Lübbecke und der Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld dabei. Wer im Vorstand des Fördervereins sitzt, ist auch schon vorgeschlagen: Vorsitzender soll Mindens ehemaliger Bürgermeister und SPD-Kreisvorsitzender Michael Buhre sein, der seither im Bereich Coaching und Beratung tätig ist. Seine Stellvertreter werden Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und Professor Dr. Michael Mohe, Campus Minden der FH Bielefeld. Der Schatzmeister sollte von der Sparkasse gestellt werden, und die Geschäftsführung würde Sigrun Lohmeier aus der Wirtschaftsförderung der Stadt Minden übernehmen.Betreiber soll die MEW sein, die Stadt Minden trägt unter anderem die Personalkosten. Von denen wird unter anderem ein Manager oder eine Managerin bezahlt, die junge Gründer an den neuen Standort zieht. Eine gute Chance nicht nur für die Jungunternehmer, sondern auch für Minden - darin war sich die Politik im Hauptausschuss einig. Aber auch darüber entscheidet letztlich der Rat.Das Ganze ist ein Zuschussgeschäft und wird es bleiben. Anfangs fallen zwischen 240 000 und 270 000 Euro an, später, bei besserer Auslastung, könnte das auf 185 000 Euro sinken - so jedenfalls die gegenwärtige Kalkulation.Auf der Haben-Seite steht neben der möglichen Ansiedlung junger, innovativer Firmen auch der Imagegewinn für die Stadt. Denn nach den bisherigen Analysen gibt es zwar viele Beratungsangebote für die Gründung, in der Zeit danach werden die Start-Ups jedoch noch zu sehr allein gelassen. Und das nicht etwa, weil es keine entsprechenden Angebote für Seminare oder Beratungen gibt, sondern weil die Jungunternehmer räumlich zu weit verstreut sind und sich oft auch nicht die Zeit nehmen, zu Seminaren hinzufahren.Durch das Bündeln von all diesen Angeboten und den Gründern an einem Ort soll das deutlich besser werden. So soll das M.I.T. einerseits ein konkreter Ort zum Netzwerken sein, andererseits für Coaching und Begleitung sorgen.Die jungen Durchstarter wünschen sich zudem auch enge räumliche Nähe zum Campus. Viele der jungen Gründer können nämlich Studenten oder ehemalige Stundenten sein. Dass andere Städte mit diesem Modell erfolgreich sind, dafür nannte Michael Mohe im Hauptausschuss Beispiele, etwa Cloppenburg, Osnabrück, Paderborn.Seine Überzeugung: „Ein M.I.T. macht uns noch besser und hilft uns noch mehr dabei, unsere Potentiale zu entfalten.“

Gründerzentrum folgt auf Gewerkschaftsdomizil

Wenn die Gewerkschaften am Simeonscarrè ausziehen, folgt die Gründerszene. Ein Mindener Innovations- und Technologiezentrum soll hier entstehen. MT- © Foto: Alex Lehn

Minden (mt). Wenn es um das geplante Gründer- und Innovationszentrum in Minden geht, hört es sich ein bisschen so an, als ob über Google oder Facebook geredet wird, die bekanntlich in den USA das Zusammenarbeiten in der digitalisierten Welt neu definiert haben. „Co-Working Areas“ wird es dort geben, schallisolierte „Think-Tanks“ und natürlich „Meeting-Points“ und eine Kaffeebar. Erste Raumskizzen zeigen helle Arbeitsbereiche und ein abgespactes Mobiliar, das ganz und gar nicht so aussieht, als wenn es in einer umgebauten ehemaligen Kaserne in Minden steht. Durchdacht sind Aufbewahrungsmöglichkeiten und gemeinsamer Empfang ebenso wie Buchungsmöglichkeiten für Büroraum bis hin zu digitalen Türschildern.

Ein bisschen Campus, ein bisschen Silicon Valley: Wenn es nach den Plänen der Stadt Minden geht, ist das Ganze schon Ende nächsten Jahres am Start. Ein Ort ist gefunden: In den Räumen am Simeonscarrè. wo zurzeit gerade alle Gewerkschaften ausziehen. Ob das Gründerzentrum dann tatsächlich M.I.T heißt, oder ob sich da noch „was Fetzigeres“ (Grünen-Politikerin Bettina Fuhg) finden lässt als die Verbeugung vor der berühmten Technischen Hochschule in Massachusetts und dem ihr angeschlossenen Hochtechnologie-Zentrum - mal sehen. Darum wird sich sicherlich auch der geplante „Förderverein Mindener Innovations- und Technologieinitiative“ kümmern, der am 12. Oktober durch Ratsbeschluss angeschoben und am 20. November gegründet werden soll. Der Förderverein soll Geld beschaffen und weitere Unterstützer gewinnen.

Unterstützer hat das Gründerzentrum auch schon jetzt: Neben der Stadt Minden mit Bürgermeister und Wirtschaftsförderung sowie der Stadt-Tochter MEW (Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft) sind auch die Sparkasse Minden-Lübbecke und der Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld dabei. Wer im Vorstand des Fördervereins sitzt, ist auch schon vorgeschlagen: Vorsitzender soll Mindens ehemaliger Bürgermeister und SPD-Kreisvorsitzender Michael Buhre sein, der seither im Bereich Coaching und Beratung tätig ist. Seine Stellvertreter werden Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und Professor Dr. Michael Mohe, Campus Minden der FH Bielefeld. Der Schatzmeister sollte von der Sparkasse gestellt werden, und die Geschäftsführung würde Sigrun Lohmeier aus der Wirtschaftsförderung der Stadt Minden übernehmen.

Betreiber soll die MEW sein, die Stadt Minden trägt unter anderem die Personalkosten. Von denen wird unter anderem ein Manager oder eine Managerin bezahlt, die junge Gründer an den neuen Standort zieht. Eine gute Chance nicht nur für die Jungunternehmer, sondern auch für Minden - darin war sich die Politik im Hauptausschuss einig. Aber auch darüber entscheidet letztlich der Rat.

Das Ganze ist ein Zuschussgeschäft und wird es bleiben. Anfangs fallen zwischen 240 000 und 270 000 Euro an, später, bei besserer Auslastung, könnte das auf 185 000 Euro sinken - so jedenfalls die gegenwärtige Kalkulation.

Auf der Haben-Seite steht neben der möglichen Ansiedlung junger, innovativer Firmen auch der Imagegewinn für die Stadt. Denn nach den bisherigen Analysen gibt es zwar viele Beratungsangebote für die Gründung, in der Zeit danach werden die Start-Ups jedoch noch zu sehr allein gelassen. Und das nicht etwa, weil es keine entsprechenden Angebote für Seminare oder Beratungen gibt, sondern weil die Jungunternehmer räumlich zu weit verstreut sind und sich oft auch nicht die Zeit nehmen, zu Seminaren hinzufahren.

Durch das Bündeln von all diesen Angeboten und den Gründern an einem Ort soll das deutlich besser werden. So soll das M.I.T. einerseits ein konkreter Ort zum Netzwerken sein, andererseits für Coaching und Begleitung sorgen.

Die jungen Durchstarter wünschen sich zudem auch enge räumliche Nähe zum Campus. Viele der jungen Gründer können nämlich Studenten oder ehemalige Stundenten sein. Dass andere Städte mit diesem Modell erfolgreich sind, dafür nannte Michael Mohe im Hauptausschuss Beispiele, etwa Cloppenburg, Osnabrück, Paderborn.

Seine Überzeugung: „Ein M.I.T. macht uns noch besser und hilft uns noch mehr dabei, unsere Potentiale zu entfalten.“

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