Großwäscherei Sitex: Gut eingearbeitete Kollegen von Abschiebung bedroht Jürgen Langenkämper Minden. Probleme mit der drohenden Abschiebung dringend benötigter Mitarbeiter haben viele Arbeitgeber. Auch die Firma Sitex ist in Minden, aber auch an anderen Standorten davon betroffen. „Wir haben viele Geflüchtete aufgenommen“, sagt Unternehmenssprecher Moritz Schäpsmeier. „Sie werden wirklich gebraucht, und viele machen einen Super-Job.“ Das treffe auf mehr als 100 von 2.400 bis 2.500 Mitarbeitern. Doch in der Vergangenheit schon häufiger und auch aktuell wieder sollten solche Mitarbeiter in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden. Schäpsmeier berichtet von rund 30 Fällen. „Meist ist es uns gelungen, die Abschiebung abzuwenden“, sagt der Sprecher. Auch jetzt sei das Unternehmen „guter Dinge“, aber es sei „eine extrem belastende Situation“, nicht nur für die Betroffenen – aktuell besonders Pakistani und Afghanen –, sondern auch auf die Mitarbeiter in der Personalabteilung kommt erhebliche Mehrarbeit zu, um im Kontakt mit den jeweiligen Ausländerbehörden in verschiedenen Ausländerbehörden alle Hebel, die legal möglich sind, in Bewegung zu setzen. „Für die ausländischen Mitarbeiter ist es sehr bedrückend“, sagt Schäpsmeier. Denn sie seien in den Ländern, in die sich zurückgeschickt werden sollen, vielfach von Folter und Verfolgung bedroht und hätten Angst. Zugleich weiß er, wie wichtig das Engagement der Arbeitgeber ist. „Wenn wir uns nicht so für sie einsetzen würden, hätten sie keine Chance.“ Inzwischen kennen die zuständigen Ausländerbehörden die Personalprobleme der Großwäscherei und zeigen sich kooperativ bei der Suche nach konstruktiven Lösungen. Dies gilt aus Sicht Schäpsmeiers sowohl für Minden als auch in Genthin östlich von Magdeburg. „Mit der Stadt Minden wollen wir einen Runden Tisch einrichten“, sagt der Sprecher. Viel hänge von persönlichen Kontakten ab, die sich wie im Fall Genthins über die wiederholte nötige Kooperation ergeben hätten. Dies sei hilfreich und erleichtere die Problemlösung. Vergleichbare Fälle hatten in der Vergangenheit immer wieder gerade kleinere Betriebe beklagt, die trotz aller Bemühungen Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten. Kaum hatten sie aber Geflüchtete eingestellt und ihnen einen Ausbildungsvertrag gegeben, wie dies aufgrund gesetzlicher Öffnungsklauseln medial angepriesen wurde, meldeten sich Ausländerbehörden der Städte oder Kreise und kündigten die bevorstehende Abschiebung der jungen Azubis an – in einigen Fällen sogar, nachdem es zuvor eine Vorstellung der gelingenden Integration in den deutschen Arbeitsmarkt durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter des Kreises gegeben hatte. Dieses kontraproduktive Vorgehen der Behörden sorgt bei Arbeitgebern für viel Verdruss.

Großwäscherei Sitex: Gut eingearbeitete Kollegen von Abschiebung bedroht

Arbeitskräftemangel: Sitex beschäftigt auch viele Geflüchtete. Manchen droht die Abschiebung. Symbolfoto: Sitex/pr © Sitex/pr

Minden. Probleme mit der drohenden Abschiebung dringend benötigter Mitarbeiter haben viele Arbeitgeber. Auch die Firma Sitex ist in Minden, aber auch an anderen Standorten davon betroffen.

„Wir haben viele Geflüchtete aufgenommen“, sagt Unternehmenssprecher Moritz Schäpsmeier. „Sie werden wirklich gebraucht, und viele machen einen Super-Job.“ Das treffe auf mehr als 100 von 2.400 bis 2.500 Mitarbeitern.

Doch in der Vergangenheit schon häufiger und auch aktuell wieder sollten solche Mitarbeiter in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden. Schäpsmeier berichtet von rund 30 Fällen. „Meist ist es uns gelungen, die Abschiebung abzuwenden“, sagt der Sprecher. Auch jetzt sei das Unternehmen „guter Dinge“, aber es sei „eine extrem belastende Situation“, nicht nur für die Betroffenen – aktuell besonders Pakistani und Afghanen –, sondern auch auf die Mitarbeiter in der Personalabteilung kommt erhebliche Mehrarbeit zu, um im Kontakt mit den jeweiligen Ausländerbehörden in verschiedenen Ausländerbehörden alle Hebel, die legal möglich sind, in Bewegung zu setzen.

„Für die ausländischen Mitarbeiter ist es sehr bedrückend“, sagt Schäpsmeier. Denn sie seien in den Ländern, in die sich zurückgeschickt werden sollen, vielfach von Folter und Verfolgung bedroht und hätten Angst. Zugleich weiß er, wie wichtig das Engagement der Arbeitgeber ist. „Wenn wir uns nicht so für sie einsetzen würden, hätten sie keine Chance.“

Inzwischen kennen die zuständigen Ausländerbehörden die Personalprobleme der Großwäscherei und zeigen sich kooperativ bei der Suche nach konstruktiven Lösungen. Dies gilt aus Sicht Schäpsmeiers sowohl für Minden als auch in Genthin östlich von Magdeburg. „Mit der Stadt Minden wollen wir einen Runden Tisch einrichten“, sagt der Sprecher. Viel hänge von persönlichen Kontakten ab, die sich wie im Fall Genthins über die wiederholte nötige Kooperation ergeben hätten. Dies sei hilfreich und erleichtere die Problemlösung.

Vergleichbare Fälle hatten in der Vergangenheit immer wieder gerade kleinere Betriebe beklagt, die trotz aller Bemühungen Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten. Kaum hatten sie aber Geflüchtete eingestellt und ihnen einen Ausbildungsvertrag gegeben, wie dies aufgrund gesetzlicher Öffnungsklauseln medial angepriesen wurde, meldeten sich Ausländerbehörden der Städte oder Kreise und kündigten die bevorstehende Abschiebung der jungen Azubis an – in einigen Fällen sogar, nachdem es zuvor eine Vorstellung der gelingenden Integration in den deutschen Arbeitsmarkt durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter des Kreises gegeben hatte. Dieses kontraproduktive Vorgehen der Behörden sorgt bei Arbeitgebern für viel Verdruss.

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