Großer Andrang am Corona-Testzentrum: Bis zu vier Stunden Wartezeit Sebastian Radermacher Minden. Es ist Montagmittag, 12 Uhr. Die Warteschlange vor dem Corona-Testzentrum am Johannes-Wesling-Klinikum (JWK) ist lang. Sehr lang. Sie zieht sich in U-Form an den Containern vorbei bis zurück zum Kreisverkehr. Etwa 100 Menschen warten darauf, auf das Virus getestet zu werden. Sie halten Sicherheitsabstand und tragen einen Mund-Nase-Schutz. „So lang wie heute war die Schlange noch nie, der Andrang ist groß“, sagt Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK). Tests nehmen zu Die Zahl der Abstriche ist zuletzt deutlich gestiegen. Aktuell bearbeitet das Team im Laborzentrum Weser im Mindener Klinikum täglich etwa 6.000 Corona-Tests, berichtet dessen Leiter Professor Dr. Franz-Josef Schmitz. Vor wenigen Tagen seien es noch etwa 3.000 gewesen. Rund 500 Proben werden täglich am Testzentrum vor dem JWK genommen, weitere 500 kommen aus Herford. Die restlichen Abstriche stammen aus den Krankenhäusern der MKK und den Partnerhäusern sowie von anderen Gesundheitseinrichtungen aus der Region, Arztpraxen und von Unternehmen. Das Labor wird laut Schmitz mittlerweile aus ganz Deutschland angefragt. „Wir haben eine technische Möglichkeit von etwa 10.000 Tests am Tag. Allerdings kommen wir an personelle Grenzen.“ Daher suchen die MKK aktuell dringend zusätzliches Personal. Der Ansturm der vergangenen Tage habe auch bei seinem Team dazu geführt, dass die Bearbeitung, bis ein Befund vorliegt, etwas länger dauere. „Aktuell liegt die Testzeit aber bei unter 24 Stunden“, sagt Schmitz. Das Ergebnis wird aufs Handy übertragen, einen Tag später auch per Post. Auskünfte am Telefon seien nicht möglich. Die neuen Container Die Mühlenkreiskliniken haben auf die steigende Zahl der Abstriche reagiert und das Testzentrum vergrößert. Neue Containerräume bieten nun deutlich mehr Platz und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, berichtet Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch. In fünf Räumen können mittlerweile parallel Corona-Abstriche entnommen werden. In den alten Containern gab es nur zwei Zimmer. Da die Nachfrage weiter steigt, sollen in den nächsten Tagen zwei weitere Räume zur Verfügung stehen – dort müssen aber noch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Mit sieben Behandlungsräumen und zwei Wartezimmern sei die Kapazitätsgrenze in den Containern dann aber erreicht, sagt der Pflegedirektor – mehr gehe nicht. Die neuen Container sind beheizt und komplett als Einheit miteinander verbunden. Zuvor wurden Mitarbeiter und die zu testenden Personen mitunter nass, als sie zwischen Anmeldung und Abstrich die Container wechseln mussten – das ist nun vorbei. Die Mühlenkreiskliniken prüfen laut Mühlenbruch außerdem, ob der Weg direkt neben den Containern womöglich überdacht werden kann, damit die Wartenden zumindest dort nicht im Regen stehen müssen. Die Räume des neuen Testzentrums werden alle 20 Minuten gelüftet, versichert der Pflegedirektor. 14 Mitarbeiter sind dort aktuell in verschiedenen Schichten im Einsatz, jeweils zwei steuern in den Containern die Patientenströme. Ein Wachdienst prüfe in regelmäßigen Abständen, ob die Wartenden die Maskenpflicht und Abstandsregeln einhalten. Die bisherigen Test-Container bleiben zunächst vor dem Klinikum stehen. Dort werden zum Beispiel Patienten getestet, bevor sie stationär im JWK aufgenommen werden. Sie werden so lange isoliert, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Akute Notfälle würden natürlich sofort mit entsprechender Schutzausrüstung behandelt, betont Mühlenbruch. Lange Wartezeiten Wer lässt sich aktuell im Abstrichzentrum testen? Das ist sehr unterschiedlich, berichtet der Pflegedirektor. Es sind Freiwillige, Urlaubsrückkehrer, vom Gesundheitsamt ermittelte Kontaktpersonen oder auch Nutzer, deren Corona-Warn-App angeschlagen hat. Durch den Andrang kann es aktuell zu langen Wartezeiten kommen. Mühlenbruch spricht von teilweise zwei bis vier Stunden. Er bedauere dies, doch das Team könne einfach nicht schneller arbeiten. Ein Corona-Test dauere mit allem drum und dran – also von der Anmeldung, über die Datenerfassung bis hin zum Abstrich und gegebenenfalls zur Bezahlung – im Schnitt etwa zehn Minuten. Das Testzentrum ist von 7 bis 19 Uhr geöffnet – „frühmorgens und am Nachmittag gegen 17 Uhr ist es oftmals etwas leerer“, sagt Mühlenbruch. Eine Garantie dafür gebe es allerdings nicht. „Heute ist wirklich viel zu tun“, gibt Mitarbeiterin Friederike Mühlenbruch am Montagmittag zu, als sie zwischen zwei Abstrichen im Container Zeit für ein kurzes Gespräch findet. Generell sei der Andrang zu Beginn einer Woche immer am größten. Trotz des Stresses herrsche innerhalb des Teams aber gute Laune, sagt die Mitarbeiterin: „Und wenn das Personal freundlich ist, sind es meist auch die Menschen, die hierher kommen.“ Bernd Mühlenbruch sieht die MKK mit den neuen Test-Containern gut aufgestellt. „Ich gehe davon aus, dass wir mit diesen Maßnahmen durch den Winter kommen.“ Die Arbeit in den neuen Räumen müsse sich aber noch etwas einspielen. So setzen sich die Preise zusammen Mittlerweile sind viele Corona-Tests für Patienten kostenlos– für alle, die Erkältungssymptome aufweisen oder als Kontaktperson gelten. Außerdem ist für eine Reihe von Berufsgruppen auch bei asymptomatischen Verläufen der Test kostenlos, teilt die Kassenärztliche Vereinigung (KVWL) mit. Handelt es sich um eine Wunsch-Testung, müssen die Patienten die Kosten hierfür privat tragen. Arztpraxen verlangen dafür unterschiedliche Preise. Die Spanne reicht von 50 bis 180 Euro. Der Preis für einen Wunsch-Test setzt sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zusammen. Demnach kostet die reine Laborleistung rund 147 Euro. Hinzu kommen rund 27 Euro für die Abstrichnahme beim Arzt zuzüglich einer Hygienepauschale von 6,41 Euro – macht 180,41 Euro. Wie viele Hausarztpraxen im Mühlenkreis Corona-Abstriche nehmen, könne die KVWL derzeit noch nicht mitteilen, weil die Daten noch nicht vorliegen. Nur so viel: Im ersten Halbjahr seien rund 208.000 Corona-Verdachtsfälle in Hausarztpraxen im Bereich OWL abgestrichen und versorgt worden. Im Testzentrum der Mühlenkreiskliniken (MKK) vor dem Mindener Johannes-Wesling-Klinikum kann sich jeder freiwillig auf das Corona-Virus testen lassen. Ein solcher PCR-Abstrich kostet dort 50 Euro. Der Preis setzt sich laut Auskunft von Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, der das Laborzentrum Weser leitet, aus mehreren Komponenten zusammen: aus der Laborleistung, dem Abstrich und der Logistik beziehungsweise dem Unterhalt des Testzentrums. „Der von uns erhobene Preis von 50 Euro für einen freiwilligen Test ist kostendeckend.“ Der festgelegte Preis für die privatrechtliche Laborleistung eines PCR-Tests (GOÄ-Preis) liege bedeutend höher, sagt Schmitz. „Wir haben uns aber entscheiden, in dieser besonderen Situation einen freiwilligen Corona-Test günstiger als den Preis nach Gebührenordnung für Ärzte anzubieten.“ (lies/rad)

Großer Andrang am Corona-Testzentrum: Bis zu vier Stunden Wartezeit

Etwa 500 Corona-Abstriche werden im Testzentrum vor dem Klinikum Minden täglich entnommen. Zurzeit bilden sich wegen des großen Andrangs mitunter lange Warteschlangen. © MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Es ist Montagmittag, 12 Uhr. Die Warteschlange vor dem Corona-Testzentrum am Johannes-Wesling-Klinikum (JWK) ist lang. Sehr lang. Sie zieht sich in U-Form an den Containern vorbei bis zurück zum Kreisverkehr. Etwa 100 Menschen warten darauf, auf das Virus getestet zu werden. Sie halten Sicherheitsabstand und tragen einen Mund-Nase-Schutz. „So lang wie heute war die Schlange noch nie, der Andrang ist groß“, sagt Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK).

Tests nehmen zu

Die Zahl der Abstriche ist zuletzt deutlich gestiegen. Aktuell bearbeitet das Team im Laborzentrum Weser im Mindener Klinikum täglich etwa 6.000 Corona-Tests, berichtet dessen Leiter Professor Dr. Franz-Josef Schmitz. Vor wenigen Tagen seien es noch etwa 3.000 gewesen. Rund 500 Proben werden täglich am Testzentrum vor dem JWK genommen, weitere 500 kommen aus Herford. Die restlichen Abstriche stammen aus den Krankenhäusern der MKK und den Partnerhäusern sowie von anderen Gesundheitseinrichtungen aus der Region, Arztpraxen und von Unternehmen.

Das Labor wird laut Schmitz mittlerweile aus ganz Deutschland angefragt. „Wir haben eine technische Möglichkeit von etwa 10.000 Tests am Tag. Allerdings kommen wir an personelle Grenzen.“ Daher suchen die MKK aktuell dringend zusätzliches Personal. Der Ansturm der vergangenen Tage habe auch bei seinem Team dazu geführt, dass die Bearbeitung, bis ein Befund vorliegt, etwas länger dauere. „Aktuell liegt die Testzeit aber bei unter 24 Stunden“, sagt Schmitz. Das Ergebnis wird aufs Handy übertragen, einen Tag später auch per Post. Auskünfte am Telefon seien nicht möglich.

Die neuen Container

Die Mühlenkreiskliniken haben auf die steigende Zahl der Abstriche reagiert und das Testzentrum vergrößert. Neue Containerräume bieten nun deutlich mehr Platz und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, berichtet Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch.

In fünf Räumen können mittlerweile parallel Corona-Abstriche entnommen werden. In den alten Containern gab es nur zwei Zimmer. Da die Nachfrage weiter steigt, sollen in den nächsten Tagen zwei weitere Räume zur Verfügung stehen – dort müssen aber noch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Mit sieben Behandlungsräumen und zwei Wartezimmern sei die Kapazitätsgrenze in den Containern dann aber erreicht, sagt der Pflegedirektor – mehr gehe nicht.

Die neuen Container sind beheizt und komplett als Einheit miteinander verbunden. Zuvor wurden Mitarbeiter und die zu testenden Personen mitunter nass, als sie zwischen Anmeldung und Abstrich die Container wechseln mussten – das ist nun vorbei. Die Mühlenkreiskliniken prüfen laut Mühlenbruch außerdem, ob der Weg direkt neben den Containern womöglich überdacht werden kann, damit die Wartenden zumindest dort nicht im Regen stehen müssen.

Die Räume des neuen Testzentrums werden alle 20 Minuten gelüftet, versichert der Pflegedirektor. 14 Mitarbeiter sind dort aktuell in verschiedenen Schichten im Einsatz, jeweils zwei steuern in den Containern die Patientenströme. Ein Wachdienst prüfe in regelmäßigen Abständen, ob die Wartenden die Maskenpflicht und Abstandsregeln einhalten.

Die bisherigen Test-Container bleiben zunächst vor dem Klinikum stehen. Dort werden zum Beispiel Patienten getestet, bevor sie stationär im JWK aufgenommen werden. Sie werden so lange isoliert, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Akute Notfälle würden natürlich sofort mit entsprechender Schutzausrüstung behandelt, betont Mühlenbruch.

Lange Wartezeiten

Wer lässt sich aktuell im Abstrichzentrum testen? Das ist sehr unterschiedlich, berichtet der Pflegedirektor. Es sind Freiwillige, Urlaubsrückkehrer, vom Gesundheitsamt ermittelte Kontaktpersonen oder auch Nutzer, deren Corona-Warn-App angeschlagen hat. Durch den Andrang kann es aktuell zu langen Wartezeiten kommen. Mühlenbruch spricht von teilweise zwei bis vier Stunden. Er bedauere dies, doch das Team könne einfach nicht schneller arbeiten. Ein Corona-Test dauere mit allem drum und dran – also von der Anmeldung, über die Datenerfassung bis hin zum Abstrich und gegebenenfalls zur Bezahlung – im Schnitt etwa zehn Minuten. Das Testzentrum ist von 7 bis 19 Uhr geöffnet – „frühmorgens und am Nachmittag gegen 17 Uhr ist es oftmals etwas leerer“, sagt Mühlenbruch. Eine Garantie dafür gebe es allerdings nicht.

„Heute ist wirklich viel zu tun“, gibt Mitarbeiterin Friederike Mühlenbruch am Montagmittag zu, als sie zwischen zwei Abstrichen im Container Zeit für ein kurzes Gespräch findet. Generell sei der Andrang zu Beginn einer Woche immer am größten. Trotz des Stresses herrsche innerhalb des Teams aber gute Laune, sagt die Mitarbeiterin: „Und wenn das Personal freundlich ist, sind es meist auch die Menschen, die hierher kommen.“

Bernd Mühlenbruch sieht die MKK mit den neuen Test-Containern gut aufgestellt. „Ich gehe davon aus, dass wir mit diesen Maßnahmen durch den Winter kommen.“ Die Arbeit in den neuen Räumen müsse sich aber noch etwas einspielen.

So setzen sich die Preise zusammen

Mittlerweile sind viele Corona-Tests für Patienten kostenlos– für alle, die Erkältungssymptome aufweisen oder als Kontaktperson gelten. Außerdem ist für eine Reihe von Berufsgruppen auch bei asymptomatischen Verläufen der Test kostenlos, teilt die Kassenärztliche Vereinigung (KVWL) mit. Handelt es sich um eine Wunsch-Testung, müssen die Patienten die Kosten hierfür privat tragen. Arztpraxen verlangen dafür unterschiedliche Preise. Die Spanne reicht von 50 bis 180 Euro.

Der Preis für einen Wunsch-Test setzt sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zusammen. Demnach kostet die reine Laborleistung rund 147 Euro. Hinzu kommen rund 27 Euro für die Abstrichnahme beim Arzt zuzüglich einer Hygienepauschale von 6,41 Euro – macht 180,41 Euro. Wie viele Hausarztpraxen im Mühlenkreis Corona-Abstriche nehmen, könne die KVWL derzeit noch nicht mitteilen, weil die Daten noch nicht vorliegen. Nur so viel: Im ersten Halbjahr seien rund 208.000 Corona-Verdachtsfälle in Hausarztpraxen im Bereich OWL abgestrichen und versorgt worden.

Im Testzentrum der Mühlenkreiskliniken (MKK) vor dem Mindener Johannes-Wesling-Klinikum kann sich jeder freiwillig auf das Corona-Virus testen lassen. Ein solcher PCR-Abstrich kostet dort 50 Euro. Der Preis setzt sich laut Auskunft von Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, der das Laborzentrum Weser leitet, aus mehreren Komponenten zusammen: aus der Laborleistung, dem Abstrich und der Logistik beziehungsweise dem Unterhalt des Testzentrums. „Der von uns erhobene Preis von 50 Euro für einen freiwilligen Test ist kostendeckend.“

Der festgelegte Preis für die privatrechtliche Laborleistung eines PCR-Tests (GOÄ-Preis) liege bedeutend höher, sagt Schmitz. „Wir haben uns aber entscheiden, in dieser besonderen Situation einen freiwilligen Corona-Test günstiger als den Preis nach Gebührenordnung für Ärzte anzubieten.“ (lies/rad)

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