Großbaustelle in der Altstadt: Königstraße wird bald voll gesperrt - das sind die Gründe Sebastian Radermacher Minden. In der oberen Altstadt wird eine Großbaustelle für mehr als ein Jahr für Verkehrsbehinderungen und weitere Beeinträchtigungen sorgen. Wie die Städtischen Betriebe Minden (SBM) auf MT-Anfrage mitteilen, wird auf der Königstraße – zwischen Königswall und Simeonstraße – die Mischwasserkanalisation komplett erneuert. Doch das ist noch nicht alles. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten. Warum muss überhaupt ein neuer Kanal gebaut werden?Der Bauzustand der vorhandenen Mischwasserkanalisation in dem Abschnitt der Königstraße mache die Erneuerung erforderlich, erklärt Mirco Koppmann, Leiter des Bereiches Straßen/Abwasser/Gewässer bei den SBM. Die dortigen Kanäle stammen zum großen Teil noch aus dem 19. Jahrhundert. Zudem seien unterschiedliche Rohre verlegt worden, die verschiedene Schäden aufwiesen, sagt der Experte. Die Mängel sind zwar nicht durchgehend vom Königswall bis zur Simeonstraße gegeben, man habe sich nach längerem Überlegen aber dazu entschlossen, den kompletten Bereich zu erneuern, sagt Koppmann. Die SBM kontrollieren die Kanäle im Stadtgebiet regelmäßig mit speziellen Kameras. Die Vorgabe lautet, alle zehn Jahre sämtliche Kanäle in Minden einmal auf Schäden zu überprüfen, erklärt Koppmann. In der Königstraße hätten zwar einige Teilbereiche nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt erneuert werden müssen, allerdings wäre ein Handeln in nicht allzu ferner Zukunft erforderlich geworden. Und dann erneut die Straße aufzureißen und für erhebliche Einschränkungen zu sorgen, sei der falsche Weg, verdeutlicht der Bereichsleiter. „Wir machen jetzt einmal alles fertig und dann haben die Bürger wieder lange Zeit Ruhe.“ Dies sei auch unter wirtschaftlichen Aspekten die beste Lösung.Neben dem Hauptkanal werden auch die Grundstücksanschlussleitungen zu den Gebäuden erneuert. Die Baumaßnahme erfolgt in offener Bauweise und ist laut Auskunft der Städtischen Betriebe vergleichbar mit dem in den Jahren 2016/2017 in der Obermarktstraße erfolgten Kanalbau. Wann beginnen die Bauarbeiten? Das Sanierungsprojekt wird in drei Bereiche aufgeteilt. Den ersten und zweiten Bauabschnitt nimmt die Stadt zuerst in Angriff. Konkret geht es um den Bereich von der Einmündung zum Königswall bis zur Königstraße Hausnummer 13, wo sich die Einfahrt zur Caritas befindet. In diesem etwa 180 Meter langen Abschnitt werden die Bauarbeiten nach jetzigem Stand voraussichtlich Ende Februar/Anfang März beginnen, berichtet Koppmann. Der Kanalbau in den ersten beiden Bauabschnitten soll nach bisheriger Planung Anfang September dieses Jahres abgeschlossen sein. Allerdings könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen, zum Beispiel bedingt durch die räumliche Enge, die Vielzahl der vorhandenen Versorgungsleitungen und eine archäologische Fachbegleitung der Arbeiten, sagt Koppmann. Der dritte Bauabschnitt – im weiteren Verlauf bis zur Simeonstraße – befindet sich laut Koppmann noch in der Planung und wird sich an die ersten beiden anschließen. Für dieses Teilstück müsse in den nächsten Monaten während der Bauzeit insbesondere noch die Verkehrsregelung geklärt werden. Welche weiteren Bauarbeiten sind in der Königstraße geplant?Nach dem Abschluss der Kanalbauarbeiten werde die Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG Fernwärmeleitungen vom Königswall kommend bis zur Wohnbebauung Königsstraße 24-28 verlegen, kündigen die Städtischen Betriebe an. Und zum Abschluss der Gesamtbaumaßnahme werde der Abschnitt zwischen Fröbelstraße und Umradstraße auf etwa 50 Metern noch barrierefrei umgebaut. Basis dafür sei – wie auch bei vielen anderen Sanierungsprojekten – der Barriereatlas der Stadt Minden, erklärt Koppmann. Dieser war nach mehrjähriger intensiver Arbeit im April 2015 veröffentlicht worden. Neben Politik, Verwaltung und zwei Planungsbüros hatten sich auch viele Bürger und der Beirat für Menschen mit Behinderung eingebracht. Ziel ist, die Stadt Minden für alle Menschen erreichbar zu machen.Die barrierefreie Gestaltung des Teilstücks werde erst als letzter Schritt erfolgen, wenn alle anderen Arbeiten beendet worden sind. Die SBM rechnen damit, dass diese Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2023 fertiggestellt werden können – erst dann ist das gesamte Bauprojekt Königstraße beendet. Welche Einschränkungen wird es geben?Während der Arbeiten in den ersten beiden Bauabschnitten wird die Königstraße jeweils abschnittsweise auf einer Länge von etwa 25 Metern voll gesperrt sein. Die Sperrung wird sich – je nach Baufortschritt – vom Königswall in Richtung Ritterstraße verlagern, erklärt Koppmann. Innerhalb des Baubereichs würden die Privatgrundstücke aber immer fußläufig und für Rettungsfahrzeuge erreichbar sein. Wie wird der Verkehr gelenkt?Die derzeit bestehende Einbahnstraßenregelung in der Königstraße wird in der Bauzeit zwischen Königswall und Ritterstraße aufgehoben. Der sonst über die Königstraße stadteinwärts fließende Verkehr wird stattdessen über die Kampstraße in die Ritterstraße geleitet, damit die Erreichbarkeit der Grundstücke jenseits des eigentlichen Baubereichs grundsätzlich erhalten bleibt. Dafür werden am Ende der Ritterstraße die Poller entfernt und eine Einbahnstraßenregelung beschildert. Nach Auskunft der Verkehrsbehörde der Stadt Minden ist die verkehrsrechtliche Anordnung für die notwendige Sperrung der Königstraße bislang noch nicht erstellt worden. Dies erfolge etwa zehn bis 14 Tage vor Beginn der Arbeiten. Mit welchen Kosten kalkuliert die Stadt für das Projekt?Die Kosten für den Kanalbau für die beiden ersten Bauabschnitte der Königstraße belaufen sich auf rund 550.000 Euro, berichtet Mirco Koppmann. Eine Auskunft zu den Gesamtkosten kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.

Großbaustelle in der Altstadt: Königstraße wird bald voll gesperrt - das sind die Gründe

In der Königstraße – von Königswall bis zur Simeonstraße – wird bald ein komplett neuer Mischwasserkanal gebaut. Zurzeit wird an der Einmündung im Bereich der Parkbuchten ein Kanalschacht erneuert, diese Arbeiten sollen laut Auskunft der Stadt Minden voraussichtlich in diesen Tagen beendet werden. © MT-Foto: Alex Lehn

Minden. In der oberen Altstadt wird eine Großbaustelle für mehr als ein Jahr für Verkehrsbehinderungen und weitere Beeinträchtigungen sorgen. Wie die Städtischen Betriebe Minden (SBM) auf MT-Anfrage mitteilen, wird auf der Königstraße – zwischen Königswall und Simeonstraße – die Mischwasserkanalisation komplett erneuert. Doch das ist noch nicht alles. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum muss überhaupt ein neuer Kanal gebaut werden?

Der Bauzustand der vorhandenen Mischwasserkanalisation in dem Abschnitt der Königstraße mache die Erneuerung erforderlich, erklärt Mirco Koppmann, Leiter des Bereiches Straßen/Abwasser/Gewässer bei den SBM. Die dortigen Kanäle stammen zum großen Teil noch aus dem 19. Jahrhundert. Zudem seien unterschiedliche Rohre verlegt worden, die verschiedene Schäden aufwiesen, sagt der Experte.

Die Mängel sind zwar nicht durchgehend vom Königswall bis zur Simeonstraße gegeben, man habe sich nach längerem Überlegen aber dazu entschlossen, den kompletten Bereich zu erneuern, sagt Koppmann. Die SBM kontrollieren die Kanäle im Stadtgebiet regelmäßig mit speziellen Kameras. Die Vorgabe lautet, alle zehn Jahre sämtliche Kanäle in Minden einmal auf Schäden zu überprüfen, erklärt Koppmann.


In der Königstraße hätten zwar einige Teilbereiche nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt erneuert werden müssen, allerdings wäre ein Handeln in nicht allzu ferner Zukunft erforderlich geworden. Und dann erneut die Straße aufzureißen und für erhebliche Einschränkungen zu sorgen, sei der falsche Weg, verdeutlicht der Bereichsleiter. „Wir machen jetzt einmal alles fertig und dann haben die Bürger wieder lange Zeit Ruhe.“ Dies sei auch unter wirtschaftlichen Aspekten die beste Lösung.

Neben dem Hauptkanal werden auch die Grundstücksanschlussleitungen zu den Gebäuden erneuert. Die Baumaßnahme erfolgt in offener Bauweise und ist laut Auskunft der Städtischen Betriebe vergleichbar mit dem in den Jahren 2016/2017 in der Obermarktstraße erfolgten Kanalbau.

In der Bauphase werden die Poller entfernt und die Ritterstraße als Einbahnstraße geöffnet. - © MT-Foto: Alex Lehn
In der Bauphase werden die Poller entfernt und die Ritterstraße als Einbahnstraße geöffnet. - © MT-Foto: Alex Lehn

Wann beginnen die Bauarbeiten?

Das Sanierungsprojekt wird in drei Bereiche aufgeteilt. Den ersten und zweiten Bauabschnitt nimmt die Stadt zuerst in Angriff. Konkret geht es um den Bereich von der Einmündung zum Königswall bis zur Königstraße Hausnummer 13, wo sich die Einfahrt zur Caritas befindet. In diesem etwa 180 Meter langen Abschnitt werden die Bauarbeiten nach jetzigem Stand voraussichtlich Ende Februar/Anfang März beginnen, berichtet Koppmann.

Der Kanalbau in den ersten beiden Bauabschnitten soll nach bisheriger Planung Anfang September dieses Jahres abgeschlossen sein. Allerdings könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen, zum Beispiel bedingt durch die räumliche Enge, die Vielzahl der vorhandenen Versorgungsleitungen und eine archäologische Fachbegleitung der Arbeiten, sagt Koppmann.

Der dritte Bauabschnitt – im weiteren Verlauf bis zur Simeonstraße – befindet sich laut Koppmann noch in der Planung und wird sich an die ersten beiden anschließen. Für dieses Teilstück müsse in den nächsten Monaten während der Bauzeit insbesondere noch die Verkehrsregelung geklärt werden.

Welche weiteren Bauarbeiten sind in der Königstraße geplant?

Nach dem Abschluss der Kanalbauarbeiten werde die Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG Fernwärmeleitungen vom Königswall kommend bis zur Wohnbebauung Königsstraße 24-28 verlegen, kündigen die Städtischen Betriebe an.

Dieser Bereich der Königstraße soll abschließend barrierefrei gestaltet werden. - © MT-Foto: Alex Lehn
Dieser Bereich der Königstraße soll abschließend barrierefrei gestaltet werden. - © MT-Foto: Alex Lehn

Und zum Abschluss der Gesamtbaumaßnahme werde der Abschnitt zwischen Fröbelstraße und Umradstraße auf etwa 50 Metern noch barrierefrei umgebaut. Basis dafür sei – wie auch bei vielen anderen Sanierungsprojekten – der Barriereatlas der Stadt Minden, erklärt Koppmann. Dieser war nach mehrjähriger intensiver Arbeit im April 2015 veröffentlicht worden. Neben Politik, Verwaltung und zwei Planungsbüros hatten sich auch viele Bürger und der Beirat für Menschen mit Behinderung eingebracht. Ziel ist, die Stadt Minden für alle Menschen erreichbar zu machen.

Die barrierefreie Gestaltung des Teilstücks werde erst als letzter Schritt erfolgen, wenn alle anderen Arbeiten beendet worden sind. Die SBM rechnen damit, dass diese Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2023 fertiggestellt werden können – erst dann ist das gesamte Bauprojekt Königstraße beendet.

Welche Einschränkungen wird es geben?

Während der Arbeiten in den ersten beiden Bauabschnitten wird die Königstraße jeweils abschnittsweise auf einer Länge von etwa 25 Metern voll gesperrt sein. Die Sperrung wird sich – je nach Baufortschritt – vom Königswall in Richtung Ritterstraße verlagern, erklärt Koppmann. Innerhalb des Baubereichs würden die Privatgrundstücke aber immer fußläufig und für Rettungsfahrzeuge erreichbar sein.

Wie wird der Verkehr gelenkt?

Die derzeit bestehende Einbahnstraßenregelung in der Königstraße wird in der Bauzeit zwischen Königswall und Ritterstraße aufgehoben. Der sonst über die Königstraße stadteinwärts fließende Verkehr wird stattdessen über die Kampstraße in die Ritterstraße geleitet, damit die Erreichbarkeit der Grundstücke jenseits des eigentlichen Baubereichs grundsätzlich erhalten bleibt. Dafür werden am Ende der Ritterstraße die Poller entfernt und eine Einbahnstraßenregelung beschildert.

Der Verkehr wird über die Kampstraße und die geöffnete Ritterstraße Richtung Königstraße gelenkt. Karte: MT - © MT
Der Verkehr wird über die Kampstraße und die geöffnete Ritterstraße Richtung Königstraße gelenkt. Karte: MT - © MT

Nach Auskunft der Verkehrsbehörde der Stadt Minden ist die verkehrsrechtliche Anordnung für die notwendige Sperrung der Königstraße bislang noch nicht erstellt worden. Dies erfolge etwa zehn bis 14 Tage vor Beginn der Arbeiten.

Mit welchen Kosten kalkuliert die Stadt für das Projekt?

Die Kosten für den Kanalbau für die beiden ersten Bauabschnitte der Königstraße belaufen sich auf rund 550.000 Euro, berichtet Mirco Koppmann. Eine Auskunft zu den Gesamtkosten kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.

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