Giftiges Grün? Kirschlorbeer ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen - ökologisch aber zunehmend in der Kritik Anja Peper,Stefan Koch Minden/Lübbecke. Einmal im Jahr schneiden – fertig. So eine Kirschlorbeer-Hecke ist pflegeleicht und wächst schnell. Ditmar Schnittker hat sie nach dem Einzug 2012 zwischen Grundstück und Straße gepflanzt. Damals um die 40 Zentimeter hoch, heute ein perfekter Sichtschutz, der extrem dicht ist. So sorgt die 16 Meter lange Hecke als natürliche Barriere dafür, dass der Ball seiner Enkelin beim Spielen nicht versehentlich auf die Straße rollen kann. Das robuste Grün wäre der Familie vermutlich längst über den Kopf gewachsen, wenn der Rentner nicht regelmäßig mit der Heckenschere deutlich machen würde, wer hier der Chef ist. „Ich würde sie jederzeit wieder pflanzen", sagt Schnittker. Aus seiner Sicht die perfekte Hecke. Die Kritik der Naturschützer an der invasiven Pflanzenart (Bericht im MT) ist ihm zwar bekannt. „Aber es kommt doch auf die ökologische Gesamtbilanz in einem Garten an." Zwar bietet Kirschlorbeer allein keine Nahrung für Vögel und Insekten, aber kleinen Nützlinge finden zumindest hier genug Alternativen, wo sich der Landeanflug lohnt. Aus ökologischer Sicht sei Kirschlorbeer eine Katastrophe, kritisieren Umweltschützer. Selbst eine Betonmauer sei ökologisch wertvoller, auf der würden mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose wachsen, ist das Argument. Als „Verbrechen an der Natur" bezeichnete Sönke Hofmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) die Anpflanzung von Kirschlorbeer. Der ökologische Wert sei gleich null. Außerdem ist der Grünschnitt nicht kompostierbar, die Blätter zersetzen sich zu langsam. Die Pflanze liefert kein Futter für Vögel oder Insekten. Lediglich Amseln und Drosseln fressen die giftigen Beeren. Als problematisch gilt vor allem das Ausmaß, in dem der Kirschlorbeer mittlerweile verwendet wird: „Wir reden hier ja nicht von einzelnen Pflanzen, sondern von Hecke an Hecke in ganzen Neubaugebieten. Das ist ein Trend, der in den vergangenen zehn Jahren stark um sich gegriffen hat", sagte Claudia Quirini-Jürgens, Vorsitzende des Naturwissenschaftlichen Vereins Bielefeld, der Neuen Westfälischen. Die Gemeinde Langenberg (Kreis Gütersloh) hat einen neuen Bebauungsplan verabschiedet, der Steingärten und Schotterbeete verbietet und auch vorschreibt, dass für die Einfriedung der Gärten nur noch heimische standortgerechte Laubholzschnitthecken oder naturnahe freiwachsende Sträucher verwendet werden dürfen. Dort ist der aus der Türkei stammende Kirschlorbeer also passé. Für die Stadt Minden ist so ein Verbot bislang kein Thema. Beispielsweise auf Friedhöfen wurde und wird vereinzelt Kirschlorbeer gepflanzt. Allerdings mit Maß: „Es wird an Lösungen gearbeitet, die dazu führen, einen Überhang an einzelnen Pflanzenarten wie immergrünen Kirschlorbeer zu vermeiden", heißt es auf MT-Anfrage. In öffentlichen Grünanlagen und Parks greifen die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe vorwiegend zu heimischen Pflanzen wie Eibe und Ilex. Weiter schreibt Luisa Müller, Mitarbeiterin in der Pressestelle der Stad Minden: „Eine Pflicht für die ausschließliche Verwendung klimafreundlicher und Bienen freundlicher Pflanzen und ein generelles Verbot für die Verwendung von Neobiota (invasive Arten) wie Kirschlorbeer ist nicht vorgesehen. Ein Verbot einer einzelnen Art scheint nicht sinnvoll, da es auch kein Verbot für andere nichtheimische Arten gibt." Die Stadt Minden bevorzugt den Weg, mit prozentualen Anteilen für die heimische Fauna und Flora zuträglichen Arten zu arbeiten. Beispiele sind konkrete Vorgaben in Bebauungsplänen oder bei der Planung von Parkanlagen wie dem Glacis. Aus Sicht der Stadt ist es eine dringliche Aufgabe, die Verbreitung von extrem invasiven Arten auch im privaten Bereich zu vermeiden – allerdings durch Aufklärung, nicht durch Verbote. Zu diesen extrem invasiven Arten gehören der Japanische Knöterich, Indisches oder drüsiges Springkraut, Kanadische Goldrute, Späte Traubenkirsche und auch Bambus. „In den neuen Bebauungsplänen werden zum Beispiel in der Vorgartenzone Schottergärten ausgeschlossen", heißt es in der Mitteilung der Stadt Minden. Über Pflanzvorschriften werden Artenlisten eingesetzt, die für bestimmte festgelegte Bereiche vorschreiben, welche lebensraumtypischen heimische Pflanzen hier verwendet werden können und sollen. Schottergärten haben schon lange einen schlechten Ruf: Steinig, öde und schlecht für die Biodiversität. Das Gute: Mit ein paar Handgriffen wird aus der Steinwüste eine Fläche voller wilder Blumen. Dafür muss nicht mal der gesamte Schotter abgefahren werden, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Denn viele der heimischen wildwachsenden Pflanzen lieben steinige magere Böden. In Bielefeld gibt es eine Prämie für Hobbygärtner, sich vom Schotter verabschieden und neu gestalten. Überhaupt lohnt sich der Blick in die nähere Nachbarschaft: Das Streit-Thema Kirschlorbeer ist im Mai auch in Lübbecke angekommen. Auslöser waren die Bauarbeiten an der Danzelstätte in der Innenstadt. Die Stadt Lübbecke hatte entschieden, Kirschlorbeer flächendeckend auf der öffentlichen Fläche vor dem Burgmannshof an der Tanzpaar-Plastik zu setzen. Unter den Beeten ist eines, das sich unmittelbar neben dem Kindergarten „Pusteblume" mit der Elterninitiative Lübbecke als Trägerverein befindet. Das rief den Protest der Eltern auf den Plan, jetzt werden Alternativen gesucht. Und die gibt es. „Wer unbedingt einen wintergrüne Giftpflanze als Hecke haben möchte, sollte Eiben pflanzen", empfiehlt der Naturschutzbund. Nur an solch einheimische Pflanzen konnte sich die Tierwelt in Jahrtausenden anpassen, die Flut exotischer „Neophyten" belaste die Natur. Weitere heimische Alternativen seien Weißdorn, Schlehe, Haselnuss, Hagebutte oder kleinwachsenden Weiden für Ungeduldige. Wer seinen Garten naturnäher gestalten will, kann das Infopaket „Naturgarten" des NABU mit vielen Tipps und Pflanzenlisten bestellen. Pro Verbot von Kirschlorbeer: Importiere Schädlinge Von Stefan Koch Mich nervt es schon lange, wenn ich jedes Frühjahr lästige Kirschlorbeersprösslinge zurückschneiden muss, die sich von sonstwoher im Garten verbreiten. Derartiges Zeugs aus dem Verkehr zu ziehen, ist angesichts einer ungezügelten global agierenden Gartenindustrie dringend erforderlich. Man glaubt, einfach alles aus allen Kontinenten bei uns wachsen lassen zu dürfen – egal, welche Folgen das hat. Die Schweizer sind mittlerweile dazu übergegangen, den Sommerflieder zu verbieten, weil er sich wie die Pest nicht nur in fremden Gärten, sondern auch der Natur verbreitet. Bei uns rückt man dagegen aus, um den giftigen Riesenbärenklau aus dem Kaukasus einzudämmen. Im Harz kämpfen Förster vergebens gegen das drüsige Springkraut aus Indien an, das erfolgreich die heimischen Pflanzen überwuchert. Und weil die Liste dieser importierten Schädlinge lang ist, sollte nicht nur das Anpflanzen von Kirschlorbeer, sondern vieler weiterer Arten per Gesetz unterbunden werden. Kontra Verbot von Kirschlorbeer: Im Gestrüpp der Details Von Anja Peper Ein insektenfreundlicher und giftfreier Garten. Ein Fest für Bienen, Schmetterlinge und Co. – ja, gerne! Das wünscht sich unser grünes Herz. Aber im eigenen Garten sind neue Verbote nicht das Mittel der Wahl. Erstens mangelt es in Deutschland nicht an Vorschriften, Gesetzen, Warnhinweisen und ähnlichem. Schnell verliert sich auch ein guter Ansatz im Gestrüpp juristischer Details. Zweitens tut sich ein Fass ohne Boden auf. Wer heute Kirschlorbeer und Schottergärten verbietet, kommt vermutlich nicht umhin, morgen die komplette Gabionen-Industrie zu zerschlagen. Es haben sich längst viele andere invasive Arten breit gemacht, vom Bambus bis zum Japanischen Knöterich. Doch Verbote taugen hier nicht. Sinnvoller scheint das Programm, das die Bielefelder ausgeheckt haben: Dort gibt es Prämien für die Umwandlung von Schottergärten. Steinwüste adé! Das Förderprogramm wurde bis 2025 verlängert. Das Wichtigste zum Wohl der Insekten bleibt: Aufklären, aufklären, aufklären.

Giftiges Grün? Kirschlorbeer ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen - ökologisch aber zunehmend in der Kritik

Einmal schneiden, bitte: Für Hobbygärtner Ditmar Schnittker ist Kirschlorbeer die perfekte Hecke, immer grün und pflegeleicht. Zur Kritik von Naturschützern meint der Rentner: „Es kommt immer auf die ökologische Gesamtbilanz in einem Garten an.“ MT-Foto: Anja Peper © Anja Peper

Minden/Lübbecke. Einmal im Jahr schneiden – fertig. So eine Kirschlorbeer-Hecke ist pflegeleicht und wächst schnell. Ditmar Schnittker hat sie nach dem Einzug 2012 zwischen Grundstück und Straße gepflanzt. Damals um die 40 Zentimeter hoch, heute ein perfekter Sichtschutz, der extrem dicht ist. So sorgt die 16 Meter lange Hecke als natürliche Barriere dafür, dass der Ball seiner Enkelin beim Spielen nicht versehentlich auf die Straße rollen kann. Das robuste Grün wäre der Familie vermutlich längst über den Kopf gewachsen, wenn der Rentner nicht regelmäßig mit der Heckenschere deutlich machen würde, wer hier der Chef ist. „Ich würde sie jederzeit wieder pflanzen", sagt Schnittker. Aus seiner Sicht die perfekte Hecke. Die Kritik der Naturschützer an der invasiven Pflanzenart (Bericht im MT) ist ihm zwar bekannt. „Aber es kommt doch auf die ökologische Gesamtbilanz in einem Garten an." Zwar bietet Kirschlorbeer allein keine Nahrung für Vögel und Insekten, aber kleinen Nützlinge finden zumindest hier genug Alternativen, wo sich der Landeanflug lohnt.

Aus ökologischer Sicht sei Kirschlorbeer eine Katastrophe, kritisieren Umweltschützer. Selbst eine Betonmauer sei ökologisch wertvoller, auf der würden mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose wachsen, ist das Argument. Als „Verbrechen an der Natur" bezeichnete Sönke Hofmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) die Anpflanzung von Kirschlorbeer. Der ökologische Wert sei gleich null. Außerdem ist der Grünschnitt nicht kompostierbar, die Blätter zersetzen sich zu langsam. Die Pflanze liefert kein Futter für Vögel oder Insekten. Lediglich Amseln und Drosseln fressen die giftigen Beeren.

Als problematisch gilt vor allem das Ausmaß, in dem der Kirschlorbeer mittlerweile verwendet wird: „Wir reden hier ja nicht von einzelnen Pflanzen, sondern von Hecke an Hecke in ganzen Neubaugebieten. Das ist ein Trend, der in den vergangenen zehn Jahren stark um sich gegriffen hat", sagte Claudia Quirini-Jürgens, Vorsitzende des Naturwissenschaftlichen Vereins Bielefeld, der Neuen Westfälischen. Die Gemeinde Langenberg (Kreis Gütersloh) hat einen neuen Bebauungsplan verabschiedet, der Steingärten und Schotterbeete verbietet und auch vorschreibt, dass für die Einfriedung der Gärten nur noch heimische standortgerechte Laubholzschnitthecken oder naturnahe freiwachsende Sträucher verwendet werden dürfen. Dort ist der aus der Türkei stammende Kirschlorbeer also passé.


Für die Stadt Minden ist so ein Verbot bislang kein Thema. Beispielsweise auf Friedhöfen wurde und wird vereinzelt Kirschlorbeer gepflanzt. Allerdings mit Maß: „Es wird an Lösungen gearbeitet, die dazu führen, einen Überhang an einzelnen Pflanzenarten wie immergrünen Kirschlorbeer zu vermeiden", heißt es auf MT-Anfrage. In öffentlichen Grünanlagen und Parks greifen die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe vorwiegend zu heimischen Pflanzen wie Eibe und Ilex.

Am Burgmannshof in Lübbecke wurde flächendeckend Kirschlorbeer gepflanzt. Das führte zu Protesten der Bürger. Foto: Heike von Schulz - © Heike von Schulz
Am Burgmannshof in Lübbecke wurde flächendeckend Kirschlorbeer gepflanzt. Das führte zu Protesten der Bürger. Foto: Heike von Schulz - © Heike von Schulz

Weiter schreibt Luisa Müller, Mitarbeiterin in der Pressestelle der Stad Minden: „Eine Pflicht für die ausschließliche Verwendung klimafreundlicher und Bienen freundlicher Pflanzen und ein generelles Verbot für die Verwendung von Neobiota (invasive Arten) wie Kirschlorbeer ist nicht vorgesehen. Ein Verbot einer einzelnen Art scheint nicht sinnvoll, da es auch kein Verbot für andere nichtheimische Arten gibt." Die Stadt Minden bevorzugt den Weg, mit prozentualen Anteilen für die heimische Fauna und Flora zuträglichen Arten zu arbeiten. Beispiele sind konkrete Vorgaben in Bebauungsplänen oder bei der Planung von Parkanlagen wie dem Glacis. Aus Sicht der Stadt ist es eine dringliche Aufgabe, die Verbreitung von extrem invasiven Arten auch im privaten Bereich zu vermeiden – allerdings durch Aufklärung, nicht durch Verbote. Zu diesen extrem invasiven Arten gehören der Japanische Knöterich, Indisches oder drüsiges Springkraut, Kanadische Goldrute, Späte Traubenkirsche und auch Bambus.

„In den neuen Bebauungsplänen werden zum Beispiel in der Vorgartenzone Schottergärten ausgeschlossen", heißt es in der Mitteilung der Stadt Minden. Über Pflanzvorschriften werden Artenlisten eingesetzt, die für bestimmte festgelegte Bereiche vorschreiben, welche lebensraumtypischen heimische Pflanzen hier verwendet werden können und sollen.

Schottergärten haben schon lange einen schlechten Ruf: Steinig, öde und schlecht für die Biodiversität. Das Gute: Mit ein paar Handgriffen wird aus der Steinwüste eine Fläche voller wilder Blumen. Dafür muss nicht mal der gesamte Schotter abgefahren werden, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Denn viele der heimischen wildwachsenden Pflanzen lieben steinige magere Böden. In Bielefeld gibt es eine Prämie für Hobbygärtner, sich vom Schotter verabschieden und neu gestalten.

Überhaupt lohnt sich der Blick in die nähere Nachbarschaft: Das Streit-Thema Kirschlorbeer ist im Mai auch in Lübbecke angekommen. Auslöser waren die Bauarbeiten an der Danzelstätte in der Innenstadt. Die Stadt Lübbecke hatte entschieden, Kirschlorbeer flächendeckend auf der öffentlichen Fläche vor dem Burgmannshof an der Tanzpaar-Plastik zu setzen. Unter den Beeten ist eines, das sich unmittelbar neben dem Kindergarten „Pusteblume" mit der Elterninitiative Lübbecke als Trägerverein befindet. Das rief den Protest der Eltern auf den Plan, jetzt werden Alternativen gesucht.

Und die gibt es. „Wer unbedingt einen wintergrüne Giftpflanze als Hecke haben möchte, sollte Eiben pflanzen", empfiehlt der Naturschutzbund. Nur an solch einheimische Pflanzen konnte sich die Tierwelt in Jahrtausenden anpassen, die Flut exotischer „Neophyten" belaste die Natur. Weitere heimische Alternativen seien Weißdorn, Schlehe, Haselnuss, Hagebutte oder kleinwachsenden Weiden für Ungeduldige. Wer seinen Garten naturnäher gestalten will, kann das Infopaket „Naturgarten" des NABU mit vielen Tipps und Pflanzenlisten bestellen.

Pro Verbot von Kirschlorbeer: Importiere Schädlinge

Von Stefan Koch

Mich nervt es schon lange, wenn ich jedes Frühjahr lästige Kirschlorbeersprösslinge zurückschneiden muss, die sich von sonstwoher im Garten verbreiten. Derartiges Zeugs aus dem Verkehr zu ziehen, ist angesichts einer ungezügelten global agierenden Gartenindustrie dringend erforderlich. Man glaubt, einfach alles aus allen Kontinenten bei uns wachsen lassen zu dürfen – egal, welche Folgen das hat. Die Schweizer sind mittlerweile dazu übergegangen, den Sommerflieder zu verbieten, weil er sich wie die Pest nicht nur in fremden Gärten, sondern auch der Natur verbreitet. Bei uns rückt man dagegen aus, um den giftigen Riesenbärenklau aus dem Kaukasus einzudämmen. Im Harz kämpfen Förster vergebens gegen das drüsige Springkraut aus Indien an, das erfolgreich die heimischen Pflanzen überwuchert. Und weil die Liste dieser importierten Schädlinge lang ist, sollte nicht nur das Anpflanzen von Kirschlorbeer, sondern vieler weiterer Arten per Gesetz unterbunden werden.


Kontra Verbot von Kirschlorbeer: Im Gestrüpp der Details

Von Anja Peper

Ein insektenfreundlicher und giftfreier Garten. Ein Fest für Bienen, Schmetterlinge und Co. – ja, gerne! Das wünscht sich unser grünes Herz. Aber im eigenen Garten sind neue Verbote nicht das Mittel der Wahl. Erstens mangelt es in Deutschland nicht an Vorschriften, Gesetzen, Warnhinweisen und ähnlichem. Schnell verliert sich auch ein guter Ansatz im Gestrüpp juristischer Details. Zweitens tut sich ein Fass ohne Boden auf. Wer heute Kirschlorbeer und Schottergärten verbietet, kommt vermutlich nicht umhin, morgen die komplette Gabionen-Industrie zu zerschlagen. Es haben sich längst viele andere invasive Arten breit gemacht, vom Bambus bis zum Japanischen Knöterich. Doch Verbote taugen hier nicht. Sinnvoller scheint das Programm, das die Bielefelder ausgeheckt haben: Dort gibt es Prämien für die Umwandlung von Schottergärten. Steinwüste adé! Das Förderprogramm wurde bis 2025 verlängert. Das Wichtigste zum Wohl der Insekten bleibt: Aufklären, aufklären, aufklären.

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