Giesekings Flüstertüte: Landrätin Gieseking Bernd Gieseking Die Kommunalwahlen stehen an, auch die Landratswahl. Wen ich wählen werde, weiß ich noch nicht. Kein Wunder auch, es ist ja geheim, so geheim, dass nicht mal ich es weiß. Wen hingegen ich nicht wählen werde, steht schon fest. Im Ergebnis bleibt wenig Auswahl. Nun macht es mir zumindest die SPD plötzlich schwer, okkupiert sie doch meinen, also unseren Familiennamen im Wahlkampf! Die Kreis-SPD hat vor kurzem ihren Landratskandidaten gekürt. Unversehens wurde ich zum Wahlhelfer, jedenfalls vermuteten das einige, von denen ich seither angesprochen werde, ob meine Familie und ich Werbung für die SPD machen würden. Wer es nicht gelesen hat: Michael Buhre hat Anfang Juni für die SPD einen Zukunftsentwurf im Landkreis formuliert, eine Vision einer fiktiven Familie Gieseking über mehrere Generationen im Jahr 2030. Das ist im Ergebnis sogar so vielfältig wie charmant, vor allem aber klug und clever, denn wir sind im Kreis mehr Giesekings als irgendwo sonst. Allein schon die Bernds. Ich war neulich beim Arzt, dort wurden schon fünf Bernd Giesekings außer mir geführt. Ich war in dieser Praxis der sechste! Noch einer und wir können einen Verein gründen. Warum nimmt Michael Buhre ausgerechnet uns Giesekings als Stellvertreter der Region? Warum keine Familie Riechmann? Schwier? Diekmann? Meisolle? Reckeweg? Schwenker? Ok, wir Giesekings sind viele und teils durchaus auffällig. Es gibt zahlreiche Schützenkönige und Elfmeterschützen unseres Namens, dazu eine Logopädin, eine Tischlerei, eine ergotherapeutische Praxis, ein Ingenieurbüro und bis vor Kurzem gab es die Fleischerei Gieseking in Dützen, auch wenn irritierenderweise die Inhaber selbst ganz anders hießen. Allein in der Stadtverwaltung Minden arbeiten sieben von uns – die könnten schon einen Verein gründen – und ich selbst stehe auch in der Öffentlichkeit. Plötzlich und ungewollt werden wir Giesekings also benutzt als Synonym für hiesige Ostwestfalen. Drehen wir das Ganze um: Wenn wir so stellvertretend sind, dann beruft uns, den Clan der Giesekings, künftig nicht nur in die Presbyterien und Sportvereinsvorstände. Wir sind bereit! Mein Bruder und ich sind kinderlos. Unsere kleine Linie der Familiengeschichte wird wohl enden. 2030, im Jahr der Visionen, werde ich ein Senior sein, aber andere können und werden das Werk vollenden. Ich hoffe spätestens dann auf eine Landrätin Gieseking und einen Bürgermeister gleichen Namens, eine Frau Dr. Gieseking als Chefin für die Mühlenkreiskliniken, weitere Giesekings an der Spitze der Firmen Melitta, Wago und Harting, von Kaufhaus Hagemeyer und der Brauerei Barre. Unser Name, so scheint es, bürgt für Qualität. Auch der Name meiner Mutter, eine geborene Südmeier. Und warum nur Minden? Eine Kanzlerin Südmeier ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit und ein Gieseking als Bundespräsident dann fast zwangsläufig! Also, wer Visionen hat, soll zur Wahl gehen! Oder sich zur Wahl stellen.

Giesekings Flüstertüte: Landrätin Gieseking

© Koch Ursula

Die Kommunalwahlen stehen an, auch die Landratswahl. Wen ich wählen werde, weiß ich noch nicht. Kein Wunder auch, es ist ja geheim, so geheim, dass nicht mal ich es weiß. Wen hingegen ich nicht wählen werde, steht schon fest. Im Ergebnis bleibt wenig Auswahl. Nun macht es mir zumindest die SPD plötzlich schwer, okkupiert sie doch meinen, also unseren Familiennamen im Wahlkampf! Die Kreis-SPD hat vor kurzem ihren Landratskandidaten gekürt. Unversehens wurde ich zum Wahlhelfer, jedenfalls vermuteten das einige, von denen ich seither angesprochen werde, ob meine Familie und ich Werbung für die SPD machen würden.

Wer es nicht gelesen hat: Michael Buhre hat Anfang Juni für die SPD einen Zukunftsentwurf im Landkreis formuliert, eine Vision einer fiktiven Familie Gieseking über mehrere Generationen im Jahr 2030. Das ist im Ergebnis sogar so vielfältig wie charmant, vor allem aber klug und clever, denn wir sind im Kreis mehr Giesekings als irgendwo sonst. Allein schon die Bernds. Ich war neulich beim Arzt, dort wurden schon fünf Bernd Giesekings außer mir geführt. Ich war in dieser Praxis der sechste! Noch einer und wir können einen Verein gründen. Warum nimmt Michael Buhre ausgerechnet uns Giesekings als Stellvertreter der Region? Warum keine Familie Riechmann? Schwier? Diekmann? Meisolle? Reckeweg? Schwenker?

Ok, wir Giesekings sind viele und teils durchaus auffällig. Es gibt zahlreiche Schützenkönige und Elfmeterschützen unseres Namens, dazu eine Logopädin, eine Tischlerei, eine ergotherapeutische Praxis, ein Ingenieurbüro und bis vor Kurzem gab es die Fleischerei Gieseking in Dützen, auch wenn irritierenderweise die Inhaber selbst ganz anders hießen. Allein in der Stadtverwaltung Minden arbeiten sieben von uns – die könnten schon einen Verein gründen – und ich selbst stehe auch in der Öffentlichkeit.

Plötzlich und ungewollt werden wir Giesekings also benutzt als Synonym für hiesige Ostwestfalen. Drehen wir das Ganze um: Wenn wir so stellvertretend sind, dann beruft uns, den Clan der Giesekings, künftig nicht nur in die Presbyterien und Sportvereinsvorstände.

Wir sind bereit! Mein Bruder und ich sind kinderlos. Unsere kleine Linie der Familiengeschichte wird wohl enden. 2030, im Jahr der Visionen, werde ich ein Senior sein, aber andere können und werden das Werk vollenden. Ich hoffe spätestens dann auf eine Landrätin Gieseking und einen Bürgermeister gleichen Namens, eine Frau Dr. Gieseking als Chefin für die Mühlenkreiskliniken, weitere Giesekings an der Spitze der Firmen Melitta, Wago und Harting, von Kaufhaus Hagemeyer und der Brauerei Barre. Unser Name, so scheint es, bürgt für Qualität. Auch der Name meiner Mutter, eine geborene Südmeier. Und warum nur Minden? Eine Kanzlerin Südmeier ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit und ein Gieseking als Bundespräsident dann fast zwangsläufig! Also, wer Visionen hat, soll zur Wahl gehen! Oder sich zur Wahl stellen.

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