Gesprächsrunde in Minden: Die Freiheit des Wortes Ursula Koch Minden. Um die Freiheit des Wortes sollte es am Donnerstag in der Reihe „Fortforum“ im Fort A gehen. Der Redakteur, Buchautor und Podcaster Matthias Kalle, gebürtiger Mindener, lenkte das Gespräch mit seinen Gästen aber erst einmal auf Corona, streift kurz den Kern, landet dann beim Gendern und dem Verzicht auf Fleisch. Als ein Zuhörer fragt, was all das mit der Freiheit des Wortes zu tun hat, legt Kalle offen, dass er mit all diesen Fragen darauf abzielte, dem Publikum vorzuführen, dass es völlig gefahrlos ist, die eigene Meinung zu äußern, so wie es die Zuhörer in dieser Runde auch getan haben. Er sieht damit eine Allensbach-Umfrage widerlegt, nach der mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, ihre Meinung nicht frei äußern zu können. Gestartet war Kalle mit seinen geladenen Gesprächspartnern: Carlin Neffe, Geschäftsführerin der Schlau-Großhandelsgruppe, MT-Chefredakteur Benjamin Piel und Landrätin Anna Bölling. Damit ist jeweils eine Vertreterin ein Vertreter der Sparten Wirtschaft, Medien und Politik vertreten. Bölling berichtet, wie schwer es ihr gefallen ist, Freiheitsrechte einzuschränken, etwa durch die Ausgangssperre, dass aber die Häufigkeit von Ansteckungen im Privaten genau das erfordert habe. Wie sie mit jeder neuen Anordnung eine Fülle von Reaktionen erhielt, die bis zur persönlichen Bedrohung ihrer Familie reichten. Benjamin Piel reflektiert die Rolle der Medien: „Am Anfang waren wir alle Amateure.“ Eine Kampagne wie „Wir bleiben Zuhause“ des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverlage (BDZV) würde er aus heutiger Sicht aber nicht noch einmal mitmachen. Carolin Neffe berichtet, wie sie es geschafft hat, die Kommunikation im Unternehmen von unten nach oben sicherzustellen. Über die Frage der geschlechtergerechten Sprache scheint das Publikum weitgehend einig, aber damit kommt schließlich das Gespräch zwischen Podium und Publikum in Gang. Es endet mit der von Gästen und Zuhörern gleichermaßen vertretenen Auffassung, dass die Debatte in Gefahr ist, es allgemein an Toleranz und Respekt fehlt. Zwei Freundinnen berichten, dass sie wegen unterschiedliche Ansichten zu Corona zunächst nicht mehr miteinander sprachen. Inzwischen haben sie wieder eine Gesprächsebene gefunden.

Gesprächsrunde in Minden: Die Freiheit des Wortes

In der Reihe Fortforum diskutierte Carolin Neffe, Benjamin Piel und Anna Bölling mit Matthias Kalle (von links) über die Freiheit des Wortes. MT-Foto: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. Um die Freiheit des Wortes sollte es am Donnerstag in der Reihe „Fortforum“ im Fort A gehen. Der Redakteur, Buchautor und Podcaster Matthias Kalle, gebürtiger Mindener, lenkte das Gespräch mit seinen Gästen aber erst einmal auf Corona, streift kurz den Kern, landet dann beim Gendern und dem Verzicht auf Fleisch. Als ein Zuhörer fragt, was all das mit der Freiheit des Wortes zu tun hat, legt Kalle offen, dass er mit all diesen Fragen darauf abzielte, dem Publikum vorzuführen, dass es völlig gefahrlos ist, die eigene Meinung zu äußern, so wie es die Zuhörer in dieser Runde auch getan haben. Er sieht damit eine Allensbach-Umfrage widerlegt, nach der mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, ihre Meinung nicht frei äußern zu können.

Gestartet war Kalle mit seinen geladenen Gesprächspartnern: Carlin Neffe, Geschäftsführerin der Schlau-Großhandelsgruppe, MT-Chefredakteur Benjamin Piel und Landrätin Anna Bölling. Damit ist jeweils eine Vertreterin ein Vertreter der Sparten Wirtschaft, Medien und Politik vertreten. Bölling berichtet, wie schwer es ihr gefallen ist, Freiheitsrechte einzuschränken, etwa durch die Ausgangssperre, dass aber die Häufigkeit von Ansteckungen im Privaten genau das erfordert habe. Wie sie mit jeder neuen Anordnung eine Fülle von Reaktionen erhielt, die bis zur persönlichen Bedrohung ihrer Familie reichten.

Benjamin Piel reflektiert die Rolle der Medien: „Am Anfang waren wir alle Amateure.“ Eine Kampagne wie „Wir bleiben Zuhause“ des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverlage (BDZV) würde er aus heutiger Sicht aber nicht noch einmal mitmachen. Carolin Neffe berichtet, wie sie es geschafft hat, die Kommunikation im Unternehmen von unten nach oben sicherzustellen.


Über die Frage der geschlechtergerechten Sprache scheint das Publikum weitgehend einig, aber damit kommt schließlich das Gespräch zwischen Podium und Publikum in Gang. Es endet mit der von Gästen und Zuhörern gleichermaßen vertretenen Auffassung, dass die Debatte in Gefahr ist, es allgemein an Toleranz und Respekt fehlt. Zwei Freundinnen berichten, dass sie wegen unterschiedliche Ansichten zu Corona zunächst nicht mehr miteinander sprachen. Inzwischen haben sie wieder eine Gesprächsebene gefunden.

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