Gelbe Tonnen oder Container? Hausverwalterin fordert flexiblere Lösung beim Verteilen der Müllbehälter Sebastian Radermacher Minden. Stephanie Huels mag pragmatisches Handeln. Flexibel und lösungsorientiert. Beim Thema Gelbe Tonne vermisst die Hausverwalterin aus Minden allerdings genau das. Und zwar bei der Regelung, nach welchen Kriterien für Mehrfamilienhäuser welche Behälter für Verpackungsmüll zur Verfügung gestellt werden – entweder 240-Liter-Tonnen oder größere 1.100-Liter-Container. Nicht nur Stephanie Huels stellt sich diese Frage, das Tonnenvolumen ist seit der Einführung der Gelben Tonne immer wieder Thema bei Beschwerden. Ein Überblick. Wann werden welche Behälter zur Verfügung gestellt? Prezero ist seit der Einführung der Gelben Tonne Anfang dieses Jahres wieder für das Sammeln des Verpackungsmülls im Mühlenkreis verantwortlich. Zum Start wurden große Wohneinheiten ab 20 Personen mit Containern versorgt, ansonsten gab es standardmäßig 240-Liter-Tonnen. Stephanie Huels fände es besser, wenn auch für kleinere Mehrfamilienhäuser, in ihrem Beispiel ein Objekt mit zehn bis zwölf Personen, die Möglichkeit bestünde, zwischen Tonnen und Containern zu wählen. Für das Haus, das Huels seit Mai verwaltet, hätte sie eine bessere Lösung: Statt vier Tonnen wäre ein Container geeigneter, der dann nicht alle zwei, sondern nur alle vier Wochen geleert wird, findet sie. Oft fehle an solchen Wohnobjekten der Platz für zusätzliche Tonnen, zudem würden diese dann zum Teil überquellen. Und es seien auch einige Gelbe Tonnen bei der Einführung plötzlich verschwunden gewesen. Ob sich andere Haushalte mit zusätzlichen Behältern eingedeckt haben? Mit dem Ziel, eine flexiblere Lösung bei der Verteilung zu erreichen, wandte sich Stephanie Huels zuletzt an Claudia Herziger-Möhlmann vom Bürger Bündnis Minden (BBM). Die Politikerin sprach das Thema daraufhin in der jüngsten Ratssitzung an. Ergebnis: „Die Städtischen Betriebe Minden haben zugesichert, sich um eine kurzfristige Lösung zu bemühen“, lobt Herziger-Möhlmann. Prezero teilt auf MT-Anfrage mit, dass man sich vor der Verteilung mit der Stadt Minden abgestimmt und die 1,1-Kubikmeter-Behälter analog zu den Gefäßen für Restmüll oder Altpapier verteilt habe. „Nachträgliche Wechsel sind nur in begründeten Fällen möglich und eher die Ausnahme“, sagt Sprecher Boris Ziegler. Die Vorgaben, wie groß die zur Verfügung gestellten Behälter sind oder auch in welchem Rhythmus sie abgeholt werden, seien Bestandteil der Systembeschreibung. „Diese ist die Grundlage für die europaweite Ausschreibung des Leistungsvertrages und legt sämtliche Leistungsparameter fest.“ Gleichwohl betont Ziegler, dass Prezero in begründeten Fällen natürlich prüfe, welche Lösungsmöglichkeiten es gebe. Im beschriebenen Fall könnte dies zu einem positiven Ergebnis für die Hausverwalterin führen. Denn nach Auskunft der Stadt Minden sollen an dem Haus die Tonnen für Rest-, Papier- und Biomüll auf Großbehälter umgestellt werden. „Anschließend werden die SBM mit Prezero in Kontakt treten und die Umstellung der Gelben Tonnen auf einen Großbehälter versuchen umzusetzen“, schreibt Stadtsprecherin Katharina Heß. Stephanie Huels will bei dem Thema in Zukunft aktiv bleiben, denn ihr geht es darum, das Verteilen der Behälter insgesamt flexibler zu gestalten. Sie hoffe, dass Stadt, Kreis und Prezero für alle eine zufriedenstellende Lösungfänden, und zwar nicht erst im Rahmen einer neuen Ausschreibung für die Jahre ab 2025. Zum Hintergrund: Der Auftrag für das Leeren der Gelben Tonnen wurde für vier Jahre (2021 bis 2024) vergeben. Den Vertrag schlossen die Landbell AG als Vertreter der Dualen Systeme und Prezero, das Gewinner der europaweiten Ausschreibung war. Gibt es viele Beschwerden rund ums Thema Gelbe Tonne? Sowohl Prezero als auch der Kreis Minden-Lübbecke blicken zufrieden auf die vergangenen knapp sechs Monate zurück. Nach einer „sehr emotionalen Phase“ sei weitgehend Ruhe eingekehrt und man bekomme von vielen Mindener Haushalten ein sehr gutes Feedback, sagt Boris Ziegler. „Vereinzelten Beschwerden – die es immer wieder geben wird – begegnen wir mit möglichst pragmatischen und schnellen Lösungen.“ Die Verteilung der rund 105.000 Tonnen sowie 3.500 Großbehälter habe trotz widriger Rahmenbedingungen gut funktioniert, auch bei der Sammlung habe es – von Einzelfällen abgesehen – kaum Probleme gegeben. Die Beschwerden von Bürgern, die beim Kreis und dessen Abfallentsorgungsbetrieb (AML) eingehen, sind stark zurückgegangen, berichtet Mitarbeiter Frank Werth. „Das Schwerpunktthema ist ein zu kleines Tonnenvolumen, sehr vereinzelt aber auch das genaue Gegenteil, dass bei Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten zu große Tonnen gestellt wurden.“ Hier wünschten sich Verbraucher eine 120-Liter-Tonne, was im aktuellen Ausschreibungszeitraum allerdings nicht möglich sei, „da dies eine nachträgliche Veränderung der Rahmenbedingungen der Ausschreibung wären und somit beklagt werden könnte“, erläutert Werth. Auch aus Sicht des AML sei die Einführung der Gelben Tonne trotz erwartbarer Startschwierigkeiten (Corona, Start zum Jahreswechsel, neue Sammelbezirke, veränderter Abfuhrrhythmus und Abfuhrtag) insgesamt gut gelaufen. Was könnte aus Sicht von Prezero besser laufen? Der Entsorger aus Porta Westfalica beobachtet ein größeres Problem: Oft landen Dinge in den Gelben Tonnen, die dort nicht hineingehören, berichtet Boris Ziegler. Windeln, Schuhe, halbe Hähnchen, WC-Bürsten – die Liste ist lang. „In einigen Bereichen ist die ,Fehlwurfquote’ mit mehr als 50 Prozent extrem hoch“, sagt der Prezero-Sprecher: „Wir bitten die Verbraucher daher die Hinweise, die wir auf den Behältern befestigt haben, zu berücksichtigen.“ Alternativ könne man sich zum Beispiel im Internet auf www.muelltrennung-wirkt.de informieren, was in die Gelbe Tonne gehöre und was nicht. Ziegler betont: „Ein nachhaltiger Umgang mit endlichen Rohstoffen ist nur dann möglich, wenn wir alle Hand in Hand handeln.“ Ziegler bestätigt übrigens, dass in den ersten Wochen einige Gelbe Tonnen verschwunden seien. Ob diese absichtlich oder irrtümlich abhandengekommen sind, kann er nicht sagen. Jeder Behälter ist mit einem Barcode versehen, auf dem die jeweilige Adresse steht. Diese Barcodes würden demnächst erfasst, so dass eine genaue Zuordnung zu den jeweiligen Haushalten möglich werde so Ziegler.

Gelbe Tonnen oder Container? Hausverwalterin fordert flexiblere Lösung beim Verteilen der Müllbehälter

Minden. Stephanie Huels mag pragmatisches Handeln. Flexibel und lösungsorientiert. Beim Thema Gelbe Tonne vermisst die Hausverwalterin aus Minden allerdings genau das. Und zwar bei der Regelung, nach welchen Kriterien für Mehrfamilienhäuser welche Behälter für Verpackungsmüll zur Verfügung gestellt werden – entweder 240-Liter-Tonnen oder größere 1.100-Liter-Container. Nicht nur Stephanie Huels stellt sich diese Frage, das Tonnenvolumen ist seit der Einführung der Gelben Tonne immer wieder Thema bei Beschwerden. Ein Überblick.

Ob für Mehrfamilienhäuser Gelbe Tonnen oder Container zur Verfügung gestellt werden, richtet sich nach der Zahl der Bewohner. MT-Foto: Radermacher - © Sebastian Radermacher
Ob für Mehrfamilienhäuser Gelbe Tonnen oder Container zur Verfügung gestellt werden, richtet sich nach der Zahl der Bewohner. MT-Foto: Radermacher - © Sebastian Radermacher

Wann werden welche Behälter zur Verfügung gestellt?

Prezero ist seit der Einführung der Gelben Tonne Anfang dieses Jahres wieder für das Sammeln des Verpackungsmülls im Mühlenkreis verantwortlich. Zum Start wurden große Wohneinheiten ab 20 Personen mit Containern versorgt, ansonsten gab es standardmäßig 240-Liter-Tonnen. Stephanie Huels fände es besser, wenn auch für kleinere Mehrfamilienhäuser, in ihrem Beispiel ein Objekt mit zehn bis zwölf Personen, die Möglichkeit bestünde, zwischen Tonnen und Containern zu wählen. Für das Haus, das Huels seit Mai verwaltet, hätte sie eine bessere Lösung: Statt vier Tonnen wäre ein Container geeigneter, der dann nicht alle zwei, sondern nur alle vier Wochen geleert wird, findet sie. Oft fehle an solchen Wohnobjekten der Platz für zusätzliche Tonnen, zudem würden diese dann zum Teil überquellen. Und es seien auch einige Gelbe Tonnen bei der Einführung plötzlich verschwunden gewesen. Ob sich andere Haushalte mit zusätzlichen Behältern eingedeckt haben?


Mit dem Ziel, eine flexiblere Lösung bei der Verteilung zu erreichen, wandte sich Stephanie Huels zuletzt an Claudia Herziger-Möhlmann vom Bürger Bündnis Minden (BBM). Die Politikerin sprach das Thema daraufhin in der jüngsten Ratssitzung an. Ergebnis: „Die Städtischen Betriebe Minden haben zugesichert, sich um eine kurzfristige Lösung zu bemühen“, lobt Herziger-Möhlmann.

Prezero teilt auf MT-Anfrage mit, dass man sich vor der Verteilung mit der Stadt Minden abgestimmt und die 1,1-Kubikmeter-Behälter analog zu den Gefäßen für Restmüll oder Altpapier verteilt habe. „Nachträgliche Wechsel sind nur in begründeten Fällen möglich und eher die Ausnahme“, sagt Sprecher Boris Ziegler. Die Vorgaben, wie groß die zur Verfügung gestellten Behälter sind oder auch in welchem Rhythmus sie abgeholt werden, seien Bestandteil der Systembeschreibung. „Diese ist die Grundlage für die europaweite Ausschreibung des Leistungsvertrages und legt sämtliche Leistungsparameter fest.“ Gleichwohl betont Ziegler, dass Prezero in begründeten Fällen natürlich prüfe, welche Lösungsmöglichkeiten es gebe.

Im beschriebenen Fall könnte dies zu einem positiven Ergebnis für die Hausverwalterin führen. Denn nach Auskunft der Stadt Minden sollen an dem Haus die Tonnen für Rest-, Papier- und Biomüll auf Großbehälter umgestellt werden. „Anschließend werden die SBM mit Prezero in Kontakt treten und die Umstellung der Gelben Tonnen auf einen Großbehälter versuchen umzusetzen“, schreibt Stadtsprecherin Katharina Heß.

Stephanie Huels will bei dem Thema in Zukunft aktiv bleiben, denn ihr geht es darum, das Verteilen der Behälter insgesamt flexibler zu gestalten. Sie hoffe, dass Stadt, Kreis und Prezero für alle eine zufriedenstellende Lösungfänden, und zwar nicht erst im Rahmen einer neuen Ausschreibung für die Jahre ab 2025. Zum Hintergrund: Der Auftrag für das Leeren der Gelben Tonnen wurde für vier Jahre (2021 bis 2024) vergeben. Den Vertrag schlossen die Landbell AG als Vertreter der Dualen Systeme und Prezero, das Gewinner der europaweiten Ausschreibung war.

Gibt es viele Beschwerden rund ums Thema Gelbe Tonne?

Sowohl Prezero als auch der Kreis Minden-Lübbecke blicken zufrieden auf die vergangenen knapp sechs Monate zurück. Nach einer „sehr emotionalen Phase“ sei weitgehend Ruhe eingekehrt und man bekomme von vielen Mindener Haushalten ein sehr gutes Feedback, sagt Boris Ziegler. „Vereinzelten Beschwerden – die es immer wieder geben wird – begegnen wir mit möglichst pragmatischen und schnellen Lösungen.“ Die Verteilung der rund 105.000 Tonnen sowie 3.500 Großbehälter habe trotz widriger Rahmenbedingungen gut funktioniert, auch bei der Sammlung habe es – von Einzelfällen abgesehen – kaum Probleme gegeben.

Die Beschwerden von Bürgern, die beim Kreis und dessen Abfallentsorgungsbetrieb (AML) eingehen, sind stark zurückgegangen, berichtet Mitarbeiter Frank Werth. „Das Schwerpunktthema ist ein zu kleines Tonnenvolumen, sehr vereinzelt aber auch das genaue Gegenteil, dass bei Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten zu große Tonnen gestellt wurden.“ Hier wünschten sich Verbraucher eine 120-Liter-Tonne, was im aktuellen Ausschreibungszeitraum allerdings nicht möglich sei, „da dies eine nachträgliche Veränderung der Rahmenbedingungen der Ausschreibung wären und somit beklagt werden könnte“, erläutert Werth. Auch aus Sicht des AML sei die Einführung der Gelben Tonne trotz erwartbarer Startschwierigkeiten (Corona, Start zum Jahreswechsel, neue Sammelbezirke, veränderter Abfuhrrhythmus und Abfuhrtag) insgesamt gut gelaufen.

Was könnte aus Sicht von Prezero besser laufen?

Der Entsorger aus Porta Westfalica beobachtet ein größeres Problem: Oft landen Dinge in den Gelben Tonnen, die dort nicht hineingehören, berichtet Boris Ziegler. Windeln, Schuhe, halbe Hähnchen, WC-Bürsten – die Liste ist lang. „In einigen Bereichen ist die ,Fehlwurfquote’ mit mehr als 50 Prozent extrem hoch“, sagt der Prezero-Sprecher: „Wir bitten die Verbraucher daher die Hinweise, die wir auf den Behältern befestigt haben, zu berücksichtigen.“ Alternativ könne man sich zum Beispiel im Internet auf www.muelltrennung-wirkt.de informieren, was in die Gelbe Tonne gehöre und was nicht. Ziegler betont: „Ein nachhaltiger Umgang mit endlichen Rohstoffen ist nur dann möglich, wenn wir alle Hand in Hand handeln.“

Ziegler bestätigt übrigens, dass in den ersten Wochen einige Gelbe Tonnen verschwunden seien. Ob diese absichtlich oder irrtümlich abhandengekommen sind, kann er nicht sagen. Jeder Behälter ist mit einem Barcode versehen, auf dem die jeweilige Adresse steht. Diese Barcodes würden demnächst erfasst, so dass eine genaue Zuordnung zu den jeweiligen Haushalten möglich werde so Ziegler.

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