"Gelbe Hunde": Idee aus Schweden findet auch in Minden-Lübbecke Anhänger Auffällige Markierung soll den Vierbeinern Stress nehmen Von Tanja Watermann Minden (tw). Wer einen Hund mit einer gelben Schleife an der Leine oder am Halsband sieht, kann dieses als Signal für "Bitte Abstand halten" deuten. Einer Initiative aus Schweden folgend, markieren seit kurzem auch Hundebesitzer im Kreis Minden-Lübbecke ihre Hunde und bitten um Verständnis für ihre Tiere die, momentan oder dauerhaft, etwas mehr Abstand und Ruhe brauchen.Die Initiative "Gulahund" (frei übersetzt: "Gelber Hund") aus Schweden überzeugt zurzeit die Hundewelt in Deutschland und Europa und verbreitet sich rasend schnell, weil sie effektiv und günstig ist. Hunde, die vorübergehend oder dauerhaft mehr Abstand zu anderen Tieren oder Menschen benötigen, tragen als Zeichen eine gelbe Markierung an der Leine oder am Halsband. Die Gründe für die Bitte, den größeren Abstand zum Hund zu respektieren, können vielseitig sein. Läufige Hündinnen sind so schon von weit her zu sehen, ebenso wie Hunde, die sich gerade im Training befinden, eine Operation hinter sich haben oder durch körperliche Beeinträchtigungen wie Sehbehinderungen oder hohes Alter nicht mehr so schnell auf andere Hunde und Menschen reagieren können.Auch bei Tierheimhunden oder Tieren, die gerade einen Umzug hinter sich haben, kann diese Markierung von vornherein viel Stress aus den Spaziergängen nehmen. "Wenn man entgegenkommenden Hunden oder Spaziergängern erst erklären muss, dass man um mehr Rücksicht bittet, ist der Abstand oft schon zu gering", erklärt Tierärztin Dr. Stephanie Heuer und unterstützt daher die Initiative in ihrer Praxis. "Wir haben zwei Rollen breites gelbes Geschenkband gekauft und geben betroffenen Kunden die Schleife gleich mit. Es ist günstig, einfach anzubringen und auch Kinder können das gelbe Band als Zeichen gut verstehen", sagt Heuer. Jennifer Roggenkamp hat ihrem Hund "Buddy", einer aufgeweckten Französischen Bulldogge, das gelbe Band nach einer OP an der Pfote verpasst. "Da ,Buddy` erst nicht gut laufen konnte, hat er anders reagiert als sonst und konnte nicht mit anderen Hunden rumtollen. Die gelbe Schleife ist fast allen aufgefallen, aber zu wenig Menschen kennen die Aktion dahinter bislang. Auch meine Labrador-Ridgeback-Hündin ,Naira` bekommt die gelbe Schleife um, wenn sie läufig ist, oder wir für die Hundeschule üben", beschreibt Roggenkamp ihre Erfahrungen.Reiter kennen seit den 80er Jahren ein ähnliches Zeichen mit der roten Schleife im Schweif des Pferdes. Auch dieses mahnt zu mehr Abstand zum Pferd. Wichtig ist es Heuer, darauf hinzuweisen, dass die gelbe Schleife keineswegs eine Warnung vor aggressiven Hunden ist. "Auffällige Hunde müssen gemäß der geltenden Gesetze mit Leine und gegebenenfalls einem Maulkorb gesichert werden. Beim gelben Band geht es nur um den Abstand", unterstreicht die Tierärztin ganz klar die Aussage. Auch bei "Stadthunde Minden" und in der "Hundeschule Petershagen" wird die Aktion von den Hundetrainern unterstützt und das Konzept aktiv weiter verbreitet.Verständnis zwischen Mensch und Tier fördernTrainerin Julia Fuhrmann aus Minden freut sich, wenn mehr Menschen von dem gelben Band erfahren und so das Verständnis zwischen Menschen und Hund gefördert wird. Mit einer einfachen Eselsbrücke können sich Menschen die Bedeutung merken: Eine gelbe Ampel mahnt auch zur Vorsicht und Abstand. Und wenn man einen "gelben Schein" vom Arzt bekommen hat, mag man auch nicht gerne sprechen und möchte seine Ruhe haben. Mehr zur Initiative gibt es auf der Seite gulahund.se. Die Informationen stehen in 16 Sprachen, natürlich auch auf Deutsch, zur Verfügung.

"Gelbe Hunde": Idee aus Schweden findet auch in Minden-Lübbecke Anhänger

Minden (tw). Wer einen Hund mit einer gelben Schleife an der Leine oder am Halsband sieht, kann dieses als Signal für "Bitte Abstand halten" deuten.

Hinweis auf gestresste Vierbeiner: Jennifer Roggenkamp (links) mit ihren Hunden "Buddy" und "Naira" setzt die gelbe Schleife ein. Sie signalisiert "Bitte mehr Abstand". Tierärztin Dr. Stephanie Heuer unterstützt die Aktion. Auch Kinder können das gelbe Zeichen gut verstehen. - © Foto: Tanja Watermann
Hinweis auf gestresste Vierbeiner: Jennifer Roggenkamp (links) mit ihren Hunden "Buddy" und "Naira" setzt die gelbe Schleife ein. Sie signalisiert "Bitte mehr Abstand". Tierärztin Dr. Stephanie Heuer unterstützt die Aktion. Auch Kinder können das gelbe Zeichen gut verstehen. - © Foto: Tanja Watermann

Einer Initiative aus Schweden folgend, markieren seit kurzem auch Hundebesitzer im Kreis Minden-Lübbecke ihre Hunde und bitten um Verständnis für ihre Tiere die, momentan oder dauerhaft, etwas mehr Abstand und Ruhe brauchen.

"Gelbe Hunde" brauchen viel Ruhe - © MINDEN
"Gelbe Hunde" brauchen viel Ruhe - © MINDEN

Die Initiative "Gulahund" (frei übersetzt: "Gelber Hund") aus Schweden überzeugt zurzeit die Hundewelt in Deutschland und Europa und verbreitet sich rasend schnell, weil sie effektiv und günstig ist. Hunde, die vorübergehend oder dauerhaft mehr Abstand zu anderen Tieren oder Menschen benötigen, tragen als Zeichen eine gelbe Markierung an der Leine oder am Halsband. Die Gründe für die Bitte, den größeren Abstand zum Hund zu respektieren, können vielseitig sein. Läufige Hündinnen sind so schon von weit her zu sehen, ebenso wie Hunde, die sich gerade im Training befinden, eine Operation hinter sich haben oder durch körperliche Beeinträchtigungen wie Sehbehinderungen oder hohes Alter nicht mehr so schnell auf andere Hunde und Menschen reagieren können.

Auch bei Tierheimhunden oder Tieren, die gerade einen Umzug hinter sich haben, kann diese Markierung von vornherein viel Stress aus den Spaziergängen nehmen. "Wenn man entgegenkommenden Hunden oder Spaziergängern erst erklären muss, dass man um mehr Rücksicht bittet, ist der Abstand oft schon zu gering", erklärt Tierärztin Dr. Stephanie Heuer und unterstützt daher die Initiative in ihrer Praxis. "Wir haben zwei Rollen breites gelbes Geschenkband gekauft und geben betroffenen Kunden die Schleife gleich mit. Es ist günstig, einfach anzubringen und auch Kinder können das gelbe Band als Zeichen gut verstehen", sagt Heuer.

Jennifer Roggenkamp hat ihrem Hund "Buddy", einer aufgeweckten Französischen Bulldogge, das gelbe Band nach einer OP an der Pfote verpasst. "Da ,Buddy` erst nicht gut laufen konnte, hat er anders reagiert als sonst und konnte nicht mit anderen Hunden rumtollen. Die gelbe Schleife ist fast allen aufgefallen, aber zu wenig Menschen kennen die Aktion dahinter bislang. Auch meine Labrador-Ridgeback-Hündin ,Naira` bekommt die gelbe Schleife um, wenn sie läufig ist, oder wir für die Hundeschule üben", beschreibt Roggenkamp ihre Erfahrungen.

Reiter kennen seit den 80er Jahren ein ähnliches Zeichen mit der roten Schleife im Schweif des Pferdes. Auch dieses mahnt zu mehr Abstand zum Pferd. Wichtig ist es Heuer, darauf hinzuweisen, dass die gelbe Schleife keineswegs eine Warnung vor aggressiven Hunden ist. "Auffällige Hunde müssen gemäß der geltenden Gesetze mit Leine und gegebenenfalls einem Maulkorb gesichert werden. Beim gelben Band geht es nur um den Abstand", unterstreicht die Tierärztin ganz klar die Aussage. Auch bei "Stadthunde Minden" und in der "Hundeschule Petershagen" wird die Aktion von den Hundetrainern unterstützt und das Konzept aktiv weiter verbreitet.

Verständnis zwischen Mensch und Tier fördern

Trainerin Julia Fuhrmann aus Minden freut sich, wenn mehr Menschen von dem gelben Band erfahren und so das Verständnis zwischen Menschen und Hund gefördert wird. Mit einer einfachen Eselsbrücke können sich Menschen die Bedeutung merken: Eine gelbe Ampel mahnt auch zur Vorsicht und Abstand. Und wenn man einen "gelben Schein" vom Arzt bekommen hat, mag man auch nicht gerne sprechen und möchte seine Ruhe haben. Mehr zur Initiative gibt es auf der Seite gulahund.se. Die Informationen stehen in 16 Sprachen, natürlich auch auf Deutsch, zur Verfügung.

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