Minden und Umgebung auf alten Ansichtskarten Geheimnis lothringischer Artilleristen gelüftet Historiker Martin Steffen kennt Geschichte eines verschwundenen Traditionsdenkmals Minden (lkp). So sehr er sich über die Resonanz auf die zweite Folge seltener Ansichtskarten freute, eine harte Nuss ließ sich für Sammler Hanns-Joachim Zwiefka scheinbar nicht knacken. "Zum Ehrenmal für die Lothringischen Feldartillerie-Regimenter gab es keinen einzigen Hinweis." Das Geheimnis konnte der Historiker Martin Steffen lüften. Aus dem Urlaub zurückgekehrt, wurde er auf die Serie mit alten Ansichten seiner Geburtsstadt aufmerksam und meldete sich in der Redaktion. Denn vor fünf Jahren hatte er als Freier Mitarbeiter des Mindener Tageblatts in einer Serie Denkmäler im Stadtgebiet vorgestellt - auch jene "für Regimenter aus der Ferne" (MT vom 5. Mai 2007).Nach dem Ersten Weltkrieg hatten nämlich die Franzosen die deutschen Militärdenkmäler in den wiedergewonnenen Departements in Elsass-Lothringen nicht mehr haben wollen. So kam das Denkmal für das 1. und das 2. Lothringische Feldartillerie-Regiment, Regimenter 33 und 34, mit seinen beiden charakteristischen Säulen aus der Garnison Metz nach Minden. Im Oktober 1924 wurde es bei einem Regimentstag auf dem Gelände der Simeonskaserne enthüllt. Es erinnerte an 710 gefallene Offiziere und Soldaten der - berittenen - leichten Artillerie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal 1945 beseitigt.Die meisten Hinweise erhielt Zwiefka zu der Erfrischungshalle an der Straßenbahnlinie. "Sie stand am östlichen Ende der Bunten Brücke, wo die Straßenbahn auf der Kaiserstraße zum Bahnhof der Mindener Kreisbahn weiterging und ein Gleis nach rechts in Richtung Meißen abzweigte." An fehlenden Stromleitungen sei erkennbar, dass die Aufnahme vor der Elektrifizierung entstand, als die Straßenbahn noch mit Dampf betrieben worden sei.Als Fläche für große Gewerbeschau genutztAuf großes Interesse stieß auch die sogenannte Marien- oder Gesundheitsquelle im Fischerglacis. "Reste sind heute noch sichtbar", sagt der Dankerser. Es gebe Bestrebungen, die Quelle wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen und für Spaziergänger im Glacis hervorzuheben.Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.Großes Doppelwohnhaus erhielt 1901 dritte EtageEin Geschäft wie das von M. Hübner suchte man heute vergebens in der Bäckerstraße. Vor 100 Jahren wurde im Haus Nummer 4 mit Delikatessen und Kolonialwaren gehandelt, wie das Adressbuch von 1910 auswies. Unserer Tage gibt es dort Textilien und Modeartikel.Nicht leicht dürfte das Wiedererkennen im Falle jenes Hauses werden, dessen Standort der Sammler zunächst am Beginn der Artilleriestraße vermutet hat. Tatsächlich aber war das imposante Doppelgebäude Ende des 19. Jahrhunderts auf den Grundstücken Kaiserstraße 7/9, Ecke Prinzenstraße, errichtet und mehrfach umgebaut und erweitert worden.Nach einer Instandsetzung des Hauses Nummer 9 samt Vereinfachung der Fassaden sowie Umbau des Erdgeschosses zum Ladengeschäft 1964 und einer radikalen Veränderung des Hauses Nummer 7 fünf Jahre später lässt sich das ursprüngliche Aussehen des repräsentativen Doppelhauses schwerlich erahnen.Der Band der Bau- und Kunstdenkmäler führt die Entstehung auf Pläne des Architekten Luhmann im Auftrag der Brüder Otto und Paul Hoberg zurück. 1889 zusammen mit einem großen Lagerhaus in der Prinzenstraße gebaut, ließen die beiden Fabrikanten den Komplex 1901 um eine dritte Etage erweitern und die Fassade komplett neu gestalten. Aus den Folgejahren stammt die Aufnahme.Noch ergiebiger war die Beteiligung von Lesern an der dritten Folge der Ansichtskartenserie. Über diese Ergebnisse berichtet Hanns-Joachim Zwiefka in der nächsten Runde seltener historischer Postkarten aus Minden und Umgebung.Hinweise zu Ansichtskarten nimmt Hanns-Joachim Zwiefka, Telefon (0571) 30247 und E-Mail: Zwiefka@t-online.de, an. Auch über die weiteren Ergebnisse berichtet er im MT.
Minden und Umgebung auf alten Ansichtskarten

Geheimnis lothringischer Artilleristen gelüftet

Minden (lkp). So sehr er sich über die Resonanz auf die zweite Folge seltener Ansichtskarten freute, eine harte Nuss ließ sich für Sammler Hanns-Joachim Zwiefka scheinbar nicht knacken. "Zum Ehrenmal für die Lothringischen Feldartillerie-Regimenter gab es keinen einzigen Hinweis."

Verschwunden: Das Denkmal für lothringische Artilleristen stand auf dem Simeonsplatz. - © Repro: MT-Archiv/Martin Steffen
Verschwunden: Das Denkmal für lothringische Artilleristen stand auf dem Simeonsplatz. - © Repro: MT-Archiv/Martin Steffen

Das Geheimnis konnte der Historiker Martin Steffen lüften. Aus dem Urlaub zurückgekehrt, wurde er auf die Serie mit alten Ansichten seiner Geburtsstadt aufmerksam und meldete sich in der Redaktion. Denn vor fünf Jahren hatte er als Freier Mitarbeiter des Mindener Tageblatts in einer Serie Denkmäler im Stadtgebiet vorgestellt - auch jene "für Regimenter aus der Ferne" (MT vom 5. Mai 2007).

Nach dem Ersten Weltkrieg hatten nämlich die Franzosen die deutschen Militärdenkmäler in den wiedergewonnenen Departements in Elsass-Lothringen nicht mehr haben wollen. So kam das Denkmal für das 1. und das 2. Lothringische Feldartillerie-Regiment, Regimenter 33 und 34, mit seinen beiden charakteristischen Säulen aus der Garnison Metz nach Minden. Im Oktober 1924 wurde es bei einem Regimentstag auf dem Gelände der Simeonskaserne enthüllt. Es erinnerte an 710 gefallene Offiziere und Soldaten der - berittenen - leichten Artillerie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal 1945 beseitigt.

Die meisten Hinweise erhielt Zwiefka zu der Erfrischungshalle an der Straßenbahnlinie. "Sie stand am östlichen Ende der Bunten Brücke, wo die Straßenbahn auf der Kaiserstraße zum Bahnhof der Mindener Kreisbahn weiterging und ein Gleis nach rechts in Richtung Meißen abzweigte." An fehlenden Stromleitungen sei erkennbar, dass die Aufnahme vor der Elektrifizierung entstand, als die Straßenbahn noch mit Dampf betrieben worden sei.

Als Fläche für große Gewerbeschau genutzt

Auf großes Interesse stieß auch die sogenannte Marien- oder Gesundheitsquelle im Fischerglacis. "Reste sind heute noch sichtbar", sagt der Dankerser. Es gebe Bestrebungen, die Quelle wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen und für Spaziergänger im Glacis hervorzuheben.

Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.

Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.

Im Zuge des Glacis, und zwar im Königsglacis vor dem Ausgang des Alten Friedhofs und heutigen Botanischen Gartens, liegen auch die so beschriebenen "neuen Anlagen" von 1907. "Dort hatte es in den Jahren zuvor wohl auch eine große Gewerbeschau gegeben, die sich auch über den Königsplatz erstreckte", hat Zwiefka von Anrufern erfahren.

Großes Doppelwohnhaus erhielt 1901 dritte Etage

Ein Geschäft wie das von M. Hübner suchte man heute vergebens in der Bäckerstraße. Vor 100 Jahren wurde im Haus Nummer 4 mit Delikatessen und Kolonialwaren gehandelt, wie das Adressbuch von 1910 auswies. Unserer Tage gibt es dort Textilien und Modeartikel.

Nicht leicht dürfte das Wiedererkennen im Falle jenes Hauses werden, dessen Standort der Sammler zunächst am Beginn der Artilleriestraße vermutet hat. Tatsächlich aber war das imposante Doppelgebäude Ende des 19. Jahrhunderts auf den Grundstücken Kaiserstraße 7/9, Ecke Prinzenstraße, errichtet und mehrfach umgebaut und erweitert worden.

Nach einer Instandsetzung des Hauses Nummer 9 samt Vereinfachung der Fassaden sowie Umbau des Erdgeschosses zum Ladengeschäft 1964 und einer radikalen Veränderung des Hauses Nummer 7 fünf Jahre später lässt sich das ursprüngliche Aussehen des repräsentativen Doppelhauses schwerlich erahnen.

Der Band der Bau- und Kunstdenkmäler führt die Entstehung auf Pläne des Architekten Luhmann im Auftrag der Brüder Otto und Paul Hoberg zurück. 1889 zusammen mit einem großen Lagerhaus in der Prinzenstraße gebaut, ließen die beiden Fabrikanten den Komplex 1901 um eine dritte Etage erweitern und die Fassade komplett neu gestalten. Aus den Folgejahren stammt die Aufnahme.

Noch ergiebiger war die Beteiligung von Lesern an der dritten Folge der Ansichtskartenserie. Über diese Ergebnisse berichtet Hanns-Joachim Zwiefka in der nächsten Runde seltener historischer Postkarten aus Minden und Umgebung.

Hinweise zu Ansichtskarten nimmt Hanns-Joachim Zwiefka, Telefon (0571) 30247 und E-Mail: Zwiefka@t-online.de, an. Auch über die weiteren Ergebnisse berichtet er im MT.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.